1965

Ein Gezei­ten­wech­sel: im zehn­ten Jahr sei­nes Bestehens sieg­te mit den sub­til fri­vo­len ‘Pou­pée de Cire’ erst­mals ein ech­ter Pop­song beim Grand Prix. Das Rai-Orches­ter würz­te die sonst größ­ten­teils faden Songs mit kna­ckig gespiel­ten Beats, der ita­lie­ni­sche Sen­der jedoch sorg­te mit grel­ler Beleuch­tung und Tanz­ver­bot für opti­sche Lan­ge­wei­le.

<span class="caps">ESC</span> 1965: Die Hit­ze der Jungs

ESC 1965: Die Hit­ze der Jungs

Im zehnten Jahr seines Bestehens schien der Eurovision Song Contest endgültig bei sich angekommen zu sein, die gröbsten Kinderkrankheiten einigermaßen ausgemerzt: unverzeihliche archivarische Lücken durch eine fehlende Aufzeichnung der Live-Sendung wie noch 1956 und 1964 sollten künftig nicht mehr vorkommen; die Frage, wer auf der Bühne die Siegestrophäe überreicht bekommt - Interpret:in oder Komponist:in - sorgte nicht mehr für Verwirrung und peinliche Situationen wie noch 1957; die Wertung unterlag zwar noch ständigen Verfahrensänderungen, hatte sich aber als unverzichtbarer Teil der Sendung etabliert; die Zahl der teilnehmenden europäischen Staaten zeigte einen erfreulich stabilen Aufwärtstrend von sieben im Anfangsjahr zu aktuell 18 Nationen…
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Ein Lied für Nea­pel 1965: Dann der Schlag ins Gesicht

Ein Lied für Nea­pel 1965: Dann der Schlag ins Gesicht

Nur all zu gerne ziehen Eurovisionsfans heutzutage her über die mangelnde Unterhaltungskompetenz der ARD - und der Hausherr dieses Blogs wäscht da seine Hände keinesfalls in Unschuld. Auch die eher einer freundlichen Übernahme durch Stefan Raab gleichkommende "Kooperation" des Ersten mit ProSieben bei den deutschen Eurovisionsvorentscheidungen von 2010 bis 2012 (im Wirtschafts-Neusprech hieße so etwas "Joint-Venture unter Abgabe der unternehmerischen Führung") könnte man als (allerdings im Endergebnis sehr erfolgreichen) konzeptionellen Offenbarungseid interpretieren, wenn man möchte. Doch so neu ist das alles nicht: bereits in den Sechzigern tat sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen, namentlich der damals federführende Hessische Rundfunk unter seinem Unterhaltungschef Hans-Otto Grünefeld, ausgesprochen…
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Dansk Melo­di Grand Prix 1965: Weil er ein Chau­vi ist, ein Man­nes­mann

Dansk Melo­di Grand Prix 1965: Weil er ein Chau­vi ist, ein Man­nes­mann

Ach, was hatten die Unterhaltungschefs der europäischen Rundfunkanstalten in den Anfangsjahren des Wettbewerbs zu leiden am Grand Prix Eurovision! Nicht nur an den hohen Kosten und am murrenden Volk, wenn die Lieder mal wieder zu schlecht und / oder die Ergebnisse zu enttäuschend waren, sondern vor allem an dem klaffenden Krater zwischen dem eigenen akademischen Anspruch an exquisite Musik und der profanen Notwendigkeit von wettbewerbsfähigen Eurovisionsbeiträgen. Vom deutschen Delegationsleiter dieser Ära, Hans-Otto Grünefeld, weiß man, dass er all zu Gefälliges und Hitverdächtiges, Schlagerhaftes gar, wie es der Plebs bevorzugte, aus vollem Herzen hasste, und er wähnte sich da voll und…
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Melo­di­fes­ti­va­len 1965: Ver­lan­gen und Lust

Melo­di­fes­ti­va­len 1965: Ver­lan­gen und Lust

Einzig und alleine das Lied soll im Vordergrund stehen beim Eurovision Song Contest, nicht der Interpret - von diesem möglicherweise gut gemeinten, aber völlig fehlgeleiteten Mantra (denn nur im gelungenen Zusammenwirken von Mensch und Material ergibt beides eine ergreifende Einheit) waren die TV-Unterhaltungschefs der westeuropäischen Sender nicht abzubringen in den Gründungsjahren des Wettbewerbs. Und so griff auch das schwedische Fernsehen 1965 zum gleichen Mittel wie die Kollegen aus Großbritannien und Belgien und nominierte, um das vergnügungssüchtige und leicht von großen Namen zu beeindruckende Publikum auszutricksen, einen einzigen Sänger, sämtliche Titel des nationalen Vorentscheids vorzutragen. Da der Contest in diesem Jahr…
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Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1965: Il pleut de l’Or

Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1965: Il pleut de l’Or

1963, als der flämische Sender VRT zuletzt für den belgischen Beitrag verantwortlich zeichnete, unterlag die als Liliane Couck geborene Sängerin Lize Marke im Vorentscheid trotz engagierten Jury-Einsatzes noch knapp (mit nur drei Punkten Differenz) gegen ihren Mitbewerber Jacques Raymond. Diesmal baute VRT vor und buchte Lize, welche im gleichen Jahr noch ihre eigene Personality-Show im flämischen Fernsehen bekam, exklusiv für die Repräsentanz des Landes beim Eurovision Song Contest. Einen Vorentscheid gab es dennoch: sechs Liedlein durfte die Chanteuse vorstellen, und eine paritätisch mit "Experten" und Zuschauer:innen besetzte Jury erwählte daraus die musikalisch äußerst dezent daherkommende Ballade 'Als het weer Lente…
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Natio­naal Song­fes­ti­val 1965: Mar­mor, Stein und Schla­ger bricht

Natio­naal Song­fes­ti­val 1965: Mar­mor, Stein und Schla­ger bricht

Nach zwei internen Auswahlen kehrte das niederländische Fernsehen 1965 wieder zum öffentlichen Vorentscheid zurück. Und das mit Grandezza: über eine ganze Woche lang erstreckte sich das Nationaal Songfestival (NSF) in diesem Jahr. Insgesamt fünf aktuelle Schlagerstars beteiligten sich daran und stellten in getrennten Vorrunden je drei Songs vor, aus denen das Publikum jeweils einen für das gemeinsame Finale auswählte. Den Auftakt machte die als Fünfzehnjährige in einer Talentshow entdeckte Trea van der Schoot. Die hatte auf Anraten ihrer Mentorin Caterina Valente (!) zeitgleich zu ihrer beginnenden Schlagerkarriere in den Niederlanden versucht, auch den lukrativen deutschen Markt zu entern und dazu…
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Iri­scher Vor­ent­scheid 1965: The Rain! The Rain! Cry­ing!

Iri­scher Vor­ent­scheid 1965: The Rain! The Rain! Cry­ing!

Erst im zehnten Jahr seines Bestehens debütierte die mit insgesamt sieben Siegen bis heute erfolgreichste Nation beim Eurovision Song Contest. 1956 bei der Grand-Prix-Premiere in Lugano konnte Irland indes noch gar nicht dabei sein: da verfügte die streng katholische und seinerzeit noch ein wenig rückständige Inselnation nämlich noch nicht über eine eigene Rundfunkstation. Erst 1961 gründete sich das Staatsfernsehen RTÉ, und vier Jahre später fühlte man sich dann fit genug, sich am kulturellen Kräftemessen der europäischen Nationen zu beteiligen. "Zu diesem Zeitpunkt schien die Eurovision in den Augen der Iren eine sehr anspruchsvolle Angelegenheit zu sein," schreibt der Autor David…
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Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 1965: Fess­le mich!

Spa­ni­scher Vor­ent­scheid 1965: Fess­le mich!

Mit einem nachgerade gigantischen Knock-out-Verfahren bestimmte der spanische Sender TVE im Jahre 1965 seinen Eurovisionsbeitrag. Beginnend im Oktober 1964, stellte man der Öffentlichkeit im Rahmen der wöchentlichen TV-Show Gran Parada insgesamt 54 (!) Lieder vor. Gegen Ende jedes Monats traten die zurückliegend präsentierten Titel in einem Semifinale gegeneinander an, die dort jeweils beiden Bestplatzierten erhielten das Ticket für das Anfang Februar 1965 angesetzte Finale des Eurofestival. Zu den so gefundenen acht Beiträgen (genauer gesagt: sieben, denn einen Titel musste der Sender disqualifizieren) addierte TVE nochmal sechs Direktstarter hinzu, die sich nicht dem Vorauswahlverfahren stellen mussten. Darunter der spätere Siegersong. https://youtu.be/m-2Ar1iHxcw…
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Fes­ti­val da Can­ção 1965: Weni­ger ist mehr

Fes­ti­val da Can­ção 1965: Weni­ger ist mehr

Sie muss nahezu unbegrenzt sein, die lusitanische Leidensbereitschaft. Oder aber das Land versetzt das Trinkwasser seiner Bewohner:innen mit Crystal Meth. Anders ist es nicht zu erklären, dass die südeuropäische Halbinsel zumindest in der ersten Hälfte dieses zweiten Festival da Canção (FdC) nicht in kollektiven, hundertjährigen Tiefschlaf verfiel. Aus der demütigenden Grand-Prix-Premiere der seinerzeitigen Diktatur beim Eurovision Song Contest 1964, von welchem man mit ganzen null Punkten wieder abreiste, hatte der Sender RTP nicht das Geringste gelernt: drei bereits im Vorjahr beim FdC präsente Sänger:innen, darunter der in Kopenhagen so glücklose António Calvário, interpretierten vor einer geschmackvoll zurückhaltenden Studiodekoration wie festgenagelt…
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Jugo­vi­zi­ja 1965: Immer mehr vom Meer sehn

Jugo­vi­zi­ja 1965: Immer mehr vom Meer sehn

Es waren in den Sechzigerjahren mehr oder minder stets dieselben Namen, die auf der Teilnehmer:innenliste der jugoslawischen Eurovisionsvorentscheidung auftauchten. Früher oder später gewann dann auch fast Jede:r von ihnen mal und durfte den Vielvölkerstaat beim Eurovision Song Contest vertreten. Eine, die das trotz beinahe durchgehender Präsenz bei der Jugovizija nie ganz schaffte, und das, obwohl sie laut Wikipedia die erfolgreichste Schlagersängerin des Balkanstaates ist, war Gabi Novak. Klingt ziemlich germanisch, dieser Vorname, werden Sie sich jetzt vielleicht denken, und liegen damit völlig richtig: die gute Gabi kam nämlich 1936 als Kind eines kroatischen Vaters und einer deutschen Mutter in Berlin…
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Schwei­zer Vor­ent­scheid 1965: Rien de rien

Schwei­zer Vor­ent­scheid 1965: Rien de rien

Sechs Lieder rangen um das Ticket nach Neapel beim schweizerischen Vorentscheid von 1965, dargeboten von fünf Sängerinnen - jawohl, ausschließlich Damen traten an in Locarno, und keine einzige von ihnen besaß helvetische Wurzeln. Was man, wenn man möchte, so werten könnte, dass in Sachen Frauenquote und Integrationsbereitschaft schon damals den gesellschaftlich fortschrittlichen Schweizer:innen keiner was vormachte. Oder was man als neuerlichen Beweis lesen kann, dass in der Eidgenossenschaft das musikalische Talent doch eher rar gesät ist. Die gebürtige Israelin Carmela Corren, die gleich alle beiden (im Netz leider nicht auffindbaren) deutschsprachigen Beiträge vortrug, beendete hier jedenfalls ihre eurovisionäre Tournee durch…
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San-Remo-Fes­ti­val 1965: Walk like a Man

San-Remo-Fes­ti­val 1965: Walk like a Man

Was für ein Höhenrausch: die im Vorjahr erstmals umgesetzte Idee der San-Remo-Macher, sich internationale Stars zum europaweit bekannten ligurischen Musikfestival einzuladen, welche dort die Zweitvariante der von den heimischen Künstler:innen vorgestellten Lieder sangen, hatte nicht nur den ohnehin schon herausragenden Glamour-Faktor der Gala in ungeahnte Höhen getrieben, sondern auch das musikalische Niveau gestärkt. Und gleich bei der Premiere des neuen Konzepts für Italiens ersten Eurovisionssieg gesorgt! Kein Wunder, dass die Rai das neue Format auch 1965 beibehielt. Was allerdings unter dem landeseigenen Sangespersonal nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß: einige etablierte San-Remo-Stars wie Adriano Celentano boykottierten den Wettbewerb. Domenico Modugno und…
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A Song for Euro­pe 1965: Just may­be I’m cra­zy

A Song for Euro­pe 1965: Just may­be I’m cra­zy

Im Vorjahr beim britischen Vorentscheid erstmalig zum Einsatz gekommen, erwies sich das Kombinationsverfahren aus interner Interpretennominierung und öffentlicher Vorentscheidung zur Auswahl des Songs als ausgesprochen erfolgreich. Natürlich behielt die BBC es dementsprechend bei. Nachdem fünf Mal in Folge Männer die Insel beim Eurovision Song Contest vertraten, war es 1965 nach Ansicht der Senderverantwortlichen an der Zeit für eine weibliche Repräsentantin. Und so entscheid man sich für einen der größten heimischen Stars dieser Zeit, nämlich die als Kathleen O'Rourke geborene Kathy Kirby, die mit dem Doris-Day-Titel 'Secret Love' einen großen Hit auf der Insel hatte und welche die Presse vom Äußerlichen…
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Melo­di Grand Prix 1965: Nur die aller­bes­te Melk­ma­schi­ne

Melo­di Grand Prix 1965: Nur die aller­bes­te Melk­ma­schi­ne

Erfrischend kurz war er, der sechste Norsk Melodi Grand Prix: nur etwas über eine halbe Stunde brauchte man für die Anmoderation und die Vorstellung der fünf zur Wahl stehenden Titel, dargeboten jeweils von zwei verschiedenen Interpret:innen in unterschiedlichen Instrumentierungen. Was dem Sender NRK die Chance gab, vermittels einer geschickten Choreographie von dem dürren musikalischen Angebot abzulenken: im ersten Durchgang präsentierte man die Lieder mit einer auf das Notwendigste reduzierten Begleitband, gewissermaßen in einer besonders intimen Fassung. Nachdem sich das Publikum so einen Überblick über das Menü verschaffen und jede:r für sich persönlich schon mal den am wenigsten furchtbarsten Titel bestimmen…
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