Melo­di Grand Prix 1961: Bit­te bit­te

Anstatt die bes­te Melo­die zu fin­den, bestand die Auf­ga­be der Jury dar­in, zu bestim­men, wel­che die am wenigs­ten schlech­te war,” so beschrieb sehr poin­tiert eine nor­we­gi­sche Tages­zei­tung das Elend bei der zwei­ten Aus­ga­be des nor­we­gi­schen Vor­ent­schei­dungs­for­mats Melo­di Grand Prix (MGP) im Jah­re 1961. Das hing, wie in Deutsch­land, unter ande­rem mit dem Ein­fluss der Lob­bys zusam­men: genau wie die ARD hand­hab­te der Sen­der NRK die Euro­vi­si­on und die natio­na­le Vor­run­de als Kom­po­nis­ten­wett­be­werb, für die der nor­we­gi­sche Song­schrei­ber­ver­band das allei­ni­ge Vor­schlags­recht besaß. Knapp 350 Lie­der waren nach ent­spre­chen­der Auf­for­de­rung beim Sen­der ein­ge­tru­delt, und der Vor­sit­zen­de der NRK-Aus­wahl­ju­ry, Rag­nar Kie­rulf, bestä­tig­te, es sei aus­ge­spro­chen leicht gefal­len, dar­aus fünf aus­zu­wäh­len. Doch nicht das schwa­che musi­ka­li­sche Niveau der Vor­schlä­ge sei der Grund gewe­sen, den MGP von den ursprüng­lich aus­ge­schrie­be­nen acht auf nur fünf Plät­ze zu redu­zie­ren. Son­dern die ange­streb­te Anpas­sung an das For­mat der schwe­di­schen Kol­le­gen, von denen man auch die Idee über­nahm, alle Songs je zwei Mal in unter­schied­li­cher Orches­trie­rung und mit ande­ren Interpret/innen vor­tra­gen zu las­sen.

Ein Erfolg: der Vor­ent­schei­dungs­bei­trag ‘S’il vous plaît’ in der 1987er Neu­be­ar­bei­tung des Kom­po­nis­ten­sohns. Da hat­te das Ori­gi­nal aber deut­lich mehr Pepp!

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