Bel­gi­en 2010: Alea jac­ta est

Als sei das Euro­vi­si­ons-Line-up noch nicht depri­mie­rend genug, schickt Bel­gi­en einen schlech­ten James-Blunt-Imi­ta­tor. Tom Dice erlang­te in Flan­dern (dem hol­län­disch spre­chen­den Teil Bel­gi­ens) 2008 Bekannt­heit durch sei­ne Teil­nah­me an der Cas­ting­show X-Fac­tor, wo er den zwei­ten Platz beleg­te. Sei­ne aktu­el­le Hit­sin­gle ist eine – kaum vor­stell­bar – noch schnarch­na­si­ge­re Cover­ver­si­on des im Ori­gi­nal schon hirn­star­re­öden Leo­na-Lewis-Songs ‘Blee­ding Love’.


Blee­ding Ears: Tom Dice

Tom stand seit Novem­ber letz­ten Jah­res als Ver­tre­ter fest, man hät­te also genug Zeit gehabt, ihm einen guten Song zu schrei­ben. Statt­des­sen kommt er uns mit einer wei­ner­li­chen Gitar­ren­bal­la­de, dar­ge­bo­ten ganz im Sti­le des mich aggres­siv machen­den James Blunt und ähn­li­cher Frau­en­mu­sik­fa­bri­kan­ten. Und gesun­gen mit dem wohl jäm­mer­lichs­ten Fal­set­to aller Zei­ten. So gilt es, die Ein­kaufs­lis­te für den Euro­vi­si­ons­abend zu ergän­zen: nicht nur Red Bull und Kof­fe­in­ta­blet­ten in rau­en Men­gen braucht es, den Abend zu über­ste­hen (neben grö­ße­ren Men­gen Alko­ho­li­ka). Auch ein paar Stim­mungs­auf­hel­ler aus der Apo­the­ke oder vom Schwarz­markt erschei­nen ange­ra­ten, will man den dies­jäh­ri­gen Grand Prix ohne unschö­ne Nar­ben im Bereich der Puls­adern über­le­ben!

9 Gedanken zu “Bel­gi­en 2010: Alea jac­ta est

  1. hi Blee­ding love ist doch nicht schnarch­lang­wei­lig… da gibt es tau­send­mal lah­me­re Bal­la­den… also die Leo­na Ver­si­on mein ich grad^^ Tom hat so ein lah­mes ding drauß gemacht… über­haupt fin­de ich ist sei­ne Stim­me nor­mal aber au nicht mehr… lg pasi

  2. Hier muss ich dem Web­mas­ter mal wie­der wider­spre­chen. Ich fin­de, das ist ein sehr net­tes klei­nes Lied­chen. Ich mag es sehr. Hat so einen unschul­dig-opti­mis­ti­schen Unter­ton. Die Puls­adern sind aller­dings bei Russ­land fäl­lig.

  3. hmmm… ja. wenn man die ers­ten 1 1/2 Minu­ten ueber­stan­den hat, wird es ganz nett. Klingt aber dann eben doch nach einer Cas­ting­show-Num­mer. Und auf ein­mal weiss ich wirk­lich zu schaet­zen, was ‘wir’ an Chris­ti­an Durste­witz haben. Bin ja eigent­lich kein gros­ser Fan der ‘coo­len Sau’. Aber das kann er deut­lich bes­ser!

  4. Fin­de ich genau­so lang­wei­lig wie Sasha 2009 aus einem der bal­ti­schen Staa­ten, ich ver­wech­se­le die immer. Was soll eigent­lich die Col­le­ge-Jacke, will er Angus Young imi­tie­ren?

  5. Eben. Habe zwar nicht zuerst an Chris­ti­an gedacht, son­dern an den Micha­el aus der ers­ten Show (den mit der Müt­ze), der zwar von der Jury sehr gelobt wur­de, aber trotz­dem (lei­der!) gleich raus­ge­flo­gen ist. Der war ja unge­fähr in die­sem Gen­re unter­wegs (in dem Fall Pao­lo Nuti­ni) und hat das um Klas­sen bes­ser gelöst. Wir haben defi­ni­tiv bes­se­re Inter­pre­ten. Ich habe aller­dings immer noch Sor­ge, wie das mit der Song­aus­wahl lau­fen soll.

  6. re: hi [quote=pasi] über­haupt fin­de ich ist sei­ne Stim­me nor­mal aber au nicht mehr… [/quote] Nö, ich fin­de, die Stim­me hat durch­aus so was wie einen Wiedererkennungswert.…klingt für mei­ne Ohren aber teil­wei­se auch ein biss­chen fies. Ich rech­ne Tom (oder dem Kom­po­nis­ten) durch­aus an, kei­ne die­ser Bom­bast-Bal­la­den ohne Inhalt fabri­ziert zu haben, son­dern was inti­mes, hand­werk­lich Klin­gen­des. So was kann man durch­aus brin­gen, sehr gut sogar, muss dann aber in punk­to Cha­ris­ma, gesang­li­cher Aus­drucks­kraft eini­ges lie­fern. Das ver­misst man hier.

  7. Belgien10 Hmm.…komisch, genau so eine Num­mer habe ich die­ses Jahr für Deutsch­land erwar­tet. Passt per­fekt in die Raab Show!

  8. Ein Wür­fel mit einer Null drauf Mensch, ist das ein gotts­jäm­mer­lich lang­wei­li­ger Song! Stellt euch jetzt ein­mal sei­nen Auf­tritt in Oslo vor! Da jam­mert die­ser Tom, Dick or Har­ry mal sei­ne drei öden Minu­ten vor sich hin. Und wenn dann alles vor­bei ist und das Licht in der Hal­le wie­der angeht, schaut sich der arme Bel­gi­er um und stellt fest, dass aus­ser ihm und sei­ner Gitar­re (und viel­leicht noch dem wage­mu­ti­gen Typen, der das Licht in der Hal­le ange­macht hat!) kein Schwein mehr in der Hal­le zu sehen ist – aus­ser viel­leicht die tot­ge­schla­fe­nen Fans, die es nicht mehr schaff­ten, die Hal­le schnell genug vor dem Schlaf­tod zu ver­las­sen. Ein­fach nur noch er – zusam­men mit sei­ner Gitar­re!

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