Wind

<span class="caps">ESC</span> 1992: Why her?

ESC 1992: Why her?

Nordisch unterkühlt das schwedische Moderationspaar, belanglos das Gros der vorgetragenen Lieder: wenig blieb hängen vom musikalischen Aufgebot dieses Abends. Auch in den Charts: völlige Fehlanzeige. So waren es mal wieder die optischen Eindrücke, die den Bericht lohnen. Wie beispielsweise der kregle Zeichentrickvogel Song Trush, der die Postkarten einläutete (und heute seine virtuelle Heimat auf der exzellenten Songtexte-Seite Diggiloo gefunden hat). Oder das riesige Wikingerschiff auf der Bühne, das die Zuschauer daran erinnern sollte, wer hier Millionen für flache Unterhaltung ausgab. Und das die Sänger mit Trockeneisrauch aus seinem Drachenkopf am Bug von der Bühne scheuchte, wenn diese ihre drei Minuten zu…
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Ein Lied für Mal­mö 1992: Der Mann, der sei­nen Job ver­lor

Ein Lied für Mal­mö 1992: Der Mann, der sei­nen Job ver­lor

In den Wiedervereinigungswirren nutzte der Bayerische Rundfunk die Gunst der Stunde und schob die Verantwortung für die mittlerweile arg ungeliebte, nur noch als Geldverschlingungsmaschine empfundene Veranstaltung eilends an den neu gegründeten "Mitteldeutschen" Rundfunk, noch heute der führende Schlagersender Deutschlands, ab. Dabei kam den Bajuwaren zupass, dass die äußerst CDU-nahe Zonenanstalt unter maßgeblicher Führung der Münchener aufgebaut wurde, die dort elegant ihre personellen und programmlichen Altlasten entsorgten. Zu denen zählte eben auch die Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision. (mehr …)
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<span class="caps">ESC</span> 1987: Is het een orka­an?

ESC 1987: Is het een orka­an?

Der Brüsseler Contest - ein einziges Déjà Vu: derselbe Sieger wie schon 1980; die gleichen deutschen Teilnehmer wie schon 1985, die wiederum dieselbe Platzierung erreichten wie bereits zwei Jahre zuvor, nämlich den zweiten Rang. Erneut erhielten wir nur einen Punkt aus der Schweiz - auch das war man gewohnt. Diesmal spielte es aber keine Rolle mehr: selbst mit zwölf helvetischen Zählern hätten Wind (DE 1985, 1992, DVE 1998, 1999) nicht mehr gewonnen. 'Lass die Sonne in Dein Herz', für dessen stumpfe Gleichschrittspräsentation Ralph Siegel eigens für teuer Geld eine "englische Choreografin, aus England" engagiert habe, wie er in einem ARD-Special stolz erzählte, hasste ich eigentlich immer…
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Ein Lied für Brüs­sel 1987: Geh ins Licht, Carol-Anne

Ein Lied für Brüs­sel 1987: Geh ins Licht, Carol-Anne

In diesem Jahr degenerierte die deutsche Vorentscheidung vollends zu Ralph-Siegel-Festspielen. Fast die Hälfte der vorgestellten Titel, nämlich fünf von zwölf, stammten aus seiner Feder. Entweder hatte der Münchener Fließbandkomponist die Vorauswahljurys geschickt durch ihm hörige Menschen unterwandern lassen - oder, und das erscheint mir wahrscheinlicher, es wollte außer ihm tatsächlich niemand mehr mit dem Grand Prix in Verbindung gebracht werden. Dem Bayerischen Rundfunk schien das so peinlich zu sein, dass er die Show aus dem angestammten Münchener Sendestudio in die ungeliebte fränkische Provinz abschob: offenbar eine Bestrafungsaktion für das aufsässige Nordbayern. (mehr …)
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Ein Lied für Göte­borg 1985: Sie läu­ten auch zur letz­ten Stun­de

Ein Lied für Göte­borg 1985: Sie läu­ten auch zur letz­ten Stun­de

Ein besonderer Zweikampf spielte sich ab bei der deutschen Vorentscheidung des Jahres 1985; einer, der das ganze unfassbare Elend der Veranstaltung vortrefflich illustriert. Der Kampf der Giganten lautete nämlich Ralph Siegel versus Hanne Haller (DVE 1979). Der Grand-Prix-Junkie und die gefühlssehnsüchtige Schranklesbe traten als Komponisten und Produzenten jeweils mit gleich drei (Haller) bzw. zwei (Siegel) Acts an, die allesamt nicht weniger repräsentativ für die deutsche Musikszene hätten sein können. Auf Seiten der Interpret/innen fehlten bekannte Namen vollständig, bis auf das Schlagerfossil Bernd Clüver (DVE 1983) dessen Darm-'Wind von Palermo' schlichtweg stank. (mehr …)
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