Susan Schubert

Ein Lied für Mal­mö 1992: Der Mann, der sei­nen Job verlor

Ein Lied für Mal­mö 1992: Der Mann, der sei­nen Job verlor

In den Wiedervereinigungswirren nutzte der seit 1979 innerhalb der ARD für den Eurovision Song Contest zuständige Bayerische Rundfunk die Gunst der Stunde und schob die Verantwortung für die mittlerweile extrem ungeliebte, nur noch als ärgerliche Geldverschlingungsmaschine empfundene Veranstaltung eilends an den neu gegründeten Mitteldeutschen Rundfunk ab, noch heute der führende Schlagersender der Nation, der seine stramm rechte Gesinnung bereits im Namen trägt. Denn "mitteldeutsch" kann man das Sendegebiet des MDR nur dann nennen, wenn man Deutschland weiterhin in den Grenzen von 1939 denkt und die im Zweiten Weltkrieg verlorenen Gebiete jenseits der Oder irgendwann wieder heim ins Reich holten möchte.…
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Ein Lied für Rom 1991: Und wir lern­ten zu verlieren

Ein Lied für Rom 1991: Und wir lern­ten zu verlieren

Das Jahr Eins nach der deutschen Wiedervereinigung: die ursprünglichen Pläne der Bürgerbewegung für eine eigenständige Deutsche Demokratische Republik, die diesen Namen auch verdient, waren zugunsten der schnellen D-Mark und der berühmten "blühenden Landschaften" (Helmut Kohl - wer ahnte schon, dass er damit von Unkraut überwucherte, eingestürzte VEB-Fabrikationshallen meinte?) zu Grabe getragen. Das ehemalige Fernsehen der DDR war unter dem Übergangsnamen Deutscher Fernsehfunk (DFF) gerade der ARD beigetreten. Diese nutzte die vermeintlich günstige Gelegenheit und stellte die Eurovisionsvorauswahl 1991 auf eine besonders breite Basis: sowohl der seit 1979 federführende Bayerische Rundfunk als auch der im Westteil der Stadt beheimatete Sender Freies Berlin und eben…
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