Gary Lux

Aus Zwölf wird eins 1984: Sonst ver­lier’ ich noch den Verstand

Aus Zwölf wird eins 1984: Sonst ver­lier’ ich noch den Verstand

"Die Schatten der Vergangenheit sind nicht für uns da [...] / Vergangenes, das zählt nicht mehr, wir schieben es weg": sehr selten wurde in der deutschsprachigen Populärkultur der von aktiver Verdrängung geprägte Umgang mit der Nazi-Zeit so offensiv thematisiert wie beim österreichischen Eurovisionsvorentscheid im Jahre 1984. Allerdings sollte der vom Wiener Musiker Peter Janda ('Die Zeit ist einsam', 1986) komponierte und bei Ralph Siegels Firma Jupiter Records veröffentlichte Schlager 'Die Schatten der Vergangenheit' keinesfalls als Kritik an der Verweigerung der geschichtlichen Aufarbeitung zu verstehen sein. Sondern ganz im Gegenteil als nachgerade aggressive Aufforderung, die unerträglichen Bilder des Holocaust für immer…
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Aus Zwölf wird eins 1983: die Müh­le der stür­mi­schen Gefühle

Aus Zwölf wird eins 1983: die Müh­le der stür­mi­schen Gefühle

"Pssscht! Ein bisschen leiser!": mit diesem gleich zweimal im Tonfall zwischen Verärgerung und Verzweiflung vorgetragenen Imperativ versuchte (die deutschen TV-Zuschauer:innen aus der langlebigen ZDF-Rateshow Dalli dalli bekannte) Brigitte Xander, die in einem rosafarbenen Fledermausärmel-Ungetüm von Abendkleid durch die Show führte, die entfesselte Rasselbande im nachgerade schäbig improvisiert wirkenden Green Room des österreichischen Vorentscheids 1983 wenigstens temporär zum Schweigen zu bringen. Was zu den wenigen lustigen Momenten dieser insgesamt eher steifen Show gehörte, bei der erneut zwölf größtenteils unterirdische Schlager um die Fahrkarte ins relativ nahe München rangen, wo der Eurovision Song Contest in diesem Jahr gastieren sollte. In der bayerischen…
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