Litauen

Ins­be­son­de­re, wenn man die litaui­schen ESC-Vor­ent­schei­dun­gen mit­ver­folgt, bekommt man es gele­gent­lich mit der Angst um die geis­ti­ge Gesund­heit sei­ner Bewohner:innen zu tun, so schräg geht es dort regel­mä­ßig zu. Euro­pa emp­fing die Bal­ten 1994 gleich ein­mal mit einer Null-Punk­te-Dusche, und seit­her wur­den die Ergeb­nis­se nicht sehr viel bes­ser. Iro­nie des Schick­sal: als Litau­en 2020 mit The Roop erst­mals einen vali­den Anwär­ter auf die ESC-Kro­ne auf­bot, fiel der Con­test coro­nabe­dingt aus.
Dabei seit: 1994; Sie­ge: kei­ne; Rote Later­nen: 2; Nul­poin­ter: 1.

ESC-Fina­le 2021: Fünf ist Trümpf

ESC-Fina­le 2021: Fünf ist Trümpf

Für alles trägt Natalia Gordienco die Verantwortung. 2006, als die moldawische Sängerin mit ukrainischen Wurzeln das erste Mal am Eurovision Song Contest teilnahm, damals gemeinsam mit dem Ex-O-Zone-Mitglied Arsenium, gewannen, die Älteren erinnern sich vielleicht noch, die gestern als Stargäste im Pausenprogramm performenden Monsterrocker Lordi den europäischen Wettbewerb und erschütterten damit die Grundfesten des ehemaligen Chansonfestivals. Inklusive der bis dahin als unabänderlich geltenden Gewissheiten, dass für Hardrock kein Platz sei beim jährlichen Schlagerwettstreit und dass die Finnen nie gewinnen. Dieses Jahr ging Frau Gordienko erneut an den Start (über die unrühmliche Rolle ihres künstlerischen Strippenziehers Phillip Kirkorov bei mutmaßlichen Ergebnismanipulationen…
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Ers­tes Semi­fi­na­le 2021: Wir sind gekom­men, uns zu beschweren

Ers­tes Semi­fi­na­le 2021: Wir sind gekom­men, uns zu beschweren

"Was hat mir das gefehlt!" war gestern Abend einer der meistgelesenen Sätze auf Twitter unter dem Hashtag #Eurovision, neben "Toll, dass man Peter Urban wieder aufgetaut hat". Nach einem Jahr Zwangspause legte das ausrichtende niederländische Fernsehen am Dienstag mit dem ersten Semifinale eine absolut glänzende Show hin, die alles aufbot, was wir am Eurovision Song Contest so lieben: eine fantastische Bühne, tolle Bildeffekte, super gestaltete Postkarten, ein kleines bisschen herzerwärmende Grand-Prix-Nostalgie mit ehemaligen Gewinner:innen im Rahmenprogramm, ein knallbuntes Starterfeld und sogar - wenn auch seuchenbedingt deutlich reduziert - echtes, live jubelndes Publikum in der Rotterdamer Ahoy-Arena. Wer sich noch an…
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Paban­dom iš nau­jo 2021: D‑d-d-dance the Pain away

Paban­dom iš nau­jo 2021: D‑d-d-dance the Pain away

Puh, das war knapp! Mit einem hauchdünnen Vorsprung von etwas mehr als 72.000 Anrufen konnten sich im gestrigen Finale der litauischen Vorentscheidung Pabandom iš naujo (PIN) die Favoriten The Roop in einem nervenzerfetzenden Abstimmungsdrama gerade so eben durchsetzen. Wie bitte? Das war mehr als das Elffache der Stimmen für den Zweitplatzieren? Und mehr als das Doppelte der Anrufe, welche The Roop beim letztjährigen PIN erhalten hatte? Ja sowas, wer hätte das gedacht? Nun, so ungefähr jeder: nachdem die Band um den charismatischen Leadsänger Vaidotas Valiukevičius mit dem sensationellen 'On Fire' bereits im Vorjahr abräumte, bis zur coronabedingten Absage des Eurovision…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I love my Bear

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I love my Bear

Neben dem Vorentscheid in Frankreich fanden am gestrigen Supersamstag weitere Vorrunden in Norwegen und Litauen statt, die allerdings von wenig Belang für das eurovisionäre Geschehen sein dürften, geht es in beiden Ländern doch letztlich nur noch darum, wer im jeweiligen Vorentscheidungsfinale gegen die bereits fix gesetzten Top-Favoriten Keiino bzw. The Roop verlieren darf. Ungeachtet des offensichtlichen Ausgangs traten in der dritten Vorrunde des Melodi Grand Prix (MGP) auch gestern wieder vier Acts gegeneinander an, von denen lediglich einer pro forma weiterkam. Auf der Strecke blieben dabei zwei aus unterschiedlichen Gründen spannende Beiträge, die zwar beide nicht unbedingt musikalische Feuerwerke entzündeten,…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Some say that my Music is bad

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Some say that my Music is bad

Der zweite Vorentscheidungssamstag des neuen Jahres liegt hinter uns, und die Parallelen zum ersten waren unübersehbar. Wie schon vor sieben Tagen liefen zeitgleich die Vorrunden des norwegischen Melodi Grand Prix (MGP) und des litauischen Pabandom Iš Naujo (PIN); wie schon vor sieben Tagen fiel dabei ein alter weißer Mann mit einem irgendwie konservativ schmeckenden Schlager durch; und wie schon vor sieben Tagen richtete sich die gesammelte Aufmerksamkeit der Fans nicht auf die Vorrundenbeiträge, sondern auf einen außer Konkurrenz vorgestellten, fix fürs Finale gesetzten Song einer erst unlängst am Eurovision Song Contest teilgenommen habenden Band, die als Anwärter für den Sieg…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Thun­der and Glo­ria in der Bierbärenbar

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Thun­der and Glo­ria in der Bierbärenbar

Auch wenn es einem angesichts der aktuellen Seuchen- und politischen Weltlage beinahe ein bisschen surreal erscheint, so startete doch gestern die Hochphase der diesjährigen Vorentscheidungssaison mit zwei gleichzeitig laufenden Vorrunden in Norwegen und Litauen. In beiden Shows mussten die auftretenden Acts im zuschauer*innenfreien Sendestudio performen, in beiden Ländern übertünchten die Sender die peinliche Stille nach den Auftritten mit tosendem Dosenapplaus, was die Sache zwar nicht weniger steril und unnatürlich machte, aber immerhin etwas weniger fremdschämwürdig als beim deutschen Eurovisions-Finale 2020 aus dem Hamburger Delphi. Eine weitere Gemeinsamkeit verband die Auftaktrunden der zwei Meeresanrainerstaaten: in beiden flogen so erwartbar wie traurigerweise…
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Make a Chan­ge and go: das deut­sche ESC-Fina­le 2020

Make a Chan­ge and go: das deut­sche ESC-Fina­le 2020

Ein in jeder Hinsicht merkwürdiger Eurovisionsabend, den die ARD gestern auf die Beine stellte, und der es fertig brachte, einerseits Salz in die von der Corona-bedingten Absage des eigentlichen Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam verursachte Wunde zu streuen und gleichzeitig für linderndes Labsal zu sorgen. Ein wirklich großes Lob jedenfalls muss dem NDR ausgesprochen werden für die so eigensinnige wie richtige Entscheidung, aus der Simultanausstrahlung des vonseiten der EBU organisierten, zentralen Ersatzprogramms Europe shine a Light auszuscheren und stattdessen ein eigenes, deutsches ESC-Finale zu produzieren. Sowie das letzten Samstag auf dem Spartensender One vorausgegangene Halbfinale, bei welchem die Zuschauer:innen…
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World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

World’s Worst Wohn­zim­mer: das deut­sche ESC-Halb­fi­na­le 2020

Ein tödlicher Verkehrsunfall mit zahllosen Beteiligten, dessen schaurig-morbider Faszination man sich über geschlagene vier Stunden nicht zu entziehen vermochte, so lässt sich das gestrige deutsche Eurovisions-Halbfinale 2020 beschreiben. Mit welchem die ARD versuchte, trotz der seuchenbedingten Absage des offiziellen europaweiten Wettbewerbs wenigstens auf nationaler Ebene ein adäquates Ersatz-Event auf die Beine zu stellen, wofür der Senderverbund gar nicht oft genug gelobt werden kann. Grundsätzlich nicht verkehrt auch die Idee zur Zusammenarbeit mit Funk, der hauseigenen Youtube-Spielwiese, mit welcher die Öffentlich-Rechtlichen darauf reagieren, dass Zuschauer:innen unter 30 mittlerweile durch klassisches lineares Fernsehen praktisch nicht mehr zu erreichen sind. Zu Funk gehören…
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Paban­dom iš nau­jo 2020: The Roop is on Fire

Paban­dom iš nau­jo 2020: The Roop is on Fire

Herrschaften! Auch, wenn zum jetzigen Zeitpunkt erst ein gutes Sechstel der Songs für Rotterdam feststehen, lege ich mich fest: der Siegertitel des Eurovision Song Contest 2020 ist gefunden! Und zwar, wer hätte es für möglich gehalten, im gestrigen Finale des litauischen Vorentscheids, der Nacionalinė Eurovizijos Atranka, welche in diesem Jahr unter dem trotzig-mutmachenden Motto "Pabandom iš naujo!" ("Versuchen wir's nochmal") stand und sich nicht nur durch ein gestrafftes Verfahren auszeichnete, sondern tatsächlich mit einem überraschend hochklassigen musikalischen Angebot auffiel. Und einem hoch erfreulichen Ergebnis: mit einer für den Baltikumsstaat historischen Rekordzahl an Anrufen obsiegte dort gestern das Trio The Roop mit…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I should be straight

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I should be straight

Bevor heute in wenigen Minuten der nächste Supersamstag beginnt, gilt es noch etliche Perlen vom letzten Wochenende nachzuliefern, an welchem ich im Zuge des längsten Vorentscheidungstages der bisherigen Eurovisionshistorie aus arbeitskapazitären Gründen leider gezwungen war, etliche Vorrunden und Semis zu vernachlässigen. Den herbsten Verlust gab es dabei in der Ukraine zu beklagen. Dort hatten wir das seltene Vergnügen, einem knapp vierminütigen schamanistischen Ritual beiwohnen zu dürfen, zu dem uns Katya Chilly und ihr Geistheilerzirkel einluden. Der bestand aus einem pittoresk gekleideten Druiden, der völlig in sich versunken heilige Verse murmelte; drei Damen, die den, wenn man so will, entfernt an…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Boys do cry

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Boys do cry

Spüren Sie ihn auch, liebe Leser:innen, den steigenden Adrenalinspiegel? Kein Wunder: pünktlich zum 1. Februar erhöhte die laufende Vorentscheidungssaison 2020 am gestrigen Supersamstag europaweit die Drehzahl und bombardierte uns mit gleich vier Semifinalen, darunter der ersten Runde des schwedischen Melodifestivalen. Überall, so scheint es, kommt man mittlerweile in die Gänge. Außer in Deutschland. In Hamburg schreckte man gestern nur kurz aus dem eurovisionären Dornröschenschlaf auf und postete folgende Nicht-Info zum heimischen Vorentscheid: https://twitter.com/eurovisionde/status/1223639746259439620?s=20 Und ehrlich gesagt: egaler könnte es mir mittlerweile nicht mehr sein, erwarte ich vom NDR schon längst nichts mehr außer gelegentlichen versehentlichen Zufallstreffern. Daher flugs wieder zurück…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The Funds have been spent

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: The Funds have been spent

Ein weiterer kleiner Supersamstag liegt hinter uns, und erneut schrägte es auf dem Weg nach Rotterdam etliche, nunja, schräge Acts. So beispielsweise in Norwegen den 19jährigen Alexandru Gros Grindvoll, der bereits 2016 am dortigen Vorentscheid Melodi Grand Prix teilnahm, damals als Teil der Boyband Suite 16, und der heuer mit der erfrischend billigen Plastikpop-Perle 'Pink Jacket' einen astreinen Tooji-Gedächtnisact ablieferte, wenngleich unter vertauschten Vorzeichen: während der 2012er Vertreter des erdölreichen Königtums zu seinem damaligen Klopper 'Stay' eine astreine Tanzperformance ablieferte, diese jedoch mit fußnägelaufrollend schiefem Gesang konterkarierte, hielt sich Alexandru in der dritten Vorrunde des MGP fern von falschen Tönen,…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Never mind the Verse

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Never mind the Verse

Gefühlt deutlich später und zähflüssiger als in vorangegangenen Jahren nimmt die Vorentscheidungssaison 2020 nun doch langsam Fahrt auf: die ersten beiden Samstage mit parallel laufenden Auswahlrunden liegen hinter uns, wenngleich es sich lediglich um Semis beziehungsweise Nachwuchswettbewerbe handelte. Nichtsdestotrotz können wir bereits zum jetzigen Zeitpunkt den Banjo-Laura-Preis für die dümmste und kriminellste Fehlentscheidung des gesamten Jahrgangs verleihen, und zwar an die litauischen Juror/innen. Der Sender des Baltenstaates, LRT, verpasste der dortigen Vorentscheidung zwar heuer den hoffnungsvoll-trotzigen Untertitel Pabandom iš naujo! (Lass es uns nochmal versuchen!). Viel Neues ließ sich aber bislang nicht finden: wie gewohnt liegt die Dichte an offensichtlich…
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Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Zwei­tes ESC-Semi 2019: Dei­ne Spu­ren im Sand

Madonna wird am Samstag im Finale des Eurovision Song Contest 2019 auftreten. Die seit Monaten als Gerücht gestreute, in den letzten Tagen mit einem entweder unnötigen oder gefakten Drama um nicht unterschriebene Verträge gehypte und gestern bestätigte Nachricht, dass die EBU der amerikanischen Großmutter des Pop, die hierfür sogar noch eine von einem israelischen Industriellen finanzierte Millionengage einstreicht, in der zuschauerstärksten TV-Show der Welt kostenlos die Möglichkeit zur Bewerbung ihres neuesten Albums einräumt, nahm am gestrigen Donnerstagabend gefühlt ein Viertel der Sendezeit, mindestens jedoch der Moderation ein und degradierte die achtzehn im Kampf um den Finaleinzug angetretenen Acts zur bloßen…
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Rank <span class="amp">&</span> File 2019: Platz 20 – Run with the Lions

Rank & File 2019: Platz 20 – Run with the Lions

Herzlich Willkommen zum Bergfest beim aufrechtgehn.de-Ranking der Eurovisionsbeiträge 2019! Die furchtbarere Hälfte haben wir hinter uns gelassen, heute betreten wir den Abschnitt mit den okayen bis ziemlich guten Songs. Und zwar mit einem der wenigen Lieder dieses Jahrgangs, dessen Titel aus mehr aus als nur einem Wort besteht, welches im Refrain dann stumpf achthundert Mal wiederholt wird. Platz 20: Litauen - Jurij Veklenko: Run with the Lions (Lauf mit den Löwen) Dass der Kehrreim der litauischen Wettbewerbseinreichung einen vollständigen Satz beinhaltet, gehört in der Tat zu ihren größten Stärken. Hinzu treten eine recht harmonische Melodieführung und ein - das Auge…
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Euro­vi­zi­jos 2019: The Lions sleeps tonight

Euro­vi­zi­jos 2019: The Lions sleeps tonight

Zahlreiche Ergebnisse sind noch nachzureichen vom vergangenen Wochenende, wo am Samstag in gleich vier Ländern nationale Finale stattfanden. In den meisten von ihnen, in denen bereits diverse Vorrunden und Semis vorausgingen, passierte dabei allerdings nichts bahnbrechend Neues mehr. So beispielsweise in Litauen, wo sich die heuer verhältnismäßig kurz gehaltene Nacionalinė Eurovizijos Atranka in die Endrunde schleppte. Die gute Nachricht: die perfide Strategie der Sängerin Monika Marija Paulauskaitė, welche die Vorrunden mit zwei sehr ähnlichen Powerballaden verstopfte, um ihre Chancen zu erhöhen, und kurz vor dem vorgestrigen Finale eine davon unter Inkaufnahme einer Geldstrafe wegwarf, ging nicht auf. Die Litauer/innen bescherten…
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Am I a Cri­mi­nal?: Moni­ka Mari­ja kauft sich für 2.000 Euro frei

Am I a Cri­mi­nal?: Moni­ka Mari­ja kauft sich für 2.000 Euro frei

Man kann die Strategie für befremdlich halten: mit gleich zwei musikalisch sehr ähnlichen Titeln trat die litauische Sängerin Monika Marija Paulauskaitė in diesem Jahr beim Vorentscheid ihres Landes an, der Nacionalinė Eurovizijos Atranka. Nämlich mit der Midtempo-Powerballade 'Lights on' und der... Midtempo-Powerballade 'Criminal'. Beide überstanden unbeschadet die gefühlt siebzig Vorrunden und Semifinale der litauischen Marathon-Show. Und das, obwohl Frau Paulauskaitė im Vorfeld des Semis am vergangenen Samstag die Jury und die Zuschauer/innen beschworen hatte, bitte bloß nicht für 'Criminal' zu stimmen bzw. anzurufen. Den Gefallen taten ihre Landsleute ihr aber nicht und auch diesen Song ins Finale am Samstag durch. 'Lights on' hatte sich bereits…
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Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitzhomos

Vier­ter Super­sams­tag 2019: raus mit den Sitzhomos

Bevor sie ganz unter den Tisch fallen: neben den fünf nationalen Vorentscheidungen des vergangenen Wochenendes mit ihren fünf furchtbaren Beiträgen für Tel Aviv fanden am vergangenen Samstag in zahlreichen Ländern diverse Semifinale statt, die nun hier in Windeseile abgearbeitet sein wollen. Beginnen wir bei den Gastgebern des letzten Jahres: in der ersten von zwei Vorrunden des portugiesischen Festival da Canção kam der Favorit Conan Osíris erwartungsgemäß eine Runde weiter, landete mit dem rundweg experimentell-bizarren 'Telemóveis' ('Mobiltelefon') jedoch bei der augenscheinlich ausschließlich mit Kulturbanausen besetzten Jury lediglich auf dem vierten Rang. Das wesentlich sachverständigere Publikum bedachte ihn hingegen mit der Höchstwertung. Der…
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Drit­ter Super­sams­tag 2019: eine Chan­ce für den Hass

Drit­ter Super­sams­tag 2019: eine Chan­ce für den Hass

Richtig rund ging es am gestrigen Supersamstag: neben den Vorentscheidungs-Finalen in Australien, Italien und Montenegro fanden in fünf weiteren Ländern Vorrunden statt. Wir beginnen unsere Reise im hohen Norden, wo das erste von zwei Semis des isländischen Söngvakeppnin Anlass zum hoffnungsvollen Frohlocken gab. Unter den zwei ins Finale delegierten Beiträgen befindet sich nämlich mit 'Hatrið mun sigra' ('Der Hass wird siegen') mein persönlicher Lieblingstitel der gesamten Eurovisionssaison 2019. Die Industrial-Band Hatari (die Hassenden) liefert damit die wütend-düstere Hymne zur aktuellen Endzeitstimmung, die einen beim Anblick des Zustands Europas und der Welt unabwendbar überfällt, verpackt in eine frappante musikalische Mischung aus Rammstein…
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Zwei­ter Super­sams­tag 2019: Wo sind die Katzen?

Zwei­ter Super­sams­tag 2019: Wo sind die Katzen?

Wie in einer der inflationär ausgestrahlten nachmittäglichen Zoo-Sendungen in den dritten Programmen der ARD ging es stellenweise zu beim gestrigen zweiten, ausschließlich aus Semis bestehenden Supersamstag der Eurovisionssaison 2019. So beispielsweise in Lettland, wo das zweite Pusfināls der Supernova stattfand, die bekanntlich keine solche ist ohne den legendären Riga-Biber alias Mārtiņš Kozlovskis, ein Schauspieler und Comedian, der in den vergangenen Jahren, im Kostüm des die Kanäle der lettischen Hauptstadt heimsuchenden Nagers steckend, für skurrile Unterhaltung in den Werbepausen sorgte. Diesmal allerdings nahm er am Wettbewerb teil, unter seinem Musiker-Namen Kozmens und in Begleitung der Band Dziļi Violets (Deep Purple). Ihr Beitrag 'Tautasdziesma'…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Euro­pa wird fallen

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Euro­pa wird fallen

Neben dem Finale der französischen Vorentscheidung Destination Eurovision wählten gestern Abend auch die Malteser/innen ihre Repräsentantin für Tel Aviv aus. Das notorisch grand-prix-begeisterte Eiland bediente sich in diesem Jahr erstmalig des britischen Castingshow-Formates X-Factor, das sich für den Sender TVM als Einschaltquotenerfolg herausstellte, aber auch für Kontroversen sorgte: vergangenen Oktober kritisierte die maltesische Gleichstellungsbeauftragte Helena Dalli die Show und den Sendert öffentlich, weil ein Vorrundenteilnehmer dort unwidersprochen Werbung für die ethisch verwerfliche, wissenschaftlich widerlegte und seit 2016 auf der Insel illegale Konversionstherapie machen durfte, die ihn von seiner "sündhaften" Homosexualität "geheilt" habe. "Junge Menschen, die schwul sind, brauchen weder Vergebung noch…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hamster

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: kan­ni­ba­li­sche Hamster

So langsam geht es in die Vollen: heute Abend steigt der erste Supersamstag der Vorentscheidungssaison 2019. Um so dringender ist es daher an der Zeit, rasch noch ein paar der in den letzten Wochen liegen gebliebenen Vorentscheidungsperlen abzuarbeiten. Und da kein ESC-Jahrgang komplett wäre ohne ihn, darf, nein: muss die moldawische Eurovisionslegende Alexandru "Sasha" Bognibov natürlich den Auftakt geben. Der machte bekanntlich erstmals 2008 von sich reden, als er sich mit dem lyrisch fragwürdigen Titel 'I love the Girls of 13 Years old' für den Vorentscheid des Landes bewarb und auch auf die vom Sender vorab veröffentlichte Auswahlliste kam, es dann aber nicht…
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Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Von Peli­ka­nen und Kame­len: das ESC-Fina­le 2018

Hat das Land so eine Art von Geheimvertrag mit dem Karma? Oder wie schafft Israel es sonst, seine Eurovisionssiege mit einer derartigen mathematischen Präzision in Abständen von jeweils exakt 20 Jahren über die Grand-Prix-Geschichte zu verteilen? Und das auch noch mit einem jeweils ziemlich ähnlichen Konzept: 1978 schaffte es Izhar Cohen auf dem Höhepunkt der Discowelle mit einem tanzbaren, von der universalen Liebe unter den Menschen handelnden Kinderlied namens 'A Ba Ni Bi' und einer sensationellen Marge-Simpson-Frisur, die Jurys im Sturm zu erobern; 1998 gelang der kämpferischen Transsexuellen Dana International mit dem Tanzflächenfüller 'Diva' der bis heute wichtigste, weil ein…
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Ers­tes ESC-Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ers­tes ESC-Semi 2018: Die Rück­kehr des Fast-Food-Pop

Ganze 53 Jahre musste das kleine, geografisch etwas randständige und kulturell auf europäischer Ebene nicht unbedingt massenkompatible Portugal von seiner Erstteilnahme im Jahre 1964 bis zu seinem Eurovisionssieg 2017 warten. Ein verschrobener Barde namens Salvador Sobral holte bekanntlich den Pott und die Gastgeberschaft nach Lissabon, mit einer intimen, aus der Zeit gefallenen Trennungsschmerzballade in seiner Muttersprache. Mit "Musik, die wirklich etwas ausdrückt", wie es der lebensbedrohlich erkrankte Adelsspross, dem es nach einer Herztransplantation mittlerweile wieder besser geht, im Überschwang seiner Siegesansprache formulierte. Und nun das: ein Jahr später, im ersten Semifinale des in der portugiesischen Hauptstadt abgehaltenen 2018er Grand Prix, fliegen gleich…
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Euro­vi­zi­jos 2018: Der Berg kraist… und gebiert eine Zasimauskaitė

Euro­vi­zi­jos 2018: Der Berg kraist… und gebiert eine Zasimauskaitė

Über zehn Wochen erstreckte sich das notorisch überlange litauische Vorentscheidungsverfahren, die Eurovizija, auch 2018 wieder. 50 Songs (!) nahmen ursprünglich daran teil, die man für das gestrige Finale, übrigens das letzte dieser Saison (fühlt Ihr bereits den Entzugsschmerz?), in einem epischen, hochkomplizierten Verfahren auf sechs reduzierte, mit denen der Sender LRT dann, anders als die in dieser Beziehung die Nerven ihrer Zuschauer/innen nicht über Gebühr strapazierende ARD, nochmals gute drei Stunden in der Primetime füllte. Es siegte, nachdem die Litauer/innen in den Vorrunden bereits sämtliche guten Beiträge bis auf einen herausgewählt hatten, leider nicht dieser, sondern wie erwartet die klare…
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