Schweiz

Hei­mat der EBU-Zen­tra­le, Ver­an­stal­ter und Sie­ger des ers­ten Grand Prix von 1956: die Eid­ge­nos­sen­schaft kann als Heim­stät­te des Euro­vi­si­on Song Con­test bezeich­net wer­den. Bis auf vier unfrei­wil­li­ge Rele­ga­tio­nen immer dabei, schnei­det das für sei­ne oft­mals beson­ders reiz­lo­sen Bei­trä­ge bekann­te Land dabei meist schlecht ab. Bleibt seit Ein­füh­rung der Semis über­wie­gend dort kle­ben. Neu­tra­li­tät ist halt nicht unterhaltsam.
ESC-Sie­ge: 1956, 1988
Rote Later­nen: 1964, 1967, 1974, 1998, 2004, 2010, 2011, 2015, 2016 

Emme­lie de Forest can­celt Deutschlandtour

Emme­lie de Forest can­celt Deutschlandtour

Ob da bei irgendwelchen Fans 'Only Teardrops' fließen? Nach einer Meldung des Internetportals regioactive sagt die diesjährige Gewinnerin des Eurovision Song Contest, Emmelie de Forest, ihre Tourneetermine in Deutschland und Dänemark ab - angeblich aus terminlichen Gründen. "Der Kalender sei voll mit Songwriter-Sessions und Fernsehauftritten auf der ganzen Welt," zitiert regioactive aus einer Pressemeldung von Emmelies Team. „Ich hatte mich sehr auf die Tour gefreut, aber wir mussten eine Entscheidung fällen," so die Sängerin. Bereits gekaufte Karten (als ob!) werden zurückerstattet. Oh, und wo wir gerade bei Eurovisions-Hasbeens sind: nun wissen wir endlich, warum Amaury Vassili (FR 2011, erinnert sich noch…
Weiterlesen
Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. https://www.youtube.com/watch?v=JEiWOQAyJdo Einen hübsch glitternden, energiegeladenen Auftakt…
Weiterlesen

Sechs­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: zwei­tes Semi, die Chancen

Ein langer Tag liegt vor uns: in Malmö proben heute die 17 Semifinalisten der zweiten Qualifikationsrunde vom Donnerstag zum zweiten Mal. Wie die Blogger berichten und meine Facebook-Meldungen mir bestätigen, trudeln immer mehr Fans in Malmö ein, das EuroFanCafé und der EuroClub füllen sich und die ersten bizarren Musikwünsche werden gespielt. Auch die deutsche Delegation landete heute in Schweden. Wenden wir uns aber nun den Teilnehmern des zweiten Semis und ihren Finalchancen zu, basierend auf dem heutigen Probentag. EuroClub-Track des Tages: 'Hullu yö' (FI 1991) (mehr …)
Weiterlesen

Vier­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: von Blut und Alkohol

'Alcohol is free' ist nicht nur der Titel des griechischen Beitrags, es war auch das gelebte Motto der irischen Party am gestrigen Abend, was bei etlichen Malmö-Bloggern heute früh für personelle Ausfälle und dicke Schädel sorgte, wie zu lesen war. Glücklicherweise waren es auch die Griechen, die als erste heute früh probten und mit ihrem Energie- und Testosteronlevel die Sinne belebten. Leider verzichteten Koza Mostra an ihrem ersten Probentag - noch, wie ich hoffe! - auf die sexy Kilts, dafür brachten sie beleuchtbare Instrumente mit, die bei abgedunkelter Bühne während des Breaks für einen schönen visuellen Effekt sorgen. Natürlich dürfen…
Weiterlesen

Quel­ques Mil­li­ons, Trei­ze à la Dou­ze (AZ, BE, CH, FR, ME 2013)

Nur noch ein paar Tage bis zum EBU-Einsendeschluss, und schon stapeln sich die neuen Eurovisionsbeiträge bis unter die Decke, so dass man kaum noch hinterherkommt! Aber der Reihe nach: in Aserbei... Asrbdsch... in Baku kam die gefühlt achthundertteilige Vorentscheidungsshow Milli Seçim Turu heute Abend völlig überraschend doch zu einem Ergebnis. Farid Mamedov wird also in Malmö in die Fußstapfen Johnny Logans treten und inbrünstig 'Hold me' schmachten, einen geradezu lehrbuchmäßigen Eurovisionsschlager aus griechisch-schwedischer Feder. Nur, dass Farid ein wenig jünger ist als der irische Barde seinerzeit und über deutlich mehr Augenbraue verfügt. Und an der Aussprache muss er noch ein wenig -…
Weiterlesen

Heils­ar­mee kriecht zu Kreuze

In der unendlichen und langsam nervtötenden Saga um den diesjährigen schweizerischen Beitrag scheint sich nun doch endlich eine Lösung abzuzeichnen: wie das Boulevardblatt 20 Minuten heute berichtet, sei die Heilsarmee nun doch bereit, den Auflagen der EBU (Änderung des Namens und des Outfits) vollumfänglich nachzukommen. "Wir sind bereit, unserer Band einen richtigen Namen zu geben und einen Teil unserer Uniform abzulegen," sagte der Pressesprecher der evangelikalen Freikirche der Zeitung. Man prüfe derzeit mehrere Optionen für die neuen Kostüme und einen (englischen) Bandnamen. Ein neuer Abnahmetermin bei der EBU sei für Mitte Februar anberaumt. Sollte der geänderte Vorschlag dort wieder durchfallen, will…
Weiterlesen

Im Streit um die Heils­ar­mee bleibt die EBU standhaft

Wie das schweizerische Boulevardblatt Blick berichtet, rückte die EBU beim gestrigen Prüftermin in Sachen Heilsarmee keinen Millimeter von ihrer bereits im Dezember verkündeten Linie ab: "Jon Ola Sand hat bestätigt, dass ein Auftritt der Heilsarmee in Uniform möglich ist, solange es sich nicht um die Originaluniform handelt oder sie mit ihr verwechselt werden kann und der Song nicht unter dem Namen Heilsarmee eingereicht wird," so die Aussage von Sven Sarbach vom Schweizer Fernsehen gegenüber dem Blick. Die evangelikale Freikirche will sich in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen beraten. Im Dezember hieß es vonseiten der singenden Seelenfänger noch: "Müsste…
Weiterlesen

Gesucht: ein neu­er Name für die Heilsarmee

Nach dem Debakel hinsichtlich der Teilnahme der Schweizer Heilsarmee am Grand Prix unter eben diesem Namen sucht die Organisation gemeinsam mit dem Schweizer Fernsehen nun nach einer "kreativen Lösung" des Problems. Die EBU hatte entschieden, dass die sechs singenden Vertreter der christlichen Freikirche zwar gerne mit ihrem Rockschlager 'You and me' in Malmö auftreten dürfen - jedoch nicht unter dem Namen und in den Uniformen der Evangelikalen. Eine eigentlich für heute angekündigte Entscheidung über einen möglichen Rückzug der Band wurde indes vertagt. Die singenden Missionare zeigten sich angesäuert über das EBU-Diktum: "Die Darbietung ist ein Gesamtpaket mit Song, Kleidung und…
Weiterlesen

Heils­ar­mee muss Name und Out­fit ändern

Das geht ja Schlag auf Schlag heute: einer vor wenigen Minuten veröffentlichten Pressemitteilung des Schweizer Fernsehens ist zu entnehmen, dass nach offizieller Nachfrage des Senders bei der EBU hinsichtlich der zahlreich geäußerten Bedenken gegen den Schweizer Act von dortiger Seite die Entscheidung getroffen wurde, dass der Song zwar nicht zu beanstanden sei, die Band aber nicht unter dem Namen und in den Uniformen der kirchlichen Organisation Heilsarmee antreten darf. Das Schweizer Fernsehen weiter: "Die Heilsarmee will morgen entscheiden, ob sie unter diesen Umständen an der Teilnahme am Eurovision Song Contest 2013 in Malmö festhält". Ob andernfalls automatisch die Zweitplatzierten (und meine…
Weiterlesen

Durch­marsch der Homo-Has­ser: die Heils­ar­mee fährt nach Mal­mö (CH 2013)

Als Favoriten gingen sie ins Rennen, und tatsächlich siegten sie mit 37,5% der Anrufe deutlich: die sechs singenden Vertreter/innen der schweizerischen Heilsarmee gewannen soeben mit ihrem Rockschlager 'You and me' bei der Großen Entscheidungsshow das Ticket nach Malmö. Die generationsübergreifende Kappelle, deren ältester Teilnehmer stolze 94 Jahre vorweisen kann und damit den aktuellen Rekord der russischen Babushki in den Schatten stellt, überzeugte trotz eines eher lahmen Auftritts wohl nicht zuletzt aufgrund der Schnuckelpunkte für den leicht an Prinz Harry erinnernden Leadsänger Christoph Jakob sowie für Jonas Gygax, das David-Beckham-Double an der Rockgitarre. Sehr enttäuschend: von der Jury-Vorsitzenden Hella von Sinnen, einstige deutsche…
Weiterlesen

Live­b­log: Die gro­ße Entscheidungsshow

Heute Abend will die Schweiz ihren Beitrag für Malmö finden. Neun Kandidaten stehen bereit. Und es geht los! Sven Ephipany begrüßt uns in dieser lustigen Sprache, von der ich beim besten Willen nur jedes vierte Wort verstehe. Und wieviel hat die deutsche Elektrokette Saturn eigentlich ans Schweizer Fernsehen gezahlt (oder umgekehrt), damit die deren CI-Schrifttype für ihre Vorentscheidung nehmen? Vorstellung der fünfköpfigen, nicht stimmberechtigten, internationalen Jury: lauter Schweizer/innen mit doppelter Staatsbürgerschaft mit italienischem, türkischem, schwedischem und serbischem Migrationshintergrund. Mal abgesehen davon, dass Jurys grundsätzlich böse sind: schöne Idee! Natürlich muss der türkischstämmige Juror zum Rückzug der Türkei beim ESC Stellung…
Weiterlesen
Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: They got 5 on it

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: They got 5 on it

Heute stellte der ORF die versprochenen fünf Acts für die österreichische Vorentscheidung am 15. Februar 2013 vor. Nach der Totalpleite (letzter Platz im Semi) mit den meiner Meinung nach großartigen, aber mit einem dann vielleicht doch eher lokalen Flair behafteten Trackshittaz scheint man heuer mehr Wert auf internationale Anschlussfähigkeit zu legen. So lebt und arbeitet die 31jährige, in Wien geborene Soulsängerin Daniela Bauer alias Yela nach einem Musikstudium in Boston derzeit in New York (was noch das Interessanteste ist, was sich über sie erzählen lässt). Umgekehrt verhält es sich mit dem erst 18jährigen RnB-Küken Natália Kelly: sie wurde in den…
Weiterlesen

Schwei­zer Homos gegen die Heilsarmee

Die Aufregungen rund um die schweizerische Eurovisionsvorentscheidung reißen nicht ab: nach den gestrigen beleidigten Reaktionen von Grand-Prix-Urgestein Lys Assia auf ihre Nichtzulassung zur Großen Entscheidungsshow rufen nun Homo-Verbände zum Stimmboykott gegen die singenden Vertreter der Heilsarmee auf, die es in die Endrunde geschafft haben. "Ich wünsche mir nicht, dass eine homophobe Organisation als Botschafter der Schweiz im Ausland auftritt", sagte Eveline Mugier von der Lesbenorganisation Schweiz auf Anfrage dem Boulevardblatt 20 Minuten. Und Beat Stephan, Chefredakteur des Schwulenmagazins Display, meint gar: "Solange sich die Vereinigung nicht klar von homophobem Gedankengut distanziert, ist die Teilnahme am ESC nicht zu unterstützen. Man…
Weiterlesen

Ralph Sie­gel for­dert eine Lex Assia

"Enttäuscht und schockiert" zeigte sich Lys Assia heute  erwartungsgemäß im Telefoninterview mit dem Schweizer Fernsehen von ihrer Nichtzurlassung zum dortigen Vorentscheid. Gerade wo sie doch extra ein Lied "für die Jungen" aufgenommen habe: "Ich hätte für ein anderes Land antreten sollen". Ihr Komponist Ralph Siegel griff unterdessen Lys' letztjährige Ausrede von der fehlenden Internetaffinität ihrer Altersgruppe auf und forderte eine "Sonderregelung" (lies: eine Wildcard) für seinen Schützling. Dies habe er "schon vor Monaten" dem Sender vorgeschlagen, "aber es scheint niemand genügend Feingefühl und Verständnis für die Situation zu haben", so der Grand-Prix-Grandseigneur. Das Schweizer Fernsehen indes denkt gar nicht daran, diesem…
Weiterlesen

Schweiz: Hel­lo, whe­re is the Flow?

Geht man etwa so mit der ersten Eurovisionssiegerin um? Heute früh verkündete das deutschsprachige Schweizer Fernsehen SF seine vier Finalisten für Die große Entscheidungsshow am 15.12. in Kreuzlingen. Schockierenderweise findet sich Lys Assia mit ihren vier Rapperbuben nicht auf der aus Internetvoten und Senderjury kompilierten Liste und kann damit ihre in Fankreisen bereits zum Kult avancierte Eröffnungszeile "Hello, how's the Flow" in Malmö nicht zum Besten geben. Außer, es erbarmt sich vielleicht noch ein eurovisionärer Kleinstaat wie San Marino oder Montenegro. Geschafft haben es die spanische Vorentscheidungsteilnehmerin von 2011, Melissa; der DSDS-Castingknabe Jesse Ritch; der im Affenkostüm auftretende Musik-TV-Kasper Anthony Bighead…
Weiterlesen

Schweiz: müh­sam ernährt sich das Eichhörnchen

Nach und nach vervollständigt sich das Feld der schweizerischen Vorentscheidung. Heute gab RTS, der Sender der französischsprachigen Schweiz, auf seiner Internetseite die drei Kandidaten für Die große Entscheidungsshow am 15. Dezember in Kreuzlingen bekannt. Anders als im italienischen Teil der Eidgenossenschaft, das für seine zwei Plätze im Finale eine Vorentscheidungsvorrunde durchführte oder der deutsche Sender, der per Internet Skurriles aus aller Welt sammelte, bestimmte der frankophone Sender seine drei Vertreter intern. Kein Wunder, ist in diesem Landesteil das Eurovisionsinteresse traditionell doch eher gering. Und so klingen die drei Songs auch eher nach Pflichtübung. Am hübschesten vielleicht noch das mit einem…
Weiterlesen

Die Schweiz hat gewählt – naja, ein bisschen

Sollte Lys Assia es in die Endrunde der schweizerischen Vorentscheidung am 15. Dezember in Kreuzlingen am Bodensee schaffen, wovon ich ausgehe, so trifft sie dort auf eine alte Bekannte. Wobei, alt stimmt hier nicht ganz... Chiara Dubey, ihre Mitbewerberin und Drittplatzierte der Großen Entscheidungsshow 2012 ist knappe 70 Jahre jünger als Lys und stammt aus dem malerischen Lago-Maggiore-Städtchen Ascona, in dem sich die Grande Dame des Grand Prix bereits 1958 zum musikalisch-amourösen Stelldichein mit einem gewissen 'Giorgio' traf. Chiara gewann mit der äußerst einschläfernden Gitarrenballade 'Bella Sera' amDienstagabend den Publikumsentscheid bei der Vor-Vorentscheidung des italienischsprachigen Schweizer Fernsehens RSI, das im…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Every Sink’s in your Mind

Endlich ist es draußen: das mit atemloser Spannung erwartete Lys-Assia-Video! Seit heute Nachmittag kommt man auf der Eurovisionsseite des SF in den vollen, dreiminütigen Genuss des neuesten Geniestreichs aus der Feder von Ralph Siegel. Und, ganz ehrlich: ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Bereits die ersten 20 Sekunden sind pures Comedy-Gold, und ohne jede Frage dürfte "Hello, how is the Flow?" zur neuen Begrüßungsfloskel unter Eurovisionsaficionados werden. Lys Assia hat die grauenvollste englische Aussprache seit Alyosha ("Every sink's in your mind": will sie Badarmaturen verkaufen?) und scheint selbst in der Studiofassung schon mit dem Timing zu kämpfen. Live…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: die dunk­le Sei­te der Alm

Ach, was waren das noch für selige Zeiten, als eine fesch frisierte Daniela Simmons für die Schweiz das Kräutlein-rühr-mich-nicht-an gab und forderte 'Pas pour moi'! Welche Abgründe hinter der biederen Fassade aber lauern, beweist uns ein Blick auf die letzten, schwerpunktmäßig aus dem Hardrockbereich stammenden Neuzugänge des diesjährigen helvetischen Vorentscheids. Am harmlosesten lassen sich dabei noch die durchaus nett anzuschauenden Metalheads von Arcturon an, die in 'An old Storm brewing'  lediglich röhren, als gäb's kein Morgen mehr. Nicht ernsthaft auseinandersetzen muss man sich mit den Garlicks: erstens käme 'Fuck me' als Songtitel niemals durch die EBU-Zensur, zweitens wurde dieser bereits…
Weiterlesen

Hol­land top­pert die Schweiz

Gordon Heuckeroth gehört nach eigener Einschätzung wohl zu den Propheten, die im eigenen Lande nichts zählen. Gordon wer, fragen Sie? Noch nie gehört? Also: der war Teil des schwulen Altherrentrios De Toppers, das 2009 in Moskau die Niederlande vertrat. Genau: "die Flippers auf Ecstasy", wie Tim Frühling so schön kommentierte. Mit seinem aktuellen Projekt LA The Voices und dem Musicalschlager 'Luchtkasteel' bewarb er sich auch letztes Jahr zu Hause um das Eurovisionsticket, schaffte es aber erst gar nicht in die Endrunde. Heuer läuft bei den Holländern alles auf eine Direktnominierung der sehr populären Anouk hinaus (deren Single 'Nobody's Wife' mit…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: ach Du hei­li­ge Scheiße!

Kein Scherz: die Heilsarmee will bei der Schweizer Vorentscheidung antreten. Die evangelikale Missionskirche entsendet eine sechsköpfige Gruppe uniformierter Heilssoldaten mit dem professionell produzierten Rockschlager 'You and me'. Und könnte damit Lys Assia den Rang als eurovisionäre Alterspräsidentin streitig machen, denn das älteste Bandmitglied kann mit stolzen 94 Jahren auftrumpfen. Musikalisch wirkt der christliche Beitrag, der sich irgendwo zwischen A Friend in London, der Kelly Family und den Scorpions verorten lässt, im Direktvergleich mit Siegels verzweifelt pseudojugendlichem "Hello, how is the Flow"-Murks sogar regelrecht authentisch und frisch. Und fürs Auge bieten die Freikirchler ebenfalls was: mit Prinz Harry als Leadsänger und David…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Lys Assia und die Folgen

Oh grundgütige Lys, was hast Du da nur angestellt? Inspiriert vom Vorbild des 88jährigen "Hip-Hop-Babes", kriechen nun weitere Eurovisionsuntote unter ihren Steinen hervor, um das beschauliche Alpenidyll mit ihren Einreichungen für die Schweizer Vorentscheidung heimzusuchen. So beispielsweise die eidgenössische Vertreterin von 1983 und 1985, Mariella Farré, die einen unterdurchschnittlichen Clubtune namens 'One of a Kind' anbietet, in dem sich die knapp Fünfzigjährige als schalschwingendes Discohaserl präsentiert. Und obwohl die optisch als Klon aus Milva und Petra Nadolny (Switch) daherkommende Künstlerin zwei Tanzschulen leitet, wirkt ihre wahllos von Loreen, Carola und Pulp Fiction zusammengeklaute Choreografie seltsam uninspiriert. Wo wir gerade beim Stichwort…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: erwischt, Kalkofe!

Während uns Altmeister Ralph Siegel und sein 88jähriges "Hip-Hop-Babe" (Pressetext Schweizer Fernsehen) Lys Assia mit kleinen Bröckchen hinhalten (mehr dazu später), reicht die umtriebige Konkurrenz ein Meisterwerk nach dem anderen zum eidgenössischen Vorentscheid ein. Neben einem tatsächlich hörbaren, beim schnarchnasigen Alpenpublikum aber völlig chancenlosen Rocksong namens 'Russian Roulette' der Allmendinger Schülerkappelle Grey Monday und einer putzigen, Bontempisound-und-Walzertakt-begleiteten "Na na na"-Melodei namens 'There is one Boy named Ilya' stechen zwei Nummern besonders heraus: da ist zum einen der für seine preisgekrönten Parodien bekannte deutsche TV-Komiker Oliver Kalkofe, der sich unter dem besonders listigen Tarnnamen Marcello Alexander eingeschlichen hat und die unfassliche volkstümliche…
Weiterlesen

Per­len der Vor­ent­schei­dung: Denz wid me, Constantinos!

Ein Quell nie versiegender Heiterkeit, der Schweizer Vorentscheid. Kaum ist der erste Schock über die erneute Teilnahme von Lys Assia verdaut, gehen die Anmeldezahlen auf dem Eurovisionsportal des Schweizer Fernsehens sprunghaft in die Höhe: von traurigen zehn vergangenen Samstag auf sagenhafte 20 Interessenten an diesem Mittwoch! Und auch weitere (hüstel) Eurovisionsprominenz tummelt sich darunter: Constantinos Christoforou, 1996, 2002[ref]Da als Teil der Boyband One[/ref] und 2005 für seine Heimatinsel Zypern am Start, geht heuer mit einem unglaublich billigen Dance-Song fremd. Titel: 'I still remember'.[ref]Nachtrag 07.10.12: Unverständlicherweise zog Constantinos einen Tag vor Anmeldeschluss seine Teilnahme in der Schweiz zurück. Erhielt er ein besseres Angebot?[/ref] Ob das auch…
Weiterlesen