2012

ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

ESC-Fina­le 2012: An ever­las­ting Pie­ce of Art

Europa altert - und der Eurovision Song Contest reflektiert das. Musste die EBU noch 1990 eine Altersuntergrenze von 16 Jahren einführen, um den Wettbewerb nicht zur Mini Playback Show verkommen zu lassen, so schienen sich die Teilnehmerländer dieses Jahrgangs einen Wettstreit um den ältesten Grand-Prix-Partizipanten zu liefern. Nicht nur die Jugos schickten mit dem serbischen Balkanballadenkönig Željko Joksimović (40) und der mazedonischen Nina Hagen, Kaliopi (46), lebenserfahrene Barden. Gleich der erste Starter des Abends riß die bisherige, vom kroatischen Gerontorapper 75 Cents gelegte Meßlatte: das Vereinigte Königreich entsandte nämlich den sich nach einem schon lange verschiedenen deutschen Komponisten nennenden, mittlerweile…
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Zwei­tes ESC-Semi 2012: Verjammern

Zwei­tes ESC-Semi 2012: Verjammern

Ganze fünf (von sechs) exjugoslawische Länder versammelten sich in diesem zweiten Semi, und sie brachten fünf mehr oder minder dramatische, klassische Balkanballaden mit. Drei von ihnen kamen weiter ins Finale, darunter echte Überraschungen. Nicht so sehr beim Eröffnungsact des Abends: Željko Joksimović, auf dessen Konto das selbst gesungene 'Lane moje' (RS 2004, 2. Platz), 'Lejla' (BA 2006, 3. Platz) und 'Oro' (RS 2008, 6. Platz) gehen, bewies mit 'Nije Ljubav Stvar' erneut, warum er mit Fug und Recht als unumschränkter Balkanballadenkönig gilt: ein wunderschön instrumentierter, sanft beginnender und nach und nach immer eindringlicher und dramatischer werdender Folkschlager mit einem ergreifend kitschigen Text,…
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Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Ers­tes ESC-Semi 2012: Scham­lip­pen­lap­pen und Popos

Flammentürme. Immer und immer wieder diese Flammentürme! Der überdeutliche Wille der aserbaidschanischen Herrschersippe der Aliyews, ihren autokratisch regierten, postsowjetischen Kaukasusstaat anläßlich des in Baku auszutragenden Contests als modernes Land zu präsentieren, fand seinen ersten Niederschlag in den zwischen den Auftritten gezeigten Postkarten: wunderschön gemachte touristische Hochglanzbilder, die allerdings in ihrer starken Fokussierung auf die beeindruckenden Prachtbauten der Hauptstadt, darunter die besagten futuristischen - und noch nicht ganz fertiggestellten - gläsernen Drillingshochhäuser, auf Dauer doch ein wenig ermüdeten. https://www.youtube.com/watch?v=ttPqxZOJ-E4 So, wie auch die Moderationen des deutschen Kommentators Peter Urban. Ausgewogen, fundiert und amüsant zwar - aber leider an allen drei Abenden die…
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San Mari­no: eine “kost­spie­li­ge” Null­lö­sung (SM 2012)

Vor wenigen Minuten präsentierte das sanmarinesische Fernsehen die umgeschriebene Fassung des von der EBU wegen des Vorwurfs der Schleichwerbung zensierten Ralph-Siegel-Songs 'Facebook (Uh Oh Oh)'. "Innerhalb von einer Woche mussten wir alles neu einspielen: Der gesamte Chor kam ins Studio, wir haben ein neues Video gedreht. Das war eine kostspielige Sache," so wehklagte der deutsche Grand-Prix-Senior noch gestern in der FAZ. Merkwürdigerweise nur ist nichts zu sehen und zu hören von den ganzen Millionen, die Herr Siegel da verbrannt haben will. Das Video ist - bis auf die angepassten Schrifteinblendungen - exakt dasselbe wie zuvor, und Valentina Monetta lässt nun…
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Ita­li­en: mi vien da pia­n­ge­re (IT 2012)

Nein, Italien, das war nicht der Deal. All die Jahre, in denen wir Fans Euch immer wieder flehentliche Bettelbriefe und -mails schrieben, dass Ihr doch bitte wieder mitmachen sollt. In denen die üblicherweise sich neutral gebende EBU Euch öffentlich Lorbeerkränze flocht, wie sehr doch der italienische Qualitätspop vermisst werde beim Song Contest. In denen wir unsere Selbstachtung beiseite schoben, Euch Brücken bauten, rote Teppiche ausrollten - ja, in denen wir förmlich Eure wohlgeformten, behaarten Hintern küssten, nur damit ihr endlich wieder mitspielt bei unserem Lieblingsevent und wir uns endlich, endlich wieder am unverfälschten Genuss der schönsten Gesangssprache der Welt delektieren…
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Lost and for­got­ten (IS, ES, HU, AZ 2012)

Sie haben es tatsächlich wahr gemacht. Ich könnte heulen vor Wut! Wie bereits angedroht, singen Gréta Salóme und Jónsi ihren Beitrag in Baku nicht, wie noch bei der Vorentscheidung, in isländischer Muttersprache, sondern auf englisch. 'Never forget' heißt der Song nun, und ich muss den Beiden zugestehen, dass es sich wohl um eine ziemlich werkgetreue Übersetzung handelt, die auch - anders als so mancher osteuropäische, englisch gesungene Beitrag der letzten Jahre - weder Ohren noch Hirn beleidigt. Dennoch: für mich geht mit der Anglifizierung ein Gutteil der wilden, düsteren, mystischen Magie des Originalliedes 'Mundu eftir mér' so schmerzlich wie unwiderbringlich verloren.…
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Groß­bri­tan­ni­en: der mit dem zar­ten Schmalz (UK 2012)

Seit heute Vormittag ist er endlich draußen: der mit Hochspannung erwartete und diesmal wirklich bis zur letzten Sekunde geheim gehaltene britische Beitrag. Hm. Tja. Deutlich weniger schmalzig als bei Engelberts Vorstrafenregister zu erwarten kommt 'Love will set you free' daher; eine eher sanfte, beinahe intime Gitarrenballade mit allerdings großer Streicherunterstützung, die dann doch für das notwendige Pathos sorgt. Ein bisschen aus der Zeit gefallen wirkt der Song, der so auch schon 1963 hätte dabei sein können und der alle klassischen Grand-Prix-Insignien wie die vorschriftsmäßige Rückung und die hohe, aufwallende Schlußnote mitbringt, bei der sich Engelberts fortgeschrittenes Alter stimmlich allerdings bemerkbar macht.…
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Him­mel… und Wol­ken­bruch (CH, HR 2012)

Und wiederum sind brandneue Videos zu vermelden. Den Auftakt macht Nina Badric aus Kroatien, die uns nicht nur einen noch deutlich zielgruppengerechteren Clip präsentiert als ihr französische Mitbewerberin Anggun, sondern - wohl angesichts der Konkurrenz an Balkanballaden -  das Arrangement ihres Beitrags 'Nebo' deutlich aufdramatisierte. Was natürlich auf das Schärfste zu begrüßen ist, auch wenn es mir zugegebenermaßen aufgrund des durch das Video ausgelösten Blutstaus schwer fällt, die Musik noch wahrzunehmen. Und da ich kaum glaube, dass sie die leicht bekleideten Herren in Baku mit auf die Bühne nimmt, könnte es für Nina dennoch eng werden. httpv://www.youtube.com/watch?v=OL8oiaoBlmQ Himmlisch: Kroatien (mehr …)
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Kein Face­book in San Marino

Es musste ja schief gehen: wie die sanmarinesische Sängerin Valentia Monetta von einer halben Stunde - ironischerweise auf ihrem Facebook-Account - bekannt gab, hat die EBU den von Ralph Siegel geschriebenen Beitrag des italienischen Mikrostaates nicht akzeptiert. Nein, nicht wie Sie jetzt denken, aus geschmacklichen Gründen: bei ihrem Treffen in Baku entschied die Leitungsrunde der EBU erwartungsgemäß, dass die Nennung des Wortes 'Facebook' im Titel des sanmarinesischen Beitrags gegen die Regeln verstoße. Monetta wandt zwar ein, es handele sich um eine "Parodie auf die Welt der sozialen Netzwerke", und Facebook sei nun mal das bekannteste. Dennoch wolle man sich der…
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Bel­gi­en: La la Lan­ge­wei­le (BE 2012)

Die haben ja eine lustige Vorstellung von Demokratie, die Belgier! In der letzten Vorentscheidung der diesjährigen Saison[ref]Es fehlt nur noch die Songpräsentation des britischen Beitrags[/ref] stellte der flämische Sender Één das Publikum vor die schwierige Wahl: Kaffee Hag oder Kaffee Hag? In einer nur fünfzehnminütigen Präsentation stellte die erst siebzehnjährige, allerdings dem diesjährigen Eurovisions-Leitmotiv folgend wie ihre eigene Großmutter gestylte Sängerin Iris zwei an Ödnis kaum zu überbietende Langweilerballaden vor, unter denen sich die Anrufer mit 53 zu 47 Prozent dankenwerterweise für die ein winziges Quentchen weniger schnarchnasige, 'Would you', entschieden. Womöglich glaubten sie nach den gestrigen, schockierenden Enthüllungen von Ralph…
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Fångad av en Betong (AL, EE, CY 2012)

Und die Videos trudeln weiterhin fleißig ein. So kommen wir heute erstmals in den Genuß der gekürzten Eurovisionsfassung von Rona Nishilus 'Suus'. Die Ärmste hat sich augenscheinlich des Präsentationsvideos mit der Albanermafia angelegt und wartet nun, bereits mit einem entsprechenden Beinkleid präpariert, in einer bis auf zwei retardierte Kinder leeren Lagerhalle auf ihren Abtransport in den nächstgelegenen Fluss. Ihr flehendes, ja verzweifeltes Rufen nach einem "Tschai" als Schierlingsbecher verhallt ungehört; noch nicht einmal die beiden imbezilen Schrazen, die Ronas Immobilität zum straffreien Beschmieren der Wände nutzen, machen irgendwelche Anstalten, sie mit dem begehrten Heißgetränk zu versorgen. Obwohl doch sogar schon ein…
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Aser­bai­dschan: fas­ter pus­sy­cat, kill, kill! (AZ 2012)

Als wäre es ein satirischer Kommentar zum Eurovision Song Contest als solchem: 'When the Music dies' lautet der Titel des Beitrags des diesjährigen Gastgeberlandes. Einen besonders köstlichen Unterton bekommt die Wahl des Songtitels, wenn man sich an den siegbringenden Auftritt der aserbaidschanischen Chanteuse Sabina Babayeva im Finale der dortigen Vorentscheidung erinnert, als sie ausgerechnet 'The Greatest Love of all' der tags zuvor verstorbenen Whitney Houston posthum massakrierte. Auch die nun ausgewählte, prätentiöse Ballade bietet dem singenden Rochen aus dem Ölstaat jede nur denkbare Gelegenheit zu überflüssigen, nervtötenden Modulationen und Dehnungen, denen sich Sabinas großes Vorbild ja auch nicht immer abhold zeigte.…
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Sol­di­ers of Love (FR, MT, TR, SK 2012)

Neue Videoclips und / oder Songabmischungen trudelten in den letzten Tagen aus etlichen Ländern ein. Für die größte Begeisterung in Fankreisen sorgte der offizielle Videoclip zu Angguns 'Echo (You and I)'. Wohl weniger aufgrund der penetranten Werbeeinblendungen für Autos und Haarprodukte, sondern aufgrund der mit diesen Einnahmen finanzierten männlichen Unterhosenmodels und der subtilen, wenn auch merkwürdig entmenscht wirkenden Homoerotik des Clips, die ihren Höhepunkt in einem Gasmaskenkuss zweier Herren im rosa Nebel findet. Auch dieses zielgruppengerechte optische Bonbon dürfte den französischen Beitrag zwar nicht vor dem antizipierten Carcrash retten, wenn Anggun (die nun in den zurückliegenden Monaten keinen Gastauftritt bei nationalen…
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San Mari­no: Im E‑Mail triffst Du mich (SM 2012)

Die Schweiz, Montenegro, San Marino: alle paar Jahre gelingt es dem deutschen Mr. Grand Prix Ralph Siegel - zu Hause in eurovisionären Zusammenhängen mittlerweile Persona non grata - ein kleines, erfolgloses, unerfahrenes und völlig planloses Land hinters Licht zu führen und ihm eine seiner ansonsten unverkäuflichen Songgurken unterzuschieben. Diesmal griff also der italienische Winzstaat zu, der sich nun in Baku mit einem Song über das Internet blamieren darf. Mit ähnlich planlosen Textzeilen ("Come to my House and click me with your Mouse") wie der unvergessliche 1996er Vorentscheidungsklassiker 'Surfen - Multimedia'. Die spannende Frage ist nun, ob der Song tatsächlich von der…
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Die Gna­de der spä­ten Geburt (LV, HR, SI 2012)

Die Vorentscheidungssaison liegt gerade in den letzten Zügen, da geht das große Remixen schon wieder los. Lettland präsentierte heute das offizielle Musikvideo zu Anmarys 'Beautiful Song'. Mit einer leider deutlich camperen Instrumentierung und einem leider etwas glattgebügelten Text: so nennt die großäugige Blondine den irischen Grand-Prix-Großmeister Johnny Logan nicht mehr "alt", sondern umschreibt diesen Umstand nunmehr feinfühlig als "auch 30 Jahre später noch unvergessen". Und auch das Rolling-Stone-Knautschgesicht heißt jetzt nicht mehr "Jaggermick", sondern "Sir Mick Jagger", muss sich aber nach wie vor mit einem offensichtlich nicht ernst gemeinten Rückrufversprechen abspeisen lassen. Kultnummer! httpv://youtu.be/BeXo4HzpmuU Ob Anmary wohl einen kostenlosen Upgrade in die…
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Mon­te­ne­gro: Shock me, Amadeus

Montenegro, der noch junge, aber bereits zu Recht mit einem katastrophalen Ergebnisschnitt beim Eurovision Song Contest geschlagene Balkanwinzstaat, gibt uns nach zwei Mal fadem Ostrock und einmal Siegel-Seniorendisco nun einen lokalen Helge Schneider: Rambo Amadeus (fabelhafter Künstlername!), in Montenegro geborener und in Belgrad lebender "Musiker, Poet und Medienmanipulator", scheint im früheren Jugoslawien mit seinen satirisch-politischen Texten und eigenwilligen Bühnenshows seit Ende der Achtzigerjahre dauerhaft erfolgreich zu sein. Das heute vorgestellte 'Euro-Neuro' ist bizarr, verstörend, skurril, unterhaltsam, merkwürdig, amüsant, eigenartig, krude, schwer zugänglich, aber irgendwie sympathisch. Das kann natürlich auch an dem putzigen Maulesel (oder was immer das ist, ich bin ein…
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Bos­ni­en: Ich bin müde (BA 2012)

Es soll mir bitte keiner nachsagen, ich hätte mir keine Mühe gegeben. Ich kenne den Effekt ja schon von bosnischen Beiträgen aus der Vergangenheit, die ich beim ersten Hören schrecklich fand und mich später in sie verliebte: der Laka-Effekt. Drei Durchläufe habe ich daher diesmal durchgehalten, mit Streichhölzern in den Augen und Nägeln im Unterarm. Nur um Maya Sar und ihrer sehr sanften, sehr ruhigen Klavierballade 'Korake ti znam' eine faire Chance zu geben. Aber so sehr ich das Lied mögen möchte: mehr geht beim besten Willen nicht. Schon diese Zeilen schreibe ich gewissermaßen im Zustand der Umnachtung, befallen von…
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Jun­ger Mann zum Mit­tan­zen gesucht (RO 2012)

Kein amtlicher Sommerhit ohne alberne Mittanzchoreografie! Und da es sich bei 'Zaleilah', dem rumänischen Eurovisionsbeitrag 2012, um einen ebensolchen handelt - und einen sehr ordentlichen noch dazu - verfügt er natürlich auch über eine solche, sehr leicht befolgende, Schrittkombination aus Discohänden, heuschreckenhaftem Springen und brummkreiselartigem Drehen, perfekt für jede Eurovisionsdisco geeignet. Und das Beste: zum Lernen gibt es sogar ein Anleitungsvideo, von Mandinga selbst vorgetanzt. Viel Spaß damit! httpv://youtu.be/gAz7ntUAg0E Nachmachen, morgen frag ich das ab! Und wer lieber zuschaut, als selbst aktiv sein zu müssen, für den gibt es hier noch den offiziellen Videoclip. Warum die Leadsängerin der Band darin halbnackt…
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Ita­li­en: heu­te so, mor­gen so (IT 2012)

Eigentlich keine Frage, dass es ohne ewiges Hin und Her in Italien nicht abgehen kann. Dort hatte man sich für die San-Remo-Teilnehmerin Nina Zilli als Repräsentantin entschieden, sich aber zunächst offen gehalten, mit welchem Song sie denn in Aserbaidschan antreten wolle. Dann bestätigte man, dass 'Per sempre', ihr San-Remo-Beitrag, auch ihr Lied für Baku sei. Vor ein paar Tagen zerstörte die RAI dann meine Vorfreude auf das balladeske Canzone Italiana mit der Mitteilung, Nina wolle in einem Sprachmix aus italienisch und englisch singen. Heute indes stornierte man 'Per sempre' und teilte mit, man habe sich gemeinsam mit Ninas Plattenfirma für das eher…
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Grie­chen­land: Ich kauf mir was (GR 2012)

Sinn für Selbstironie haben sie ja, die Griechen. Hätte man angesichts der aktuellen Finanzkrise einen (un-)passenderen Ort für die nationale Vorentscheidung auswählen können als Athens größtes Einkaufszentrum? Vier Acts mussten dort - wegen der völlig ungeeigneten Raumakustik im Vollplaybackverfahren - auf einer wackelig aussehenden Bühne direkt vor den Rolltreppen zu ihren Beiträgen mimen. Und zwar offensichtlich ungeprobt, so verkrampft und unsynchron, wie sie das taten. Erwartungsgemäß und völlig zu Recht siegte Eleftheria Eleftheriou mit 'Aphrodisiac': sie vermochte am überzeugendsten an die alten Glanzzeiten von Helena Paparizou zu erinnern, um jetzt mal das unschöne Wort von einer verwässerten Kopie zu vermeiden. Und…
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Mol­da­wi­en: von Raub und Repa­ra­ti­on (MD 2012)

Es ist ein seit Jahren zunehmend zu beobachtender Trend bei Eurovisionsvorentscheidungen: starke Acts, die mit einem mördermäßigen Spitzensong knapp unterliegen oder durch Juryentscheidungen ihres gerechten Sieges beraubt werden, erfahren oftmals im Folgejahr - dann leider immer mit einem wesentlich schwächeren Beitrag - kosmische Wiedergutmachung. So beispielsweise letztes Jahr in Schweden und heuer in Österreich und Russland. Nun gesellt sich auch Moldawien in diese Riege: dort siegte soeben, mit Hilfe massiver Jurymanipulation, der niedliche Pasha Parfeny gegen die Publikumsfavoritin Cristina Croitoru. Der wurde 2011 mit dem absolut besten Vorentscheidungsbeitrag des gesamten Jahrgangs, dem Ethno-Disco-Knaller 'Dorule', ebenso dank massiver Jurymanipulation, nur Dritter.…
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Por­tu­gal: Babic-ka zum Zwei­ten (PT 2012)

Die eurovisionäre Unterwanderung der iberischen Halbinsel geht weiter: nachdem der Schwede Thomas G:son nach 2007 heuer zum zweiten Mal den spanischen Beitrag schrieb, gelang auch dem kroatischen Komponisten Andrej Babić in Portugal das Doppel: mit der musikalisch doch sehr deutlich an seinen 2008er Beitrag 'Senhora du Mar' angelehnten, leider aber keinesfalls heranreichenden Ballade 'Vida minha' schaffte er - beziehungsweise die Sängerin Filipa Sousa - den Sieg bei dem soeben zuende gegangenen Festival da Canção. Wie schon Vânia Fernandes wird auch die vergleichsweise magersüchtige und deutlich weniger charismatische Filipa von einem eng hinter ihr agierenden, gemischten Chor unterstützt. Und wie schon…
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Ser­bi­en: Nobo­dy does it bet­ter (than Zel­j­ko) (RS 2012)

Auch Serbien präsentierte heute Abend erstmals seinen Eurovisionsbeitrag. Dass Željko Joksimović ihn komponiert und singt, steht bereits seit November vergangenen Jahres fest. Ich machte ja noch nie einen Hehl daraus, total auf seine Art der dramatischen Balkanballade abzufahren. Ob 'Lane moje' (2004), 'Lejla' (BA 2006) oder 'Oro' (2008): die von ihm komponierten Titel gehören allesamt zu meinen Lieblingseurovisionsbeiträgen. Entsprechend hoch gestalteten sich meine Erwartungen. Und: Željko hat sie nicht enttäuscht! 'Nije Ljubav Stvar' vereint all die von mir heiß und innig geliebten Elemente: ein großes Streicherarrangement, eine geschickt eingesetzte Flöte für den Ethno-Flavour, ein verhaltener Anfang und eine von Trommeln…
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Rumä­ni­en: Turn the Beat around (RO 2012)

Geschlagene drei Stunden - inklusive zweier viertelstündiger Pausen, in denen ein Tourismuswerbefilm uns mit der eher rauen Schönheit des ländlichen Rumäniens vertraut machte - brauchte der Balkanstaat, um den von Anfang an klaren Favoriten zum Eurovisionsvertreter zu wählen: den jahreszeitlich etwas früh kommenden Sommerhit 'Zaleilah', mit dem sich die Kappelle Mandinga schon seit Monaten dick in den Charts des Karpatenstaates tummelt und der, geschickt vermarktet, das Zeug zu einem neuen 'Dragostea din tei' hätte. Im fünfzehn Acts starken Wettbewerbsumfeld erwies sich die fröhliche, mit Akkordeon und Dudelsack sowie einer fabelhaft simplen Hände-hoch-hüpf-hüpf-dreh-dich-um-die-eigene-Achse-Choreografie aufwartende Nummer als ziemlich einzige professionelle, der Rest bestand…
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Eupho­rie in Schwe­den! (SE 2012)

Haben Sie, liebe Leser, dieses virtuelle Erdbeben auch gespürt, das vor wenigen Minuten Europa erschütterte, als das Ergebnis des Televotings im Melodifestivalen feststand und überall auf dem Kontinent tonnenschwere Steine von den Herzen der Grand-Prix-Fans fielen? Nach dem - mal wieder - absurden Abstimmungsverhalten der Schweden in den Semis und der Andra Chansen machte man sich ja schon auf das Schlimmste gefasst. Aber dann gewann doch, und zwar mit deutlicher Mehrheit, der barfüßige Techno-Hippie Loreen (gesprochen: Lore-Ann) mit dem von Thomas G:son geschriebenen Tanzflächenfüller 'Euphoria'. Der Auftritt vereint Lady-Gaga-artigen Gesang, modernen Elektrosound, waldorfschulenhaften Ausdruckstanz und so klassische Eurovisionszutaten wie die…
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