Türkei

Die Türk­vi­zyon: ein homo­frei­er Gegen-Grand-Prix?

Im Dezember diesen Jahres veranstaltet, wie bereits berichtet, das türkische Fernsehen TRT erstmalig die Türkvizyon, eine Art Gegen-Grand-Prix eurasischer Länder und Regionen mit starken Turkvolk-Anteilen. Zwanzig Kombattanten treten vom 19. bis 21. Dezember im anatolischen Eskişehir gegeneinander an. Auf der Liste der Teilnehmerländer findet sich zunächst das Erwartbare: neben der Türkei und dem Bruderstaat Aserbaidschan zählt dazu das türkisch besetzte Nordzypern sowie eine Reihe von osmanisch geprägten Kaukasusstaaten und autonomen ehemaligen Sowjetrepubliken. Auch die Teilnahme des mehrheitlich muslimisch orientierten Bosniens - wie viele der anderen Länder übrigens vertreten von einem Privatsender - überrascht nicht. Im Gegensatz zu Russland, der Ukraine,…
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EBU und TRT gehen in Koalitionsverhandlungen

Die Saga um die (Nicht-) Teilnahme der Türkei am Eurovision Song Contest geht in die nächste Runde, wie eurovisionary gestern vermeldete. Nachdem die EBU vergangene Woche mehr Transparenz beim Juryvoting ankündigte, soll es in 14 Tagen in Istanbul offizielle Verhandlungen zwischen den Eurovisions-Organisatoren und dem türkischen Fernsehen TRT über eine mögliche Rückkehr des Landes zum Song Contest geben. "Die geänderten Regeln erhöhen die Transparenz hinsichtlich der Ergebnisse, nun müssen sich die Jurys nach dem Contest für ihre Abstimmung rechtfertigen," lobten Delegationsmitglieder von TRT zwar, bekräftigten jedoch zugleich, noch nicht völlig zufrieden zu sein: "Man muss sich nur vorstellen, 10 Millionen…
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Türk­vi­zyon: Tür­kei star­tet eige­nen Gegen-Grand-Prix

Nach der Ankündigung von letzter Woche, sich aus Protest gegen das Big-Five-Privileg und die Jurys auch 2014 nicht am Eurovision Song Contest beteiligen zu wollen, gab das türkische Fernsehen TRT gestern bekannt, Ende des Jahres einen eigenen Musikwettbewerb namens Türkvizyon durchführen zu wollen, wie Hürriyet berichtet. 20 eurasische Länder und Regionen mit starken türkischen Minderheiten, wie die autonome russische Republik Tatarstan westlich des Ural oder die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim, ebenfalls eine autonome Republik, sollen an der Show teilnehmen, die am 19., 21. und 23. Dezember 2013 in der anatolischen Provinzhauptstadt Eskişehir, der aktuellen Kulturhauptstadt der "türkischen Welt", stattfindet. Dort stellte gestern…
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Tür­kei auch in 2014 nicht dabei

Die Türkei schmollt weiter: auch 2014 setze man beim Eurovision Song Contest aus, wenn nicht die Big-Five-Regel und das Juryvoting suspendiert würden, sagte Ibrahim Sahin, der Generaldirektor von TRT heute, wie escxtra berichtet. "Vor einer endgültigen Entscheidung wollen wir abwarten, ob nicht noch Änderungen am derzeitigen Abstimmungsverfahren vorgenommen werden. Es gibt also noch eine Chance, dass wir nächstes Jahr teilnehmen können," sagte er an die EBU gewandt. Wobei die Wahrscheinlichkeit, dass man dort die kritisierten Regelungen tatsächlich kippt, ungefähr so groß sein dürfte wie die Chance auf einen Wahlsieg Steinbrücks bei der anstehenden Bundestagswahl. Und man mag natürlich spekulieren, ob nicht…
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Euro­vi­si­ons­vo­ting: wie Kon­sens­zwang zum Streit führt

"Stimmenraub": dieser Vorwurf aus dem Munde des russischen Außenministers Sergej Lawrow beschäftigt derzeit den aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyew und die EBU. Wie bereits am Dienstag berichtet, zeigte sich Moskau darüber erbost, für Dina Garipovas Beitrag 'What if' aus der ehemaligen Sowjetrepublik am kaspischen Meer keine Stimmen erhalten zu haben, obwohl der Song im dortigen Televoting auf dem zweiten Platz landete, wie der aserbaidschanische Machthaber sich beeilte, mitzuteilen. "Diese haarsträubende Aktion darf nicht unbeantwortet bleiben," zitiert der Spiegel den russischen Außenminister. Was zeigt, welchen politischen Stellenwert der Wettbewerb in Osteuropa genießt - man stelle sich vor, Guido Westerwelle kritisierte den 21. Platz…
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Aus­stiegs­se­rie geht wei­ter: Good­bye, Türkei

Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab heute: wenige Stunden nach Bosnien verkündete nun auch die Türkei, dass sie 2013 in Malmö nicht dabei sein werde. Diese Entscheidung sei heute im Sender gefallen, wie TRT auf seiner Website verkündete. Als Grund für den temporären Ausstieg führte man die Unfairness des Big-Five-Statuses sowie die kürzlichen Regeländerungen ins Felde, wobei unklar ist, ob sich das nur auf den Wegfall der Startplatzauslosung bezieht oder auch auf die Wiedereinführung der Jurys, welche seither die Türkei Jahr für Jahr deutlich nach unten voten - was ja, als Ausgleich zum Diasporavoting, von dem das Bospurusland bei der Telefonabstimmung überdurchschnittlich…
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ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

Europa altert - und der Eurovision Song Contest reflektiert das. Musste die EBU noch 1990 eine Altersuntergrenze von 16 Jahren einführen, um den Wettbewerb nicht zur Mini Playback Show verkommen zu lassen, so schienen sich die Teilnehmerländer dieses Jahrgangs einen Wettstreit um den ältesten Grand-Prix-Partizipanten zu liefern. Nicht nur die Jugos schickten mit dem serbischen Balkanballadenkönig Željko Joksimović (40) und der mazedonischen Nina Hagen, Kaliopi (46), lebenserfahrene Barden. Gleich der erste Starter des Abends riß die bisherige, vom kroatischen Gerontorapper 75 Cents gelegte Meßlatte: das Vereinigte Königreich entsandte nämlich den sich nach einem schon lange verschiedenen deutschen Komponisten nennenden, mittlerweile…
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Von Mön­chen und Blut­saugern: 2. Pro­be GETR

Ein Carcrash-Doppel beschließt die heutige Probenrunde der zweiten Semifinalisten (gefolgt von den ersten Proben der Big 6, mit Roman Lob als Starter). Anri Jokhazde aus Georgien pellt sich zum Auftakt seines grauenerregenden und in augenscheinlich parodistischer Absicht vorsätzlich schmerzhaft schief gesungenen Nicht-Liedes 'I'm a Joker' aus einer roten Mönchskutte, patscht ein paar Mal tuntig auf eine riesige weiße Trommel (das ist dermaßen 2005!) und gebärdet sich auch anschließend wie der uneheliche Sohn von Liberace und Krassimir Avramov. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in der Geschichte der Eurovision eine flehendlichere Bitte um die Verleihung der Roten Laterne gesehen zu haben!…
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Sie scher­zen? 1. Pro­be Geor­gi­en, Türkei

Ugh. Anri Jokhazde. Ganz ehrlich: mir ist die georgische Nummer rundweg zu doof, um mich damit ernsthaft auseinanderzusetzen. Ein billig blondiertes Tuntenbärchen, vier Tänzerinnen in gigantischen Rollatoren, eine mit Glitzerstoff bespannte Flüstertüte und ein wehrloser Flügel. Sowie drei Minuten unangenehmstes Geschreie. Mehr gibt's dazu nicht zu sagen. Sollte Putin das Land doch noch vollannektieren, wäre es mir recht: dann müssen wir sowas wenigstens nie wieder ertragen. Mach's bitte einer weg: Anri (GE) (mehr …)
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Sol­di­ers of Love (FR, MT, TR, SK 2012)

Neue Videoclips und / oder Songabmischungen trudelten in den letzten Tagen aus etlichen Ländern ein. Für die größte Begeisterung in Fankreisen sorgte der offizielle Videoclip zu Angguns 'Echo (You and I)'. Wohl weniger aufgrund der penetranten Werbeeinblendungen für Autos und Haarprodukte, sondern aufgrund der mit diesen Einnahmen finanzierten männlichen Unterhosenmodels und der subtilen, wenn auch merkwürdig entmenscht wirkenden Homoerotik des Clips, die ihren Höhepunkt in einem Gasmaskenkuss zweier Herren im rosa Nebel findet. Auch dieses zielgruppengerechte optische Bonbon dürfte den französischen Beitrag zwar nicht vor dem antizipierten Carcrash retten, wenn Anggun (die nun in den zurückliegenden Monaten keinen Gastauftritt bei nationalen…
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Tür­kei: Love my back (TR 2012)

Heute Abend präsentierte der türkische Vertreter Can (gesprochen Jan Dschan) Bonomo erstmals seinen (selbst geschriebenen) Beitrag für Baku. 'Love me back' heißt der, ist also auf Englisch. Und ein Mischmasch aus balkanisch-orientalischen Klängen, fröhlichen "Na na na"s und einer etwas wirren, hektischen Melodie. Vorgetragen von einem fröhlichen, ein bisschen aufgezogen wirkenden Charmebolzen, der davon singt, zurückgeliebt werden zu wollen, wenn er schon sein Schlachtschiff versenkt. Da brauchst Du Dir in Baku ganz sicher keine Sorgen drum zu machen, Can! Ob die schräge Nummer nicht ein bisschen zu off produziert ist, um beim breiten Publikum wirklich anzukommen, ist noch die Frage. Keine…
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Can Bono­mo für die Türkei

Nach den üblichen endlosen Spekulationen gab der türkische Sender TRT vor wenigen Minuten offiziell seinen Vertreter für Baku bekannt: es ist Can Bonomo, der sich selbst als "Musiker / Zeichner / Schreiber / Betrunkener / Bastard" bezeichnet und noch am ehesten mit Laka (BA 2008) vergleichbar ist: auf sympathische Weise durchgeknallt, ethno-indie und irgendwie faszinierend. Und dazu sieht er auch noch gut aus! Can macht seit seinem achten Lebensjahr Musik und veröffentlichte 2011 sein erstes Album. Er ist ein Sepharde, also ein Türke jüdischer Abstammung, was die Wahl von TRT insbesondere vor dem Hintergrund des erstmaligen Ausscheidens im Semi 2011…
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Und jähr­lich grüßt das Murmeltier

Türkischer Europop für Baku? Nach Meldungen von eurovisionary und dem ESC Nation Messageboard, das sich auf die türkische Tagespresse von heute bezieht, habe der Sender TRT die Popsängerin Atiye Deniz als Repräsentantin des Landes beim Eurovision Song Contest 2012 in Baku ausgewählt. Bestätigt ist die allerdings noch nicht, und letztes Jahr um die gleiche Zeit machte das gleiche Gerücht die Runde. Am Ende fuhr dann wieder eine Rockband, mit dem bekannten Ergebnis. Zudem hieß es noch im April diesen Jahres von Seiten der ARD, dass ab 2012 interne Vorentscheidungen verboten seien. Also mal abwarten... httpv://www.youtube.com/watch?v=nqxBqdFwpa4 The Vengabus is coming... Türkischer Europop in Baku?
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Life is beau­ti­ful (TR 2011)

Danke, Türkei! Nach all den grotesken Fehlentscheidungen in den nationalen Vorentscheidungen der letzten Tage und dem Strom einschläfernder Mittelmäßigkeit aus Ost und West gibt es jetzt zur Abwechslung wenigstens mal wieder einen Titel, der ordentlich rockt! 'Live it up' gewinnt zwar keinen Originalitätspreis, aber man ist ja mittlerweile schon für kleine Dinge dankbar... httpv://www.youtube.com/watch?v=YQqqLs0OPjA Sieht ein bisschen aus wie Grand-Prix-Experte Jan Feddersen in sexy: der Leadsänger von Yüksek Sadakat (mehr …)
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Tür­kei 2010: Miche­al learns to rock

So, nun isser nach viel Gewese endlich da: 'We could be the Same', der türkische Song für Oslo. Und wenn auch musikalisch immer noch nicht meine Baustelle, so ist es bislang der einzige (!) im Rennen, der so etwas wie eine Brücke zum aktuellen Musikgeschehen in der Realwelt schlägt. Kein Wunder, entsenden die Türken da ja ein paar ganz Große: die New-Metal-Band (Eigendefinition) maNga waren Sieger in der Kategorie Best European Act bei den MTV Europe Music Awards 2009 in Berlin. Schon damals ließ die Band auf einer Pressekonferenz durchscheinen, dass sie bereit sei, die "große Verantwortung" auf sich zu nehmen,…
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ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

ESC-Fina­le 2009: It comes as no Surprise

Als haushoher Favorit ging er ins Rennen, als wolkenkratzerhoher Sieger ging er daraus hervor: der norwegische Knuffel Alexander Rybak. Punkte aus allen 42 abstimmenden Ländern, darunter sechzehn Mal die Höchstwertung; hundert Punkte Abstand zur Zweitplatzierten: das Abschneiden des nordischen Eurovisionsmärchens geriet zum erwartbarsten Sieg seit 1976. Und stand somit leider auch am Ende der wohl langweiligsten Punkteauszählung seit Menschengedenken. Die auch durch den neu eingeführten 50/50-Jury-Televoting-Mix nicht spannender wurde. Im Gegenteil: auch die Juror:innen setzten den norwegischen Geigentroll mit astronomischem Abstand an die Spitze. https://www.youtube.com/watch?v=WXwgZL4zx9o Alex und die Manamana-Singerettes (NO). Meine Vermutung, zubrotfreudige Juror:innen könnten gar die Verantwortung für das…
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Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Ers­tes ESC-Semi 2009: It’s kil­lin’ the Groove

Gerüchtehalber sechs Millionen Euro hatten sich die Russen im Vorjahr ihren auf Sieg getrimmten Beitrag 'Believe' kosten lassen. Bei der Ausrichtung des Wettbewerbs in Moskau protzten sie entsprechend hemmungslos: die größte Bühne aller Zeiten, die beeindruckendste Lichttechnik, die spektakulärsten Pausenacts. 42 Millionen Euro sollen sie für die Show ausgegeben haben, fast das Doppelte des üblichen Budgets. Und lieferten dennoch international ein beschämendes und unangenehmes Bild ab, aufgrund der rabiat exekutierten Auflösung des zeitgleich zum Eurovisionsfinale stattfindenden Moskauer CSD durch Sondereinsatzkräfte der Polizei. Und durch das wohl unfähigste Moderatorenteam der Grand-Prix-Geschichte. https://www.youtube.com/watch?v=ulVSOEuntOc Andrej Malakow, den männlichen Part, taufte meine liebe Kollegin Mery auf den…
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Tür­kei 2009: My Num­ber Two

Tür­kei 2009: My Num­ber Two

Sensation: die Griechin Helena Paparizou vertritt die Türkei! Da scheint man alte Feindschaften ja doch so langsam zu überwinden, klasse! Oder, Moment mal - oh, ich sehe gerade: es handelt sich um eine optische und akustische Täuschung. Der pünktlich zum Jahreswechsel vom Sender TRT in einer Gala präsentierte türkische Eurovisionsbeitrag 2009 mit dem schönen sprechenden Titel 'Düm Tek Tek' (vermutete Übersetzung: 'Bumm Tschak Tschak') wird in Wahrheit von der 23jährigen, in Belgien geborenen und aufgewachsenen Sängerin Hadise Açıkgöz präsentiert. 'Tschuldigung - aber die Ähnlichkeit ist doch zu frappierend! https://youtu.be/cKiPmdfqXOs Okay, die menschliche Geige fehlt, aber sonst ist alles dabei! Der in…
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Tür­kei 2008: Cor­de del­la mia Chitarra

Tür­kei 2008: Cor­de del­la mia Chitarra

Heute stellte das türkische Fernsehen seinen Eurovisionsbeitrag 2008 vor. Die alternative Rockband Mor ve Ötesi stand als türkischer Vertreter bereits seit Dezember fest. Bei ihrem heute präsentierten Song 'Deli' handelt es sich nicht, wie der Titel vermuten lässt, um einen Werbejingle für die Lieblings-Sandwicheria der Jungs - 'Deli' heißt schlichtweg 'Verrückt'. Und das müssen die Türken auch sein, einen so langweiligen Rocksong zum Grand Prix zu schicken. Die Zeiten, da der Eurovision Song Contest als gitarrenbefreite Zone daherkam, liegen ja nun schon etwas zurück - dennoch hatten die rockigen Songs der letzten Jahre meist zumindest einen eingängigen Refrain und / oder…
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ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

ESC-Fina­le 2007: Okay. Hap­py End.

Ein kollektives, erleichtertes Seufzen ging durch Europa: nach fünf Jahren Vorherrschaft der Show über die Musik siegte endlich wieder ein Lied! Ein sanftes, melodiöses, in der Landessprache gesungenes noch dazu. Eines ganz ohne Choreografie! Allerdings: so ganz stimmte das nicht. Molitva' gewann natürlich auch aufgrund seiner Show - nur, dass diese halt sehr viel unaufdringlicher daherkam als beispielsweise bei den finnischen Monsterrockern. Genau diese charmante Präsentation zärtlicher Solidarität zwischen fünf gut aussehenden und einer stimmgewaltigen Frau (nicht zu vergessen der subtil lesbische Unterton) hob den serbischen Beitrag aus der Flut aufwändiger Tanzchoreografien heraus und führte ihn zum hoch verdienten Sieg.…
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ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

ESC-Semi 2007: Wo ist Andorra?

Natürlich hätte ich auf die Enttäuschung vorbereitet sein müssen. Schließlich bin ich lange genug Fan, um zu wissen, dass die fiesen, geschmacksgestörten Televoter im Semifinale immer die besten Songs aussortieren. Ganze 28 Länder traten in diesem Jahr in der Qualifikationsrunde gegeneinander an, so viele wie noch nie seit der Einführung der Semis. Lediglich zehn Slots für das Finale am Samstag gab es, aber 16 von mir favorisierte Titel, die unbedingt hätten weiterkommen müssen! Selbst unter Zuhilfenahme der Finger konnte ich mir also ausrechnen, dass ein Gutteil meiner Lieblinge auf der Strecke bleiben werden. (mehr …)
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ESC-Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

ESC-Fina­le 2005: Why don’t you kill me?

Angedroht war, dass die letztjährige Siegerin, die von Staatschef Wiktor Juschtschenko zur Eurovisionsbeauftragten ernannte Volksheldin Ruslana, durch den Abend führen solle. Die Galionsfigur der Orangenen Revolution sagte aber in letzter Sekunde ab. Weil sie so viel zu tun habe, dass sie sich nicht richtig vorbereiten könne, so die offizielle Begründung. Jegliche Spekulation über einen Zusammenhang mit ihren eher fragmentarischen Englischkenntnissen ist hingegen so bösartig wie wohl begründet. Ob Mascha und Pascha, die Ersatzmoderatoren, nun so viel besser Englisch sprachen? Es gab an diesem Abend keine rechte Antwort darauf. Denn sie zwitscherte ihre Texte zwischen stets zum debilen Dauergrinsen gebleckten Perlweißzähnen heraus…
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ESC-Fina­le 2004: Just may­be I’m crazy

ESC-Fina­le 2004: Just may­be I’m crazy

Man möge es mir nachsehen: diesen Jahrgang kann ich nicht nach den üblichen Maßstäben beurteilen. Denn zum ersten Mal verfolgte ich das Geschehen nicht mehr zu Hause am Fernseher, sondern live vor Ort in der Halle. Ein völlig anderes Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann! Die EBU hatte just in jenem Jahr erstmals dem eigentlichen Grand Prix eine Qualifikationsrunde vorgeschaltet, die ich als bekennender Trashgourmet seither noch mehr liebe als das Finale, weil sich dort die tragischeren Beiträge sammeln. In dieser Endrunde nun tummelten sich die Big Four und die zehn bestplatzierten Länder aus 2003. Sowie eben die zehn Besten…
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ESC-Fina­le 2003: Die Kotzn in da Wiesn

ESC-Fina­le 2003: Die Kotzn in da Wiesn

Seit seiner Erstteilnahme 1994 war Russland vom Ehrgeiz beseelt: mit Alla Pugatschowa (1997) hatte man bereits seinen größten Star geschickt, mit Alsou (2000) bereits einen zweiten Platz erreicht. Der Sieg zweier abtrünniger ehemaliger Sowjetrepubliken in Folge bestärkte die ehemalige, gerade wieder erstarkende Weltmacht nun um so mehr, ihren Führungsanspruch als größtes und einwohnerstärkstes Land der EBU auch auf popkulturellem Gebiet zu demonstrieren. Ein Sieg sollte her, auch wenn man dazu schweres Geschütz auffahren müsste. Und das hatten die Russen diesmal, in Form der als Lesben-Lolitas vermarkteten Skandalgören Jelena Katina und Julia Wolkowa, besser bekannt als t.A.T.u., die mit 'All the…
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