Schweiz

Hei­mat der EBU-Zen­tra­le, Ver­an­stal­ter und Sie­ger des ers­ten Grand Prix von 1956: die Eid­ge­nos­sen­schaft kann als Heim­stät­te des Euro­vi­si­on Song Con­test bezeich­net wer­den. Bis auf vier unfrei­wil­li­ge Rele­ga­tio­nen immer dabei, schnei­det das für sei­ne oft­mals beson­ders reiz­lo­sen Bei­trä­ge bekann­te Land dabei meist schlecht ab. Bleibt seit Ein­füh­rung der Semis über­wie­gend dort kle­ben. Neu­tra­li­tät ist halt nicht unterhaltsam.
ESC-Sie­ge: 1956, 1988
Rote Later­nen: 1964, 1967, 1974, 1998, 2004, 2010, 2011, 2015, 2016 

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: das ist die Tes­si­ner Luft

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: das ist die Tes­si­ner Luft

Ach, Helvetia! Du machst es mir wirklich schwer. Gerne mal wurde mir von Leser/innen aus dem Land der Toblerone und der Kantone in den vergangenen Jahren vorgeworfen, ich betriebe Schweiz-Bashing oder habe gar persönlich etwas gegen die Eidgenossen. Was von der Wahrheit nicht weiter entfernt sein könnte: nur enttäuschte Liebe war's, die aus mir sprach. Kredenzten unsere südlichen Nachbarn mit der für die Verzweifelten und Beladenen aus aller Welt sperrangelweit offenen Internet-Vorrunde ihrer Großen Entscheidungsshow doch lange Jahre ein unerschöpfliches Füllhorn des von mir so heiß geliebten Abseitigen und Schrägen - nur, um dann all diese Perlen zielsicher auszusortieren und im nationalen…
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Die Schweiz schließt die Pfor­ten des Internet-Hades

Die Schweiz schließt die Pfor­ten des Internet-Hades

Nicht nur der NDR will nach den schlechten Ergebnissen der letzten Jahre seinen Vorentscheid neu aufstellen: auch das Schweizer Fernsehen nimmt gravierende Neuerungen an der nationalen Vorauswahl vor, wie der deutschsprachige Sender SRF heute Morgen bekannt gab. Dabei entfällt zu meinem großen Bedauern der bisherige Internet-Vor-Vorentscheid, der stets als schier unerschöpfliche Fundgrube des herrlichsten Song-Trashs diente. Fürderhin sichtet eine rund zwanzigköpfige Fachjury ganz alleine die eingereichten Beiträge und siebt aus allen Einsendungen zirka 20 Songs aus. Anschließt bestellt sie deren Interpreten zum Vorsingen ein, wo sie die Auswahl dann auf etwa acht Titel dezimiert, mit denen der Vorentscheid am Sonntag, dem 5. Februar…
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Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

Zwei­tes ESC-Semi 2016: der sich den Wolf tanzt

"Måns ist sehr enttäuscht": das war er, der Satz des Abends, gesprochen vom deutschen Kommentator Peter Urban, nachdem Gastgeberin Petra Mede direkt im Anschluss an den Auftritt des Weißrussen Ivan informierte, dass dieser ursprünglich nackt und in Begleitung von Wölfen zu performen gedachte, was die EBU im Hinblick auf die Regeln leider verbieten musste. Zum Missfallen des komoderierenden Vorjahressiegers, der gerade hinter Petra die Bühne enterte - im Adamskostüm, leider mit einem strategisch platzierten Plüschwolf vor dem Gemächt. Wie dankbar bin ich dem Schweden dafür, dass er ein dergestalt schamlos selbstverliebter, zeigefreudiger Exhibitionist ist, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, seinen durchtrainierten Körper…
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Klei­der­ka­ta­stro­phen und Gän­se­haut: die Pro­ben zum zwei­ten Semi 2016

Und weiter geht's mit der noch ausstehenden Kommentierung zu den ersten Probedurchläufen des zweiten Semifinales. Der Lette Justs darf dieses mit seinem von der Vorjahresteilnehmerin Aminata geschriebenen Elektrokracher 'Heartbeat' eröffnen, ebenso wie die Proben am Mittwoch. Dort gab er schon mal alles, was ihm zwar Lob bei den Bloggern eintrug, sich im dritten Durchgang dann aber stimmlich bemerkbar machte. Haushalten mit den Kräften ist hier die Devise! Leider müssen wir erneut auf den Riga-Biber verzichten, ansonsten gibt es eine visuell etwas aufgebügelte Version des Vorentscheidungsauftritts, was auch gut funktioniert. Nur die Paola-Gedächtnis-Föhnwelle von Justs stört mich nach wie vor. Kann…
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Von Göte­borg nach Stock­holm: ein Kes­sel Bun­tes vom Vorentscheid

Von Göte­borg nach Stock­holm: ein Kes­sel Bun­tes vom Vorentscheid

Meine Güte, was ein Stress: in Köln fanden heute bereits die ersten Generalproben statt für den morgigen deutschen Vorentscheid Unser Lied für Stockholm, bei denen tatsächlich alles auf die langweiligste Option hinauszulaufen scheint; auf den Song, der mich am kältesten lässt: auf das farblose 'Ghost' von Castingshow-Sternchen Jamie Lee Kriewitz nämlich. Gähn. Doch so viel ist noch nachzuholen, so viele Ereignisse stapeln sich noch aus den letzten Tagen, dass sie nur noch in chronologischer Reihenfolge abzuarbeiten sind. Beginnen wir mit dem Halbfinale der lettischen Supernova vom vergangenen Sonntag: dort passierte zwar musikalisch nichts Neues mehr, ging es ja nur noch um das Eindampfen der…
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Ent­schei­dungs­show 2016: Die Schwei­zer wol­len die Letz­ten sein

Ent­schei­dungs­show 2016: Die Schwei­zer wol­len die Letz­ten sein

Zeitgleich mit Dänemark wählte heute Abend auch die Schweiz ihren Beitrag für den Eurovision Song Contest. Und ähnlich wie bei unseren nördlichen Nachbarn griffen auch unsere südlichen dabei so richtig ins Klo. Letztes Jahr gewann die russische Blondine Polina Gagarina in Wien bekanntlich beinahe den Bewerb - warum also nicht einen optischen Abklatsch nach Stockholm schicken, abzüglich der Ausstrahlung und des stimmlichen Talents? So ähnlich muss wohl die Überlegung ausgesehen haben bei den helvetischen Jurymitgliedern und Televotern, anders lässt sich der Sieg der in Kanada aufgewachsenen Christina Maria Rieder alias Rykka nicht erklären. Oder war es gar dies: der Bezug zu Kanada, Herkunft…
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Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Ret­tet eine Dis­qua­li­fi­ka­ti­on die Schweiz?

Unerhörtes trug sich heute in der Schweiz zu. Dort hatte, so viel kurz zur Vorgeschichte, am 6. Dezember 2015 die senderinterne Jury des deutschschweizerischen Senders SRF aus den wenigen Vorschlägen, welche die Internet-Vorrunde des dortigen Auswahlverfahrens überlebt hatten, die sechs Untauglichsten für das Finale am 13. Februar 2016 in Kreuzlingen herausgesucht. 'Holz vor dr Hüttn' von Platzhirsch, der einzige Song mit guten Chancen im internationalen Wettbewerb, blieb dabei natürlich auf der Strecke. Heute aber mussten die Züricher einen der ausgewählten Beiträge, 'Perché mi guardi cosi?' von Stéphanie Palazzo, disqualifizieren - die Dame hatte das Lied vor zwei Jahren bereits in einer französischen Fassung veröffentlicht.…
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Die Schwei­zer haben Holz vor der Hütte

Eine Runde weiter ist man beim kompliziertesten Vorentscheidungsverfahren der Welt, in der Schweiz. Dort haben die User/innen in der Internet-Vorauswahl der Deutschschweiz abgestimmt, anschließend hat die senderinterne Jury das Ergebnis nach eigenem Gusto korrigiert. Zehn Titel kamen weiter, darunter zu meinem großen Erstaunen sogar ein brauchbarer: der Aprés-Ski-Kracher 'Holz vor dr Hütta' des Gaudi-Kollektivs Platzhirsch rund um Rapper Gimma, meines Erachtens der einzige Song, mit dem die Eidgenossen auf internationaler Bühne für Aufsehen sorgen könnten. Ausgesiebt wurden erwartungsgemäß alle wirklich großartigen Knüller wie Inge Ginsberg und die 'Trümmer'. In die Kategorie "nett" fällt die lieblich plätschernde Country-Banjo-Weise 'Ooops' von Sunada. Chancen beim…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Schwei­zer Trümmerholz

So langsam schließt sich das Zeitfenster für mögliche Beiträge zum Schweizer Internet-Vor-Vorentscheid: am Montag ist Schluss mit lustig! Die Anzahl der Bewerber/innen ist in diesem Jahr überschaubarer als in der Vergangenheit, und so hält sich auch das Elend in vertretbaren Ausmaßen. Diese beiden Stichworte führen mich natürlich zu Barbara Berta, die 1997 die helvetische Flagge mit dem sterbensöden 'Dentro di me' vertrat (Platz 22). Knapp zwanzig Jahre später bewirbt sie sich erneut, diesmal mit einer nicht minder sterbensöden frankophonen Ballade namens 'Attitude'. Kann man machen, muss man aber nicht. In die Kategorie "Wir waren mal Stars, die Karriere ist vorbei" fällt…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: säch­si­scher Euro­dance für die Schweiz

Wenig Vorzeigbares findet sich derzeit in den Archiven des frisch eröffneten deutschschweizerischen Internet-Vor-Vorentscheids. Doch eine aus Leipzig stammende Künstlerin hat dort einen so fantastischen Beitrag gedroppt, dass ich ihn Euch nicht länger vorenthalten kann. Sylvia Martens heißt die Dreiunddreißigjährige, die mit ihren pumucklrot gefärbten Haaren ein wenig aussieht wie Lou Hoffners (DE 2003) magersüchtige, jüngere Schwester. Sie machte bislang hauptsächlich in Schlager. Seit letztem Jahr nennt sie sich in Anlehnung an die Achtzigerjahre-Ikone Susanne "Nena" Kerner Nea!, wirbt für ein neu aufgelegtes DDR-Deo aus dieser Zeit und schwenkte auf den glorreichsten Musikstil dieser glorreichsten aller Pop-Epochen um: Eurodisco! Beim legendären hessischen Label ZYX…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: von Schwei­zer Fleischbällchen

Seit heute ist es wieder soweit: die Online-Bewerbungsplattform des deutschschweizerischen Fernsehens SRF hat wieder geöffnet. Noch bis 26. Oktober 2016 kann Jedermann seine Komposition dort als Videoclip hochladen, der seinen kreativen Druck loswerden möchte. Gleich am ersten Tag nutzten alte Bekannte die Gelegenheit: der unter Fans dieser Kolumne mittlerweile kultartig verehrte Männerchor Steili Kressä ließ es sich nicht nehmen, den Gastgebern erneut die musikalische Aufwartung zu machen. Auf das unvergessene 'Sultan Hagavik' von 2012 folgt nun eine Ode an die Leib- und Magenspeise der Schweden (und der weltweiten IKEA-Kunden), die 'Köttbullar'. Den witzigen Song und das nicht minder witzige Video nutzen…
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The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

The King of Fun: zwei­tes ESC-Semi 2015

Na, das war aber auch an der Zeit! Da musste erst ein kerniger siebzehnjähriger 'Golden Boy' aus Tel Aviv kommen, um den Fluch von 'Ding-Dong'-Dana (IL 1998, 2011) abzuschütteln und die Israelis nach einer fünfjährigen Durststrecke endlich wieder ins Gelobte Land zu führen. Dramaturgisch geschickt hatte sich der ORF die Verkündung des Finaleinzugs von Nadav Guedj bis ganz am Schluss aufgehoben, und der kollektive Erleichterungsschrei aus über zehntausend Fankehlen ließ die Wiener Stadthalle beinahe in ihren Grundfesten erbeben. Wäre Israel diesmal wieder kleben geblieben, hätte ich auch endgültig den Glauben an die Menschheit verloren. Doch dazu erwies sich die Mischung aus…
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Schwe­den und die HJ: ers­te Pro­ben zwei­tes Semi 2015

In Wien setzten sich am Mittwoch und Donnerstag die ersten Probedurchläufe fort, diesmal mit den Teilnehmer/innen des zweiten Semifinales vom kommenden Donnerstag. Eine Fortsetzung fand auch die Saga um die händchenhaltenden Ampelmännchen: ausgerechnet die sich selbst als "freiheitlich" titulierende FPÖ drohte an, die hübsche Geste gegenüber der Eurovisions-Kernzielgruppe (und Umsetzung der Toleranzbotschaft der aktuell regierenden Eurovisionskaiserin Conchita) zur Anzeige zu bringen. Es handele sich um "grüne Klientelpolitik und Steuergeldverschwendung in Reinkultur," so der FPÖ-Mann Toni Mahdalik laut Kronenzeitung. Da Beides nicht verboten ist, begründete die FPÖ die Anzeige offiziell mit einem "Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung" - und musste sich prompt belehren lassen,…
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Ich bin die Schweiz, holt mich hier raus! (CH 2015)

Als hätten sich die Programmplaner von RTL und dem Schweizer Fernsehen SRF abgesprochen, gingen auf deren Kanälen gestern Abend zeitlich perfekt aufeinander abgestimmt die Finalsendungen zweier Shows über die Sender, die mit ihrem sonst üblichen Suhlen im Trash und dem gnadenlosen öffentlichen Vorführen verzweifelter Has-Beens wie Lys Assia (CH 1956, 1957, 1958, VE 2012) oder Costa Cordalis (DVE 1980, 1983) bestens dazu geeignet sind, dem von der Winterdepression gepeinigten Publikum den unerträglichsten Monat des Jahres durch eine gehörige Portion an Schadenfreude zu versüßen, diesmal jedoch auf voller Linie versagten, weil spätestens mit der Nominierung der Finalisten jegliches Mitfiebern verflogen und die unendliche Ödnis vorprogrammiert…
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Schwei­zer Käse: Hol’s der Teufel

Am Dienstag gab das Schweizer Fernsehen den ersten Zwischenstand seiner Songsuche für Wien bekannt. Wie es sich für die sprachlich und kulturell dreigeteilte Eidgenossenschaft gehört, verfügt das Land über das komplizierteste Vorauswahlverfahren Europas. Derzeit stehen 18 Lieder (9 aus der deutschsprachigen Schweiz, 6 aus dem frankophonen Teil und 3 aus dem italienischen Terrain) auf der Warteliste für den am 7. Dezember terminierten "Expertencheck", bei denen sich die dazugehörigen Interpreten live vor einer Jury präsentieren müssen. Nur jeder dritte dieser Beiträge wird dann in die öffentliche Entscheidungsshow am 31. Januar 2015 durchgelassen. Während die Romandie und das Tessin intern vorbestimmten, qualifizierten sich die deutschschweizerischen…
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Schwei­zer Käse: kommt und holt mich!

Ich dachte eigentlich, es wäre überstanden, aber nein: in den allerletzten Minuten schlüpften heute früh doch noch zwei Acts in den Schweizer Internet-Vor-Vorentscheid durch, die ich meinen geschätzten Leser/innen nicht vorenthalten darf. Da ist die holländische Bärenboyband Bearforce1, die sich vor sieben Jahren beim Amsterdamer Furball, einer Party für schwule, behaarte Männer, kennen lernten und sich umgehend beim niederländischen Eurovisionsvorentscheid bewarben - leider ohne Erfolg. Nun sind sie mit ihrer neuesten Single 'Action Man' in die Schweiz ausgewichen, und auch wenn das Werk musikalisch etwas dünn daher kommt und die Führerfrisur des irischen Leadsängers Robert (der einzige in der Band…
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Schwei­zer Käse: On a tous un Banc

Nur ein paar Stunden sind es noch bis zum Aufnahmestopp in der Schweiz, wo sich morgen früh die Pforten zum Internet-Vor-Vorentscheid schließen. Und natürlich rauschen auf den letzten Metern noch mal jede Menge Trashperlen heran. Diesmal das Beste gleich zuerst: meine absolute Top-Favoritin für die Schweiz 2014 kann natürlich keine Andere sein als die fabelhafte Inge Ginsberg! Die 92jährige gebürtige Wienerin, die sich selbst als "Weltenbummlerin" bezeichnet und anlässlich ihrer ersten Eurovisionsbewerbung 2013 dem Schweizer Blick verriet: "Ich habe bis heute regelmässig Sex", schloss sich für ihren neuesten Streich mit den Tritonekings zusammen, einer aus New Yorker Kammermusikern bestehenden Death-Metal-Band.…
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Schwei­zer Käse: Ope­ra­ti­on am offe­nen Ohr

In gut einer Woche schließen sich bereits wieder die Pforten des Hades schweizerischen Internet-Vor-Vorentscheids, jener geheimen Schatzhöhle für die Jäger des verlorenen Trashs wie mich. Höchste Zeit also, zu sichten, was die musikalisch Mühseligen und Beladenen aus aller Welt, denen sonst niemand zuhören möchte, diesmal beim SRF abwarfen. Zu den unzähligen Wiederkehrern, die es Jahr um Jahr versuchen, zählt natürlich auch heuer der in Fankreisen schon legendäre Männerchor Steili Krässa. Die widmen sich in 'The Beat of the Meat' hauptsächlich der Verballhornung internationaler Musikgrößen (eins der lustigeren Beispiele: "Barbecue Streisand") und preisen den Fleischgenuss, was ich als Vegetarier natürlich rundheraus…
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Som­mer­loch-News: Kat­ze beißt Lys

"Hund beißt Mensch" ist keine Meldung, so eine alte Journalistenregel. Die augenscheinlich für Schweizer Boulevardblätter wie den Blick nicht gilt, insbesondere dann, wenn es sich bei dem bissigen Tier um eine Katze handelte und bei der gebissenen Person um die große Lys Assia. Die mittlerweile Neunzigjährige Grand-Prix-Gerontin nutzt seit Jahren das Sommerloch für dramatische Spitalbesuche ("Die Ärzte wollten mich nicht mehr nach Hause lassen. So schlecht war mein Zustand."), ob sie nun von von der Waschmaschine angefallen wurde oder, wie heuer, von einer streunenden Katze. Wie Blick, das schweizerische Fachblatt für Lys-Assia-Fragen, minutiös berichtet, musste sich die Eurovisionssiegerin von 1956 gegen…
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ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten - mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels 'Dansevise' vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen "We are unstoppable!" in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und…
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Ers­ter Super­sams­tag 2014: Brö­der Louie

Gleich acht nationale Entscheide und Semis brachte uns der heutige Samstag. Zwei weitere Titel für Kopenhagen stehen fest, in sechs Ländern liefen Vorrunden. Unmöglich, das alles mitzuverfolgen (mittlerweile bin ich kurz davor, eine Internetpetition zu starten, welche die EBU auffordert, die Termine der nationalen Vorentscheidungen zu koordinieren), daher hier nur die wichtigsten drei: Finnland (Finale), Schweden (Semi) und die Schweiz (Finale). Anfangen möchte ich mit der ersten Runde des Melodifestivalen, das damit begann, dass die Moderatoren sich sympathischerweise über den dänischen Siegertitel des Vorjahres mokierten und auf der Bühne öffentlich Flöten verbrannten. Das war dann auch schon der Höhepunkt dieses MF-Qualis,…
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Schweiz: ers­tes Vor­sie­ben in Lugano

Aus beeindruckenden 23 Einsendungen wählte, wie esctoday meldet, heute eine dreiköpfige Fachjury unter Beteiligung von Paolo Meneguzzi (CH 2008) in den Rete-Tre-Studios in Lugano drei Semifinalisten aus, die bei einem Live-Casting am 30.11. in Zürich um den einzigen Startplatz der italienischsprachigen Schweiz bei der Großen Entscheidungsshow der Helvetier am 1. Februar 2014 in Kreuzlingen am Bodensee kämpfen dürfen (alles verstanden? Ich auch nicht, außer dass es die Schweizer nun mal unnötig kompliziert lieben. Aber das ist ja nichts Neues). Die glücklichen Drei sind die Castingshowteilnehmerin Jasmine Mossier ('Higher Love'), der bislang eher als Songschreiber (u.a. für Mina) in Erscheinung getretene…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: Ave Hel­ve­tia, Mori­tu­ri te salutant

Am vergangenen Sonntag um Mitternacht schlossen sich die Pforten zum Schweizer Hades: Fristende für den Internet-Vor-Vorentscheid. Erwartbar erweckte die dadurch entstandene Torschlusspanik all die Musikzombies zum Leben, welche diesen Friedhof der Popmusik so gerne bevölkern: die Chancenlosen, die Tragischen und die Gescheiterten. Zu den bis Mitte Oktober bereits gesichteten fünfzig Titeln kamen noch mal über hundert neue hinzu, weswegen ich um Nachsicht bitte, dass ich zwei Tage zur ergänzenden Werkschau brauchte: so viele Abgründe erträgt kein Mensch auf einmal! Beginnen wir mit den (hüstel) großen Namen: Annet Artani! Die US-Diseuse, die 2006 im üppigen bibogelben Abendkleid eine zynische zyprische Welthungerballade ('When Angels…
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Schock: Schwei­zer Vor­ent­scheid 2014 ohne Lys Assia

Große Enttäuschung allerorten: Songcontestveteranin Lys Assia (CH 1956) "hat sich entschieden, nicht beim diesjährigen Schweizer Vorentscheid mitzumachen," wie ihr Team gestern auf Facebook verkündete. Zwar mache sie noch Musik, habe aber nicht den richtigen Song für den Wettbewerb gefunden. Lys wünsche Valentina Monetta und Ralph Siegel "viel Glück für San Marino 2014." Damit ist natürlich weder ein Versuch in einem anderen Land noch ein Pausenclown-Auftritt beim ESC in Kopenhagen ausgeschlossen, dennoch betrübt Lys' Absage ans Heimatland. Ein wenig Trost kommt in Form der letztjährigen Vor-Vorentscheid-Kulthelden, des Männerchores Steili Kressä, die natürlich erneut mit einem aufs Gastgeberland maßgeschneiderten Beitrag antreten: 'Coupe…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: die ers­te Schwei­zer Ern­te 2014

So, nach einigen Tagen herbstdepressionsbedingter Blogpause (welche die klammen Zyprer schamlos nutzten, ihre Eurovisionsteilnahme 2014 erwartungsgemäß abzusagen) nun zu einem Thema, das meine Stimmung verlässlich erhellt: dem Schweizer Internet-Vor-Vorentscheid! 30 mehr oder minder handgestrickte Beiträge wurden seit Eröffnung des eurovisionären Hades vor wenigen Tagen bereits hochgeladen. Und bei jedem einzelnen Künstler lässt sich leicht erkennen, warum er / sie / es auf dem regulären Popmarkt nie auch nur den Hauch einer Chance haben wird. Aus vermutlich humanitären Gründen (oder, weil sie selbst so wenig vorzeigbare Eigengewächse besitzen), lässt das Schweizer Fernsehen traditionell auch Songs aus dem Ausland zu, und so…
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