Slowenien

ESC 2014: Ser­bi­en setzt aus, Bul­ga­ri­en bockt, Rumä­ni­en rein

Neben Kroatien wird mit Serbien ein zweites exjugoslawisches Land beim Eurovision Song Contest 2014 fehlen. Aus finanziellen Gründen habe der Verwaltungsrat des serbischen Senders RTS die Entscheidung getroffen, Kopenhagen fern zu bleiben. Man behalte sich aber für 2015 vor, wieder mitzumachen, sofern dann wieder "stabile und ausreichende Haushaltsmittel" zur Verfügung stünden, wie der Sender mitteilte - nicht ohne schnell noch darauf zu verweisen, dass man "2008 als Gastgeber einen neuen Standard in organisatorischen und technischen Fragen" gesetzt habe, "der immer noch als Beispiel" diene. Das ebenfalls aus pekuniären Gründen bis zuletzt als Wackelkandidat geltende Rumänien, das uns 2013 mit Cezar…
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Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der…
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Fünf­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: ers­tes Semi, die Chancen

Heute ging es richtig los in Malmö: das Pressezentrum eröffnete mit einer Pressekonferenz der EBU, die erwartungsgemäß alle ihre von den Fans teilweise heftig kritisierten Entscheidungen zu den Regeländerungen beim Contest als sinnvoll und gelungen bezeichnete und ansonsten ausführlich ihre brandneue Eurovisions-App für iPhones und Android-Handys bewarb (zu der ich nichts weiter sagen kann, weil bei mir der Anmeldeprozess nicht klappte, man zum Voten per App aber ohnehin ein PayPal-Konto braucht, das ich weder habe noch will und ich auf fesselnde News vom eurovision.tv-Team auf meinem Smartphone verzichten kann). Gegen Mittag starteten dann die zweiten Probendurchläufe für die Teilnehmer des…
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Ers­ter Pro­ben­tag in Mal­mö: Goli­ath im Lampenladen

Es ist, folgt man den Liveblogs aus Malmö, der meistdiskutierte Auftritt am heutigen ersten Probentag und wird ohne jede Frage auch am Semi-Dienstag beim Fernsehzuschauer visuell am stärksten hängen bleiben: der Shrek-Moment, wenn der ukrainischstämmige Igor Vovkovinksy, mit 2 Meter 34 einer der größten Menschen der Welt, die vergleichsweise zerbrechliche Zlata Ognevich auf seinen gigantischen Händen auf die Bühne trägt und mittig auf einem stilisierten Felsen abstellt, wo sie dann armrudernd für den Rest ihrer drei Minuten versucht, den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen und nicht herunter zu fallen. Das Land bleibt also seinem Hang zu spektakulären Inszenierungen treu, wofür ich…
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Slo­we­ni­en bricht sich ein Bein, Zypern schläft ein (SI, CY 2013)

In all der Aufregung um das deutsche Juryvoting ein wenig untergegangen und daher noch nachzureichen sind die ebenfalls am Donnerstag publizierten Beiträge Sloweniens und Zyperns. In beiden Ländern standen die Interpretinnen, Hannah Mancini respektive Despina Olympiou, bereits fest. Nun kennen wir auch ihre Titel. Die in den USA geborene, der Liebe wegen aber nach Slowenien verzogene Hannah versucht es mit dem bei der Schwulenolympiade ESC leicht deplatziert wirkenden Titel 'Straight into Love'. Der beginnt, ähnlich wie Margaret Bergers 'I feed you my Love' (NO), vielversprechend mit einem krachenden Dubstep-Intro. Allerdings ist nach 20 Sekunden schon die Luft raus, die restlichen…
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Go West: Slo­we­ni­en schickt Han­nah Mancini

Wie der Prinz-Blog gestern berichtete, vertritt die gebürtige US-Amerikanerin Hannah Mancini die westlichste der exjugoslawischen Republiken in Malmö. Die bislang hauptsächlich im Bereich Dance und House tätige Sängerin mit dem großen Nachnamen (vermutlich nicht verwandt) lernte vor über sechs Jahren in Los Angeles einen Slowenen kennen, heiratete ihn und zog gen Balkan. Bereits vor zwei Jahren nahm sie dort an der EMA teil und lieferte den kompetent präsentierten Dance-Knaller 'Ti si tisti' ab, scheiterte aber an den Jurys (sind Wichser™). Ihr Song soll am 14. Februar, dem Tag des deutschen Vorentscheids, vorgestellt werden - schon jetzt also meine Bitte um Verständnis,…
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Und heut Abend hab ich Kopf­weh: 2. Pro­ben SIHR

Nina Badrićs selbst auferlegtes Sex-Moratorium bis zu ihrem Semifinalauftritt scheint langsam ernste Folgen nach sich zu ziehen: im Umkleiderauminterview mit eurovision.tv verlangte die Ärmste nach Aspirin®. Tja, das kommt davon, wenn man's durch die Rippen schwitzt! Sie und ihre slowenische Kollegin Eva Boto eröffneten heute Morgen mit einem weiteren Double Feature der Balkanballaden den Probereigen. Und während Eva weiterhin in ihrem unvorteilhaft auftragenden Fleurop-Kleid, begleitet von ihren fünf unschuldsweißen Brautjungfern, kraftvoll ihren eingängig-dramatischen Schmachtfetzen 'Verjamem' dahinschmettert, wirkt Ninas Auftritt im merkwürdigen schwarzen Vokuhila-Kleid deutlich düsterer. Was hat das in diesem Jahr nur mit dem Crossdressing auf sich? (HR) (mehr …)
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Je vais me mari­er, Marie: 1. Pro­be Slo­we­ni­en, Kroatien

Und damit zu den Proben des heutigen Tages. Los ging es mit Eva Boto aus Slowenien und ihren fünf Begleitsängerinnen, alle in unterschiedlichen (und unterschiedlich ansehnlichen) Brautkleidern, allerdings ohne den von der Vorentscheidung so berühmten Tüllknüll im Haar. Evas Brautkleid als einziges nicht in weiß, sondern creme, und mit üppigen floralen Applikationen versehen, die nicht nur arg auftragen und der zierlichen Siebzehnjährigen hüftabwärts die Figur von Joy Fleming verleihen, sondern auch noch aussehen, als habe Fleurop einmal quer drübergekotzt. Dafür wirkt die Choreografie zu ihrer klassischen Balkanballade stimmig und zurückgenommen, und auch die Sängerin schont sich erkennbar noch für das…
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Die Gna­de der spä­ten Geburt (LV, HR, SI 2012)

Die Vorentscheidungssaison liegt gerade in den letzten Zügen, da geht das große Remixen schon wieder los. Lettland präsentierte heute das offizielle Musikvideo zu Anmarys 'Beautiful Song'. Mit einer leider deutlich camperen Instrumentierung und einem leider etwas glattgebügelten Text: so nennt die großäugige Blondine den irischen Grand-Prix-Großmeister Johnny Logan nicht mehr "alt", sondern umschreibt diesen Umstand nunmehr feinfühlig als "auch 30 Jahre später noch unvergessen". Und auch das Rolling-Stone-Knautschgesicht heißt jetzt nicht mehr "Jaggermick", sondern "Sir Mick Jagger", muss sich aber nach wie vor mit einem offensichtlich nicht ernst gemeinten Rückrufversprechen abspeisen lassen. Kultnummer! httpv://youtu.be/BeXo4HzpmuU Ob Anmary wohl einen kostenlosen Upgrade in die…
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Wei­ne nicht, klei­ne Eva (SI 2012)

Die Slowenen behaupten von sich ja ganz gerne, sie gehörten nicht zum Balkan, sondern zu "Zentraleuropa". Das aber können sie ihren Großmüttern erzählen, denn wieso hätten sie sich heute Abend mit 68% der Stimmen für einen Aufguss von 'Molitva' entschieden, wenn sie kulturell nicht zum Balkan zählten? Im finalen Duell der Misija Evrovizija unterlagen die sensationell lustigen Zwillinge Eva & Nika Prusnik - die slowenische Antwort auf Jedward - mit dem schon grenzwertigen (und damit natürlich um so fabelhafteren) Trash-Opus 'Konichiwa' ihrer Konkurrentin Eva Boto und ihren drei vier mit zerknülltem Tüll im Haar als Bräute Lakas performenden Backings. Damit reiht…
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Time for Revo­lu­ti­on (SI 2011)

So viel Spaß wie heute Abend hatte ich schon lange nicht mehr! Die EMA, zurück zu alter Größe, war von vorne bis hinten vollgepackt mit skurrilen Spaßacts und schmissigen Uptemponummern - genau, wie ich das liebe! Eine Truppe rockender Partisanen in Warschauer-Pakt-Uniformen, eine Lady Gaga für Arme, falsettsingende Discorocker und der slowenische Robbie Williams - mindestens fünf der zehn Teilnehmer hätte ich gerne in Düsseldorf dabei gehabt. Gewonnen hat natürlich keiner davon, sondern die siebenhundertvierunddreißigste melodiefreie Schnarchballade dieses Jahres - wie Rock Partyzani ganz am Anfang sungen: es ist "Zeit für die Revolution!" httpv://www.youtube.com/watch?v=NDvYZ1cvu7A Hält nichts von harten Spielarten: Maja…
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Ers­te Sah­ne: Tama­ras fabel­haf­te Grand-Prix-Persiflagen

Ers­te Sah­ne: Tama­ras fabel­haf­te Grand-Prix-Persiflagen

Beim Aufräumen meines Postfachs fand ich gerade den erst sechs Monate alten Hinweis (jawohl, ich bin ein schlampiger, vergesslicher alter Sack und es wird böse enden mit mir) auf die fabelhaften phonetischen Coverversionen der Sixtusbloggerin Tamara Fabian, die ausweislich ihrer Songauswahl auch über einen sehr guten Musikgeschmack verfügt. Meine persönliche Lieblingsbearbeitung ist natürlich die des slowenischen Meisterwerkes 'Vrag naj vzame' von Rebeka Dremelj .Zwar gibt es aus dem gleichen Hause noch weitere, ebenfalls sehr schöne phonetische Neueinspielungen, wie 'Ich kauf nix in Taiwan' und 'Mistel, Möhre, Rattenzahn' (beides finnische Titel, wer errät die Originale?). 'Frag nach Sahne' jedoch schießt den Vogel ab. Denn zum einen…
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Slo­we­ni­en 2010: And the Night­ma­re continues!

Ob die vielen aggressiven Henkel-Reinigungsprodukte, für die im slowenischen Fernsehen massiv Werbung läuft, das dortige Grundwasser vergiftet haben? Anders ist die Entscheidung für eine Volksmusik-trifft-Haarrock-Kapelle nicht erklärbar. Vor wenigen Minuten endete die EMA 2010 mit einem echten Schock: während die von den Eurofans favorisierten Eurovisionsdiven wie Nuša Derenda (SI 2001), Brigita Šuler und Manca Špik mit fabelhaften Discoschlagern im Mittelfeld verendeten und selbst die in der Vergangenheit nur durch massive Jury-Manipulation vom Sieg ferngehaltene Zigankapelle Skupina Langa auf dem dritten Rang landete, fuhr eine aus trachtentragenden Quetschkommodenspielern und lederjackentragenden Achtizgerjahre-Haarrockern zusammengewürfelte Band beim Televoting einen nur noch als erdrutschartig zu…
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Zwei­tes ESC-Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Zwei­tes ESC-Semi 2009: Don’t be hap­py and don’t be gay

Schizophren: die unglaublich lustige Comedy-Techno-Nummer 'Tingaliin', mit denen die Schweden beim diesjährigen Melodifestivalen zur Einstimmung auf Moskau spaßeshalber sämtliche Russlandklischees auf den Arm nahmen, zog eine diplomatische Krise zwischen beiden Ländern und den offiziellen Protest des dortigen Botschafters nach sich. Als Eröffnungsact des zweiten Semis präsentierten die Russen dann selbst exakt die gleichen tanzenden Bären, Matroschkas und Kalinka-Chöre, über die sie sich zuvor beklagt hatten. Nur, dass der Moskauer Act anscheinend bierernst gemeint war. Womit sich erneut zeigte: wer nicht über sich selbst lachen kann, dem ist auch sonst nicht zu trauen. http://youtu.be/XYJwnCsMBfo Verstehen Sie Spaß? Schwedens lustiger MF-Act Komoderatorin…
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Slo­we­ni­en 2009: Skan­dal im Sperrbezirk

Wie um schon im Vorfeld zu beweisen, um was für eine ausgesprochen dumme Idee es sich bei dem diesmal auch im Eurovisionsfinale zur Anwendung kommenden Jury-Televoting-Mix handelt, mogelte in der für organisierte Korruption berüchtigten EMA eine offensichtlich aus vier Geisteskranken bestehende Jury eine vom Balkan-Siegel Andrej Babić komponierte Neuauflage von 'Nocturne' (NO 1995) an die Spitze. Quartissimo, das sind vier schnucklig-bärige Geigenfiedler, unterstützt von der Blondine Martina Majerle, die sich die meiste Zeit hinter einem Paravent versteckt hält und gelegentlich mal ins Mikro kreischt. Bei den Zuschauern erreichte 'Love Symphony', das gerade dann zu Ende ist, wenn man sich fragt, ob…
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Ers­tes ESC-Semi 2008: Frag nach Samen

Ers­tes ESC-Semi 2008: Frag nach Samen

The more, the merrier: wegen der weiterhin anschwellenden Zahl der mitmachwilligen Länder - in diesem Jahr war man bei der Rekordzahl von 43 Anmeldungen angelangt! - teilte die EBU die Qualifikation nunmehr auf zwei Halbfinale auf. Durch die müssen seither alle, mit Ausnahme der großen Fünf (DE, ES, FR, IT, UK) und des jeweiligen ausrichtenden Landes, sprich der Vorjahressieger. Mit der Aufteilung der Halbfinalisten auf mehrere, am bisherigen Abstimmungsverhalten orientierten Ländertöpfe versuchte man außerdem, dem allseits beklagten Blockvoting entgegenzuwirken. https://www.youtube.com/watch?v=qmD2vV1ffwU&list=PL1E26C28E87EFFF6F Alle Semifinalbeiträge am Stück als Playlist. Die Verdoppelung der Semis war ein geschickter Schachzug der EBU: zwar flogen damit noch…
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<span class="caps">EMA</span> 2008: Frag nach Samen

EMA 2008: Frag nach Samen

Hiermit beantrage ich die slowenische Staatsbürgerschaft! Im Herzschlag-Superfinale der mit blondierten Möpsemonstern und sensationellen Turboschlagern vollgestopften EMA gewann meine Favoritin Rebeka Dremelj mit dem besten Exemplar des Abends mit knapp 300 Stimmen hauchdünn vor den Zweitplatzierten Skupina Lange - einem ebenfalls großartigen Ziganzauber. Die dralle Brünette darf nun in Belgrad das camptastische 'Vrag naj Vzame' zu Gehör bringen - meinen aktuellen offiziellen Lieblingsbeitrag! Weiß einer, was sie sich da auf die Melone hat tätowieren lassen? Über drei Tage zog sich die slowenische Vorentscheidung hin, im heutigen Finale (das ich erstmals übers Internet mitverfolgte) versammelten sich die zehn besten Vorschläge -…
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ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
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ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
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Ers­ter Super­sams­tag 2007

Ers­ter Super­sams­tag 2007

War das ein Supersamstag? Gleich vier Entscheidungen fielen an diesem Wochenende, und aufrechtgehn.de hat natürlich probegehört und -gesehen. Eine Frau sieht pink... (EE) Schau her, Gracia (DE 2005): so präsentiert man Poprock! Okay, der Vergleich ist ein bisschen unfair: im Gegensatz zu unserer Münchener Ich-kauf-meine-Platten-selbst-Schnalle hat Tanel Padars Schwester Gerli nämlich Power in der Stimme! Und in der Performance! Dieses Mädel rockt! Freilich, das Ganze lässt den Verdacht aufkommen, dass die Esten beim "Genmanipulationklonen" (Dragan & Alder) inzwischen sehr weit fortgeschritten sind und die gute Gerli im Labor aus einer Autogrammkarte von Pink rekonstruiert haben. Und natürlich ist 'Partners in Crime'…
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ESC-Semi 2006: I’ll fuck­ing win

ESC-Semi 2006: I’ll fuck­ing win

Westeuropäische Grand-Prix-Fanclubs bestehen in der Regel - in exakter Umkehrung der üblichen Bevölkerungsanteile - zu 95% aus schwulen Männern. Und die haben, logischerweise, einen völlig anderen Musikgeschmack als das beim Eurovision Song Contest abstimmende Massenpublikum an den Bildschirmen. Natürlich scherzten die im Athener Olympiastadion versammelten Fans noch vor Beginn des Halbfinales, dass man hinterher, wenn die zehn Finalisten feststünden, wohl mal wieder kopfschüttelnd in der Halle säße. Und genau so kam es auch. https://youtu.be/itM8IzJakNU Die beiden größten Schocks stellten das Ausscheiden der Fan-Favoritin Kate Ryan[ref]Die Belgierin hatte einst mit blasphemischen Coverversionen von unantastbaren Mylène-Farmer-Songs in ganz Westeuropa Hitparadenerfolge gefeiert und…
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ESC-Semi 2005: La Musi­ca Alpina

ESC-Semi 2005: La Musi­ca Alpina

Bedenkt man, wie spät die Ukrainer aufgrund der politischen Ereignisse im Land mit den Vorbereitungen anfingen, erstaunt, wie reibungslos und professionell der Abend im Sportpalast zu Kiew über die Bühne ging. Zwischen dem Eurovisionssieg in Istanbul und der Organisation dieses Contests lag eine manipulierte Präsidentschaftswahl und eine vollkommen friedliche, aber kraftvolle Revolution, angeführt unter anderem von der Vorjahressiegerin Ruslana. Dem Gejaule besorgter Fans zufolge stand schon zu befürchten, dass die Kombattanten auf einem eilig mit Teer zugekleisterten Kartoffelfeld würden singen müssen. Bis auf kleinere technische Pannen lief aber alles glatt. Mal abgesehen von der großen Panne: dem Ergebnis des Televotings. https://youtu.be/Zffgx9Fwsuc…
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ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

ESC-Fina­le 2002: Yoorub’s lea­ving a Celebration

Zwei Jahre vor der offiziellen Osterweiterung der EU fand der Eurovision Song Contest erstmals in einem ehemals hinter dem Eisernen Vorhang liegenden Land statt. Das kleine, aufstrebende Estland begriff die Ausrichtung der Show wohl auch als Visitenkarten für den EU-Beitritt und gab sich erkennbar viel Mühe: die aufwändig produzierten Postkarten zwischen den Songs waren unterhaltsam und oft subversiv beziehungsreich. Dass die Gastgeberin Annely Peebo ihre Moderationen mehr sang als sprach, entzückte genauso wie ihre windschnittige Seitenspoilerfrisur. Den einzigen kleinen Kontrapunkt setzte der gefühlt dreisekündige Auftritt der Vorjahresgewinner Tanel Padar und Dave Benton, zwischen denen Frost zu herrschen schien. https://youtu.be/9YPiUNrmPnQ Mit der…
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ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

ESC-Fina­le 2001: …is always repea­ting itself

Seit jeher bekenne ich mich, wie der geneigte Leser sicher ahnt, als eiserner Verfechter des hundertprozentigen Televoting, eben weil es ein demokratisches Verfahren ist. Und zwar auch dann, wenn ich, wie in diesem Jahr, selbst unter den Ergebnissen zu leiden habe wie ein Hund. Gleich drei der besten Eurovisionsbeiträge aller Zeiten bot dieser Jahrgang auf: gerade mal einer davon schaffte es unter die ersten Drei. Die ersten beiden Plätze des Zuschauerrankings belegen unterdessen Spitzenpositionen in meiner persönlichen Haßlieder-Liste. Kehrseite der Medaille: seit sich der Contest, eben auch dank des Televoting, von einer nur noch von Schwulen verfolgten Randveranstaltung wieder zu einem Massenevent entwickelte, stimmt leider auch…
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ESC-Fina­le 1997: Ich brauch was Größeres

ESC-Fina­le 1997: Ich brauch was Größeres

In diesem Jahr fand die beinahe unumkehrbar geglaubte irische Siegesserie ihr abruptes Ende. Auch wenn es  für Marc Roberts und seine 'Mysterious Woman' noch zu einem zweiten Platz reichte: 70 Punkte Abstand zum Sieger sprachen eine deutliche Sprache. Und das sollte erst der Anfang sein! Nach dem Quoten- und Finanzdesaster des Vorjahres, bedingt durch das unfreiwillige Ausscheiden Deutschlands, begann hinter den Kulissen ein folgenreiches Umgestalten. Aufgrund hinhaltenden Widerstands der Grand-Prix-Traditionalisten kamen die dringend notwendigen Reformen zwar nur scheibchenweise - aufzuhalten waren sie aber nicht mehr. https://youtu.be/Gg1Gq2XdY-Q Vier mal dabei, bitte nicht wiederwählen: der bislang letzte Contest aus Irland. So galt ab…
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