Türkei auch in 2014 nicht dabei

Die Türkei schmollt weiter: auch 2014 setze man beim Eurovision Song Contest aus, wenn nicht die Big-Five-Regel und das Juryvoting suspendiert würden, sagte Ibrahim Sahin, der Generaldirektor von TRT heute, wie escxtra berichtet. „Vor einer endgültigen Entscheidung wollen wir abwarten, ob nicht noch Änderungen am derzeitigen Abstimmungsverfahren vorgenommen werden. Es gibt also noch eine Chance, dass wir nächstes Jahr teilnehmen können,“ sagte er an die EBU gewandt. Wobei die Wahrscheinlichkeit, dass man dort die kritisierten Regelungen tatsächlich kippt, ungefähr so groß sein dürfte wie die Chance auf einen Wahlsieg Steinbrücks bei der anstehenden Bundestagswahl. Und man mag natürlich spekulieren, ob nicht andere Überlegungen finanzieller oder kultureller Art hinter der erneuten Absage der Osmanen, die bereits 2013 aussetzten, stehen. Inhaltlich hat Sahin aber Recht: die Big-Five-Regelung ist unfair. Und die Juroren werten seit ihrer Wiedereinführung die Türkei vorsätzlich herunter – zu diesem Zweck wurden sie überhaupt nur installiert. Dabei ließe sich das Diasporavoting, von dem das Land am Bosporus beim Televoting überdurchschnittlich stark profitiert, mit einer einfachen technischen Maßnahme eindämmen: indem man pro Telefonanschluss nur einen Anruf pro Teilnehmerland wertet. Aber der EBU gehen halt Einnahmen vor Gerechtigkeit, und so müssen wir wohl auch 2014 auf eines der profiliertesten Grand-Prix-Länder verzichten. Ich finde das jammerschade!


Könnte sein Schiff jederzeit in meinem Hafen versenken: Can Bonomo (TR 2012)

Die Türkei findet das aktuelle Regelwerk unfair und bleibt zuhause. Verständlich?

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13 Gedanken zu “Türkei auch in 2014 nicht dabei

  1. Ich hätte jedes Verständnis dafür, wenn sich hier ein Land beschweren würde, das schlechte Ergebnisse eingefahren hat und diese den Jurys verdankt, aber davon kann abgesehen von 2011 nun wirklich nicht die Rede sein (und von den Jurys aus dem Finale gekegelt zu werden, ist nun wahrlich kein türkisches Einzelschicksal, wobei es mir neu wäre, dass Finnland nach 2010 Boykottdrohungen ausgestoßen hätte). Und warum bitte haben die Türken vier Jahre gebraucht, bis ihnen klar wurde, dass das aktuelle Votingsystem kein Provisorium darstellt?

    Das elende Gejammere auf einem Niveau, von dem grob geschätzt die Hälfte der Teilnehmerstaaten nur träumen kann (fragt mal Andorra, Tschechien oder die Slowakei, was die davon halten, oder meinetwegen auch die Niederlande oder die Schweiz), nervt einfach. Und was genau erhofft sich TRT von dieser Sache? Dass die EBU dem Genörgele nachgibt und sich damit endgültig als von jedem beliebigen Sender erpressbar demaskiert? Keine Chance. Hoffe ich jedenfalls. Die Kritik mag inhaltlich so berechtigt sein, wie sie will – und man kann die Sache auch anders betrachten, als der Hausherr das hier in der ihm zustehenden Absolutheit darstellt -, aber die Art, wie sie vorgetragen wird, diskreditiert den Kritiker. Dazu und zum Wettbewerb passende Redensart: Der Ton macht die Musik.

    Nebenbei ist der Begriff „Gerechtigkeit“ an dieser Stelle vielleicht doch einen Hauch überzogen. „Gerechtigkeit“ wird es beim ESC auch mit reinem Televoting nicht geben, selbst wenn man Diaspora und Nachbarschaft ignoriert – nicht, solange ein Isländer so viel zählt wie 500 Russen.

  2. Der ESC kommt auch ohne die Türkei aus. In Ankara ist man anscheinend nur zum Meckern fähig. Es gibt so viele Länder – nicht nur Kleinstaaten, sondern auch Lettland, Litauen, Weißrussland und ganz besonders die bulgarischen Nachbarn, die nur davon träumen können, den Luxus zu haben, sich zu beschweren, weil nur ein siebter und kein vierter Platz erzielt wurde wegen den bösen, bösen Juries.
    Ich persönlich vermisse solche Jammerlappen ganz bestimmt nicht!

  3. Muss die Türkei 2014 nicht zwangsweise pausieren, weil sie 2013 den ESC wegen des Pseudo-Lesen-Kusses aus Finland nicht im TV übertragen hat? Weiß da jemand Näheres?

  4. Ich finde absolute richtig die Türkei seit 2Jahren boykotiert. Grosse EU-Länder versuchen mit jeden mittel in Kultur und Sport Veranstalltungen die Türkei zu verhindern. es ist politisch motiviert. Jury wurde wegen Türkei wiederadaptiert, Fussball EM 2020 Türkei war einzige richtige Bewerber. Deutschland und Frankreich haben zu einem Städte EM entschieden damit Türkei nicht bekommt. Türkei sollte boykotieren und solche Organisationen sogar keine Beiträge zahlen solange keine Änderungen vorgenommen wird.

    NB: ich finde rasistisch motiviert wenn es im Beitrag die Türkei Osmanen beschrieben wird.

  5. Ich verwende den Begriff „Osmanen“ lediglich aus Gründen der Abwechslung als Synonym für „Türken“, um nicht mehrfach in einem Absatz dasselbe Wort nehmen zu müssen. So, wie ich auch „Holländer“ als Synonym für „Niederländer“ verwende, „Germanen“ für „Deutsche“ oder „Helvetier“ für „Schweizer“. Ich weiß, dass das begrifflich vielleicht nicht hundertprozentig korrekt sein mag, aber mir ist die sprachliche Vielfalt wichtiger als die politische Korrektheit.

    Es tut mir leid, wenn Du den Begriff „Osmane“ als rassistisch empfindest. Bitte sei versichert, dass das nicht meine Absicht ist.

  6. Schreib ruhig Osmanen.Ich bin Türke und das ist überhaupt nicht rassistisch. Dieser Kaan Güven ist nur ein Erdoganfan und spielt die typische traditionelle Opferrolle – das kann dessen Wäherschicht besonders gut. Sie selbst tragen aber immer osmanische Kleidung und fühlen sich wie die Paschas.

    Die Erdoganfreunde sind nämlich europafeindlich und haben Angst vor Sexualität – deshalb auch die Kusszensur und Abneigung gegen ESC 🙂

    Grüße von einem modernen Türken

  7. Du moderne Türke auf so einen scheiß stehst du wohl, aber deinen Herkunft wirst du niemals verleugnen können mit deinen schwarzen Haaren und braunen Augen
    Ich bin auch Erdogan Anhänger und bin trotzdem kein eu Kritiker 61% können sich nicht irren wir sind nicht eu feindlich das ist alles Schwachsinn er ist der einzige der sich traut das zu sagen was er für richtig hält zur Eu beitritt
    Du moderne Türke wie du weißt versuchen wir es schon seit 50 Jahren in die Eu aber Kroatien schaffst in nur 4 Jahren nach Bürgerkrieg 96 und die Beteiligung an dem Massaker an die Moslems!

  8. Ach ganz und garnicht, ich hätte z.B garkein Problem damit, man sollte immer auf seine Vorfahren stolz sein, vorallem wenn Sie fast die ganze Welt regiert haben – über drei Kontinente(Afrika, Asien, Europa) – wie die Osmanen.. also mich darf jeder als Osmane bezeichnen, ich wäre sogar dankbar (:

Oder was denkst Du?