Georgien 2008: I believe in Schrott

Das im letzten Jahr so fulminant gestartete Georgien entschied sich für seine zweite Teilnahme für musikalische Mittelmäßigkeit. ‚Peace will come‘, das sich soeben bei der georgischen Vorentscheidung gegen elf andere Beiträge durchsetzte, ist eine völlig durchschnittliche, zirka bereits drei Millionen mal gehörte Midtempoballade ohne jede Eigenschaft. Interessant ist allenfalls die Sängerin: Georgiens Corinna May (DE 2002) alias Diana Gurtskaya.


Schwitzt frau in dem Outfit nicht?

Die abchasische Sängerin, die im Vorjahr bereits bei der weißrussischen Vorentscheidung mitmachte und Zweite wurde, hat mit Frau May eine große Stimme und fehlendes Augenlicht gemeinsam. Im Gegensatz zur Bremerin kann sich sich jedoch auf der Bühne einigermaßen rhythmisch bewegen – und ist mit Modeberatern gesegnet, die nicht nach dem Motto verfahren, wer nichts mehr sehe, müsse auch nicht gut aussehen. Hübsch: in die Choreografie wurde gar ein (unter einem gigantischen Seidentuch durchgeführter) Kostümwechsel eingebaut – die schwarz gekleidete Lederbraut Diana verwandelt sich zum Schlussvers noch in einen Engel. So werden die georgischen drei Minuten wenigstens nur zur akustischen Geduldsprobe und nicht noch zur optischen. Dafür, nun ja, danke.

3 Gedanken zu “Georgien 2008: I believe in Schrott

  1. Oh wunderbare Sopho, wo bist Du ? Nein, das ist ja ein Qualitätsabfall ins bodenlose. Gut, es gibt dieses Jahr schlimmeres, sogar sehr viel schlimmeres ! Aber diese Stimme, dieser belanglose Song und das – gezwungenermaßen – ungeholfen wirkende Auftreten ist einfach schwach. Dazu am Schluß Diana als Engel. Da merkt man einfach, dass auf sehr einfallslose Art und Weise nach Punkten gefischt wird. Da können auch die Ukraine und Belarus nicht mehr helfen : wenn die Jury nicht einspringt, flopt der Titel gnadenlos. Allerdings würde ich als Jury dann doch eher Albanien oder Ungarn ‚ retten ‚ – falls sie diese Hilfe überhaupt benötigen sollten.

  2. Ganz nett Man fragt sich im ersten Moment fast schon wirklich: Hat es Ralph Siegel jetzt in Georgien geschafft indem er Corinna May eine Perücke und eine neue Sonnenbrille gekauft hat und sie dort untergemogelt hat? Aber nein. Dazu ist der Song dann doch zu gut. Nicht, dass er jetzt wirklich toll wäre, aber einfallsreicher als die Siegel-Friedensballaden ist er zumindest musikalisch schon. Das ist jetzt der Molitva-Effekt. Viele Damen mit Balladen – im Falle vom Israel eine im männlichen Körper :p – im Rennen. Aber das kennen wir ja schon. Im Jahr eins nach Lordi war der Contest auch rockiger. In Finnland sind die Nachwehen ja immer noch zu spüren.

  3. Was soll das?‘, sprach Grönemeyer – also wirklich! Warum lässt man die Gurtskaya nicht mit einer Ballade auftreten? Man hat doch 2002 bei Corinna May gesehen, dass das ganze mit der Uptempo-Nummer nicht klappt! Ich hab jedenfalls keine wirkliche Freude an der Performance, nicht nur weil die arme Gurtskaya wie eine Puppe über die Bühne gezogen wird, sondern auch weil sie mit ‚Peace will come‘ so eine alte Song-Konserve vortragen muss.

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