Tonia

Ein Lied für Luxem­burg 1973: Was ist Dein Geschenk an mich?

Ein Lied für Luxem­burg 1973: Was ist Dein Geschenk an mich?

"Was ist schon ein Jahr?", so lautet die originalgetreue Übersetzung eines späteren Siegertitels beim Grand Prix Eurovision. Nun: manchmal augenscheinlich ein ganzes Leben, wenn es zwischen zwei deutschen Grand-Prix-Vorentscheidungen liegt. Rein formal unterschied sich das diesjährige Finale aus Frankfurt am Main kaum vom dem ebenfalls durch den Hessischen Rundfunk mitveranstalteten aus Berlin anno 1972: wie schon dort gab es wiederum zwölf Beiträge und zehn Juror:innen (davon fünf "musikinteressierte Laien"), die jeden Song mit mindestens einem bis maximal fünf Punkten zu bewerten hatten. Selbst das deutsche Spitzenschlagerpärchen Cindy & Bert sowie deren sozialdemokratisch-liedermacherhafte Variante Inga & Wolf waren, wie bereits im…
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Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1968: Piep, piep, klei­ner Satellit

Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1968: Piep, piep, klei­ner Satellit

Knackig kurz muss er gewesen sein, der wallonische Auswahlprozess im Jahre 1968. Innerhalb von lediglich 45 Minuten, so jedenfalls die Angaben der flämischen Eurovisionsfanseite songfestival.be, soll der verantwortliche Sender RTBF an einem Dienstagabend die immerhin zehn zur Auswahl stehenden Lieder über die Antenne gejagt, die Stimmen von jeweils vier Jurys pro Provinz des französischsprechenden Landesteils eingesammelt und aufaddiert sowie die seinerzeit als TV-Moderatorin bekannte Claude Lombard zur Siegerin gekürt haben. Sportlich! 'Quand tu reviendras' ('Wann kehrst du zurück'), Lombards unfassbar altertümliches und einschläferndes Chanson, das eher so klang, als habe man damit schon im Jahre 1468 Kirchenbesucher:innen eingeschläfert, landete beim…
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ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

ESC-Fina­le 1966: Zwin­gen kann man kein Glück

Das zehnjährige Jubliäum des Eurovision Song Contests nahm die EBU zum Anlass, im Frühjahr 1966 bei den teilnehmenden TV-Anstalten Wünschen und Ideen für die zukünftige Gestaltung des Wettbewerbs zu sammeln. Dabei zeigten sich regional unterschiedliche Schwerpunkte, wie Gordon Roxburgh in der Fibel Songs for Europe auflistet: so insistierten die skandinavischen Sender, dass der "musikalischen Qualität" der Beiträge die absolute Priorität einzuräumen sei. Die westeuropäischen Anstalten wie die ARD, das belgische BRT, der ORF und das französische Fernsehen wollten vor allem die als zu hoch empfundene Teilnehmerzahl von zuletzt 18 Nationen reduzieren und schlugen verschiedene Formate für Semifinale vor, wie sie…
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Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1966: Lie­der! Luxem­burg! Lecker!

Bel­gi­scher Vor­ent­scheid 1966: Lie­der! Luxem­burg! Lecker!

Das wallonische Fernsehen, das 1966 wie stets in den geraden Jahren an der Reihe war, den belgischen Grand-Prix-Beitrag zu bestimmen, bestritt den heimischen Vorentscheid mit nur einer einzigen Sängerin. Und zwar mit einer... Schockschwerenot: Flämin! Zwar stammte die betreffende Künstlerin aus dem unter anderem mit Berlin-Neukölln verschwisterten und heute vor allem als Kriminalitätsschwerpunkt bekannten Brüsseler Vorort Anderlecht, der in der politisch neutralen, zweisprachigen Zone des linguistisch und kulturell zwiegespaltenen Landes liegt, und sie trug als gebürtige Arlette Antoine Dominicus einen eher französisch klingenden Namen. Doch für ihre Schlagerkarriere benutzte sie das Pseudonym Tonia, und wiewohl sie auch Titel en français…
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