Bos­ni­en 2016: I’m lovin’ it!

Nur knap­pe andert­halb Stun­den Geschnat­ter, Ein­spie­ler und Star­gäs­te muss­ten wir bei der Song­prä­sen­ta­ti­on des bos­ni­schen Fern­se­hens am heu­ti­gen Frei­tag­abend über uns erge­hen las­sen, bis wir ihn hören durf­ten: den sehn­süch­tig erwar­te­ten Bei­trag des drei Jah­re lang abtrün­ni­gen und nun end­lich in den Schoß der Euro­vi­si­ons­fa­mi­lie zurück­ge­kehr­ten Bal­kan­lan­des. Und das War­ten hat sich gelohnt! ‘Lju­bav je’ heißt der Titel, über­setzt wohl so viel wie ‘Lie­be ist’… die­ses Lied! Es beginnt mit einem wun­der­ba­ren Vor­spiel aus don­nern­dem Trom­mel­schlag und sehn­süch­ti­gem Gei­gen­spiel, dar­ge­bo­ten von der Cel­lis­tin Ana Ruc­ner. Gefolgt von einem Gesangs­du­ett in Lan­des­spra­che (!) von Con­test-Rück­keh­rer Deen (BA 2004), der mit sei­nen auf­ge­spritz­ten Lut­schlip­pen und dem plas­ti­niert wir­ken­den Gesicht sowie sei­ner fuch­teln­den Ges­tik beim bes­ten Wil­len nicht schwu­ler aus­se­hen könn­te, und Dalal Mid­hat Tala­kić. Die bei­den hal­ten sich nicht all zu lan­ge mit der Stro­phe auf und eilen flugs zum herr­lich dra­ma­ti­schen Refrain, um sich dann erneut von Ana ablö­sen zu las­sen, die den Gei­gen­bo­gen über eine Art Ali­en-Ske­lett flie­gen lässt. Sie bekommt spä­ter über­ra­schen­den Besuch vom super­se­xy aus­se­hen­den Rap­per Jala Brat, des­sen Part den ins­ge­samt eher klas­si­schen Bal­kan­schla­ger ins aktu­el­le Jahr­tau­send holt, den ers­ten Fan-Reak­tio­nen zufol­ge bei 99% der Euro­vi­si­ons­schwup­pen aber die unver­meid­li­chen all­er­gi­schen Reak­tio­nen aus­löst (Kin­der, das Gen­re exis­tiert jetzt seit drei­ßig Jah­ren, ihr soll­tet Euch dran gewöhnt haben!). Gera­de als der Song so rich­tig schön in Fahrt kommt, sind die drei Minu­ten lei­der schon um und es kommt zu einem etwas abrup­ten Ende. Davon mal abge­se­hen bie­tet ‘Lju­bav je’ aber exakt das, was ich von einem Bal­kan­bei­trag möch­te. Und führt mir ein­mal mehr vor Augen, war­um ich Bos­ni­en beim Con­test so lie­be und über die Rück­kehr des Ex-Jugo-Lan­des so froh bin!

Eine Schlam­pe, ein Schrank­schwu­ler, und – in einem merk­wür­di­gen Twist – ein bos­ni­scher IS-Kämp­fer, der uns ver­bal atta­ckiert. Ich lie­be es!” (Jor­dy, ESC Nati­on) 

Hat Bos­ni­en mit ‘Lju­bav je’ Final-Chan­cen in Stock­holm?

  • Auf jeden Fall. Der Song ist ster­bens­schön! (35%, 35 Votes)
  • Ich find’s zwar furcht­bar, aber es ist Bos­ni­en. Die kom­men damit durch. (26%, 26 Votes)
  • Nur, wenn der Rap­per raus­fliegt. Funk­tio­niert beim ESC ein­fach gar nicht. (22%, 22 Votes)
  • Nie­mals. Zu voll­ge­stopft, zu hek­tisch, zu viel in zu kur­zer Zeit. Und Deen sieht schlimm aus. (17%, 17 Votes)

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9 Gedanken zu “Bos­ni­en 2016: I’m lovin’ it!

  1. Ich hat­te mir die­se end­lo­se Sen­dung ange­schaut und fast bis zum Schluss immer gedacht, dass die da immer von Stock Homo gespro­chen haben und dach­te so: Hopp­la, sieh mal einer an, die ganz offen mit der sexu­el­len Ori­en­tie­rung von Deen um. Oder soll­te es sich die gan­ze Zeit um die Ankün­di­gung der zum Mann mutier­ten Molit­va-Mari­ja sein? Erst zum Schluss stel­le ich dann fest, die spra­chen da die gan­ze Zeit von Stock­hol­mo !! Huch, ist mir das jetzt aber pein­lich. Ach ja der Song: zwei Lie­der in einem, naja geht so.

  2. Also mir bie­tet der Song alles, was ich von einem Bal­kan­bei­trag nicht möch­te, weil ich das mitt­ler­wei­le schon viel zu oft gehört habe. Irgend­wann ist es auch mal gut mit dem Jok­si­mo­vic-Bal­kan-Sound. Und der Rap­per reißt es auch nicht her­aus.

    Und abstim­men kann ich auch nicht. Ich hät­te ger­ne noch die Aus­wahl­mög­lich­keit “Auf jeden Fall. Aber der Song ist ster­bens­lang­wei­lig!” 😉

  3. Lju­bav je” bedeu­tet: “Lie­be ist”.

    Und ich bin Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na dank­bar für die­sen Bei­trag. Wenigs­tens blei­ben die Bos­ni­er der Lan­des­spra­che treu. Und man hört auch, von woher der Bei­trag kommt. Süd­ost­eu­ro­pa war schon 2015 stark ver­tre­ten. Seit der VE-Sai­son 2015 hof­fe ich ver­stärkt, dass der ESC mal wie­der in die­ser Regi­on statt­fin­det. Wobei es 2017 aber wohl kaum nach Sara­je­vo gehen wird. Den­noch ist “Lju­bav je” eine Berei­che­rung, auch wenn es ein wei­te­res Bei­spiel dafür ist, wie schwer man sich auf dem Bal­kan mit der Drei-Minu­ten-Gren­ze tut (nach Bul­ga­ri­en 2010 und Mon­te­ne­gro 2014).

  4. @deutscheland: Dan­ke für den Hin­weis, ist kor­ri­giert!

    @porsteinn: Zu Diens­ten. Ich habe eine hof­fent­lich adäqua­te Ant­wort­mög­lich­keit ergänzt. 🙂

  5. Es ist pri­ma dass Bos­ni­en wie­der dabei ist. Eini­ge mei­ner liebs­ten Euro­vi­si­ons­bei­trä­ge kom­men aus die­sem Land. 2016 wird aber nicht dazu­ge­hö­ren. Das ist lei­der dicker, grü­ner Rotz

  6. Den Rap­per hät­te man für mei­nen Geschmack auch drau­ßen las­sen kön­nen. Ist ein­fach nicht meins. Aber ansons­ten gefällts mir gut.

    @porsteinn: Das ist halt der Sound, der auf dem Bal­kan gehört und geliebt wird. Das hat erst­mal nicht viel mit Jok­si­mo­vic zu tun- er hat es nur einem brei­te­ren Publi­kum zugäng­lich gemacht…

  7. Schön, dass sie wie­der dabei sind. Und hof­fent­lich dabei blei­ben, in Lan­des­spra­che zu sin­gen. Der Song ist zwar jetzt nicht gera­de eine Meis­ter­leis­tung, aber durch­aus ok. (Und natür­lich fin­de ich auch, dass der Rap­per stört).

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