Die Schweiz schließt die Pforten des Internet-Hades

Nicht nur der NDR will nach den schlechten Ergebnissen der letzten Jahre seinen Vorentscheid neu aufstellen: auch das Schweizer Fernsehen nimmt gravierende Neuerungen an der nationalen Vorauswahl vor, wie der deutschsprachige Sender SRF heute Morgen bekannt gab. Dabei entfällt zu meinem großen Bedauern der bisherige Internet-Vor-Vorentscheid, der stets als schier unerschöpfliche Fundgrube des herrlichsten Song-Trashs diente. Fürderhin sichtet eine rund zwanzigköpfige Fachjury ganz alleine die eingereichten Beiträge und siebt aus allen Einsendungen zirka 20 Songs aus. Anschließt bestellt sie deren Interpreten zum Vorsingen ein, wo sie die Auswahl dann auf etwa acht Titel dezimiert, mit denen der Vorentscheid am Sonntag, dem 5. Februar 2017, bestückt wird. Die bisherige Quotenregelung, nach welcher die drei helvetischen Landessender jeweils eine fixe Zahl an Songs benennen, entfällt. Um die Flut der Einsendungen der Hoffnungslosen und Beladenen aus ganz Europa etwas einzudämmen, müssen die Beiträge künftig „zwingend einen Schweizer Bezug haben,“ d.h. entweder der Interpret, der Komponist oder der Texter muss Eidgenosse sein oder im Land wohnen. Beim Vorentscheid selbst entscheidet dann das Publikum alleine. Also, kurz zusammengefasst: weniger Demokratie bei der Vorauswahl, dafür mehr im nationalen Finale. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob es der Jury und den Zuschauern gelingt, ausnahmsweise mal nicht das Langweiligste aus dem Angebot herauszupicken, sondern endlich mal einen mutigen Beitrag zu schicken. Lassen wir uns überraschen!

Der beste schweizerische Beitrag ever: die Swiss Lady (1977)

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