2013

ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

ESC-Fina­le 2013: Bei jedem Kuss

Nun liegt er also hinter uns, der Eurovision Song Contest 2013. Etliche Änderungen nahmen die schwedischen Veranstalter am bestehenden Konzept vor, selbstredend begleitet von reflexhaftem Weltuntergangsgejammer der Fans: eine deutlich kleinere Halle gab es, keine LED-Orgie bei der Beleuchtung, nur Stehplätze im Innenraum, ein verändertes Stimmauszählungsverfahren und eine handgemachte Startreihenfolge. Und was soll man sagen: die Welt ging nicht unter - im Gegenteil entpuppte sich die Show aus Malmö als intimer, freundlicher, runder. Was vor allem der großartigen Selbstironie geschuldet ist, mit der die gastgebenden Schweden sich selbst und den Contest sanft auf die Schippe nahmen. Seien es die fabelhaften…
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Über die Brü­cke gehn: Däne­mark gewinnt beim ESC 2013

Sehr praktisch für alle nach Malmö angereisten Fans, die ihr aktuelles Hotelzimmer einfach für nächstes Jahr wieder buchen können: die als Favoritin gesetzte Emmelie de Forest gewann heute Nacht in Malmö, Schweden, den Eurovision Song Contest 2013. Es geht 2014 also nur einmal über den Øresund ins direkt gegenüberliegende Kopenhagen. Die dänische Waldfee konnte mit einem der erträglichsten Beiträge in der an qualbringender Songgrütze nicht armen Eurovisionsgeschichte unseres nördlichen Nachbarlandes und einer deutlich von den letzten zwei Siegertiteln inspirierten Präsentation reihum Punkte einsammeln und die nur zeitweilig nahe kommende Konkurrenz aus Aserbaidschan deutlich abhängen. Nun bleibt zu hoffen, dass die…
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Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

Zwei­tes ESC-Semi 2013: Spä­te­re Hei­rat nicht ausgeschlossen

"Wie der Philosoph schon sagt: es steckt eine Frau im Rock eines jeden großen Mannes": schöner hätte Gastgeberin Petra Mede (ich bleibe dabei: ein Glücksgriff für den Grand Prix) den letzten Auftritt des heutigen Abends, Rumäniens Transsylvestie-Star Cezar, nicht abmoderien können. Ein wunderschön runder Eurovisionsabend liegt hinter uns, mit einem wunderschön runden Ergebnis: 90% verdiente Finalisten, das findet sich selten in einer Qualifikationsrunde. Ärgern dürften sich nur die Verschwörungstheoretiker: mit Mazedonien und Albanien schieden heute auch noch die letzten Balkanstaaten aus, der Balkanblock ist damit Geschichte und hat als Ausrede für schlechte Westergebnisse ausgedient. https://www.youtube.com/watch?v=JEiWOQAyJdo Einen hübsch glitternden, energiegeladenen Auftakt…
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Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Ers­tes ESC-Semi 2013: Gonor­rhoe im Disneyland

Tack Sverige! Die zahlreichen Änderungen, die das schwedische Fernsehen unter Federführung von Christer Björkman in diesem Jahr am Song Contest vornahm, trafen gerade unter den Fans ja eher auf Ablehnung. Nach dem heutigen ersten Semiabend muss ich jedoch sagen: aus Sicht des TV-Zuschauers sind zumindest die Entscheidungen für eine kleinere Halle mit Stehplätzen im Innenraum, die technische Abrüstung (keine Bühnen-LEDs) und die Rückkehr zu "nur" noch einer Moderatorin goldrichtig. Atmosphärisch deutlich dichter, fast schon intim die Fernsehbilder aus Malmö, die Künstler wirkten nicht mehr verloren auf der Bühne oder vom Hintergrund erschlagen, wie es in den letzten Jahren meist der…
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Essen­zi­el­les aus Italien!

So, und damit steht nun auch der letzte Beitrag für den Eurovision Song Contest 2013 fest. Es ist ein Lied, welches wir bereits kennen: 'L'Essenziale', den Siegertitel des San-Remo-Festivals 2013, wird Marco Mengoni in Malmö zu Gehör bringen. Und auch, wenn ein Teil von mir sich laut schreiend auf dem Boden wälzen und sich die Haare ausreißen möchte, weil auch der allerletzte verfügbare Platz nun mit noch einer Ballade belegt wurde, so freut sich klammheimlich der andere Teil, der sich bei der Siegerreprise dann im Zweifel doch viel lieber von einem rehäugigen Ragazzo mit Mafiabärtchen ansülzen lassen möchte als von…
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Mol­da­wi­en schickt noch mal den schö­nen Pasha!

...allerdings leider nur als Komponist der Klavierballade 'A Million' (und ja, wie die millionste Ballade dieser Saison fühlt sie sich auch an!). Sowie als begleitender Pianist von Aliona Moon, die letztes Jahr noch als Tänzerin im spektakulären Dress für ihn fungierte, während er uns mit seiner Trompete verzauberte. Und spektakulär geriet Alionas Auftritt auch bei der gerade zu Ende gegangenen O Melodie pentru Europa, borgte sie sich doch Sabina Babayevas Leinwandkleid, auf dem allerlei unterhaltsame Projektionen liefen, während drei mit Goldroben verkleidete, barfüßige Tänzer sie umsprangen. Worauf aber niemand achtete, da, wie bereits erwähnt, währenddessen Pasha Parfeny (schmacht!) am Klavier saß. Aufmerksamkeit…
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Wer sind Sie und was haben Sie Herrn Sie­gel ange­tan? (SM, MK 2013)

Und erneut überschlugen sich gestern, nur wenige Tage vor der EBU-Deadline, die Eurovisionsereignisse wieder so stark, dass ich sie hier nur gesammelt nachreichen kann. Beginnen wir mit dem erstaunlichsten Geschehen dieses Jahres, ach was: dieses Jahrzehnts! Ralph Siegel hat ein Lied für den Grand Prix geschrieben - und es ist gut! Doch, wirklich! Wenn ich es doch sage! Der deutsche Altmeister verfasste bekanntlich erneut den sanmarinesischen Beitrag, erneut gesungen von Valentina Monetta. Und wer jetzt, wie ich, ein erneutes Trash-Spektakel à la 'Facebook, uuh-uuh', erwartete, sah sich bei der gestrigen Songpräsentation heftig überrascht. Denn 'Crisalide' ist eine rundweg gelungene Eurovisionsballade,…
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Quel­ques Mil­li­ons, Trei­ze à la Dou­ze (AZ, BE, CH, FR, ME 2013)

Nur noch ein paar Tage bis zum EBU-Einsendeschluss, und schon stapeln sich die neuen Eurovisionsbeiträge bis unter die Decke, so dass man kaum noch hinterherkommt! Aber der Reihe nach: in Aserbei... Asrbdsch... in Baku kam die gefühlt achthundertteilige Vorentscheidungsshow Milli Seçim Turu heute Abend völlig überraschend doch zu einem Ergebnis. Farid Mamedov wird also in Malmö in die Fußstapfen Johnny Logans treten und inbrünstig 'Hold me' schmachten, einen geradezu lehrbuchmäßigen Eurovisionsschlager aus griechisch-schwedischer Feder. Nur, dass Farid ein wenig jünger ist als der irische Barde seinerzeit und über deutlich mehr Augenbraue verfügt. Und an der Aussprache muss er noch ein wenig -…
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Bul­ga­ri­en nimmt nun doch lie­ber die Sahnepilze

Wenn ich mich mal eben ganz kurz selbst zitieren darf: "Mal schauen, ob Bulgarien da nicht noch eine Ukraine pullt und den Titel in letzter Minute austauscht!" So schrieb ich es am 3. März, kurz nach dem Finale der bulgarischen Vorentscheidung, die nach einem Gleichstand zwischen Jury und Publikumsvoting überraschend schnell zu Ende ging - ohne die übliche Reprise des Siegertitels 'Kismet' (die Publikumswahl). Denn wie ein vor Ort anwesender Blogger kolportierte, soll Elitsa Todorova angesichts des Ergebnisses geschäumt und sämtliche Interviews verweigert haben - war es doch kein Geheimnis, dass sie, wie wohl auch die meisten Menschen außerhalb Bulgariens, den Song…
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Nie­der­lan­de: Nur tote Vögel fal­len vom Dach

Kaum konnten wir vergangenen Samstag einem schwedischen Song über tote Fische entrinnen, da präsentieren die Niederlande ihren lange erwarteten Eurovisionsbeitrag: ein Lied über Vögel, die vom Hausdach fallen! Auch nicht gerade ein schönes Bild, und entsprechend düster und verstörend beginnt Anouks heute endlich der Öffentlichkeit vorgestellte Ballade 'Birds'. Im Verlaufe ihrer etwas über drei Minuten hellen ein sparsam eingesetzter Kinderchor (der natürlich in Malmö entfallen muss, da dort alle Stimmen live sein müssen und Sänger unter 16 Jahren verboten sind) und sinfonische Streicherpassagen die Stimmung zwar ein wenig auf und lassen den Song so ein bisschen zwischen Lana del Rey und…
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Euro­vi­si­on 2013: dies­mal zählt alles

In all der Aufregung über die freihändige Startplatzvergabe ging es ein wenig unter: aber auch bei der Ergebnisermittlung stehen 2013 Veränderungen an. Zählte beim Ländervoting bislang die Top Ten der Jury und des Televotings zur Hälfte, so werden ab diesem Jahr sämtliche Plätze berücksichtigt. Nehmen wir als Beispiel das deutsche Voting: in der Vergangenheit erhielten die zehn Beiträge (aus 26 im Finale bzw. 16 bis 20 in den Semis) mit den meisten Anrufen Punkte, nach dem bekannten System 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 10 - 12. Wer bei den…
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Jurys wür­gen Schwe­den einen jau­len­den Hams­ter rein

Einen mehr als passenden Abschluss fand gestern Abend das schwedische Melodifestivalen, einstmals die beliebteste und wichtigste Vorentscheidung Europas. In diesem Jahr, ausgerechnet nach Loreens Sieg, hatte es der MF-Verantwortliche Christer Björkman ja bereits fertig gebracht, unter den 32 Vorrundenbeiträgen bestenfalls zwei bis drei annehmbare Songs unterzubringen, die es natürlich allesamt nicht ins gestrige Finale schafften. Dort entschieden sich die elf internationalen Juroren mehrheitlich zielstrebig für den langweiligsten und schlechtesten Song nicht nur des MF-Tableaus, sondern auch des gesamten Eurovisionsjahrgangs (was angesichts des miserablen Gesamtniveaus 2013 schon etwas heißen will). 'You' verfügt weder über einen erkennbaren Refrain noch eine wahrnehmbare Melodie,…
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Rumä­ni­en: Graf Zahl singt vom Leben eines Kastraten

Cezar heißt er, der Sieger der rumänischen Vorentscheidung. Ob er sich vom Cesar's Salad zu diesem Namen inspirieren ließ? Denn audiovisuell handelt es sich ganz klar um Malena Ernman (SE 2009), gefangen im Körper eines Kellners in einem italienischen Pseudo-Edelrestaurant! Zu campen Dancebeats und begleitet von  vier jugendlichen Tänzer/innen in loreenesken Kostümen knurrt und jodelt sich der tragische Countertenor durch den futtigen Bekenntnissong 'It's my Life' und zieht dabei Grimassen, als habe er verdorbene Lasagne gegessen. Es ist schlichtweg zum Piepen und bereits jetzt ein heißer Anwärter für die Clipgold-Sammlung der unfreiwillig lustigsten Eurovisionsauftritte aller Zeiten! Bravo, Rumänien und heißen Dank…
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Maze­do­ni­en: doch kein Imperium

Bedauerlich: Mazedonien scheint seine Pläne zur eurovisionären Weltherrschaft aufgegeben zu haben. Wie Eurofire unter Bezugnahme auf eine Presseerklärung berichtet, zog der Sender MKRTV heute den Beitrag 'Imperija' zurück. Man wolle nun in Windeseile einen neuen Song für das generationsübergreifende Duo Esma & Lozano komponieren lassen, Elena Risteka (2006, 'Ninanajna') soll den Text schreiben. Mal schauen, ob der neue Beitrag bis zur EBU-Deadline am 18. März fertig wird; das dazugehörige Video ist schon mal für "Ende des Monats" angekündigt. Gerade am Clip zu 'Imperija' hatte sich die Kritik entzündet, spielt es doch in den Kulissen des hochgradig umstrittenen, von der mazedonischen Regierung…
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Isra­el schickt Pol­ler-Proll-Frau mit star­ker Ballade

Von vielen Fans favorisiert, schaffte es die Frau mit der Lisa-Plenske-Brille, der Windkanalfrisur und dem Hybridkleid (einer Kreuzung aus prolligem Trainingsanzug und einem sämtliche weiblichen Rundungen stark betonenden Abendkleid) nun dank starker Unterstützung der Jury tatsächlich: Moran Mazor vertritt Israel in Malmö mit der ausnahmsweise mal nicht sterbenslangweiligen, sondern wunderbar melodiestarken und dramatischen Ballade 'Rak bishvilo' (Nur für ihn). Mit Rückung und großer Schlußnote, so wie sich das gehört. Im Finale bedeckte Moran ihre Mammae übrigens etwas. Daher hier der Clip aus dem Semi (mehr …)
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Groß­bri­tan­ni­en: Kei­ne sang gei­ler als die Tyler

Was ist denn da in die BBC gefahren? Konnten sie die jährlich wiederkehrenden, hysterischen Fanspekulationen um den Vertreter des Königreichs nicht mehr länger ertragen? Oder erfolgte die für britische Verhältnisse extrem frühe Bekanntgabe aus Rücksicht auf den angeschlagenen Gesundheitszustand Ihrer Majestät? Wie auch immer: die 61jährige Rockröhre Bonnie Tyler, bekannt durch sensationelle Achtzigerjahre-Hymnen wie 'Holding out for a Hero' (einer meiner fünf absoluten Lieblingspopsongs aller Zeiten) und nicht minder fantastische Achtzigerjahrefrisuren, vertritt die Krone in Malmö. Mit einer vom US-Amerikaner Desmond Child komponierten Powerballade namens 'Believe in me'. Ob Bonnie einen solchen Vertrauensvorschuss verdient? Zwar trägt sie immer noch einen…
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Isra­el: Dra­ma wegen “vor­ein­ge­nom­me­ner Jury”

Divaesker Abgang: wegen angeblicher Voreingenommenheit der Jury ihr gegenüber hat die in Kanada geborene Sängerin Kathleen Reiter ihre Teilnahme am Finale der Kdam abgesagt. In einem offenen Brief behauptet die Siegerin der israelischen Ausgabe der Castingshow The Voice, einige der Juroren hätten ihr gegenüber durchblicken lassen, nicht für sie zu voten. Außerdem gäbe es künstlerische Verbindungen zwischen Jurymitgliedern wie Ilanit und Dafna Dekel mit anderen Kdam-Finalisten, wie beispielsweise das selbe Management. Ein Vorwurf, der von ihrer Seite bereits nach ihrem Semifinale zu hören war - allerdings wenig überzeugt, da alle hiervon betroffenen Konkurrenten in ihren jeweiligen Semis hängen blieben, im Gegensatz zu Frau…
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Weiß­russ­land: das Bäum­chen-wech­sel-dich-Dra­ma beginnt

Gäbe es die lustigste Diktatur Europas nicht schon, jemand müsste Weißrussland neu erfinden. Alleine schon wegen des nie versiegenden Unterhaltungswertes um die von Korruption und Beitragschaos begleiteten nationalen Vorentscheidungen des Landes. Wie wir uns erinnern, gewann die diesjährige Grand-Prix-Vertreterin Alyona Lanskaya bereits im Vorjahr das dortige Eurofest, musste auf Weisung des Diktators Lukaschenko aber zu Hause bleiben, da es Manipulationen beim Televoting gegeben haben soll. Dieses Jahr siegte sie unangefochten, gab allerdings bereits kurze Zeit später bekannt, ihren fabelhaft billigen Eurodance-Titel 'Rhythm of Love' gegen ein anderes Lied austauschen zu wollen, was ja ebenfalls zum Standardrepertoire weißrussischer (und ukrainischer) Vorentscheidungen…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Schö­nes aus Israel

Neben der völlig uninteressanten Andra Chansen in Schweden fand dieses Wochenende auch in Israel eine Zweite-Chance-Runde statt. Hier schaffte es der bei vielen Eurovisionsfans äußerst beliebte Judah Gavra mit dem angesichts seines mehr als gefälligen Äußeren mehr als passenden Uptemposong 'We're beautiful' ins Finale am kommenden Donnerstag. Was mir weniger aufgrund des im diesjährigen Balladensee zwar hochgradig willkommenen, für sich genommen aber ziemlich austauschbaren Songs eine Meldung wert ist. Sondern wegen dessen, was Judah sonst noch so macht, wenn er nicht gerade singt. Dann arbeitet der hauptsächlich in New York lebende 25jährige nämlich nach eigenen Angaben als "Model, um Geld…
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Ser­bi­en schickt Char­lies Pferdchen

Und mit dem erwarteten Ergebnis ging dann soeben auch (endlich!) der serbische Beosong zu Ende. Der bestand aus fünf ziemlich egalen Teilnehmern und gefühlt 500 noch egaleren Pausenacts, bei denen man zunehmend das Gefühl bekam, die Sendeleitung habe Leute auf der Straße eingefangen und sie gebeten, irgendwas auf der Bühne zu machen. Moje 3 werden nun Serbien in Malmö vertreten: drei junge Damen vom Faschingsstrich (sorry, aber anders kann ich die Outfits nicht beschreiben, die halb an ein Bananarama-Video ca. 1987 und halb an ein einschlägiges Etablissement erinnern) mit einem flotten, trashigen Popsong namens  'Ljubav je svuda'. Oder auch "Alle…
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Bul­ga­ri­en wählt: wir haben einen Gleich­stand. Tschüss!

Selten so eine bizarre Vorentscheidung erlebt wie den soeben völlig unvermittelt zu Ende gegangenen bulgarischen Vorentscheid! Die bereits vorab nominierten Vertreter Elitsa Todorova & Stoyan Yankoulov (BG 2007) stellten die bereits bekannten drumlastigen Ethnotitel vor: drei gleichermaßen gute Drogeneinwurfbegleitsongs in den Geschmacksrichtungen Kiffen / Pilze / Ecstasy. Es folgten lustige Interval Acts, unter anderem eine fabelhafte bulgarische Babuschka, begleitet von einem DJ namens Bimbo und sensationell guten Elektrosounds, sowie die grottenschlecht live performende schweizerische Heilsarmee, deren schnuckliger Gitarrist Jonas Gygax auf dem glatten Studioboden ausrutschte und hinschlug. Und sodann die sekundenschnelle Verkündung der Ergebnisse des Televotings und der Abstimmung der…
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Ungarn: wenig Lärm um Nichts

Noch nachzutragen bleibt das Ergebnis der ungarischen Vorentscheidung von gestern Abend. Ich habe die komplette Staffel von A Dal nicht mitverfolgt, weil zeitgleich jedes Mal mindestens eine weitere, interessantere Vorentscheidung lief (kann die EBU nicht mal die Termine koordinieren?), was zumindest den Vorteil hat, dass ich mich nicht aufregen brauche, sollte etwas Besseres herausgekegelt worden sein. Gewonnen hat - wie zu lesen war, gegen die Jury - das Trio ByeAlex mit dem Titel 'Kedvesem': ein als prototypischer Berliner Szenehipster [ref]Schlumpfmütze, Spackobrille, Justin-Bieber-Frisur, Vollbart, heroindünne Beinchen in hautengen Jeans, ostentativ schlechte Laune: das gesamte, Brechreiz erregende Paket.[/ref] verkleideter Leadsänger mit merkwürdig…
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Est­land ver­siebt die Super-Chance

Von meinem absoluten Lieblings-Eurovisionsland zurück in die Schublade "hoffnungslos" an nur einem Abend: diesmal hätten die in den letzten Jahren durch fabelhafte Vorentscheidungen und durch die Bank unterhaltsame Beiträge positiv aufgefallenen Esten die einmalige Chance gehabt, dem sich abzeichnenden Jahr der Superlangeweile ihren Stempel aufzudrücken und mit einem Sensationssieg in die eurovisionären Geschichtsbücher einzugehen. Versiebt - und Schuld trägt wieder einmal die dumme, dumme, dumme, dumme, dumme, dumme, dumme, dumme, dumme, dumme Jury! Mit 'Meiecundimees üks korsakov läks eile lätti', einem In-die-Fresse-Frontalangriff auf sämtliche Sinne gleichzeitig der Punkband Winny Puhh lieferte das estnische Fernsehen heute Abend den besten und bestinszeniertesten Vorentscheidungsauftritt aller Zeiten. Missis…
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Arme­ni­en und der Pla­net Eurovision

Welchen Sinn macht es, eine Rockband zum Eurovision Song Contest zu schicken, die nicht rockt? Das blieb nicht das einzige Rätsel beim heutigen Eurostuhl (ich muss immer wieder drüber schmunzeln, auch wenn ich mich damit des billigen Fäkalhumores schuldig mache), dem Song-Entscheid Armeniens. Angetreten war die Band The Dorians, die Hardrocklegenden wie Led Zeppelin und Black Sabbath zu ihren Vorbildern zählt. Allerdings nicht unter ihrem Namen, sondern als "Begleitung" ihres Frontsängers Gor Sujyan. Und streckenweise verbreiteten die kernigen Jungs um Gor herum auch mimisch den Eindruck, als sei ihnen die Eurovisionsteilnahme ziemlich unangenehm oder sie von den vier vorgetragenen Songalternativen…
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Maze­do­ni­en, das Reich der Gegensätze

Am selben Tag wie Georgien verkündete Mazedonien zu Jahresanfang sein singendes Vertreterpärchen, und am gleichen Tag wie das Kaukasusland stellt es nun auch seinen Song vor. 'Imperija' heißt der, und da ich mangels ausreichender Fremdsprachenkenntnisse nur den Titel verstehe, dieser mir allerdings im Angesicht des schwelenden Streites mit Griechenland um Ländernamen und territoriale Ansprüche den Angstschweiß auf die Stirn treibt, möchte ich an dieser Stelle meine des Mazedonischen mächtigen Leser bitten, mir doch zur Beruhigung eine kleine inhaltliche Zusammenfassung des Songtextes in die Kommentare zu schreiben. Die Beiden planen doch nicht etwa die Errichtung eines neuen alexandrinischen Reichs? Wie Mutter…
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