Eurovision 2013 in drei Städten?

Als ein bisschen verfrüht könnte sich das Handeln einiger übereuphorisierter Eurovisionsfans erweisen, die im Loreen-Rausch schon mal Hotelzimmer für die Eurovisionswoche vom 14. bis 18. Mai 2013 in Stockholm buchten. Der schwedische Sender SVT spielt derzeit nämlich, wie das Boulevardblatt Expressen berichtet, gedanklich eine ganze Reihe von Varianten für die Durchführung des Grand Prix 2013 durch. Und eine – wenn auch wenig wahrscheinliche – davon lautet: Aufteilung der beiden Semis und des Finales auf die Städte Göteborg, Malmö und Stockholm


Die grandiose Sarah Dawn Finer: wird sie den ESC 2013 moderieren?

Zwar ist seit dem Sieg des Eurovisionsmusterlandes in Baku die 65.000 Zuschauer fassende Friends Arena in Solna, einem Vorort der Hauptstadt, als Austragungsort für die Festspiele im nächsten Jahr im Gespräch. Allerdings finden zeitgleich im nur wenige Kilometer entfernten Globen Eishockeyweltmeisterschaften statt, so dass sich bereits viele Gäste in der Metropole aufhalten werden. Umgehend warfen die kleineren Städte Göteborg und Malmö ihre Hüte in den Ring. Auch das über mehrere Runden aufgeteilte Melodifestivalen, die in Schweden sehr viel populärere Grand-Prix-Vorentscheidung, die dort eine deutlich höhere Zuschauerzahl erreicht als der Eurovision Song Contest selbst, tourt ja regelmäßig durchs ganze Land. Der schwedische Sender SVT hat also durchaus Erfahrung darin, die Ausrüstung für eine solche aufwändige Fernsehshow durch die Gegend zu karren und an verschiedenen Orten ab- und wieder aufzubauen.


Wer braucht schon Rona Nishliu, wenn er Linda Bengtzing haben kann?

Das Göteborger Scandinavium und die Malmö Arena fassen jeweils nur um die 15.000 Zuschauer, was im Hinblick auf das regelmäßig deutlich geringere Interesse an den Semis marktgerecht sein dürfte und halbleere Hallen vermeidet. Die in Garnisonsstärke anreisenden Schwurnalisten – und im Lande des Schlagerpride könnten das deutlich mehr werden als im nur in der Vorstellung von Jan Feddersen homofreundlichen Baku – dürften jedoch von der Aussicht, zwecks Berichterstattung von den Proben ständig zwischen drei jeweils 600 Kilometer auseinanderliegenden Austragungsorten zu pendeln, nicht gerade begeistert sein. Und eine logistische Herausforderung für den Sender bleibt es dennoch: zwischen den einzelnen Runden des Mello liegt nämlich jeweils eine Woche. Die Semis und das Finale des ESC finden jedoch im Abstand von zwei Tagen statt. Bliebe angesichts der in Fankreisen schon religiösen Verehrung, die der schwedischen Vorentscheidung entgegenschlägt, und im Hinblick auf die von der EBU schon in Baku angesprochenen notwendigen Kostenreduzierung noch die Möglichkeit, den Eurovision Song Contest 2013 komplett durch das Melodifestivalen zu ersetzen und sich die ganzen überflüssigen aserbaidschanischen und spanischen Beiträge, die ja ohnehin alle von Schweden komponiert werden, zu sparen…

Wo sollte der ESC 2013 stattfinden?

  • In Stockholm natürlich, und nur dort! (41%, 52 Votes)
  • Die Idee mit der Aufteilung find ich lustig. Macht das! (25%, 31 Votes)
  • Ich hätte auch nichts gegen Göteborg oder Malmö. (19%, 24 Votes)
  • Wo auch immer, SVT soll das bald entscheiden. Ich will buchen! (15%, 19 Votes)

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26 Gedanken zu “Eurovision 2013 in drei Städten?

  1. Bin ich eigentlich der einzige hier, der diese Sarah Dawn Finer nicht lustig findet? :-[

  2. Vielleicht sollten Sie noch ein wenig suchen, ob sie in Schweden nicht eine Pferdeauktionshalle zum Umbauen finden – möglicherweise gibt es eine in Bullerbü oder in  Agunnaryd, dann könnte IKEA als Sponsor gewonnen werden ? ….
    Nene… macht das mal in der schönen neuen Halle in Solna – die EiShoCkeyfans kommen sich schon nicht in die Que(e)re! 🙂

  3.  „In die Que(e)re kommen“ ist dabei weniger das Problem, aber wo sollen die ganzen Leute denn unterkommen? Tausende ESC-Zuschauer und Tausende Eishockeyfans wären jeweils für sich schon eine massive Belastung für das Stockholmer Hotelsystem, aber beide gleichzeitig?

  4. Als bekennender Sporthasser hab ich von sowas ja keine Ahnung: geht so eine Eishockey-WM denn über mehrere Tage oder ist das nicht eher ein Einabendevent? Reisen da tatsächlich Zuschauer aus aller Herrn Länder an, die in Stockholm übernachten müssen? Oder kommen da nicht eher ein paar Tausend Schweden, die anschließend wieder heim fahren oder bei Verwandten pennen?
    Und im Hinblick auf die Kombi ESC + Messe in Düsseldorf, herrschte im Großraum der Metropole dann tatsächlich eine größere Bettenknappheit als wenn man das Event nach Malmö, Göteburg oder Lummerland verlegte?
    Ich find halt grundsätzlich, ein ESC gehört in die Hauptstadt. Und wenn’s in Stockholm stattfände, würd ich mir tatsächlich überlegen, mal wieder hinzufahren.

  5. Nein, Onlime.

    Ich hoffe nicht, dass diese amaaaaiiiiisiing Sarah, die Düsseldorf irgendwo in Belgien vermutet, moderiert. Sonst gibts bei mir daheim im nächsten Jahr Eurovision ohne Ton (aber nur zu den Zeitpunkten, in denen sich die Alte zu Wort meldet). Einfach nur peinlich, diese Frau.
    Und eine Ausrichtung in DREI Städten ist für mich nur schwer zu realisieren. Ein Riesen-Aufwand. Bitte nur in einer Stadt.

  6.  Als bekennender Sportfan kann ich Dir versichern: die Eishockey-WM ist kein Einabendevent. Ich erinnere mich noch die Massen von lettischen Fans (ca. 8.000), die 2001 die WM zur Open Air Party in Köln machten. Und das sehr alkoholisch, aber im Gegensatz zu (einem Teil der) Fußballfans absolut friedlich.

  7. Na, alkoholisiert aber friedlich passt dann ja schon mal mit den Grand-Prix-Fans gut zusammen. 🙂 Vielen Dank für die Erhellung! Dann könnte es tatsächlich knifflig werden mit den Hotelzimmern in Stockholm. Ich will nicht dreist erscheinen, aber könnte man nicht die Eishockey-WM nach Malmö verlegen? Die scheint mir ja von beiden international bedeutsamen Veranstaltungen die kleinere zu sein. Ich fänds einfach echt schade, wenn der ESC in einer Arena mit nur 15.000 Plätzen stattfinden würde, gerade da ich für Schweden allerhöchstes Fan-Interesse erwarte und die Karten, selbst in einem 65.000-Mann-Stadium, sicherlich binnen einer Stunde ausverkauft sein werden.

  8.  Also ich bin ja wahrlich kein Sportfan, aber die Eishockey-WM ist natürlich keineswegs ein Eintagesevent sondern dauert mehr als einen Monat.
    Auch von den Zuschauerzahlen her würde ich das nicht klein nennen. Und Schweden ist natürlich, da oft unter den Favoriten, extrem begeistert für diese Sportart.
    Keine gute Idee, das zeitlich zusammenfallen zu lassen, nicht einmal auf mehrere Städte verteilt.

  9. Die Eishockey WM 2013 finden – wie bereits 2012! – in Schweden (Stockholm – Globen-Arena) & Finnland (Helsinki – Hartwall-Arena) statt. Datum: 3. – 19. Mai 2013.
    2012 war der Spielmodus so, dass die Gruppenspiele plus je zwei Viertel-Final-Spiele auf die zwei Städte verteilt wurden. Die beiden Halbfinals sowie der Final plus das Spiel um den dritten Platz wurden allesamt (also 4) in Helsinki ausgetragen.

    2013 ABER wird es genau UMGEKEHRT sein und da liegt das ganze Problem betr. Zuschauer/ESC/Eishockey & Hotelangebot: die vier letzten Spiele (Stand 7.6.12) – also 2 Halbfinals, Spiel um Platz 3 sowie das Finale – werden im Stockholmer Globen ausgetragen (18. und 19. Mai 2013). Der ganze Eishockey-Verband (IIHF) sowie all die Fans dieser vier Mannschaften werden in Stockholm sein und sich um die Hotel-Zimmer streiten. Viele Hotels werden vom Eishockey-Verband für die Unterbringung der Mannschaften und evtl. Fans blockiert und erst freigegeben, sobald z.B. eine Mannschaft aus dem Turnier fällt.
    Und die EBU möchte natürlich genau das Gleich auch für sich und die Delegationen tun … !

    Und während den 17 Tagen werden zahlreiche Fans aus den acht in Stockholm spielenden Ländern weilen, während jene der anderen acht Länder Helsinki unsicher machen werden.

    Gegen die Eishockey-WM haben „wir“ (der ESC) keine Chance. Die sitzt, wo sie sitzt, denke ich mal. Den ESC eine Woche nach hinten verschieben, geht nicht –> Champions-League Finale Samstag 25. Mai 2013.

    Ich persönlich bin auch dafür, dass der ESC in Stockholm und allein in Stockholm ausgetragen wird. Eine Drei-Teilung auf 3 Städte ist ja schön und nett, aber logistisch wohl selbst für das ESC-verrückte Schweden kaum zu stemmen.

    Bleibt fast nur noch die Möglichkeit, den ESC um eine Woche nach vorne zu verschieben, will man sich nicht gänzlich mit der Eishockey-WM konkurrieren.

  10. Wieder einmal habe ich eine andere Meinung als viele andere: Der Gedanke, den Contest räumlich aufzuteilen, gefällt mir gut, weil dadurch auch ein Bestreben der EBU, nämlich die zeitliche Straffung, verwirklicht werden könnte – zumindest eine parallele Semi-Probendurchführung wäre möglich. Logistische Probleme sehe ich da am meisten bei den Leuten, die unbedingt bei jedem Scheinwerfertest und jedem grippalen Pressekonferenz-Husten Zeuge sein wollen, also bei einer verschwindend kleinen Minderheit. Ich fände einen ESC in Göteborg und Malmö (warum eigentlich Stockholm? Lasst es doch den Eishockey-Enthusiasten!) sehr sympathisch. Dass der Wettbewerb nicht zwangsläufig in der Hauptstadt ausgetragen werden muss, haben Istanbul und Düsseldorf bewiesen.

  11.  Stimmt, aber Istanbul und Düsseldorf waren die einzigen, die unter modernen Bedingungen (lies: an die 40 Teilnehmerstaaten oder mehr) und nicht in einer Hauptstadt ausgetragen wurden. Ich wage mal die Behauptung, dass Millstreet das heutzutage nicht mehr tragen könnte. Aber Göteborg oder Malmö – warum nicht? Und knapp über 200 Kilometer sind nun wirklich nicht die Welt.

  12. Ich empfinde es nach wie vor als nationale Schande und Zeichen der Geringschätzung, dass der ESC 2011 nicht in Berlin, sondern in Düsseldorf stattfand. Als wichtigste europäische TV-Show gehört er meiner Meinung nach nun mal in die Metropole. Und damit meine ich die kulturelle Hauptstadt eines Landes (so wie eben Istanbul für die Türkei), nicht die administrative. Diese Entscheidung war für mich damals der Grund, dem Event fernzubleiben.

  13. So etwas wie „nationale Schande“ habe ich nie empfunden, da ich überhaupt nicht national denke. Ich hätte Hamburg als Sitz des veranstaltenden NDR logischer gefunden, so wie früher der Contest in Frankfurt und München ausgetragen wurde. Berlin stand für mich nie zur Debatte. 

  14. In Helsinki 2007 war auch gerade zeitgleich eine Eishockey WM und es gab (obwohl Helsinki bei weitem viel, viel kleiner) absolut keine Probleme. Abgesehen davon gibt jedes Jahr im Mai nicht ausgelastetete Kreuzfahrtschiffe in unseren Breiten die auch für die Dauer von 2 Wochen als Unterkunft zu Verfügung stehen könnten.  

  15.  Berlin hat es einfach nicht hingekriegt, einen anständigen Plan aufzubringen. Die Geringschätzung ging mindestens ebenso sehr von der Stadt und ihren Planern aus wie von allen anderen. Düsseldorf hatte das bessere Angebot, fertig. War es auch schon „ein Zeichen der Geringschätzung“, als Schweden 1992 den Wettbewerb in Malmö stattfinden ließ, oder 1985 in Göteborg?

  16. Dies Eishockey WM 2007 fand zwar zeitgleich aber in Moskau statt …. ! Ich erinnere mich noch, als am ESC-Finale die Punktevergabe über die Bühne ging und der schwedische Punkte-„Verteiler“ dem Gastgeberland Finnland zum 2-1 Halbfinal-Sieg gleichentags in Moskau über Russland gratulierte, was schier zum grössten Applaus des Abends führte in der Hartwall-Arena! Nur Molitva kriegte noch etwas mehr ab! 😉

  17. Ich fand es gar nicht mal so schlimm, dass der ESC nicht in Berlin ausgetragen wurde. Berlin hat schon so viele Veranstaltungen und außerdem besteht Deutschland nicht nur aus Berlin. Von der Arroganz einiger Berliner mal zu schweigen.
    In der Woche nach dem ESC in Baku, also vor nicht all zu langer Zeit, war ich in Berlin und nahm an einer Stadtrundfahrt teil. Dabei bezeichnete die sehr peinliche Stadtführerin die Städte Frankfurt und München als „Provinzstädte“. Ein Grund mehr, den ESC von Berlin festzuhalten.
    Und hat Berlin nicht irgendwie ein Zelt mit 8000 Zuschauerplätzen als Austragungsort angeboten oder wie war das nochmal ???

  18. Ich bin Frankfurter, bekennender glühender Lokalpatriot, möchte nirgendwo anders leben als in Mainhattan und später mal nirgendwo anders begraben werden als in geweihter Frankfurter Erde. Man mag also erkennen: ich liebe meine Heimatstadt. Aber: die Berliner Fremdenführerin hat natürlich trotzdem Recht! Ich mag die Berliner Arroganz auch nicht, aber es ist nun mal die einzige Metropole, die wir aufzuweisen haben. Im Vergleich zur Hauptstadt sind alle anderen deutschen Städte nun mal Provinz (und natürlich ganz besonders München!).

  19. Was die Provinz angeht, würde ich da auch die Hauptstadt einschließen. Ich habe ein paar Jahre in der Zivilisation gelebt und seitdem für Gesamt-Deutschland nur ein verächtliches Grinsen übrig. Dennoch akzeptiere ich einen ESC in einem Kuhdorf wie Millstreet genauso wie wie in einer Weltmetropole wie Istanbul. Ob irgendein Kaff von anonymen Politikern zur Hauptstadt ernannt wurde, ist mir völlig egal.

  20. Richtig, leider ganz besonders München! Das kann ich als gebürtiger Münchner nur bestätigen!

  21. Den ESC eine Woche nach hinten verschieben, ist auch keine Lösung. Das macht es
    zumindest hotelplatzmässig noch schlimmer. Zu dem Zeitpunkt sind noch
    ein paar Eishockey-Teams mehr im Rennen, also auch noch mehr Fans der
    jeweiligen Teams in der Stadt. Und den Globen kriegt der ESC eine Woche
    vorher genausowenig wie in der nun geplanten Woche. Die WM ist seit Jahren geplant und der Globen ist vertraglich festgelegt. Und IMO hat Eishockey in Schweden den höheren Stellenwert als der ESC. Zumindest hier bei mir in Finnland ist es so. ESC ist eine Woche im Jahr, Eishockey gibts fast das ganze  Jahr.

  22. In dem Fall ist Schweden offenkundig das Land, das den Wettbewerb mit der größten Verachtung in Europa behandelt – esctoday meldet gerade, 2013 findet in Malmö statt. 🙂

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