Ever­y­whe­re around the World (BG 2012)

Bul­ga­ri­en ist beim Grand Prix ja schon seit ein paar Jah­ren das neue Rumä­ni­en: seit die trans­syl­va­ni­schen Brü­der sich ver­stärkt däni­sier­tem Pär­chen-Pop zuwen­den, fül­len die Bul­ga­ren die vakan­te Stel­le des Euro­vi­si­ons-DJs aus. So auch dies­mal: mit Sofi Mari­no­va gewann heu­te Abend eine pro­mi­nen­te Ver­tre­te­rin des Chal­ga, der ört­li­chen Vari­an­te des beim Euro­vi­si­on Song Con­test bereits 2006 von der Kroa­tin Seve­r­i­na Vuč­ko­vić prä­sen­tier­ten, dan­ce­be­at­las­ti­gen Turbo­folks. Sie sieg­te übri­gens völ­lig zu Recht: als Ein­zi­ge (!) von 12 Vor­ent­schei­dungs­teil­neh­mern sang sie so, dass man sich als Hörer nicht vor Schmer­zen auf dem Boden wandt. Die Tel­e­vo­ter dank­ten es ihr, in dem sie Sofi, deren knap­pes Schei­tern bei der aller­ers­ten Vor­ent­schei­dung des Lan­des 2005 für tumult­ar­ti­ge Sze­nen und öffent­li­che Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fe sorg­te, an die ers­te Stel­le wähl­ten. Noch vor ihrer Kol­le­gin DesiS­la­va und den Deep-Zone-Nach­fol­gern New5, wel­che die Juryab­stim­mung gewan­nen. Gute Wahl!

httpv://youtu.be/VurCPgXrkdg
Elpi­da hat ange­ru­fen und will ihr Kleid zurück: Sofi Mari­no­va

Auch inhalt­lich ori­en­tiert man sich an Rumä­ni­en, genau­er: an Todo­mondo (2007). Die besan­gen mit ‘Liubi, Liubi, I love you’ sei­ner­zeit die Lie­be in sechs Spra­chen. Bei Sofi sind es gleich elf: bul­ga­risch, tür­kisch, grie­chisch, spa­nisch, ser­bo­kroa­tisch, roma­ni, ita­lie­nisch, aser­bai­dscha­nisch, ara­bisch, fran­zö­sisch und eng­lisch. Auf­grund letz­te­rer heißt der Bei­trag auch, inter­na­tio­nal ver­ständ­lich, ‘Love unli­mi­ted’. Und selbst wenn die Punk­te­ab­greifstra­te­gie ein wenig auf­dring­lich erscheint: die Kreu­zung aus glück­lich machen­den Hou­se­beats und grand­pri­x­es­kem Schla­ger­text gefällt mir natür­lich sehr. Außer­dem ver­kauft die in einer Art Tur­bo-Toga und mit einem sehr schö­nen Beehi­ve (auch das eine bul­ga­ri­sche Spe­zia­li­tät) auf­tre­ten­de Sän­ge­rin den Titel über­zeu­gend! Wer sich eben­falls durch die heu­ti­ge Ama­teur­ver­an­stal­tung mit grau­en­haf­tes­ten Lie­dern, vor­ge­tra­gen von schief win­seln­den Papp­na­sen, durch­quäl­te, wird mir da zustim­men. Allen­falls die bereits erwähn­te DesiS­la­va hat­te mit dem pop­pi­gen ‘Love is ali­ve’ noch einen kon­kur­renz­fä­hi­gen Bei­trag und bot mit ihrer lus­ti­gen Ver­klei­dung als gold­be­helm­te Göt­ter­bo­tin, umringt von tan­zen­den roten Teu­feln, eine fabel­haf­te Show – sang aber auch zum Stei­ner­wei­chen. Somit geht Sofis Sieg völ­lig in Ord­nung. Und ein Final­ein­zug gin­ge das auch.

httpv://youtu.be/ZqvcifCPSlk
Gise­la hat ange­ru­fen und will ihren Anten­nen­helm zurück: DesiS­la­va

8 Gedanken zu “Ever­y­whe­re around the World (BG 2012)

  1. Die Aus­wahl geht durch­aus in Ord­nung. Hat­te zwar einen ande­ren Favo­ri­ten, aber der Bei­trag gehört defi­ni­tiv zu den bes­se­ren, ins­be­son­de­re da das ver­tre­te­ne Gen­re (Chal­ga) wirk­lich typisch für Bul­ga­ri­en ist.  Auch das mit der Mehr­spra­chig­keit fin­de ich schön, so etwas erfreut mich immer wie­der, da es m.E. sehr gut zum ESC passt (sogar bei Nico­le, die ich ansons­ten nicht gera­de mag, habe ich das sei­ner­zeit in der Sie­ger­re­pri­se sehr wohl­wol­lend auf­ge­nom­men (wie auch das Publi­kum)).

    Dass sehr vie­le Teil­neh­mer gesang­lich nicht so voll auf der Höhe waren, dar­in stim­me ich Dir zu. Gera­de die ansons­ten so hoch­ge­hyp­te Des­sis­la­va war dies­be­züg­lich mehr als pein­lich. Dass aller­dings Sofi die Ein­zi­ge gewe­sen sein soll, auf die das nicht zuträ­fe, stimmt defi­ni­tiv nicht. Zum einen gab es auch bei ihr eini­ge klei­ne­re Pan­nen, zum ande­ren haben auch die spa­nisch ange­hauch­te Vya­ra und mein Fave Simo­na Siva­nio ver­gleichs­wei­se ordent­lich gesun­gen.

  2. Ich kann damit nichts anfan­gen. Medio­kre Geschich­te, das! Und das Out­fit wirkt zudem sehr selbst­ge­schus­tert. Unte­res Mit­tel­feld allen­falls.

  3. Ich find’s klas­se. Ein unver­kenn­bar süd­ost­eu­ro­päi­scher Hou­se-Track á la Inna und Edward Maya,  mit einer ein­präg­sa­men Hook­li­ne und einem grand­pri­x­es­ken The­ma (Lie­be ohne Gren­zen); die Num­mer ist modern und 100% club­taug­lich, das wird der Kra­cher im dies­jäh­ri­gen Euro­club!

  4. Gei­lo­mat! Ich freu mich schon dar­auf, dass das auf Bal­ka­ni­ka TV rauf und run­ter­du­delt. :-))

    Genau so stel­le ich mir einen bul­ga­ri­schen Bei­trag vor. Tur­bo-Folk ist da wirk­lich nicht tot­zu­krie­gen. Und das ist auch gut so, für mei­nen Geschmack.

    Und auch ich fin­de die Mehr­spra­chig­keit sehr char­mant- zumal sie auch gar nicht so auf­dring­lich gemacht ist. Ehr­lich gesagt ist es mit beim ers­ten anhö­ren gar nicht rich­tig auf­ge­fal­len…

  5. Gehts nur mir so, oder könn­te man nicht ein­fach die Gesangs­spur aus dem Track ent­fer­nen und dafür die von “Mr. Saxo Beat” ein­fü­gen, und es wür­de genau­so pas­sen? 

Oder was denkst Du?