Malta 2008: Ausgesiegelt

Der Eurovision Song Contest sei ja ein Komponistenwettbewerb, behaupteten fehlgeleitete Menschen früher gerne mal. Einige dieser Komponisten kommen mittlerweile ganz schön rum: so hat der schwedische Schlagerschreiber Thomas G:son dieses Jahr jeweils einen Beitrag in Belgien und in Polen am Start, nach dem er letztes Jahr Norwegen und Spanien belieferte. Gerard James Borg aus Malta ist ebenfalls in Belgien aktiv – und hat beim Maltasong gleich fünf Eisen im Feuer. Nur Ralph Siegel, der es ebenfalls auf dem Mittelmeereiland versuchte, ist leider aus dem Rennen.


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Am 24. Januar findet die erste maltesische Vorrunde statt. Unter 36 Vorschlägen, darunter einer des deutschen Altmeisters, suchte eine Jury 17 Titel für den Maltasong for Europe aus (eigentlich 16, wegen Punktgleichheit ist es aber jetzt einer mehr). Acht davon werden es ins Finale am 26. Januar schaffen. Unter den 17 maltesischen Songs sind gleich fünf aus der Feder von Gerard James Borg. Der hat auch noch in Belgien ein ziemlich heißes Eisen im Feuer: dort komponierte er für das ehemalige Playboy-Model Betty alias Biba Binoche (‚Je chante pour toi‘ war 2004 der beste Beitrag im belgischen Vorentscheid, gewann aber leider nicht) alias Femme Fatal, wie sie sich diesmal nennt. Er konkurriert dort gegen Thomas G:son, der die frühere Miss Belgium, Tanja Dexters, mit einem Schwedenschlager versorgte.


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Ralph Siegels Vorschlag hingegen schaffte es in Malta nicht unter die letzten 17. Im Rennen sind nun unter anderem Chris & Moira (MT 1994), Mary Spiteri (MT 1992) mit dem programmatischen Titel ‚My last Encore‘ (und der ist nicht von Siegel? – Unglaublich!) sowie Fabrizios (MT 2001 und 2006) kleine Schwester Claudia Faniello. Die hat gleich zwei Titel am Start, eine Uptemponummer und eine Ballade. Zwei Songs steuert auch ein Mann mit dem hübschen Namen Klinsman Coleiro bei – und einer davon, ‚Superhero‘, stammt wiederum von Gerard James Borg. Mir wird schon ganz schwummerig!

1 thought on “Malta 2008: Ausgesiegelt

  1. Wer ist schon G:son ? Wenn die Polen und Belgier nach den Erfahrungen Norwegens und Spaniens G:son zum ESC schicken, ist ihnen nicht zu helfen. 2007 hat klar bewiesen, dass er ausgebrannt ist und den ESC schon lange nicht mehr bereichert. In Schweden selbst scheint er auch nicht mehr willkommen zu sein: das müsste doch stutzig machen. Zu Malta – ‚ My last encore ‚ hört sich von Titel her vielversprechend an. Jedefalls besser als ‚ Vodka ‚ ‚ Throw your stones ‚ und ‚ Street car of desire ‚ lol. Und wie wohltuend, mal keine Olivia ertragen zu müssen.

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