Deutsch­land und der Geist der Euro­vi­si­on

Das Erwar­te­te ist ein­ge­tre­ten, und doch wur­de es kurz vor Ende noch mal span­nend: im Super­fi­na­le von Unser Lied für Stock­holm setz­te sich heu­te Abend die von vor­ne her­ein als Favo­ri­tin gehan­del­te The-Voice-Sie­ge­rin Jamie Lee Krie­witz gegen Alex Diehl und Avan­ta­sia durch. Für einen klei­nen Schre­ckens­mo­ment sah es so aus, als kön­ne der dicke Bay­er dem lus­tig auf­ge­bre­zel­ten Man­ga-Mäd­chen noch gefähr­lich wer­den, über­zeug­te sein zwei­ter Auf­tritt im Super­fi­na­le doch deut­lich mehr als der von Jamie Lee. Und im After-Sta­ge-Inter­view mit der fan­tas­tisch auf­ge­leg­ten Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger wirk­te er super­sym­pha­tisch auf­ge­regt und authen­tisch, so dass ein klei­ner Elai­za-Moment der Ver­zau­be­rung zu befürch­ten stand. Doch der Kelch ging an uns vor­über: mit knapp 45% der Stim­men konn­te Frau Krie­witz (deren Pres­se­kon­fe­renz aus Grün­den des Jugend­schut­zes bis Punkt 23 Uhr been­det sein muss­te – wir sind schließ­lich in Deutsch­land!) das Ticket nach Stock­holm lösen, wo es für ihr sehr pro­fes­sio­nell prä­sen­tier­tes, aber ziem­lich ödes, rihan­nes­kes Lied­chen dann bes­ten­falls für einen unte­ren Mit­tel­feld­platz rei­chen dürf­te. Und so will sich über den Aus­gang von ULFS auch eher Erleich­te­rung ein­stel­len denn ech­te Begeis­te­rung. Immer­hin: dafür, dass der Vor­ent­scheid nach dem Nai­doo-Desas­ter so schnell aus dem Hut gezau­bert wer­den muss­te, ist das Ergeb­nis recht vor­zeig­bar.

Ob sich der Geist von Cro in ihrem Kopf­schmuck mani­fes­tier­te?

Besag­tes Nai­doo-Desas­ter the­ma­ti­sier­te die besag­te Frau Schö­ne­ber­ger übri­gens gleich zum Auf­takt der Sen­dung, als sie ein Med­ley anstimm­te und die­ses mit Xaviers “Die­ser Weg wird kein leich­ter sein” eröff­ne­te. Das nen­ne ich einen sou­ve­rä­nen Umgang! Auch das letzt­jäh­ri­ge Küm­mert­ga­te kam unmit­tel­bar zur Spra­che: sie habe mit jedem der zehn Teilnehmer/innen hin­ter der Büh­ne zehn­tau­send Mal den Satz “Ja, ich tre­te an” geübt, so Bab­si. Ralph Sie­gel, der nach drei­zehn­jäh­ri­ger Zwangs­pau­se sei­ne Rück­kehr zum deut­schen Vor­ent­scheid fei­ern durf­te, annon­cier­te die Gast­ge­be­rin als den “Jür­gen Klopp der Euro­vi­si­on: der brennt, der will es wis­sen”! Peter Urban, der erst­mals auch beim Vor­ent­scheid als Kom­men­ta­tor zum Ein­satz kam, was sich als her­vor­ra­gen­de Idee erwies, zumal die knap­pe­re Zeit ihn zu noch poin­tier­te­ren Ansa­gen ani­mier­te, ver­riet dann das deut­sche Erfolgs­ge­heim­nis beim Euro­vi­si­on Song Con­test: jun­ge Mäd­chen ohne Nach­na­men. Tja, scha­de, Frau Krie­witz. Einen abso­lu­ten Knal­ler­auf­takt für die Show lie­fer­te Ersatz­hele­ne Ella End­lich, die im Ani­mier­da­men-Out­fit mit ange­mes­sen dre­cki­gem Grin­sen und halb­nack­ten Tän­zern über­zeug­te. Ihr Dis­co­fox-Schla­ger ‘Adre­na­lin’ gewann durch die Kür­zung auf drei Minu­ten gegen­über der Stu­dio­fas­sung sicht­lich, auch wenn Ellas Chor­sän­ge­rin­nen sie live stimm­lich ertränk­ten. “Das hät­te auch die gro­ße Hele­ne atem­los durch die Nacht gebracht,” fass­te Urban den Auf­tritt zusam­men, und dem ist nichts hin­zu­zu­fü­gen.

Eine Hebe­fi­gur gleich zum Song­auf­takt: Ella, End­lich

Um so unpro­fes­sio­nel­ler wirk­te der Auf­tritt des ost­frie­si­schen Schwes­ter-Duos Joco, das sich hin­ter einem Drum­set und einer Heim­or­gel ver­schanz­te und des­sen Büh­nen­hin­ter­grund im Gegen­satz zu Frau End­lich, die gleich eine gan­ze com­pu­ter­ani­mier­te Groß­stadt­ku­lis­se bemüh­te (was zu ihrem ein aller­dings keim­frei­es Groß­stadt-Club­er­leb­nis simu­lie­ren­den Lied auch bes­tens pass­te), ledig­lich aus einem gam­me­li­gen Papp-Voll­mond (‘Full Moon’) bestand. Für ein Schul­kon­zert okay, für die gro­ße Büh­ne nicht. Das galt aber nicht nur für die Show, son­dern auch den Song. Die Musi­cal-Mön­che von Gre­go­ri­an klotz­ten hin­ge­gen und fuh­ren offe­nes Feu­er und Pyro auf, als ob es kein Mor­gen gäbe. Glit­zern­de (!) Kut­ten, Boden­ne­bel und grü­ner Laser­poin­ter ver­voll­stän­dig­ten den visu­el­len Over­kill, mit dem sie erfolg­los ver­such­ten, vom grau­en­haf­ten Lied abzu­len­ken. Aller­dings ver­scherz­ten sie sich bereits im Ein­spie­ler alle Sym­pa­thi­en, in wel­chem sie das pom­pö­se Pathos ihrer Musik noch über­bo­ten und sich selbst als die Größ­ten, Bes­ten, Erfolg­reichs­ten mit Myria­den von Fans lob­ten – was war ich froh, dass ich in Erwar­tung ihres Bei­trags bereits die Spuck­tü­te bereit gelegt hat­te. Kei­ne gute Idee auch ihr rumä­ni­scher Kas­tra­ten­te­nor Nar­cis Ius­tin Ianău, des­sen Gekrei­sche ein­fach nur gru­se­lig wirk­te.

Gut gemeint, nicht gut gemacht: Woods of Birn­am

Respekt und ganz vie­le Kar­ma­punk­te für die säch­si­sche Band Woods of Birn­am, die es sich in ihrem Ein­spie­ler ganz bewusst mit allen Pegi­dis­ten und ande­ren Recht­na­tio­na­len ver­dor­ben und die dor­ti­gen Aus­schrei­tun­gen klar gei­ßel­ten. Lei­der erin­ner­te ihr Front­mann Chris­ti­an Frie­del mit sei­nem leicht merk­wür­di­gen Out­fit (die bei den Pro­ben noch gezeig­te Füh­rer­fri­sur hat­te er Gott sei Dank ent­schärft!) und sei­nen leicht merk­wür­di­gen Tanz­schrit­ten ein wenig an Hape Ker­ke­ling, der ver­sucht, einen Berufs­ju­gend­li­chen zu par­odie­ren. Und wer meint, die­se Ein­schät­zung sei böse: die Kom­men­ta­re auf ESC Nati­on lau­te­ten in etwa: “Wie put­zig: er gehört nicht zu den coo­len Kids, aber er selbst weiß das nicht”. Echt scha­de, denn mit ‘Lift me up’ hat­ten er und sei­ne Man­nen einen wirk­lich schö­nen Bei­trag am Start. Deut­lich bes­ser als im Vor­feld erwar­tet hin­ge­gen die Per­for­mance von Luxus­lärm. Wie schon befürch­tet, ver­folg­ten die Brain­pool-Kame­ras die gan­ze Zeit aus­schließ­lich die in einer simp­len Jeans­ja­cke das Mädel zum Pfer­de­steh­len geben­de Lead­sän­ge­rin Jini Mey­er und ver­nach­läs­sig­ten die äußerst ansehn­li­chen männ­li­chen Band­kol­le­gen sträf­lich. Jini aber strahl­te übers gan­ze Gesicht und leg­te eine wohl­tu­en­de Wär­me in ihre Stim­me, pas­send zu ihrem Bei­trag ‘Solan­ge Lie­be in mir wohnt’, einem typi­schen deut­schen Wohl­fühlschla­ger fürs Ede­ka-Ein­kaufs­ra­dio. Posi­tiv: Luxus­lärm gehör­ten offen­sicht­lich zu den Acts, wel­che die pro­fes­sio­nel­le Bera­tung der vom NDR ein­ge­spann­ten Kunst­hoch­schu­len für das Büh­nen­bild annah­men – eine Idee, die wei­ter­ge­führt wer­den soll­te.

Zu sub­til: Keø­ma

Gar nicht oder schlecht bera­ten zeig­ten sich hin­ge­gen, zu mei­ner Bestür­zung, mei­ne vor­he­ri­gen Favo­ri­ten Keø­ma. “Mit dem rich­ti­gen Sta­ging hät­te das ver­dammt gut funk­tio­nie­ren kön­nen” oder “Sah für 20 Sekun­den nach einem Sie­ger­ti­tel aus, dann stürz­te es von der Klip­pe. Man kann auch zu sub­til sein” waren zwei von zahl­rei­chen ähn­li­chen Fan-Kom­men­ta­ren im ESC Nati­on-Forum, denen ich mich lei­der anschlie­ßen muss. Ein Gold­la­mé-Kleid­chen und ein sphä­risch-blau­er Büh­nen­hin­ter­grund rei­chen nicht, vor allem, wenn der an den gedämpf­ten Cock­tail­bar­sound von Annie Lennox oder Every­thing but the Girl erin­nern­de Song so ent­setz­lich lang­sam daher­kommt. Unge­recht den­noch, dass ‘Pro­tec­ted’ aus­schied, wäh­rend der schwa­che Meat-Loaf-Auf­guss von Avan­ta­sia ins Super­fi­na­le ein­zog. ‘Myste­ry of a Blood red Rose’, der an üblem Kitsch schon kaum zu über­bie­ten­de Song­ti­tel, wies den Weg: blü­hen­de Rosen und lodern­de Flam­men auf dem LED-Schirm; musi­ka­li­sche Klän­ge, wie ich eigent­lich seit Beginn der Neun­zi­ger­jah­re für offi­zi­ell ver­bo­ten hielt; und ein völ­lig ner­vös umherzap­peln­der Sän­ger in einer schlim­men roten Zir­kus­di­rek­to­ren­uni­form mit gol­de­nem Schul­ter­la­met­ta: erneut kam die Spei­tü­te zum Ein­satz. A pro­pos Ein­satz: mit dem hat­te Avan­ta­sia-Front­mann Tobi­as Sam­met es nicht so und ver­geig­te ihn stän­dig, sang über­haupt kata­stro­phal. Auch die Kür­zung sei­ner Rock-Ope­ret­te auf die regel­kon­for­men drei Minu­ten lös­te er unglück­lich: mit einem bru­ta­len Schnitt direkt vor der (nun feh­len­den) Rückung füg­te er dem Song ein ‘Angel si ti’-Fina­le zu.

Fes­tig­ten den Ruf Deutsch­lands als pop­mu­si­ka­li­sches Not­stands­ge­biet: Avan­ta­sia 

Für kol­lek­ti­ves Kopf­schüt­teln in den inter­na­tio­na­len Fan-Foren sorg­te die hier­zu­lan­de sicher­lich für geni­al gehal­te­ne Idee, den Text von Alex Diehls Paris-Atten­tats-Bal­la­de ‘Nur ein Lied’ drei­spra­chig auf die Büh­nen­wand zu pro­ji­zie­ren. Wobei man das auch als Ser­vice begrei­fen kann: so muss­ten die Augen der Zuschau­er nicht auf dem Sän­ger selbst ruhen, der Vie­le an “den ursprüng­li­chen deut­schen Sie­ger vom Vor­jahr, nur geduscht” erin­ner­te. Um sei­nem wich­ti­gen inhalt­li­chen Anlie­gen (Diehl zum ver­mut­ba­ren Ent­zü­cken der EBU: “ich schrei­be nur sel­ten einen (so) poli­ti­schen Song”) auch außer­halb Deutsch­lands Gehör zu ver­schaf­fen, into­nier­te der baye­ri­sche Bar­de weni­ge Zei­len gegen Ende sei­nes Lie­des in akzep­ta­blem Eng­lisch und schmerz­brin­gend grau­en­haf­tem Fran­zö­sisch, was bei mir für aku­te Fremd­schäm­at­tack­en sorg­te. Gut gemeint, frag­los, aber eben nicht gut gemacht. Und letzt­lich auch egal: sol­cher­art hand­ge­mach­te, ehr­li­che Betrof­fen­heits­ly­rik (die ich gar nicht her­ab­set­zen möch­te) kommt ohne­hin nur inner­halb der Lan­des­gren­zen gut an. In Stock­holm hät­ten wir damit kei­nen Blu­men­topf gewon­nen.

Frisch aus den Acht­zi­gern: Frau Pin­ski

Erstaun­lich hin­ge­gen der Auf­tritt von Sie­gel-Schütz­ling Lau­ra Pin­ski. Nicht nur, dass sie den Ein­spie­ler allei­ne bestrei­ten durf­te, ohne dass der Alt­meis­ter von der Sei­te dazwi­schen­quatsch­te (aller­dings muss­te sie den nun wirk­lich unglaub­lich fla­chen Mei­nun­ger-Text loben, der auch heu­ti­gen “Jugend­li­chen etwas zu sagen” hät­te. Barf). In einem den kom­plet­ten Büh­nen­bo­den stern­för­mig bede­cken­den Alio­na-Moon-Pro­jek­ti­ons­kleid starr wie eine Salz­säu­le ver­har­rend und sich mit star­ker Stim­me feh­ler­frei durch den sehr, sehr klas­si­schen Sie­gel-Schla­ger arbei­tend, lie­fer­te sie eine heu­ti­gen pro­fes­sio­nel­len Stan­dards tadel­los genü­gen­de Dar­bie­tung ab, die weder bil­lig noch pein­lich wirk­te. Von der hoff­nungs­los alt­mo­di­schen Musik mal abge­se­hen. Etwas, das man von Sie­gel seit 20 Jah­ren nicht mehr kennt. Wie man alles rich­tig macht, zeig­te indes Sie­ge­rin Jamie Lee: trotz ihres total öden Lied­chens über­zeug­te sie in den Kate­go­ri­en Aus­strah­lung und Show. Die schlim­me Perü­cke aus den Pro­ben hat­te sie gegen ein klei­nes Spiel­wa­ren- und Deko­sor­ti­ment ein­ge­tauscht, das sich auf ihrem Kopf aus­brei­te­te und ihr comic­b­un­tes Schul­mäd­chenout­fit per­fekt ergänz­te. Mit einem mobi­len Wäld­chen und einem LED-Mond sorg­te sie für einen ange­mes­sen ver­träum­ten visu­el­len Rah­men, und sie selbst bot genau die rich­ti­ge Mischung aus Selbst­si­cher­heit und gig­ge­li­gem Charme. Gegen die­ses Gesamt­pa­ket kam nie­mand an, und so geht ihr Sieg schon in Ord­nung. Viel­leicht kann sie ja noch eine Ira Losco pul­len und den Song bis Stock­holm aus­tau­schen?

Im Pau­sen­pro­gramm: die Com­mon Lin­nets und Boss­Hoss mit mei­nem Dol­ly-Par­ton-Lieb­lings­lied ‘Jole­ne’

Unser Lied für Stock­holm

Deut­sche Vor­ent­schei­dung 2016. Don­ners­tag, 25.02.2016, ab 20:15 Uhr aus Köln. 10 Teil­neh­mer, Mode­ra­ti­on: Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger
#Inter­pretSongTel­e­vo­tePlatzCharts
01Ella End­lichAdre­na­lin5,3%07
02JocoFull Moon2,9%09
03Gre­go­ri­anMas­ters of Chant9,6%05
04Woods of Birn­amLift me up (from the Under­ground)1,6%10
05Luxus­lärmSo lan­ge Lie­be in mir wohnt5,5%06
06Keo­maPro­tec­ted3,3%08
07Avan­ta­siaMyste­ry of a Blood red Rose16,2% | 21,6%02 | 03
08Alex DiehlNur ein Lied16,1% | 33,9%03 | 0233
09Jamie Lee Krie­witzGhost28,8% | 44,5%01 | 0111
10Lau­ra Pin­skiUnder the Sun we are One11,1%04

 

Jamie Lee Krie­witz fährt für Deutsch­land nach Stock­holm. (2 Stim­men)

  • Wir müs­sen uns nicht für schä­men, aber so rich­tig abräu­men wird das in Schwe­den nicht. (31%, 67 Votes)
  • Super! Tol­les Mäd­chen, tol­le Stim­me, tol­le Show, gutes Lied. Ich bin hoch zufrie­den. (22%, 47 Votes)
  • War nicht mei­ne Favo­ri­tin, hat aber ihre Sache gut gemacht und zu Recht gewon­nen. (16%, 34 Votes)
  • Damit könn­ten wir sogar vor­ne mit­spie­len. Wenn sie ihrem Stil treu bleibt. (14%, 30 Votes)
  • Och nö, so eine tod­öde Main­stream-Kacke! Kann ich null mit anfan­gen. (8%, 17 Votes)
  • Das macht mal wie­der den letz­ten Platz beim Con­test. (6%, 12 Votes)
  • War­um spa­ren wir uns den Vor­ent­scheid nicht ganz und schi­cken immer den oder die von The Voice? Gewin­nen ja eh immer! (4%, 8 Votes)
  • Damit könn­ten wir sogar vor­ne mit­spie­len. Wenn sie was ande­res anzieht. (1%, 3 Votes)

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7 Gedanken zu “Deutsch­land und der Geist der Euro­vi­si­on

  1. Ich muss sagen ich war ziem­lich ent­täuscht von allen Bei­trä­gen. Bei kei­nem gab es einen Wow-Effekt, alles mehr oder weni­ger langweilig…Schade..
    Am Ende bin ich fast noch für Avan­ta­sia gewe­sen, dafür rufen wenigs­tens noch Rock-Fans an, aber das Lied von Frau Krie­witz ist doch im Grun­de lang­wei­lig, Mid­tem­po-Pop funk­tio­niert ein­fach nicht, man hat immer das Gefühl da muss doch jetzt mal was passieren..Trotz noch unbe­kann­ter Kon­kur­renz pro­gnos­ti­zie­re ich, dass ein Mit­tel­feld­platz das höchs­te der Gefüh­le sein könn­te.

    Am meis­ten ent­täuscht bin ich jedoch von Woods of Birn­am. Liegt es an mir oder hat­ten die kei­ne Bass­li­ne? Der “Wumms” hin­ter dem Lied hat ein­fach total gefehlt..im Vor­schau­vi­deo war das noch alles viel­ver­spre­chend, aber die Dar­bie­tung war eine her­be Ent­täu­schung.

  2. Mir hat der deut­sche Vor­ent­scheid rich­tig gut gefal­len! War selbst erstaunt. Rich­tig schlimm fand ich nur den Diehl mit sei­nem Betrof­fen­heits-Song. Und das Art­work dazu – rich­tig übel! Dafür wur­den Kunst­hoch­schü­ler enga­giert? Avan­ta­sia fand ich über­schätzt, der Song auf drei Minu­ten ein­ge­dampft funk­tio­niert nicht und das Geham­pel und Getue des Front­manns nerv­ten nur. Die Mön­che – geschenkt! Was Peter Urban an JoCo so toll fand? Mir erschließt es sich nicht. Alles in allem aber: Deutsch­land steht mit die­ser Vor­ent­scheid-Show im Ver­gleich zu ande­ren Län­dern sehr gut da. WoB – gar nicht schlecht! Auch pri­ma per­formt! Inter­na­tio­nal abso­lut kon­kur­renz­fä­hig! Gute Fern­se­her mit guter Sound­an­la­ge brach­ten hier sehr wohl “Wumms” rüber.

  3. Ich fands klas­se, und bezüg­lich der Plat­zie­rung bin ich nicht so pes­si­mis­tisch. Klar, Ghost ist als Song nicht der Über­flie­ger, aber mal ehr­lich, das war Satel­li­te doch auch nicht… Ich find die Klei­ne unglaub­lich süß, sym­pa­thisch und auch ihre Art ist sehr sehr ange­nehm (wer die PK gese­hen hat, wird mir zustim­men). Ihre Aus­strah­lung ist toll, ihr Stil fällt auf, und ich den­ke, wenn man nicht nur den Song, son­dern den Act als Gesam­tes sieht, ist da ne Men­ge drin.

  4. Das war recht bere­chen­bar. GOTT­SEI­DANK!!! oder wem auch immer. Mir ist näm­lich beim Fina­le ein wenig schlecht gewor­den. Betrof­fen­heits­ge­klamp­fe und eine unfass­bar schlech­te Mischung aus Meat Loaf und Scor­pi­ons. Na gut, auch das war bere­chen­bar, die sind ja genug bepuscht wor­den vor­her. Lei­der sind wie immer die musi­ka­lisch wirk­lich inter­es­san­ten Titel über die Klip­pe beschuppst wor­den. Keo­ma haben näm­lich wirk­lich einen guten Song (Prä­sen­ta­ti­on naja) und eben­so fin­de ich Joco (die bei­den Schwes­tern ohne Klaas, hihi – dan­ke Bar­ba­ra) ziem­lich gut hör­bar. Letzt­end­lich war ich von dem schon gut bekann­ten Song Ghost doch (wie­der) sehr ange­tan. Ran­gier­te bei mir so zwi­schen 2 und 3. Also habe ich nix zu meckern. Es hät­te deut­lich schlim­mer aus­ge­hen kön­nen. Und die ist süß und schön duch­ge­knallt. Ein Sym­pa­thie­trä­ger. Ich hal­te es auch für ESC-Final­büh­nen-taug­lich und kann mir eine Top Ten Plat­zie­rung gut vor­stel­len. Aber ich tau­ge nicht als Ora­kel. Ich irre mich ger­ne in Rich­tung Top – in die ande­re Richtung.…naja, dann sind die ande­ren schuld. Wie immer. Viel Erfolg Jamie

  5. Ganz ehrlich…ein furcht­ba­rer Vor­ent­scheid mit einem Highlight…und das war Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger!
    Viel­leicht soll­te die mal für Deutsch­land antre­ten…

    In dem Ein­heits­brei sucht man doch ver­geb­lich nach einem Lied, das in Klas­se oder in Über­zeu­gungs­kraft mit einem der drei best­pla­zier­ten Lie­der aus dem Vor­jahr mit­hal­ten kann! Seit den 90er Jah­ren hab ich mich nicht mehr so bei einem Vor­ent­scheid gegru­selt!

    In Deutsch­land gibts wirk­lich gute Songwriter/innen…wo waren die, als das Pro­gramm zusam­men­ge­stellt wor­den ist?
    Den Inter­pre­ten kann man kei­nen Vor­wurf machen, wenn das Mate­ri­al nichts taugt!

    Viel­leicht lie­ge ich auch total falsch und “Ghost” begeis­tert am 14. Mai ganz Europa…gestern Abend war es zumin­dest das Lied und der Auf­tritt, der ein Fremd­schä­men aus­schließt!

    Abwar­ten…

  6. Tja, lie­be Lieb­lings­nach­barn, sowas pas­siert halt, wenn man auf rei­nes Publi­kums­vo­ting setzt: Die­se Jamie Lee Krie­witz hat­te 2 Mona­te, in denen sie meh­re­re Mil­lio­nen Tel­e­vo­ting-affi­ne Fern­seh­zu­schau­er emo­tio­na­li­sie­ren konnte.Die hät­te auch 3 Minu­ten schwei­gend auf der Büh­ne ste­hen kön­nen bei ULFS und hät­te trotz­dem gewon­nen. Die Show hat zwar “Unser Lied für Stock­holm” gehei­ßen – aufs Lied hat aber kei­ner geach­tet.

    Ande­rer­seits ist es in die­sem Jahr auch wirk­lich egal: Die ande­ren neun Kan­di­da­ten waren auch nicht viel bes­ser. Ein paar waren ein biß­chen bes­ser, aber kei­ner war wirk­lich gut.

  7. @ossi1967
    Etwas weni­ger pau­scha­li­sie­rend und du wür­dest wahr­schein­lich näher an der Wahr­heit lie­gen. Ich fand, dass Jamie-Lee nach Gre­go­ri­an am Don­ners­tag das bes­te Gesamt­pa­ket hat­te. Und bei Gesamt­pa­ket zäh­le ich das Lied hin­zu. 😉

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