Deut­sche Pro­be in Mos­kau bes­ser als erwar­tet

Heu­te nach­mit­tag prob­ten zum zwei­ten Mal die Big 5. Die als Ret­te­rin des deut­schen Bei­trags ein­ge­kauf­te “Bur­les­que-Tän­ze­rin” (=Strip­pe­rin) Dita van Tee­se konn­te sich auch dies­mal noch nicht dazu her­ab­las­sen, bei der Pro­be zu erschei­nen – es sei ihr wohl pein­lich, mut­maß­te das OnEu­ro­pe-Team. Oscar per­form­te deut­lich locke­rer als bei der Echo-Prä­sen­ta­ti­on, heu­te erschien er auch etwas lege­rer geklei­det und schien sich woh­ler und siche­rer zu füh­len. Er hat eine Stimm­ver­stär­kung in Form eines zwei­ten Sän­gers, der hin­ter Alex am Büh­nen­rand ver­schwin­det. Ditas Stunt­dou­ble, das erst 30 Sekun­den vor dem Son­gen­de erscheint, schlug sich beim ers­ten Strip­ver­such schon mal die “ver­füh­re­risch” über den Kopf gewir­bel­te Jacke ins Gesicht und ritt halb­her­zig auf dem pau­los­caresken, auf­blas­ba­ren Rote-Lip­pen-Sofa aus PVC. Mal sehen, was die Mary­lin-Man­son-Muse dar­aus macht.


Vier Nut­ten und ein Zuhäl­ter: die deut­sche Per­for­mance 2009

Deut­lich bes­ser als bei der ers­ten Pro­be har­mo­nier­ten dies­mal die bei­den ste­tig um Oscar her­um­wir­beln­den weib­li­chen Tän­ze­rin­nen. Auch dass der ansons­ten völ­lig sinn­los hin­ter dem (im Song akus­tisch nicht wahr­zu­neh­men­den) Kla­vier sit­zen­de Alex Chris­ten­sen nun das deut­sche Gim­mick Dita van Tee­se markt­schreie­risch ankün­digt, macht den Auf­tritt run­der und stim­mi­ger. Ins­ge­samt eine – unter den gege­be­nen Ein­schrän­kun­gen mit maxi­mal sechs Per­so­nen auf der Büh­ne – sehr gelun­ge­ne Prä­sen­ta­ti­on, die im übri­gen auch stimm­lich voll und ganz über­zeug­te. Ein­zi­ges, aber um so ent­schei­den­de­res Man­ko bleibt der Song: nach wie vor glau­be ich nicht, dass ein Swing-Song – selbst ein so gefäl­lig mit Euro­dan­ce­beats auf­ge­pepp­ter – außer­halb Deutsch­lands auch nur einen ein­zi­gen alten Hund hin­ter dem Ofen her­vor­lockt.

Die inter­na­tio­na­len Kom­men­ta­re der ers­ten Pro­be reich­ten von “Ich weiß nicht, war­um es auf der Büh­ne funk­tio­niert, aber das tut es” bis “der Sän­ger hat eini­ges mit dem Bel­gi­er gemein­sam: ein Man­gel an Talent und Geschmack, einen grau­en­haf­ten Mode­ge­schmack und ein schlech­tes Lied”. Die zwei­te Pro­be spal­te­te die Blog­ger noch mehr: von “zieht einem vor Lan­ge­wei­le die Schu­he aus” und “auch das inter­es­san­te letz­te Sechs­tel lenkt nicht vom Rest ab” bis “kein Sie­ger­ti­tel, aber die bes­te Plat­zie­rung seit Jah­ren für Deutsch­land” dies­mal. Die Wahr­heit liegt wohl irgend­wo in der Mit­te: ich hal­te Platz 25 nach wie vor für mög­lich, aller­dings auch Platz 15 nicht für aus­ge­schlos­sen. Mehr aber auch nicht.


Zum Nie­der­kni­en!

Im Gegen­satz zu Frank­reich. Was ich ja schon seit Jahr und Tag sage, bewahr­hei­te­te sich bei Patri­cia Kaas’ ers­ter Pro­be: die­se Frau hat es ein­fach! Sie steht allei­ne auf einer abge­dun­kel­ten Büh­ne und singt ohne jede Cho­reo­gra­fie und ande­ren Schnick­schnack ihre melan­cho­li­sche Bal­la­de – die Mos­kau-Blogs berich­ten uni­so­no von einem atem­be­rau­ben­den Erleb­nis, von “Gän­se­haut” (Micha­el Son­neck vom EC Ger­ma­ny weiß in einem sehr lesens­wer­ten Inter­view in der Net­zei­tung gar zu berich­ten, dass in den Rei­hen der bei der Pro­ben anwe­sen­den Jour­na­lis­ten Trä­nen der Rüh­rung flos­sen) und von dem “bes­ten Bei­trag seit Men­schen­ge­den­ken, ob er gewinnt oder nicht”. Dem schlie­ße ich mich an.

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