Mal­ta 2015: Der frü­he Vogel singt den Wurm

Der Preis für die vor­zei­ti­ge Sai­son­er­öff­nungs­mel­dung 2015 geht an das uner­müd­li­che Euro­vi­si­ons­ei­land Mal­ta. Wäh­rend wir immer noch nicht wis­sen, ob der Euro­vi­si­on Song Con­test 2015 nun in Wien statt­fin­det oder nicht, gab der mal­te­si­sche Sen­der PBS bereits die Ter­mi­ne für den Mal­ta­song for Euro­pe 2015 bekannt. Und die lie­gen noch in 2014: am 21. und 22. Novem­ber die­sen Jah­res soll der mal­te­si­sche Song für Öster­reich gewählt wer­den. Oder auch nicht: das unge­wöhn­lich frü­he Datum für das Semi und Fina­le der Vor­ent­schei­dung – bis­lang fand der Mal­ta­song tra­di­tio­nell im Febru­ar statt – soll dem Sen­der vor allem Gele­gen­heit geben, Weiß­russ­land als Geschmacks­dik­ta­tur rechts zu über­ho­len. Wie PBS eben­falls ver­kün­de­te, beschränkt man sich dies­mal nicht mehr dar­auf, den Ein­fluss des Publi­kums durch die gro­tes­ke Bevor­zu­gung der Jury­stim­men (die 7/8 zäh­len) zu mar­gi­na­li­sie­ren, son­dern behält sich außer­dem das Recht vor, den aus­ge­wähl­ten Bei­trag nach Belie­ben zu ver­än­dern oder gar kom­plett aus­zu­tau­schen.


“Fly above like a Sie­gel on the Way”: Mal­ta hat Erfah­rung mit frü­hen Vögeln (MT 2010)

Zwar blei­be es, so der Sen­der, auf jeden Fall beim sieg­rei­chen Inter­pre­ten und auch bei des­sen Kom­po­nis­ten und Text­schrei­ber. Die­se bei­den sol­len aber, eben­so wie der Sen­der selbst, am aus­ge­wähl­ten Song noch her­um­schrau­ben und dabei Tei­le der Musik und / oder des Tex­tes ver­än­dern oder im Extrem­fall den kom­plet­ten Song durch einen neu­en erset­zen dür­fen, wenn er den Anfor­de­run­gen des sieg­gei­len Insel­staa­tes nicht genügt. Damit stellt sich Mal­ta in eine Rei­he mit ost­eu­ro­päi­schen Euro­vi­si­ons­staa­ten wie Weiß­russ­land und der Ukrai­ne, wo der bei Vor­ent­scheid aus­ge­wähl­te Titel in den sel­tens­ten Fäl­len spä­ter auch tat­säch­lich beim Song Con­test zum Vor­tra­ge kommt. Des­wei­te­ren müs­sen Bewer­ber um die Teil­nah­me am Mal­ta­song heu­er neben ihrem Wett­be­werbs­bei­trag auch eine Cover­ver­si­on eines bekann­ten Titels ein­rei­chen, womit der Vor­auswahl­ju­ry die Mög­lich­keit gege­ben wer­den soll, die voka­len Fähig­kei­ten der Kom­bat­tan­ten bes­ser beur­tei­len zu kön­nen. Soll­te dies womög­lich ein Hin­weis auf ein Ende des seit 2010 ver­häng­ten Chia­ra-Ban­nes sein? Die mal­te­si­sche Brut­to­re­gis­ter­stim­me und drei­ma­li­ge Euro­vi­si­ons­teil­neh­me­rin (ESC 1998, 2005 und 2009) trat zuletzt näm­lich mit Neu­auf­la­gen von stein­al­ten Dis­co-Klas­si­kern in Erschei­nung.


Working her big Butts off: Chi­ra nebst Hera Björk beim Mün­che­ner CSD

1 Gedanke zu “Mal­ta 2015: Der frü­he Vogel singt den Wurm

  1. 1. Fin­det der MESC nur so früh statt, weil man die Büh­ne des JESC, der eine Woche zuvor statt­fin­det, noch­mals nut­zen will.
    2. Wer­den alle ehe­ma­li­gen Teil­neh­mer außer Fire­light antre­ten dür­fen. Chia­ra wird also auch 2015 wie­der die Insel ver­tre­ten.
    3. Kann ein frü­her Vor­ent­scheid sehr gro­ßen Erfolg brin­gen (Ukrai­ne 2013+2014, Bela­rus 2014)

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