CH 1963: Water­loo und Robin­son

Zwei Unver­dros­se­ne, ein Unbe­kann­ter und ein wer­den­der Welt­star – das Line-up der hel­ve­ti­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­schei­dung von 1963 könn­te nicht gro­tes­ker aus­fal­len. So bewar­ben sich – erneut erfolg­los – die bei­den Dauerteilnehmer/innen Jo Roland und Ani­ta Tra­ver­si (→ CH 1960, 1964), Letz­te­re gar mit gleich drei Bei­trä­gen. Doch nicht ein­mal das angeb­lich ‘Schöns­te Lied der Welt’ nutz­te ihr hier etwas. Denn neben einer Figur mit dem anonymst­mög­li­chen Künst­ler­na­men Wil­ly Schmid, der mit ‘Ein­mal in Mexi­co’ den Ver­an­stal­tungs­ort des dies­jäh­ri­gen Con­tests um meh­re­re Kon­ti­nen­te ver­fehl­te, war es dem Schwei­zer Fern­se­hen gelun­gen, eine jun­ge, viel­sei­tig begab­te Schau­spie­le­rin und Sän­ge­rin israe­li­scher Her­kunft auf­zu­bie­ten, für wel­che sich hier die Türen zu einer inter­na­tio­na­len Chan­son­kar­rie­re weit öff­nen soll­ten. Esther Ofa­rim, die in den bei­den Vor­jah­ren bei Gesangs­wett­be­wer­ben in ihrer Hei­mat und in Polen jeweils Gold geholt hat­te, ver­moch­te mit der zart-melan­cho­li­schen, exzel­lent inter­pre­tier­ten Bal­la­de ‘T’en vas pas’ (aus der Feder des auch für den Sie­ger­ti­tel von 1956, ‘Refrain’, ver­ant­wort­li­chen Kom­po­nis­ten­ge­spanns) die 27 Juro­ren zu über­zeu­gen und gewann den eid­ge­nös­si­schen Vor­ent­scheid.

Noch einen Zen­ti­me­ter näher ran und es gibt einen Fett­fle­cken auf der Lin­se: die äthe­ri­sche Esther Ofa­rim beim Flirt mit der Kame­ra.

Wei­ter­le­senCH 1963: Water­loo und Robin­son