Conchita Wurst

Con­chi­ta Wurst: Ich bin HIV-positiv

Con­chi­ta Wurst: Ich bin HIV-positiv

In einem Instagram-Posting outete sich die Siegerin des Eurovision Song Contest 2014, Conchita Wurst, heute als positiv. Wurst erläutert: "Heute ist der Tag gekommen, mich für den Rest meines Lebens von einem Damoklesschwert zu befreien: ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv. Das ist für die Öffentlichkeit eigentlich irrelevant, aber ein Ex-Freund droht mir, mit dieser privaten Information an die Öffentlichkeit zu gehen, und ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen". Sie habe ihren Status bislang auch mit Rücksicht auf ihre Familie nicht kommuniziert, die sie aber jederzeit "bedingungslos unterstützt"…
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Unser Song 2017: Hel­lo last Place, my old Friend

Unser Song 2017: Hel­lo last Place, my old Friend

Der NDR lernt es einfach nie. Zehn Kombinationen von Künstler/in und Song wären bei Unser Song 2017 heute Abend theoretisch möglich gewesen, mit zweien davon hätten wir unter Umständen in Kiew mehr als null Punkte holen können: 'Wildfire' in der fröhlichen Uptempoversion von Felicia Lu Kürbiß, die sie aber erst gar nicht vorstellen durfte, weil sie sich den falschen Cover-Song für die Vorstellungsrunde ausgesucht hatte, und 'Perfect Life' in der Fassung von von Axel Feige. Beide blieben aufgrund des absolut albernen Auswahlverfahrens jedoch unterwegs auf der Strecke. Stattdessen bestritt Levina Lueen alleine mit beiden Titeln das völlig antiklimatische Superfinale, und dass es…
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Wer singt für Öster­reich 2016: die Ösis geben uns Zucker!

Wer singt für Öster­reich 2016: die Ösis geben uns Zucker!

Es war der Abend der Brautkleider beim heutigen Alpenvorentscheid: fast alle Sängerinnen gingen in Hochzeitsrobe an den Start bei Wer singt für Österreich? Zwei von ihnen standen sich am Ende im Superfinale gegenüber, und im Gegensatz zu 2015, wo sie die putzige Bandleadertochter auf den dritten Rang verbannten und so ihr Null-Punkte-Schicksal besiegelten, entschieden sich die Zuschauer:innen diesmal ausnahmsweise richtig und wählten Zoë Straub zu ihrer Repräsentantin. Die auch wohlweislich aus den Fehlern des Vorjahres gelernt hatte und ihr charmantes Chanson 'Loin d'ici' diesmal komplett in französischer Sprache vortrug (2015 verdarb sie sich noch durch einen Wechsel ins Englische selbst die Chancen). Ihr Auftritt…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Israel

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: mund­ge­schäl­te Bana­nen aus Israel

Früher einmal stand das englische Wörtchen "gay" sowohl für "schwul", als auch - im Originalsinne - für "fröhlich". Das scheint lange her: mittlerweile hat sich bei vielen Berufshomos leider eine nervtötende Humorlosigkeit breit gemacht, wie sich am Beispiel der gerade laufenden israelischen Vorentscheidung Rising Star zeigt. Dort kam der junge Künstler Maor Gamliel eine Runde weiter, mit einem Song, der sich nach meinem Empfinden in freundschaftlich-neckender Weise über einen Schrankschwulen lustig macht. 'Moshiko', so der Name des titelgebenden Homos, "liebt Ärsche", "treibt keinen Sport", hält sich aber ständig im Umkleideraum auf, "lässt die Seife fallen", "schält Bananen mit dem Mund" und sollte…
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Schlech­te Wurst-Par­odie sorgt für Kontroverse

"Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung", dieses Zitat wird Oscar Wilde zugeschrieben. Ob das auf den vorliegenden Fall zutrifft, darüber kann man sich streiten. Wie esctoday heute berichtete, ging vor wenigen Tagen im französischen Fernsehen im Rahmen einer Satiresendung ein Videoclip des Comedians Florent Peyre über den Sender, in dem er sich als Conchita Wurst verkleidet und auch einige Szenen ihres Clips zu 'Rise like a Phoenix' zitiert. Als musikalische Vorlage für seine Parodie nutzte er das Lied 'Color Gitano' des französischen Top-Stars Kendji Girac, der bis vor wenigen Wochen noch gerüchteweise selbst als möglicher (Wunsch-)Vertreter der Grand Nation gehandelt wurde,…
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ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

ESC-Fina­le 2015: A Touch too much

Okay, ich geb's zu: sie kommt ein bisschen spät, diese Besprechung. Direkt nach dem Finale im Mai ging das Buch vor und danach brauchte ich erst mal ein bisschen Abstand. Mit eben diesem Abstand habe ich mir nun, mehr als zwei Monate nach dem eigentlichen Event, die TV-Aufzeichnung des von mir live besuchten Jubiläums-Contests angeschaut. Und prompt stellte es sich wieder ein: dieses schon ihn Wien sehr subtil vorhandene Gefühl, dass es des Guten einfach irgendwie zu viel war. Zu viel von allem: zu viel Sendung (geschlagene vier Stunden ging die Show diesmal), zu viele Lieder (27, so viele wie noch nie zuvor…
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Schwe­den 2015: We are the Peop­le with Sand

Es war das antizipierte Ergebnis, vielleicht sogar noch deutlicher als erwartet: der sehr selbstverliebte, aber auch sehr hübsch anzuschauende Måns Zelmerlöw gewann heute Abend die wichtigste Vorentscheidung der Saison, das schwedische Melodifestivalen, mit dem Musterbeispiel eines perfekten Popsongs: 'Heroes' bietet einen sanften, leicht countryesken Einstieg; einen süffigen, sofort eingängigen Refrain; absolute Mitsingbarkeit; ein gefälliges Thema, sogar mit ganz leisen, dunklen Untertönen für den Anspruch; uptemporäre Tanzbarkeit (das dürfte im Euroclub mindestens einmal die Stunde laufen) und eine grandiose Show. Eine so eindrückliche Show übrigens, dass sie noch für Debatten sorgen dürfte, ob die Zuschauer für Måns oder die zum Verlieben niedlichen…
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Wer singt für Öster­reich 2015: They’­re beautiful

Wer singt für Öster­reich 2015: They’­re beautiful

Österreich bleibt dem Bart treu: drei gut aussehende junge Herren, allesamt mit schmückender Gesichtsbehaarung ausgestattet, treten in Wien die Nachfolge von Conchita Wurst als Repräsentantin Austrias an. Zu meinem großen Bedauern tun das The Makemakes, so der Name der heute Abend siegreichen Band, mit einer pianolastigen, in enervierend hoher Stimmlage intonierten Rockballade, die mich an mein absolutes musikalisches Top-Hassobjekt erinnert, das winselige britische Weichei James Blunt nämlich. Obschon, ein bisschen klingt 'I am yours' auch nach Coldplay, einer Kapelle, die ich kein Jota weniger verabscheue. Was diese beiden Acts allerdings vereint, ist ihr durchschlagender kommerzieller Erfolg in der Vergangenheit. Und…
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Unser Song für Öster­reich 2015: You can win if you want

Unser Song für Öster­reich 2015: You can win if you want

Er geht als einer der ganz großen, historischen Ereignisse in die deutsche Grand-Prix-Geschichte ein: der überraschende TV-Moment, als der Sieger eines über weite Strecken musikalisch langweiligen, wenn auch glanzvoll produzierten Vorentscheids nach seiner Akklamation die Krone zurückgab und erklärte, die Publikumswahl nicht anzunehmen. Er sei nur schließlich nur "ein kleiner Sänger" und die Zweitplatzierte Ann Sophie Dürmeyer "viel geeigneter und qualifizierter," das Land in Wien zu vertreten, sprach der Unser-Song-für-Österreich-Gewinner Andreas Kümmert der Moderatorin Barbara Schöneberger ins Mikrofon. Womit er zweifellos Recht hatte: die 24jährige gebürtige Londonerin gewann bereits beim vorangegangenen Nachwuchswettbewerb die Wildcard für die USFÖ-Finalteilnahme aufgrund ihrer selbst attestierten Eigenschaft…
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Ich bin die Schweiz, holt mich hier raus! (CH 2015)

Als hätten sich die Programmplaner von RTL und dem Schweizer Fernsehen SRF abgesprochen, gingen auf deren Kanälen gestern Abend zeitlich perfekt aufeinander abgestimmt die Finalsendungen zweier Shows über die Sender, die mit ihrem sonst üblichen Suhlen im Trash und dem gnadenlosen öffentlichen Vorführen verzweifelter Has-Beens wie Lys Assia (CH 1956, 1957, 1958, VE 2012) oder Costa Cordalis (DVE 1980, 1983) bestens dazu geeignet sind, dem von der Winterdepression gepeinigten Publikum den unerträglichsten Monat des Jahres durch eine gehörige Portion an Schadenfreude zu versüßen, diesmal jedoch auf voller Linie versagten, weil spätestens mit der Nominierung der Finalisten jegliches Mitfiebern verflogen und die unendliche Ödnis vorprogrammiert…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Es tut mir (nicht) leid

Fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, schrägte es vergangene Woche erneut einige hoffnungsvolle Bewerber/innen für den Eurovision Song Contest 2015 in Wien, darunter einige mit wundervoll schrägen Beiträgen, die es an dieser Stelle zu würdigen gilt. Dazu zählt an vorderster Stelle natürlich die Litauerin Reda Striškaitė und ihr barjazziger Cabaret-Versuch 'Es tut mir nicht leid'. Jawohl, mit deutschem Titel! Wobei: auch wenn Reda, die den Song bis auf diese Zeile auf Englisch vortrug, an der Aussprache noch etwas feilen sollte, pressiert es nicht mehr. Denn obgleich es aufgrund der für Außenstehende schlichtweg undurchdringbaren Kompliziertheit des litauischen Auswahlverfahrens widersprüchliche Angaben darüber gibt, ob der…
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Lanz fühlt sich von Con­chi­ta Wurst herausgefordert

Lanz fühlt sich von Con­chi­ta Wurst herausgefordert

"We could be Heroes tonight" singt Grand-Prix-Siegerin Conchita Wurst im Refrain ihrer frisch veröffentlichten, brandneuen Single. Und stellte dies heute Abend auch gleich unter Beweis, in dem sie sich zu Wetten, dass? nach Graz wagte, um eben diese dort live vorzustellen und sich anschließend in der größten Sitzgruppe des deutschen Fernsehens von dem unfasslich peinlichen Markus Lanz vollsülzen zu lassen, der sich nicht entblödete, ihr ins Gesicht zu sagen, dass ihre Anwesenheit "unser aller Toleranz herausfordert". Wo es doch der selbsterklärte Hetero Lanz war, der sämtliche männlichen Gäste der Show platt anschwulte und auch sonst für einen Fremdschämmoment nach dem…
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Der Euro­vi­si­ons­slo­gan 2015: Über die Brü­cke gehn

Der Euro­vi­si­ons­slo­gan 2015: Über die Brü­cke gehn

Der ORF geht unter die Architekten: wie der Wiener Sender vor wenigen Minuten in einer Presseaussendung erklärte, wolle er beim Jubiläumsjahrgang in der österreichischen Hauptstadt "Brücken bauen": unter Hunderten von Vorschlägen für den offiziellen Claim des 2015er Wettbewerbs habe man sich für "Building Bridges" entschieden. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz fand dazu recht salbungsvolle Worte: "Wenn sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 70. Mal jährt, reichen die europäischen Länder einander die Hand - in Österreich, jenem Land, das seit jeher eine zentrale Rolle als Brücke zwischen Ost und West übernommen hat." Dann hoffen wir mal sehr, dass sich Europa trotz täglicher medialer…
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Con­chi­ta Wurst: Nur ein State­ment reicht nicht

Con­chi­ta Wurst: Nur ein State­ment reicht nicht

Der ORF nahm die Bekanntgabe der Entscheidung für Wien als Austragungsort des 60. Eurovision Song Contests gestern zum Anlass, Conchita Wurst zum Interview in die Nachrichtensendung Zeit im Bild 2, quasi die österreichischen Tagesthemen, einzuladen. Dort sprach die aktuelle Eurovisionssiegerin in gewohnt charmant-eloquenter Weise über den gesellschaftlichen Einfluss ihres Sieges, ihre Zukunftspläne und den kommenden Contest. Ihren Triumph von Kopenhagen bezeichnete sie als europäisches Statement für Toleranz, sagte aber auch: "Nur ein Statement reicht nicht, um eine ganze Gesellschaft zu ändern," vielmehr sei es wichtig, eine solche Haltung auch im Alltag zu leben. Doch auch, wenn viele im Schutze der…
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Vien­na first, James last: wo fin­det der Con­test 2015 statt?

Vien­na first, James last: wo fin­det der Con­test 2015 statt?

Nur in der Wiener Luft: bereits Ende Juni sprach sich die aktuelle Eurovisionskaiserin Conchita Wurst im Wettstreit dreier österreichischer Großstädte um die Austragung des 60. Eurovision Song Contests für die Metropole aus. Nun erhielt sie weitere prominente Unterstützung von ihrem Kollegen Udo Jürgens, der in den Sechzigern drei Mal hintereinander für die Alpenrepublik antrat und bei seiner letzten Teilnahme mit 'Merci, Chéri' 1966 die erste Grand-Prix-Krone für das Land holte. "Es ist üblich, dass die Hauptstadt so etwas ausrichtet. Graz ist eine wunderbare Stadt. Innsbruck könnte das sicher auch gut machen. Aber die Welt erwartet Wien," sagte der weitsichtige Jürgens heute dem Groschenblatt…
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Som­mer­loch-News: Kat­ze beißt Lys

Som­mer­loch-News: Kat­ze beißt Lys

"Hund beißt Mensch" ist keine Meldung, so eine alte Journalismusregel. Die augenscheinlich für Schweizer Boulevardblätter wie den Blick nicht gilt, insbesondere dann, wenn es sich bei dem bissigen Tier um eine Katze handelt und bei der gebissenen Person um die große Lys Assia. Die mittlerweile neunzigjährige Grand-Prix-Gerontin nutzt seit Jahren das Sommerloch für dramatische Spitalbesuche ("Die Ärzte wollten mich nicht mehr nach Hause lassen. So schlecht war mein Zustand."), ob sie nun zu Hause von der Waschmaschine angefallen wurde oder, wie heuer, von einer streunenden Katze. Wie Blick, das schweizerische Fachblatt für Lys-Assia-Fragen, minutiös berichtet, musste sich die Eurovisionssiegerin von…
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Sinit­ta: mit dem GTO zum ESC?

Die nachrichtenarme Post-Eurovisions-Depressions-Periode ist bekanntlich die am besten geeignete Zeit für popmusikalische Hasbeens, mit offensichtlich aussichtslosen Bewerbungen um eine Eurovisionsteilnahme mal wieder dem Ghetto des Vergessens zu enteilen, und sei es auch nur kurz. Und üblicherweise ignoriere ich solches - außer, es handelt sich um einen meiner Lieblings-Trashpop-Stars aus den goldenen Achtzigern. Wie beispielsweise die fabelhafte Sinitta, die etlichen Stock / Aitken / Waterman-Produktionen wie 'G.T.O.' oder 'Cross my broken Heart' ihr Gesicht und ihr dünnes Stimmchen lieh. Weit wichtiger aber sind ihre 1986 vor der SAW-Zeit entstandenen, essentiellen Gay-Disco-Hymnen 'Cruisin' und 'So macho!', mit denen die Tochter der US-Disco-Königin…
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Das Ende der Wurst für Alf Poier

Das Ende der Wurst für Alf Poier

Majestätsbeleidigung hat ihren Preis! Als "künstlich hochgezüchtetes Monster", mit dessen "verschwulter Zumpferl-Romantik" er nichts anfangen könne und die "eher zum Psychotherapeuten" gehöre als auf die Eurovisionsbühne, wenn sie nicht wisse, ob sie "ein Manderl oder ein Weiberl" sei, hatte der österreichische Kabarettist und Grand-Prix-Vertreter von 2003, Alf Poier, noch vor dem Song Contest in einem Interview mit dem Blättchen Die neue Woche seine diesjährige Kollegin Conchita Wurst tituliert. Dies kostet ihn nun sein Management: wie Vienna Online heute kolportiert, will René Berto, der sowohl Poier als auch die Wurst unter Vertrag habe, sich von dem Steyrer trennen und sich "in erster Linie…
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Schön, dass Du krank warst: die Wurst-Wall­fahrt nach Wien

Schön, dass Du krank warst: die Wurst-Wall­fahrt nach Wien

Manchmal bekommt man von Schicksal etwas geschenkt, einfach so. Seit ewigen Zeiten, diese etwas private Einführung sei mir verziehen, fahre ich mit guten Freunden über Pfingsten weg. Diesmal, so hatten wir das bereits im Januar auf meinen Vorschlag hin entschieden, nach Wien. Da war Conchita Wurst zwar bereits vom ORF nominiert, ihr Song stand aber noch nicht fest und an einen Eurovisionssieg der bärtigen Frau glaubte ich ohnehin nicht. Nein, ausschlaggebend waren vielmehr die hübschen Jugendstil-U-Bahn-Stationshäuschen, die mir, bei einer Urlaubsfahrt nach Ungarn vom merkwürdigen österreichischen Autobahnsystem unfreiwillig durch die Hauptstadt gelotst, aufgefallen waren und die ich näher betrachten wollte.…
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Con­chi­ta Wurst: Flut­brin­ge­rin oder Heilige?

Con­chi­ta Wurst: Flut­brin­ge­rin oder Heilige?

Während ein offensichtlich geistesgestörter montenegrinischer Priester unlängst die aktuelle Eurovisionssiegerin Conchita Wurst als Verursacherin der sintflutartigen Regenfälle auf dem Balkan ausmachte, die mehr als fünfzig Todesopfer forderten und in Serbien, Kroatien und Bosnien eine Spur der Verwüstung hinterließen, erfreut sich ein Museum im niederösterreichischen Städtchen Horn derzeit an einer wahren Flut von Besucher:innen. Der Grund: die dort ausgestellte Holzstatue einer christlichen Heiligenfigur, der Kümmernis oder Wilgefortis - einer Frau mit Bart. Einer Sage aus dem vierzehnten Jahrhundert zufolge habe es sich bei ihr um die Tochter eines heidnischen portugiesischen Adeligen gehandelt, welcher diese mit dem sizilianischen König verheiraten wollte. Was der Tochter…
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Com­mon Lin­nets: Birds fal­ling down the Rooftop

Drei Wochen nach dem Eurovision Song Contest von Kopenhagen hält sich das niederländische Country-Duo The Common Linnets noch am erfolgreichsten in den deutschen Single-Charts: in der Vorwoche als höchster Neuzugang auf Platz 3 eingestiegen, segelten die Hänflinge auf Rang 21 hinunter, okkupierten damit aber immer noch die Spitzenposition unter den Grand-Prix-Liedern. Und was macht man, wenn man einen solchen Erfolg hat? Richtig: man löst sich auf! Wie der Prinz-Blog berichtet, tauchte Willem Bijkerk alias Waylon kurz nach dem Song Contest ab, was zu besorgten Suchanfragen in der niederländischen Öffentlichkeit und zu Spekulationen führte, der früher mit Drogenabhängigkeit kämpfende Musiker sei möglicherweise…
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Rus­sen rasie­ren sich die Bär­te als Protest

Und damit es nicht immer nur um die Jurys geht, hier noch eine bunte Meldung aus dem lustigen Reich der Heterosexualiät: wie der britische Blog Gay Star News berichtet, rasieren sich einige verwirrte russische Männer nun in einer bizarren Form des Protestes gegen den Sieg Conchita Wursts den Bart ab: so habe der Rapper Alexander Stepanov alias ST seine Fans aufgefordert, durch ein solches Tun zu beweisen, dass sie nicht Conchita seien. Der Artikel zitiert einen Twitter-User, der dem Aufruf folgte, mit den Worten: "Samstag war der letzte Tag, an dem ein Bart Dich männlicher machen konnte." Zu den Protestlern…
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Kol­laps mora­li­scher Wer­te: steigt Russ­land aus dem Song Con­test aus?

Kol­laps mora­li­scher Wer­te: steigt Russ­land aus dem Song Con­test aus?

Es stand zu erwarten: nach dem Sieg von Conchita Wurst beim 59. Eurovision Song Contest in Kopenhagen fordern erste russische Politiker den Ausstieg des Landes aus der "Brutstätte der Sodomie", wie eine weißrussische Initiative den Wettbewerb bereits im Oktober vergangenen Jahres so hübsch bezeichnete. Wie das schweizerische Boulevardblatt Blick heute schreibt, fordere der Chef der Kommunistischen Partei, Waleri Raschkin: "Wir müssen diesen Wettbewerb verlassen, wir können diesen endlosen Wahnsinn nicht tolerieren." Ein Beratungskomitee des weißrussischen Präsidenten Lukaschenko habe sich dem Blatt zufolge der Forderung angeschlossen: "Wir brauchen Europa nicht," das Ergebnis stehe für einen "vollständigen Kollaps moralischer Werte." An die…
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Sido: Ich gra­tu­lie­re dem Herrn Wurst

Sido: Ich gra­tu­lie­re dem Herrn Wurst

Wie Focus online berichtet, äußerte sich der Deutschrapper Sido, einer der fünf Juror:innen, die am Samstag mit ihrem kollektiven Downvoting für Conchita Wurst dafür sorgten, dass die Eurovisionssiegerin aus Deutschland peinlicherweise nur sieben Punkte erhielt, obwohl sie auch im deutschen Televoting eindeutig führte, heute auf Facebook zu der breiten Kritik an der Jury. Das Magazin zitiert Sido, der 2012 mit dem von ihm betreuten Rap-Projekt 3punkt5 bei der österreichischen Vorentscheidung gegen Conchita Wurst und die Trackshittaz den deutlich Kürzeren zog, wie folgt: „Weil ich ein toleranter Mensch bin, habe ich auch jedem Kandidaten dieselbe Chance gegeben, mich zu überzeugen, unabhängig von…
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The Wie­ner takes it all: Con­chi­ta Wurst gewinnt den Euro­vi­si­on Song Contest!

The Wie­ner takes it all: Con­chi­ta Wurst gewinnt den Euro­vi­si­on Song Contest!

Ich liebe Dich, Europa! Was ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt hätte, erfüllte sich in dieser denkwürdigen Samstagnacht: die Menschen dieses Kontinents krönten eine bärtige österreichische Dragqueen zu ihrer Königin. Entgegen allen Befürchtungen erhielt die fabelhafte Conchita Wurst, die eine würdevolle Show und eine auf den Punkt perfekte Gesangsleistung lieferte, aus so gut wie allen Ländern Punkte - auch aus denen jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Dabei zeigten sich sogar politisch erzkonservative Staaten wie beispielsweise Ungarn fortschrittlicher als Deutschland, aus der Conchita - einziger Wermutstropfen des Abends - lediglich sieben Punkte bekam. Was wir unserer Jury verdanken, denn…
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