Spanien

Auch 2015: Semis in die Sparte

Wie der Prinz-Blog gestern rapportierte, überträgt die ARD die beiden Qualifikationsrunden des Eurovision Song Contest 2015 live im Fernsehen, allerdings nicht im Ersten. Dafür kann man unter gleich drei der gefühlt 700 ARD-Spartensender wählen: für aufmerksamkeitsdefizitäre Internetaffine blendet EinsFestival zusätzlich zur Liveübertragung im Splitscreen-Verfahren wieder pseudojugendliche, uninteressante Facebook-Kommentare und Tweets ein. EinsPlus bietet mit einem Gebärdendolmetscher hingegen echten Mehrwert, auch wenn vermutlich nicht mit einer Darbietung im Stile von Tommy Krångh zu rechnen ist. Und für die Puristen überträgt der Ereigniskanal Phoenix die beiden Semis ohne jeglichen Begleitschnickschnack, aber in HD - sofern man nicht, wie der Blogger, Kunde des schlechtesten Kabelanbieters der Welt…
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Spa­ni­en 2015: Edur­ne macht das Jodeldiplom

Die iberische Interpretin Edurne García Almagro und ihr Songtitel 'Amanecer', geschrieben vom Schwedenteam G:son und Bostrom, stehen schon länger fest, der Beitrag war aber bislang noch nirgends zu hören. Heute warf das spanische Fernsehen RTVE der hungrigen Eurovisionsmeute erstmals einen Happen hin: das Lyric-Video des im Vorfeld euphorisch als "Qualitäts-Pop" und "völlig anders als alles Bisherige" annoncierten Songs nämlich. Was soll man sagen: anders als klassische Grand-Prix-Kost ist 'Amencer' tatsächlich. Und zwar in der Hinsicht, dass der kraftvollen Ballade eine maßgebliche Zutat vollständig fehlt: ein Refrain nämlich! Nach einem etwas verhaltenen, beinahe sphärischen Songauftakt steigert sich 'Amancer' in den Strophen zwar…
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Ser­gio (ES 1975) ist tot

Gestern verstarb in Madrid im Alter von 66 Jahren der baskische Sänger Sergio Blanco Rivas. 1975 vertrat er gemeinsam mit Estíbaliz Uranga Amézaga, die er in diesem Jahr heiratete, als Duo Sergio & Estíbaliz mit dem watteweichen Fahrstuhlpopsong 'Tú volverás' Spanien beim Eurovision Song Contest. Estíbaliz gehört zu den Uranga-Schwestern, welche die Gruppe Mocedades (ES 1973) gründeten, der Sergio und Estíbaliz bis 1972 selbst angehörten. Nur ein Jahr vor der Eurovisionsteilnahme von Mocedades mit dem Welthit 'Eres tu' stiegen sie aus, um als Duo zu arbeiten. Zwei Jahre später trug der Staatssender TVE ihnen die Repräsentationspflicht an. Sie schlugen sich mit dem zehnten Rang ganz…
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Spa­ni­en 2015: Edur­ne und der “Qua­li­täts-Pop”

Noch nachzureichen gilt es die ebenfalls gestern vom Sender TVE annoncierte spanische Vertreterin: die 29jährige Edurne García Almagro, die nur unter ihrem Vornamen auftritt, soll die iberischen Farben in Wien vertreten. Bekanntheit erlangte sie durch die Castingshow Operación Triunfo, aus der 2002 Rosa López hervorging, deren Fans damals sämtliche Eurovisionsforen trollten. 2005, als Edurne teilnahm, wurde die Show aber schon nicht mehr als Vorentscheidungsformat genutzt. Mit Auftritten in weiteren TV-Formaten wie You can dance, einer Daily Soap sowie der Hauptrolle im Musical Grease sicherte sich die schwerpunktmäßig in tanzbarem Pop machende Sängerin seither durchgehende Präsenz. Ihr ebenfalls uptemporärer, noch nicht veröffentlichter Eurovisionsbeitrag heißt 'Amanecer' und…
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Kei­ne Bal­kan Girls beim ESC 2015?

Betrübliche Nachrichten kommen dieser Tage aus dem erweiterten Mittelmeerraum, was die Bestückung des 60. Eurovision Song Contests im Mai 2015 in Wien betrifft: die Teilnahme Rumäniens könnte massiven Sparzwängen zum Opfer fallen, welche die Existenz des Staatssenders TVR bedrohen, wie Wiwibloggs berichtet. Demnach sei die finanzielle Lage der Rundfunkanstalt trotz bereits erfolgter Massenentlassungen so desaströs, dass TVR nach Aussage des Senderchefs Stelian Tanase gegenüber der rumänischen Presseagentur Mediafax im kommenden Frühling für wenigstens einen Monat schließen müsse. Zwar wolle man, wie die Programmdirektorin Irina Radu nachschob, alles Menschenmögliche versuchen, um eine Teilnahme des Landes am Eurovision Song Contest dennoch zu ermöglichen, weil man…
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Ers­te Pro­ben Fina­lis­ten 2014

Heute probten in Kopenhagen zum ersten Mal die sechs direkt für das Finale Gesetzten, darunter auch die deutschen Vertreterinnen Elaiza, die gleich als Erste auf die Bühne durften. Leider bewahrheitete sich hier, was - wenn meine Erinnerung nicht trügt - Christer Björkman vom schwedischen Fernsehen während der Generalprobe zur deutschen Vorentscheidung andeutete: dass wir uns dort für die beste Geschichte entschieden haben und nicht für das beste Lied. Wurden Elaiza in Köln als irre sympathische Underdogs auf einer Welle des Welpenschutzes durch den Abend getragen, so spielen sie in Kopenhagen in einer anderen Liga. Die Bühnenshow gleicht der beim Vorentscheid: die…
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Geor­gi­en 2014: Dafuq?

Liebe Leserinnen und Leser, Sie sehen mich verwirrt. Nein, nicht wegen des Überraschungssieges von Elaiza beim deutschen Vorentscheid oder des dortigen, hochkomplizierten Abstimmungsverfahrens. Die Georgier tragen Schuld an meinem Zustand der geistigen Desorientiertheit. Denn sie präsentierten heute ihren Beitrag 'Three Minutes to Earth', dargeboten vom schon seit längerem feststehenden Fusion-Jazz-Trio The Shin und von der Popsängerin Mariko Ebralidze. Das dazugehörige Video zeigt eine von grünem Nebel durchwaberte Szene in Stadtpark von Tiflis, wo bekifft wirkende, aber gut aussehende junge Pärchen auf der Bank sitzen oder wie eingefroren herumstehen (der weibliche Part meist unerklärlicherweise als Squaw verkleidet - ist denn dort grad…
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Drit­ter Super­sams­tag 2014: Tan­zend im Regen Kuchen backen

Ein ereignisreicher Supersamstag liegt hinter uns, gleich vier weitere Eurovisionsbeiträge stehen nunmehr fest. Die längste Show des Abends leisteten sich die Letten, die mehr als drei Stunden und ein Superfinale benötigten, um in der Dziesma aus den zwölf Finalisten ihren Song für Dänemark herauszupicken. Immerhin lohnte es sich: ganz entgegen sonstiger Gewohnheiten und zu meiner völligen Überraschung und Begeisterung entschieden sie [ref]Gemeint sind die Televoter, die den possierlichen Vier an dem von der Jury favorisierten Superlangweiler Dons vorbei auf den Thron hievten.[/ref] sich für meinen neuen offiziellen Lieblingsbeitrag dieses Jahrgangs, das lustig-charmante 'Cake to Bake' von Aarzemnieki. Nun dürfen sich der…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Von Robin Hood und Marie N

Die eurovisionäre Hochsaison läuft: am gestrigen Sonntag fand das zweite Semifinale der lettischen Dziesma statt, das allerdings im Vergleich zum ersten vom Samstag deutlich weniger Perlen abwarf. Zu denen, die ins Finale weiterkamen, zählte der äußerst schnucklige Ralfs Eilands von PeR (LV 2013), der gemeinsam mit einem Valters Pūce ein ziemliches krudes, bis zum unvermittelten Tempowechsel bei Minute 2:30 aber irgendwie geiles Kampflied namens 'Revelation' darbot und auch vor dem Einsatz der Flüstertüte nicht zurückschreckte. Immerhin geht Ralfs wohl als Erfinder des Grand-Prix-Selfies in die Geschichte ein, so wie er zu Beginn seiner Show mit der Bühnenkamera spielte. Ziemlich lettisch, das…
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Clash der Kul­tu­ren in Belgien

Während NDR-Hofblogger Jan Feddersen angesichts der Ergebnisse der gestrigen Semifinalauslosung von "Glücksgefühlen" bei den Österreichern und Schweizern fabuliert, weil beide in der zweiten Qualifikationsrunde am Donnerstag landeten, in der auch Deutschland stimmberechtigt ist und - ungeachtet aller eigenen Beschwerden über das Nachbarschaftsvoting der bösen Osteuropäer und den "Schummel-Grand-Prix" (Bild, 2007) - den beiden sprachlich und kulturell nahestehenden Nachbarnationen massenhaft Punkte zuschanzen könnte, zeigte die Glücksfee den Belgiern mit der Zulosung zum ersten Semi am Dienstag die Arschkarte. An selbigem Dienstag findet nämlich in Wallonien, dem französischsprachigen Teil des Frittenlandes, das Finale der Castingshow The Voice Belgique statt, wie Eurovoix berichtet. Nehmen am…
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Wer sind Sie und was haben Sie Herrn Sie­gel ange­tan? (SM, MK 2013)

Und erneut überschlugen sich gestern, nur wenige Tage vor der EBU-Deadline, die Eurovisionsereignisse wieder so stark, dass ich sie hier nur gesammelt nachreichen kann. Beginnen wir mit dem erstaunlichsten Geschehen dieses Jahres, ach was: dieses Jahrzehnts! Ralph Siegel hat ein Lied für den Grand Prix geschrieben - und es ist gut! Doch, wirklich! Wenn ich es doch sage! Der deutsche Altmeister verfasste bekanntlich erneut den sanmarinesischen Beitrag, erneut gesungen von Valentina Monetta. Und wer jetzt, wie ich, ein erneutes Trash-Spektakel à la 'Facebook, uuh-uuh', erwartete, sah sich bei der gestrigen Songpräsentation heftig überrascht. Denn 'Crisalide' ist eine rundweg gelungene Eurovisionsballade,…
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Spa­ni­en: They can stop the Spring

Vermutlich noch niemals in der Eurovisionsgeschichte war eine Nation bereits im Vorfeld so eindeutig für den letzten Platz im Finale prädestiniert wie Spanien in diesem Jahr. Ganze drei Songs standen zur Auswahl bei der gerade zu Ende gegangenen Destino Eurovisión, alle drei vorgetragen von der bereits vorab bestimmten Folkpopband El Sueño de Morfeo. 'Contigo hasta el Final', der erklärte Lieblingstitel der Band selbst, ist es nun geworden, wobei dies letztlich keine Rolle spielte. Denn drei Mal klang es wie ein lauer Aufguss der gecrashten irischen Band Dervish (2007): müde, kraftlos, katastrophal gesungen und zu Tode langweilend. Kurzzeitig war ich versucht, mir Nägel…
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Nichts Revo­lu­tio­nä­res aus Spanien

Musikalischer Mehltau kommt heute nicht nur aus Bayern, sondern auch aus dem noch ein paar Kilometer weiter südlich gelegenen Spanien. Dort stellte der Sender RTVE vier Titel ins Netz, von denen es drei in die am 26. Februar stattfindende Songauswahl für die bereits als Interpret feststehende Gruppe El Sueño de Morfeo schaffen sollen. Zwei davon sind ebenfalls fest gesetzt, unter zwei weiteren (natürlich den besseren) dürfen die Internetvoter abstimmen. Wobei "besser" hier relativ ist: alle vier Titel ziehen jetzt nicht unbedingt die Wurst vom Teller. Eher schnarchiges, deutliches zu harmloses Folk-Geklimpere, von welchem der sich in der Vorabstimmung befindliche Song 'Revolución'…
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El Sue­ño de Mor­feo für Spanien

Spanien wird in Malmö durch die Poprockband El Sueño de Morfeo (Morpheus' Traum) vertreten, wie der Sender TVE heute Abend live im Fernsehen bekannt gab. Der Titel wird wie schon letztes Jahr in einer noch nicht genau terminierten Show im Mix aus Televoting und Jury ausgewählt. ESCnation beschreibt den Werdegang der Gruppe sehr schön wie folgt: "Hatten 2005 ihren Durchbruch mit dem dem Nummer-Eins-Hit 'Nunca volverá', das Debutalbum blieb 75 Wochen in den spanischen Charts. Seither folgten drei weitere Alben, jedes ein bisschen weniger erfolgreich als der Vorgänger. Die letzte Veröffentlichung aus 2012, 'Buscamos sonrisas', war die erste, die es…
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ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

Europa altert - und der Eurovision Song Contest reflektiert das. Musste die EBU noch 1990 eine Altersuntergrenze von 16 Jahren einführen, um den Wettbewerb nicht zur Mini Playback Show verkommen zu lassen, so schienen sich die Teilnehmerländer dieses Jahrgangs einen Wettstreit um den ältesten Grand-Prix-Partizipanten zu liefern. Nicht nur die Jugos schickten mit dem serbischen Balkanballadenkönig Željko Joksimović (40) und der mazedonischen Nina Hagen, Kaliopi (46), lebenserfahrene Barden. Gleich der erste Starter des Abends riß die bisherige, vom kroatischen Gerontorapper 75 Cents gelegte Meßlatte: das Vereinigte Königreich entsandte nämlich den sich nach einem schon lange verschiedenen deutschen Komponisten nennenden, mittlerweile…
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Good Tas­te Day in Baku: zwei­te Pro­ben Big Five + AZ

Bei der heutigen zweiten Probenrunde bestätigten die Big Five dann noch mal, dass sie ihren pekuniär begründeten Sonderstatus in diesem Jahr gar nicht benötigten: so gut sind ihre Songs und Präsentationen, dass sie auch ohne ihn fest im Finale wären. Im Vergleich zur gestrigen ersten Kameraprobe legten die großen Fünf allesamt stimmlich noch mal zu, die meisten präsentierten sich heute auch in Bühnengarderobe - oder zumindest deutlich geschmackvolleren Klamotten. Engelbert Humperdinck erschien in einem schwarzen Hemd mit passender Hose und klang deutlich besser, wenn er auch die letzte, große Schlußnote noch immer nicht ganz schaffte. Aber dafür hat er auch noch…
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Unter uns Pas­to­ra-Töch­tern: 1. Pro­ben Spanien

Im Gegensatz zu ihrer italienischen Konkurrentin erschien die spanische Diva Pastora Soler ordentlich mattiert und mit frisch gewaschenen, zu einem strengen Dominazopf gebundenen Haaren zu ihrer Probe. Nur das etwas farblose Kleid aus der "Mode für die betuchte Dame ab 50"-Kollektion sollte sie noch mal überdenken. Wobei: irgendwie passt es zu ihrer zwar großen und stimmlich perfekt gemeisterten, aber dennoch etwas unterkühlt wirkenden Ballade 'Quédate conmigo', die ich mir zwar bereits vor der spanischen Vorentscheidung notgedrungen schöngehört hatte, weil bei all der Fan-Hysterie klar war, dass dieser Titel gewinnt. Von der ich aber, je näher der alles entscheidende Tag rückt, um so…
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Lost and for­got­ten (IS, ES, HU, AZ 2012)

Sie haben es tatsächlich wahr gemacht. Ich könnte heulen vor Wut! Wie bereits angedroht, singen Gréta Salóme und Jónsi ihren Beitrag in Baku nicht, wie noch bei der Vorentscheidung, in isländischer Muttersprache, sondern auf englisch. 'Never forget' heißt der Song nun, und ich muss den Beiden zugestehen, dass es sich wohl um eine ziemlich werkgetreue Übersetzung handelt, die auch - anders als so mancher osteuropäische, englisch gesungene Beitrag der letzten Jahre - weder Ohren noch Hirn beleidigt. Dennoch: für mich geht mit der Anglifizierung ein Gutteil der wilden, düsteren, mystischen Magie des Originalliedes 'Mundu eftir mér' so schmerzlich wie unwiderbringlich verloren.…
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Spa­ni­en: die skan­di­be­ri­sche Fusi­on (ES 2012)

Der schwedische Siegeszug setzt sich fort: vor wenigen Minuten gewann erwartungsgemäß die von Thomas G:son geschriebene Ballade 'Quédate conmigo' die spanische Songauswahl. Der sowohl von den lautstarken Eurovisionsfans im Studio wie auch von der Sängerin Pastora Soler selbst favorisierte Beitrag setzte sich sehr eindeutig, sowohl bei den Juroren als auch im Televoting, gegen die beiden Konkurrenten 'Ahora u nunca', ein etwas fades Geplodder, und die discotastische CSD-Hymne 'Tu Vida es tu Vida', meinen persönlichen absoluten Lieblingsbeitrag der diesjährigen Vorentscheidungssaison, durch. Die fabelhafte Flamencokünstlerin mit der beeindruckenden Stimme und den beängstigenden Hauern[ref]Ich wette, sie könnte einen angreifenden Braunbären nur durch einen gezielten Genickbiß…
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Per­len der Vor­ent­schei­dung: Noso­tros, los Amantes

Heute Mittag stellte das spanische Fernsehen die vier möglichen Eurovisionstitel der fest gesetzten Vertreterin Pastora Soler vor. Zwei davon wählte die 33jährige Flamencosängerin selbst aus, die beiden anderen, vom Sender bestimmten Titel stehen derzeit im Internet zur Abstimmung. Denn nur einer davon kommt ins iberische Finale. Doch die RTVÉ-Songs kann man eh getrost vergessen, die stinken im Vergleich zu Pastoras Favoriten ab. Hierbei handelt es sich zum einen um eine vom schwedischen Songschreiberteam Thomas G:son, Tony Sánchez-Ohlsson und Erik Bernholm komponierte, große Eurovisionsballade namens 'Quédate conmigo'. Und zum anderen um das Update zum schwulen Eurovisions-Kampflied von 1961, 'Nous, les Amoureux' von…
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Pas­to­ra Soler für Spanien

2012 scheint das Jahr der Direktkandidaten zu werden. Mit Spanien benannte am vergangenen Mittwoch bereits das achte Teilnehmerland eine intern ausgewählte Interpretin: die 1978 in Andalusien als Pilar Sánchez Luque geborene Sängerin Pastora Soler. Sie gilt in ihrer Heimat als gefeierte Interpretin einer moderneren, poppigeren Variante des Flamencos - also gewissermaßen eine Remedios Amaya des neuen Jahrtausends. Da Frau Soler das Null-Punkte-Ergebnis ihrer Vorgängerin nur zu bewußt ist, kündigte sie bereits an, beim Eurovision Song Contest am liebsten eine Ballade singen zu wollen. Im Februar soll eine öffentliche Songauswahl mit Jury- und Televoting stattfinden. Ein kurzer Youtube-Check ihres bisherigen Repertoires förderte sowohl…
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Una Ton­te­ría: David Cive­ra will noch mal für Spanien

Wie escxtra heute unter Bezug auf die katalanische Tageszeitung La Vanguardia berichtet, würde David Civera (2001, 'Dile que la quiero') gerne noch mal für Spanien antreten. Er habe da einen Song am Start, verriet er dem Blatt in einem Interview, der das Publikum begeistern, die Jurys becircen und gar die Eurovisionskrone holen könne. Das spanische Fernsehen müsse nur ebenso stark an ihn glauben wie er selbst, dann könne praktisch nichts mehr schief gehen. Das ist doch mal eine Ansage! Und da ich immer noch mit einem gewissen Wohlgefallen an Davids feurige Ricky-Martin-Gedächtnisnummer von 2001, einem meiner liebsten Eurovisionsbeiträge aller Zeiten, zurückdenke - vor allem aber an seine…
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We all bleed and we smi­le (ES 2011)

Gleich vorweg: ich habe die spanische Vorentscheidung mit ihren unendlichen Vorrunden nicht mitverfolgt, lediglich die letzten Minuten des Finales. Nach dem, was so in den Fan-Foren zu lesen war, habe ich da wohl einige Sternstunden des Katastrophen-TVs verpasst. Um das Wichtigste knapp zusammenzufassen: die Iberer entschieden sich in diesem Jahr für ein am deutschen Vorjahreskonzept angelehntes Verfahren. Mit allerdings stärkerem Einfluß der Jury - und die drückte der Siegerin Lucía Pérez am Ende das falsche Lied rein. httpv://www.youtube.com/watch?v=S2P7uMW_t6c Das spanische Satellite - allerdings dürfte dieser Song es schwerlich in den Orbit schaffen (mehr …)
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Mil­de Geld­stra­fe für spa­ni­schen Stö­rer Jim­my Jump

Mil­de Geld­stra­fe für spa­ni­schen Stö­rer Jim­my Jump

Eine der wohl bizarrsten Pannen in der Geschichte des Eurovision Song Contest verursachte gestern Abend ein Flitzer während des spanischen Beitrags 'Algo pequeñito'. Es war kein Zufall, dass es ausgerechnet Daniel Diges traf: bei dem Störer handelt es sich um den bereits einschlägig bekannten Jimmy Jump alias Jaume Marquet, einen Landsmann von Diges, der solche Attacken meistens nutzt, um politische Anliegen vorzutragen, wie die Autonomie des Baskenlandes. Bislang trat aber immer nur bei Sportveranstaltungen in Erscheinung. Mit seinem Auftritt gestern wollte er aber wohl nur seine Bekanntheit vergrößern, was ihm auch gelang. Dem spanischen Beitrag indes schadete er: obwohl Diges am…
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ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

ESC-Fina­le 2010: Do I have to sing again?

Ein Meilensteincontest und das Ende eines heimischen Traumas: 28 Jahre, nachdem eine blockflötenhafte junge Saarländerin im Kommunionskleid Europa überzeugen konnte, dass Deutschland nicht mehr den totalen Krieg will, sondern nur noch "ein bißchen Frieden" (DE 1982), und zwölf Jahre, nachdem ein zottelhaariger Derwisch dem ungläubig staunenden Ausland demonstrierte, dass Deutsche doch Humor haben ('Guildo hat Euch lieb', DE 1998), verdrehte eine charmante Hannoveranerin einem ganzen Kontinent den Kopf, in dem sie bewies, dass wir auch lässig sein können. Im Gegensatz zu den diesjährigen Fluten von hörbar auf den vermuteten Jurygeschmack hin produzierten, saft- und kraftlosen Seichtballaden oder den mit viel…
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