Dop­pel­da­te am Diens­tag: Bel­gi­en und Maze­do­ni­en nomi­nie­ren

Für einen Sekun­den­bruch­teil setz­te heu­te mein Herz aus, als ich fälsch­li­cher­wei­se las, das bel­gi­sche Fern­se­hen RTBF habe die unsterb­li­che Gol­den-Girls-Legen­de Blan­che Devereaux, cha­rak­ter­li­ches Vor­bild einer gan­zen Tucken-Genera­ti­on, als Euro­vi­si­ons­ver­tre­te­rin 2017 nomi­niert. Doch lei­der erwies sich das nur als Flüch­tig­keits­feh­ler: Ellie Delva­ux heißt die erst sech­zehn­jäh­ri­ge Sän­ge­rin, mit Künst­le­rin­nen­na­men Blan­che. Sie nahm, wie soll­te es anders sein, an der aktu­el­len Staf­fel der Cas­ting­show The Voice teil, wo sie aller­dings nicht in die End­run­de kam. Den­noch enga­gier­te sie der wal­lo­ni­sche Sen­der vom Fleck weg. Ihr Bei­trag für Kiew, von ihr selbst mit­kom­po­niert, steht zwar schon fest, wur­de aber noch nicht ver­öf­fent­licht, so dass wir für einen ers­ten Ein­druck auf Vide­os mit Cover­ver­sio­nen bal­la­des­ker Depres­si­ons­lie­der ange­wie­sen sind, in denen die paus­bä­cki­ge Ele­vin mit stark ver­hall­ter Lei­dens­stim­me und ver­stei­ner­ter Mie­ne vor sich hin quäkt. Um im Grand-Prix-Ver­gleich zu blei­ben: erin­nert ein wenig an Anouk (‘Birds’, → NL 2012), nur nicht ganz so fröh­lich und lebens­be­ja­hend.

Ach, hät­te sie es mal lie­ber für sich behal­ten: Blan­che denkt laut nach (BE, Rep­toire­bei­spiel)

Offen gestan­den wäre sie mir lie­ber gewe­sen: die fan­tas­ti­sche, lei­der viel zu früh ver­stor­be­ne Rue McCla­nahan als Blan­che

Auch Maze­do­ni­en ver­sucht es mit einem Cas­ting­stern­chen. Bei Jana Burčes­ka liegt die Teil­nah­me an der Bal­kan­va­ri­an­te von DSDS aller­dings schon etwas län­ger zurück: 2010 erlang­te die Drei­und­zwang­zig­jäh­ri­ge dort den fünf­ten Platz. Seit­her nahm sie etli­che Male am Skop­je­fest teil – aller­dings nie im Rah­men eines Euro­vi­si­ons-Vor­ent­scheids – und tüte­te dane­ben diver­se musi­ka­li­sche Koope­ra­tio­nen mit ande­ren maze­do­ni­schen Künst­lern ein. Ein kla­rer musi­ka­li­scher Stil lässt sich dabei nicht fest­ma­chen, so dass abzu­war­ten bleibt, wel­che Art von – mal wie­der intern aus­ge­wähl­tem – Song uns der Klein­staat prä­sen­tiert. Man wol­le, so die Sen­der­ver­öf­fent­li­chung, immer­hin ein mög­lichst “moder­nes und attrak­ti­ves Euro­vi­si­ons­pro­dukt” prä­sen­tie­ren. Also einen Ein­kauf aus Schwe­den? Wir sind gespannt!

So schlimm, wie der ein­ge­blen­de­te Wer­be­part­ner ver­mu­ten lässt, ist Janas Seve­r­i­na-Cover dann doch nicht (MK, Reper­toire­bei­spiel)

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