ESC 1960: I shall die, die, die

Logo des Eurovision Song Contest 1960
Das Jahr der Show­mas­ter

Es ist ein offe­nes Euro­vi­si­ons­ge­heim­nis: nicht alle Delegationsleiter/innen freu­en sich, wenn ihre Künstler/in den Grand Prix gewinnt! Schließ­lich ver­bin­det sich beim Song Con­test mit dem Sieg die fes­te Erwar­tung, im nächs­ten Jahr die Show zu orga­ni­sie­ren, womit mas­si­ve Kos­ten auf die betrof­fe­ne TV-Sta­ti­on zukom­men. Heut­zu­ta­ge wird ein klei­ne­rer Anteil davon durch die Start­ge­büh­ren der ein­zel­nen Län­der auf­ge­fan­gen, doch in den Anfangs­jah­ren muss­te die aus­rich­ten­de Rund­funk­an­stalt die Sen­dung finan­zi­ell noch kom­plett allei­ne stem­men. Den Nie­der­län­dern, die 1959 zum zwei­ten Mal inner­halb von drei Jah­ren gewon­nen hat­ten, ging Spar­sam­keit über Natio­nal­stolz: sie sag­ten schlicht “nee”. Selbst­los sprang (übri­gens nicht zum letz­ten Mal) die BBC ein, was nicht nur am üppi­ge­ren peku­niä­ren Pols­ter des bri­ti­schen Sen­ders lag, son­dern auch an des­sen frisch gewähl­tem Unter­hal­tungs­chef, einem glü­hen­den Grand-Prix-Fan.

Die bri­ti­sche Mode­ra­ti­ons­le­gen­de Kat­ie Boyle kam 1960 zu ihrem ers­ten von ins­ge­samt vier Euro­vi­si­ons­ein­sät­zen, strahl­te aller­dings vor allem sno­bis­ti­sche Arro­ganz aus (kom­plet­te Show).

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Fran­zö­si­scher Vor­ent­scheid 1960: Ich bau Dir kein Schloss

Das fran­zö­si­sche Fern­se­hen neigt in Sachen Euro­vi­si­on Song Con­test seit jeher zur inter­nen Aus­wahl sei­ner Repräsentant/innen. So ver­hielt es sich bereits im Jah­re 1959, wo der dama­li­ge Sen­der TF1 (heu­te: Fran­ce 1) den Wett­be­werb selbst in Can­nes orga­ni­sier­te, für das aller­dings sämt­li­che Infor­ma­tio­nen zum Vor­ent­scheid feh­len. Für 1960 liegt hin­ge­gen eine 38 Lied­vor­schlä­ge umfas­sen­de Lis­te vor, aus wel­cher TF1 den Bei­trag für Lon­don aus­wähl­te. Dar­un­ter befan­den sich so hüb­sche Titel wie ‚Made­moi­sel­le Tour Eif­fel‘ oder das beschwingt-laut­ma­le­ri­sche ‚Tique taque‘ der von der Pres­se ger­ne als “die nächs­te Edith Piaf” apo­stro­phier­ten Pia Colom­bo (†1986). Gene­rell lesen sich die Namen der ange­dach­ten Interpret/innen wie das Who is Who der dama­li­gen fran­ko­phi­len Grand-Prix-Welt. Wobei das nicht zwin­gend etwas zu sagen hat: wie in auch Deutsch­land reich­ten zwar bei unse­ren gal­li­schen Nach­barn die Kom­po­nis­ten ihre Lied­vor­schlä­ge unter Anga­be der Wunsch-Inter­pre­t/in­nen ein. Die wur­den jedoch vom Sen­der nicht zwin­gend berück­sich­tigt – oder woll­ten teils sel­ber gar nicht!

Zu intel­lek­tu­ell für den Mas­sen­ge­schmack” (Wiki­pe­dia): Pia Colom­bo inter­pre­tier­te vor allem Wer­ke ihres Ehe­manns Mau­rice Fanon, sowie Lie­der von Ser­ge Gains­bourg, Jac­ques Brel und Kurt Weill.

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