IT 1962: Sag mir quan­do, sag mir wann

Die enor­me Popu­la­ri­tät des ita­lie­ni­schen Lie­der­fes­ti­vals sorg­te im zwölf­ten Jahr sei­nes Bestehens für außer­ge­wöhn­lich star­ken Zulauf, und so stock­ten die Ver­an­stal­ter in San Remo die Vor­run­den auf ins­ge­samt 32 Titel auf. Der RAI wur­de das zuviel: sie beschränk­te die TV-Über­tra­gung auf eine Stun­de vom Final­abend und eine kur­ze Zusam­men­fas­sung der Sie­ger­eh­rung. Das kann man sich heut­zu­ta­ge, wo der öffent­lich-recht­li­che Sen­der meh­re­re Tage Sen­de­zeit mit dem San Remo Fes­ti­val befüllt, kaum noch vor­stel­len. Aber 1962 gab es noch kei­ne pri­va­te Kon­kur­renz aus dem Hau­se Ber­lus­co­ni und noch kein 24-Stun­den-Pro­gramm. Das Fina­le bestand jedoch wei­ter­hin aus zwölf Titeln, dar­ge­bo­ten wie­der­um von jeweils zwei Künstler/innen in unter­schied­li­chen Arran­ge­ments. Wie schon im Vor­jahr durf­te das Publi­kum im Anschluss eine Woche lang mit­tels kos­ten­pflich­ti­ger Tipp­schei­ne sei­ne Stim­me für die belieb­tes­ten Songs abge­ben, und mit sen­sa­tio­nel­len 1,5 Mil­lio­nen (!) Kreu­zen sieg­te erneut eine Kom­po­si­ti­on des ‘Vola­re’-Sän­gers Dome­ni­co Modug­no (→ IT 1958, 1959, 1966), der mit dem selt­sam ziel­los vor sich hin mäan­dern­den ‘Addio… addio…’ auch die Hit­lis­ten des Hei­mat­lan­des auf­roll­te (#2 IT). Die RAI ent­schied sich jedoch, an sei­ner Stel­le den zwei­ten Inter­pre­ten des Titels zum Song Con­test zu schi­cken, wohl in der vagen Hoff­nung, die beson­ders schmal­zi­ge, hoch­dra­ma­ti­sche Dar­bie­tung des Älte­re-Haus­frau­en-Schwar­mes Clau­dio Vil­la (→ IT 1967) kön­ne geschickt über die feh­len­de Melo­die des Can­zo­ne hin­weg­täu­schen. Da täusch­te man sich jedoch: in Luxem­burg reich­te es nur für einen Rang im unte­ren Mit­tel­feld.

Und tschüß, Paco!

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ESC 1957: Hal­lo, Kopen­ha­gen?

Logo des Eurovision Song Contest 1957
Das Jahr der Zun­ge

Kein Jahr­gang ohne grund­le­gen­de Neue­run­gen, zumin­dest in der Anfangs­pha­se des Euro­vi­si­on Song Con­tests: stimm­ten die Juro­ren bei der Grand-Prix-Pre­miè­re von 1956 noch geheim ab und erfuh­ren wir außer dem Sie­ger­ti­tel kei­ne Plat­zie­run­gen, so fei­er­te das heu­ti­ge Herz­stück der TV-Show, die stets das kom­plet­te letz­te Drit­tel der Sen­de­zeit okku­pie­ren­de und stets die höchs­ten Ein­schalt­quo­ten des Abends erzie­len­de öffent­li­che Stim­men­aus­zäh­lung, beim zwei­ten Wett­be­werb in mei­ner Geburts­stadt Frank­furt am Main sei­nen Ein­stand. Die Durch­ga­be der Län­der­vo­ten erfolg­te natür­lich fern­münd­lich. Geschickt nah­men die Gast­ge­ber hier­auf Bezug: “Tele­fon, Tele­fon / Lang war ich allein / Sag, wann wer­de ich zum Lohn / End­lich glück­lich sein” frug die deut­sche Ver­tre­te­rin Mar­got Hiel­scher sich und das Publi­kum.

Das Fräu­lein vom Amt (DE).

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San-Remo-Fes­ti­val 1957: Kein Ent­kom­men

Rin in die Kar­tof­feln – raus aus die Kar­tof­feln: hat­te man 1956 beim San-Remo-Fes­ti­val (SRF), dem als ita­lie­ni­schem Vor­ent­scheid genutz­ten ligu­ri­schen Musik­fes­ti­val, die gro­ßen Namen raus­ge­wor­fen, um dem Nach­wuchs eine Chan­ce zu geben, so erklär­te der ver­ant­wort­li­che Sen­der Rai die­ses Expe­ri­ment auf­grund des gerin­gen öffent­li­chen Zuspruchs schnell als geschei­tert und hol­te bereits 1957 die Stars wie­der zurück. Es gab zwei Semi­fi­na­le mit jeweils zehn Titeln, die Hälf­te davon kam ins sams­täg­li­che Fina­le (das Kon­zept kommt uns heu­te sehr bekannt vor, nicht wahr?). Aller­dings wur­de jedes Lied gleich zwei Mal von ver­schie­de­nen Künstler/innen unter­schied­lich inter­pre­tiert, eine in den Anfangs­jah­ren des Wett­be­werbs weit ver­brei­te­te und auch von ande­ren Län­dern kopier­te Her­an­ge­hens­wei­se. Den­noch bewer­te­ten die Jurys in der End­ab­stim­mung nur den Song und nicht den Sän­ger.

Da läuft der Schmalz liter­wei­se aus dem Laut­spre­cher: Clau­dio Vil­la mit dem San-Remo-Sie­ger­lied.

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