2014

ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

ESC-Fina­le 2014: The Secret is Love

Schon der Einspieler hätte es erahnen lassen können, in dem die Dänen die Eurovisionstrophäe, das gläserne Mikrofon, vom 14 Kilometer entfernten Malmö nach Kopenhagen holten - mit abenteuerlichen Stunts in bester James-Bond-Manier und unterlegt von den jazzigen Klängen des 1963er Siegertitels 'Dansevise' vom dänischen Filmmusikkomponisten Jørgen Ingman. Dennoch: dass am Ende dieses grandiosen Abends eine österreichische Diva mit Bart und einer shirleybasseyesken Bond-Ballade selbige Trophäe mit einem triumphalen "We are unstoppable!" in die Luft recken würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt. Doch Europa zeigte sich an diesem denkwürdigen, geschichtsträchtigen Samstag toleranter und offener als erwartet. Und…
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Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Zwei­tes ESC-Semi 2014: Euro­pa liebt die Wurst!

Ganz ehrlich: euphorisierenderes Fernsehen als die gerade eben zu Ende gegangenen zwei Stunden Eurovision habe ich selten erlebt. Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Dank an die Grand-Prix-Fans in den B&W-Hallerne in Kopenhagen in Worte fassen soll: so viel kollektive Liebe ist wohl noch nie über einer Grand-Prix-Teilnehmerin ausgeschüttet worden wie heute über Conchita Wurst. Dass der Saal der bärtigen Frau zujubeln würde, stand zu erwarten - dass die Stimmung dermaßen brodelte, dass man am TV-Schirm dachte, jeden Moment trägt es das Hallendach weg, machte mich sehr, sehr glücklich. Ebenso wie die Art und Weise, wie das dänische Fernsehen,…
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Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Ers­tes ESC-Semi 2014: Drei Mal dabei, bit­te weiterwählen!

Sie sind doch einfach jedes Mal für Überraschungen gut, diese Qualifikationsrunden und insbesondere die Antworten, die Europas Zuschauer und Juroren auf die Frage geben, welche der gezeigten Performances sie am Samstag im Finale wiedersehen wollen. So gut wie niemand hatte wohl ernsthaft Valentina Monetta auf seinem Tippzettel, und nachdem der unter langjährigen Leidensgenossen nur noch "der Unvermeidliche" genannte Ralph Siegel diesmal auch noch prominent am Flügel saß, als sei er die Reinkarnation von Andrew Lloyd-Webber (UK 2009), sah ich offen gestanden endgültig schwarz für die sanmarinesische Lys Assia (CH 1956-1958). Ob die Verleihung der Finalkarte nun den Lohn für die Persistenz der…
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Russ­land 2014: das war ja überfällig!

Seit Tagen starrt die Welt gebannt auf Russland. Denn das Land ist überfällig - nein, nicht nur auf der Krim, sondern, viel schlimmer, was die Präsentation ihres Beitrags zum Eurovision Song Contest 2014 angeht! Am Montag war offizieller Abgabetermin bei der EBU, und heute erst machten die Tolmachevy-Zwillinge ihren Song der Öffentlichkeit zugänglich, womit wir das komplette Line-up für Kopenhagen endlich kennen. Dabei wollte Mütterchen Russland ihren Beitrag ursprünglich bereits Silvester vergangenen Jahres in einer Vorentscheidung bestimmen - die verschob man dann aber zunächst vage "auf März", um vor wenigen Tagen erst die Siegerinnen der Kindereurovision von 2006 als Vertreterinnen…
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Gerührt, nicht geschüt­telt: Con­chi­ta Wurst gibt uns das Bond-Girl

Gerührt, nicht geschüt­telt: Con­chi­ta Wurst gibt uns das Bond-Girl

Als erste Teilnehmerin für den Eurovision Song Contest 2014 nominiert, spannte uns die österreichische Vertreterin Conchita Wurst hinsichtlich ihres Beitrags am längsten auf die Folter: heute früh erst, bereits nach dem offiziellen Abgabetermin, veröffentlichte der ORF ihren Song für Dänemark. Das Warten hat sich gelohnt: das unter anderem von dem Deutschen Ali Zuckowski komponierte 'Rise like a Phoenix' ist eine klassische James-Bond-Ballade von der ersten bis zur letzten Sekunde, verschwenderisch orchestriert und dramatisch aufgebaut, mit viel Raum für große, shirleyeske (Bassey, nicht Clamp) Noten, die Conchita ansprechend meistert. Selbstredend handelt der vom US-Amerikaner Charly Mason verfasste Text von Transformation und…
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Bel­gi­en schickt das Muttersöhnchen!

Wer es schon süß fand, wie die Elaiza-Frontfrau Ela nach ihrem Sieg im deutschen Unser Song für Dänemark ins Mikrofon quietschte, sie wolle jetzt "die Mama!" anrufen, der wird beim Contest in Kopenhagen einen Zuckerschock erleiden - alle anderen Zuschauer vielleicht nur einen Schock. Aber was für einen! Denn in Belgien ist soeben das von vielen Befürchtete, fast allen aber Erwartete eingetreten: Axel Hirsoux gewann mit seiner Ode an die 'Mother' den dortigen Eurosong - und das mit einem Erdrutschsieg! Guildohorneske sechzig Prozent der eingegangenen Anrufe konnte der Tenor mit der Ich-bin-zwei-Pavarottis-Figur auf sich vereinen, womit seine zeitgleiche Top-Position im Juryvoting schon…
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Aser­bai­dschan 2014: Kal­tes Feuer

Vor wenigen Minuten veröffentliche eurovision.tv den lange erwarteten aserbaidschanischen Beitrag zum diesjährigen Eurovision Song Contest. 'Start a Fire', das im Titel mit dem offiziellen touristischen Werbeslogan der Erdöldiktatur am Kaspischen Meer, "The Land of Fire", spielt, kommt als dunkle, melancholische Klavierballade daher, von Dilara Kazimova mit großer Stimme interpretiert. Leider jedoch auch in unglaublich miserablem Englisch: "noone sees the Bear called", "beat the Bear", "Norwegian Whales", "digging out the burning Boobs" - was will uns die Frau nur sagen? Zudem verzichtet der Song, wie immer aus schwedischer Feder (der Komponist Stefan Örn saß auch in der Jury, die Dilara Kazimova…
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Wie ärger­lich: Alba­ni­en ver­saut sich den Song

Seit wenigen Minuten ist die von Anfang an fest eingeplante englischsprachige Fassung des albanischen Beitrags 'Zemërimi i një Nate' von Herciana Matmuja, akkurat in 'One Night's Anger' übersetzt, bekannt. Musikalisch gab es keine all zu großen Änderungen - bis auf eine, allerdings entscheidende: der dreißigsekündige, mit großer Streicherbesetzung und harten Rockgitarren live gespielte Prolog zum eigentlichen, dreiminütigen Lied fällt ersatzlos weg. Und damit leider auch der beste Part des Beitrags, der dem Zuhörer schon mal die Ohren öffnete und die Neugier auf den folgenden Titel weckte. Der plätschert nun anderthalb Minuten unentschieden und strukturlos vor sich hin; bis dann endlich…
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Por­tu­gal 2014: Dan­çan­do Lambada!

Die Finanzkrise steckt Portugal nach wie vor in den Knochen: nach einem Jahr Eurovisionspause macht man heuer zwar wieder mit, entscheid sich aber aus Gründen der Kostenersparnis, einfach den Beitrag von 2007 kurz aufzubügeln und nochmal zu schicken. Vorteil: damit ist das Ausscheiden im Semi garantiert, so dass RTP auch an den Hotelkosten sparen kann. Im der Form halber gestern Nacht abgehaltenen Finale des Festival da Canção setzte sich Susana Guerra, optisch die Zwillingsschwester der ungarischen Teilnehmerin von 2011, Kati Wolf, unter dem hochkomplizierten Künstlerinnennamen Suzy gegen Hauptkonkurrentin Catarina Pereira, bereits beim Festival da Canção 2010 unglückliche Zweite, durch. Und wie schon…
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Mol­da­wi­en 2014: Wir sind die Roboter

Gäbe es Moldawien nicht, man müsste es erfinden: jedes Jahr unterhält uns die kleine Schwester Rumäniens in ihrer Vorentscheidung mit neuen Unglaublichkeiten. Sei es ein Beitrag, der in seinem Semi nur knappe 50 Anrufe kassieren konnte - oder die Siegerin des O Melodie Pentru Europa, Christina Scarlat. Die verkleidete sich für ihren Finalauftritt als Robowoman: die rechte Körperhälfte bedeckt von einem Metallpanzer, links ein apricotfarbenes, im Windmaschinensturm flatterndes Kleidchen. Was schon mal erfolgreich von ihrem etwas herben Gesicht ablenkte. "What am I? Am I human?" eröffnete sie dann auch noch ihre dramatische Dubstepballade 'Wild Soul', in der sie uns kundgibt, dass…
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Nor­we­gen 2014: Ruf Ted­dy­bär eins-vier

So kurz davor war ich, den Jahrgang 2014 komplett abzuschreiben: voll von Beiträgen, die allesamt nicht wirklich schlecht sind, mich aber größtenteils nicht im geringsten Maße berühren. Und jetzt kommen auf den letzten Metern der Zielgeraden Armenien und Norwegen mit zwei unfassbar starken Gänsehaut-Balladen daher, die mir den Glauben an den Grand Prix wieder zurückgeben. Carl Espen gewann soeben das Goldfinale des norwegischen Melodi Grand Prix: ein Bär von einem Kerl, der im simplen Jeanshemd und mit seinen Unterarmtätowierungen und der Narbe über dem Auge (die von seiner früheren Profession als Türsteher herrührt) aussieht wie ein Sträfling. Und der mit…
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San Mari­no 2014: Mit Dir viel­leicht, viel­leicht auch nicht

Eins vorweg: ich will mit meiner Kritik am sanmarinesischen Beitrag keinesfalls Ralph Siegel dissen. Der Mann nötigt mir mit seiner weit über normalen Altersstarrsinn hinausgehenden Hingabe zum Grand Prix eine Art von Respekt ab und nichts würde ich ihm mehr gönnen, als es für ein kleines Außenseiterland wie San Marino noch einmal zu schaffen. Ich fürchte nur, daraus wird auch dieses Jahr nichts. 'Maybe', der mittlerweile dritte Titel in Folge, den der deutsche Altmeister für Valentina Monetta schrieb, lehnt sich am Konzept des Vorjahresbeitrags 'Crisalide' an und kommt balladesk daher - im balladenschwangeren ersten Semi, durch das Ralphs verlässlichste Abnehmerin…
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Arme­ni­en 2014: You are not alone

Nach monatelanger, atemloser Spannung war es heute Abend endlich soweit: der armenische Mohamed Compact-Disc, Verzeihung: Aram MP3, stellte am Ende eines Fernsehspecials, in dem sämtliche bisherigen Eurovisionsvertreter des Landes auftreten und ihre aktuelle Scheibe zu Gehör bringen durften, seinen Song für Kopenhagen vor. Und was soll ich sagen: das Warten hat sich gelohnt! 'Not alone' ist eine extrem spannungsreich und geschickt aufgebaute, hochdramatische Ballade, die mich in großen Gefühlen baden lässt. Als sanfter Klavierreigen anfangend, steigert er sich mit schwelgerischen Streichern und hübschen Marschtrommel-Verzierungen langsam, aber unaufhaltsam zu einem furiosen Höhepunkt empor, bei dem sogar aggressiver Dubstep zum Einsatz kommt,…
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Geor­gi­en 2014: Dafuq?

Liebe Leserinnen und Leser, Sie sehen mich verwirrt. Nein, nicht wegen des Überraschungssieges von Elaiza beim deutschen Vorentscheid oder des dortigen, hochkomplizierten Abstimmungsverfahrens. Die Georgier tragen Schuld an meinem Zustand der geistigen Desorientiertheit. Denn sie präsentierten heute ihren Beitrag 'Three Minutes to Earth', dargeboten vom schon seit längerem feststehenden Fusion-Jazz-Trio The Shin und von der Popsängerin Mariko Ebralidze. Das dazugehörige Video zeigt eine von grünem Nebel durchwaberte Szene in Stadtpark von Tiflis, wo bekifft wirkende, aber gut aussehende junge Pärchen auf der Bank sitzen oder wie eingefroren herumstehen (der weibliche Part meist unerklärlicherweise als Squaw verkleidet - ist denn dort grad…
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Unser Song für Däne­mark 2014: Ist das richtig?

Unser Song für Däne­mark 2014: Ist das richtig?

Immerhin: Stefan Raab und Viva braucht die ARD nicht mehr, um die versammelte Crème de la Crème der deutschen Musikindustrie öffentlich vorzuführen und die aktuellen Spitzen-Umsatzträger:innen gegen völlige Nobodys abstinken zu lassen. Schon einmal, im Jahre 2004, hatte der NDR dieses Kunststück fertig gebracht: damals konnte man nach jahrelanger Vorarbeit und in Kooperation mit dem privaten Musikkanal Viva seinerzeitige Top-Acts wie Scooter, Sabrina Setlur oder Mia. aufbieten, nur damit der bis kurz vorm Vorentscheid noch völlig unbekannte, von Raab beigesteuerte Wildcard-Gewinner Max Mutzke ebendiese mit einem volkskammerkompatiblen 92%-Erdrutschsieg marginalisieren konnte. Fast eine ganze Dekade sowie eine deutsche Eurovisionssiegerin brauchte es,…
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Nie­der­lan­de 2014: Das Leben ist ein lan­ger, ruhi­ger Fluß

Seit gefühlt einem knappen Jahr steht das Country-Duo The Common Linnets, bestehend aus der Intimfeindin der letztjährigen holländischen Eurovisionsvertreterin Anouk Teuuwe, Ilse de Lange und dem Sänger Waylon, bereits als Repräsentant der Niederlande fest. Gestern stellten die Zwei dann endlich ihren Song 'The Calm after the Storm' der Öffentlichkeit vor, und das auch zunächst nur in einer abgespeckten Variante mit Gitarren und Gesang. Hoffen wir mal, dass der fertig abgemischte Titel vielleicht über ein wenig mehr Bumms verfügt, denn in dieser Fassung plätschert der Song zwar ganz angenehm, aber eben auch ein bisschen arg ruhig vor sich hin. Mal ganz…
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Grie­chen­land 2014: The only Way is up

Mit einem Tag Verspätung erreicht die Meldung über das Ergebnis des griechischen Eurosong 2014 meine geschätzten Leserinnen und Leser - ich bitte um Nachsicht, aber ich sah mich nach der gestrigen Darbietung einer gewissen Josephine (gemeinsam mit dem DJ Mark Angelo die Vierte im Starterfeld) genötigt, wegen eines nicht mehr abklingenden Tinnitus die Klinik aufzusuchen. Nein, so schlimm war es natürlich nicht - wobei die verzweifelten und stets fehlgehenden Versuche der jungen Blondine (bei der sich alle Fragen erübrigen, wie sie wohl zu dem Job kam), den richtigen Ton zu treffen, dem Zuschauer durchaus durch Mark und Bein gingen. Doch…
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Bel­gi­en 2014: Viva la Mamma

Ein Niederländer war es, der in meinem Geburtsjahr 1967 die maßgeblichste Mütterschnulze aller Zeiten auf den Markt brachte: der seinerzeit zwölfjährige Heintje und sein wohl für jeden, der damals Ohrenzeuge wurde, für alle Zeiten traumatisierendes 'Mama'. Die Grand-Prix-Variante besorgte zwei Jahre später der ebenfalls zwölfjährige Franzose Jean-Jaques Bertolai, der für Monaco die 'Maman, Maman' anschmachtete. Nun ist es der deutlich über dreißigjährige Wallone Axel Hirsoux, der die heutige dritte Vorrunde des belgischen Eurosong im flämischen Teil des zweisprachigen Landes haushoch gewann, der mit einem auf Englisch gesungenen Lied für seine 'Mother' die Nation spaltet - und womöglich im Mai auch…
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Mon­te­ne­gro 2014: Back to Basics

Das haben wir nun davon: nachdem zwei Versuche Montenegros, mit außergewöhnlichen, zeitgemäßen Songs zum ersten Mal überhaupt ins Eurovisionsfinale vorzudringen, an den obstinaten Jurys scheiterten, geht man nun in Podgorica auf Nummer Sicher und schickt in diesem Jahr eine klassische Balkanballade. Sergej Ćetković steht als Interpret schon seit mehreren Monden fest, heute bequemte man sich dann auch mal zur Songpräsentation. 'Moj Svijet' klingt nicht nur dem Titel nach wie ein Stück aus der Željko-Joksimović-Kollektion, auch musikalisch fügt sich das sanft-dramatische Lied nahtlos ein in die beliebte Reihe "Weltschmerz vom Balkan". Einzig der im Vergleich zu den eindrucksvollen Strophen relativ schwache Refrain und…
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Fünf­ter Super­sams­tag 2014: Der Flö­ten­schlumpf fängt an

Neben dem schwedischen Melodifestivalen, auf das die Augen aller Fans gestern Abend gerichtet waren, wählten zwei weitere Länder gewissermaßen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Vertreter für Kopenhagen aus. Ganz am Vorjahressieger orientierten sich dabei die Slowenen, die sich - bei reinem Televoting - mit klarer Zweidrittelmehrheit für die Flötistin Tinkara Kovač entschieden. Ihr belangloses, zweisprachig interpretiertes 'Spet (Round and round)' wiederholt nicht nur in der Auswahl der musikalischen Instrumente die Rezepte des Vorjahres: als Komponistin zeichnet die letztjährige Letztplatzierte Hannah Mancini für den kraft- und saftlosen Midtemposong mit verantwortlich, den die immerhin stimmlich tadellose Tinkara in einem interessanten Ensemble aus schwarzer…
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Schwe­den 2014: plea­se undo this Result!

Ganz ehrlich, es ermüdet mich ja selbst, Jahr für Jahr die selbe unrealistische Forderung zu wiederholen, aber was bleibt mir angesichts des Ergebnis des gestrigen Melodifestivalen anderes übrig? Also, zum hundertsten Mal: bitte kollektiventmündigt endlich die Schweden! Die schlugen sich gestern im ultraknappen Fotofinish zwischen der bei den internationalen Jurys zweitplatzierten siebenhundertfachen Mello-Teilnehmerin Sanna Nielsen und der erfrischend rotzgörigen Ace Wilder mit hauchdünner Mehrheit auf die Seite der blonden Balladesse, die vor lauter Rührung bei der Siegerreprise den Text vergaß, und erteilten mit sage und schreibe zwei "Poäng" Vorsprung das Plazet für 'Undo', einem von insgesamt vier (!) Frederik-Kempe-Titeln im…
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Isra­el 2014: der Favo­rit fährt… wahrscheinlich

Knapp eine ganze Woche hatten die Televoter in Israel nun Zeit, sich zwischen den drei Songvorschlägen von Mei Feingold zu entscheiden. Heute Abend gab die IBA das Ergebnis bekannt: wenig überraschend siegte das in allen Fan-Umfragen stets führende und angeblich auch von Mei persönlich bevorzugte 'Same Heart' mit 55% der Anrufe und dürfte nun das Land von Milch & Honig in Kopenhagen vertreten. Falls nicht eine antiquierte Vorschrift dem Titel noch zum Verhängnis wird. Gerüchte besagen, dass die Komponisten eines der beiden unterlegenen Songs gegen die IBA auf Disqualifizierung des Siegertitels klagen wollen, da dieser eine tief in den Eurovisionsstatuten des…
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Grie­chen­land 2014: Schmet­ter­lin­ge kön­nen nicht weinen

Die erste gute Nachricht ist: trotz aller Querelen um das zwangsaufgelöste griechische Staatsfernsehen nehmen die Hellenen am Eurovision Song Contest teil. Wie schon im Vorjahr organisiert der private Musiksender Mad TV den Vorentscheid. Heute stellte der Sender die vier Acts für den Vorentscheid am 11. März vor. Die zweite gute Nachricht ist: Ilias Kozas von Koza Mostra (GR 2013) schrieb einen den vier Titel. Die schlechte Nachricht ist: er singt ihn nicht selbst, sondern überlässt das Kostas Martakis (Zweitplatzierter des griechischen Vorentscheids 2008, Castingshowteilnehmer und Model). Und obschon 'Kanenas de me stamata' ganz ordentlich rockt, scheint mir der schnöselige Schönling Martakis…
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UK 2014: Have you seen Molly?

Die 26jährige, bislang weitestgehend unbekannte britische Singer-Songwriterin Molly Smitten-Downes vertritt das Vereinigte Königreich in Kopenhagen mit dem selbst geschriebenen Midtemposong 'Children of the Universe', wie die BBC heute Abend offiziell verkündete. Der Name der Künstlerin, die bereits seit zehn Jahren im Geschäft ist und als Komponistin und Studiosängerin kleinere Erfolge mit Dance-Tracks verbuchen konnte, ohne bis dato einen festen Plattenvertrag akquirieren zu können, sickerte bereits gestern Abend durch. Tratschende Grand-Prix-Fans, welche die BBC unter Verpflichtung auf strikteste Geheimhaltung (als ob!) als Klatschvieh zum Videodreh für 'Children of the Universe' in eine ehemalige Kirche in einem noblen Londoner Stadtteil eingeladen hatte,…
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Aser­bai­dschan 2014: Ich will ’nen Cow­boy als Mann

Ach, wie soll da ein Mensch durchblicken in Aserbaidschan! Nach monatelangen Vorrunden, in denen zahllose Kandidaten bekannte Hits verstümmelten, trafen im heutigen Finale von Böyük Səhnə die letzten drei Überlebenden aufeinander, um vor einer fünfköpfigen Jury (unter Beteiligung von Eldar Qasımov [AZ 2011, Ell & Nikki] und dem schwedischen Komponisten Stefan Örn [u.a. 'Running scared']) um das Ticket nach Kopenhagen wettzusingen. Jeder der drei Kombattanten musste drei Songs, größtenteils ebenfalls Coverversionen, präsentieren. Am Ende gewann Dilarə Kazimova - wenig überraschend, denn bei der heutigen Show handelte es sich um eine Aufzeichnung vom Samstag, und ihr Sieg sickerte bereits gestern durch. Unter den…
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