Nora Brockstedt

Melo­di Grand Prix 1968: The Ven­ga­bus is coming

Melo­di Grand Prix 1968: The Ven­ga­bus is coming

Die norwegische Melodi Grand Prix lief 1968 exakt so ab wie auch die heimischen Vorentscheidungen in den Jahren zuvor: es gab fünf Songs und fünf Interpret:innen, die man alle bereits von vorausgegangenen Veranstaltungen kannte, inklusive des in Deutschland geborenen und nach dem zweiten Weltkrieg nach Oslo ausgewanderten Per Müller. Jeder der Beiträge kam zweifach zur Aufführung, einmal begleitet von einer kleinen Band und einmal von einem großen Orchester. Zehn regionale Jurys stimmten ab und am Ende gewann der sowohl von der MGP-Dauerteilnehmerin Kirsti Sparboe als auch von Odd Børre Sørensen interpretierte, jazzige Liebesschlager 'Jag har aldri vært så glad i…
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Melo­di Grand Prix 1965: Nur die aller­bes­te Melkmaschine

Melo­di Grand Prix 1965: Nur die aller­bes­te Melkmaschine

Erfrischend kurz war er, der sechste Norsk Melodi Grand Prix: nur etwas über eine halbe Stunde brauchte man für die Anmoderation und die Vorstellung der fünf zur Wahl stehenden Titel, dargeboten jeweils von zwei verschiedenen Interpret:innen in unterschiedlichen Instrumentierungen. Was dem Sender NRK die Chance gab, vermittels einer geschickten Choreographie von dem dürren musikalischen Angebot abzulenken: im ersten Durchgang präsentierte man die Lieder mit einer auf das Notwendigste reduzierten Begleitband, gewissermaßen in einer besonders intimen Fassung. Nachdem sich das Publikum so einen Überblick über das Menü verschaffen und jede:r für sich persönlich schon mal den am wenigsten furchtbarsten Titel bestimmen…
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Melo­di Grand Prix 1963: Blon­di­ne in Fesseln

Melo­di Grand Prix 1963: Blon­di­ne in Fesseln

„Es ist offensichtlich das Ergebnis einer Qualitätsbewertung,“ so selbstkritisch-maliziös kommentierte der Pressechef des veranstaltenden norwegischen Rundfunks NRK gegenüber der Tageszeitung Dagbladet den Umstand, dass der Sender den Melodi Grand Prix (MGP) 1963 nicht (auch) im Radio übertrug, wie in den Vorjahren üblich, sondern ausschließlich im Fernsehen, das zu diesem Zeitpunkt alleine schon aus technischen Gründen nur ein knappes Viertel der norwegischen Haushalte erreichte. Auch die Zeitung hämte, dass den Radio-Zuhörer:innen da wohl einiges erspart geblieben sei, und das Konkurrenzblatt Aftenposten ergänzte Salz-in-die-Wunden-streuend, "alle fünf Kompositionen," die ein lediglich dreiköpfiges Senderkomitee aus 221 Einsendungen auswählte, "könnten leichthin bereits vor dreißig Jahren…
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ESC-Fina­le 1961: Stand up for your Love Rights

ESC-Fina­le 1961: Stand up for your Love Rights

Schon zum zweiten Mal in der noch jungen Grand-Prix-Geschichte gastierte der Wettbewerb 1961 in Cannes. Und erneut präsentierte das französische Fernsehen die selbe Eröffnungssequenz wie schon 1959. Sowie die selbe Moderatorin, Jacqueline Joubert, die so viel Mascara aufgelegt hatte, dass sie ständig angestrengt gen Himmel schauen musste, damit ihr die Augenlider nicht zusammenpappten. Lediglich auf die charakteristischen Drehgestelle verzichtete man. Stattdessen versammelten sich die 16 Teilnehmer/innen zum Auftakt der erstmals an einem Samstag ausgestrahlten Sendung auf einer opulenten Showtreppe und stellten sich artig nacheinander persönlich vor. Was für die Zuschauer/innen den unschätzbaren Vorteil bot, die Interpretennamen zur Abwechslung in fehlerfreier Aussprache hören zu können. Im Anschluss sangen sie dann…
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Melo­di Grand Prix 1961: Bit­te bitte

Melo­di Grand Prix 1961: Bit­te bitte

"Anstatt die beste Melodie zu finden, bestand die Aufgabe der Jury darin, zu bestimmen, welche die am wenigsten schlechte war," so beschrieb sehr pointiert eine norwegische Tageszeitung das Elend bei der zweiten Ausgabe des heimatlichen Vorentscheidungsformats Melodi Grand Prix (MGP) im Jahre 1961. Das hing, wie in Deutschland, unter anderem mit dem Einfluss der Lobbys zusammen: genau wie die ARD handhabte der Sender NRK die Eurovision und die nationale Vorrunde als Komponistenwettbewerb, für die der norwegische Songschreiberverband das alleinige Vorschlagsrecht besaß. Knapp 350 Lieder waren nach entsprechender Aufforderung beim Sender eingetrudelt, und der Vorsitzende der NRK-Auswahljury, Ragnar Kierulf, bestätigte, es sei ausgesprochen…
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ESC-Fina­le 1960: I shall die, die, die

ESC-Fina­le 1960: I shall die, die, die

Es ist ein offenes Eurovisionsgeheimnis: nicht alle Delegationsleiter:innen freuen sich unbedingt, wenn ihre Künstler:innen den Grand Prix gewinnen! Schließlich verbindet sich beim Song Contest mit dem Sieg die feste Erwartung, im nächsten Jahr die Show zu organisieren, womit massive Kosten auf die betroffene TV-Station zukommen. Heutzutage wird ein kleinerer Anteil davon durch die Startgebühren der einzelnen Länder aufgefangen, doch in den Anfangsjahren musste die ausrichtende Rundfunkanstalt die Sendung finanziell noch komplett alleine stemmen. Den Niederländern, die 1959 zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren gewonnen hatten, ging Sparsamkeit über Nationalstolz: sie sagten schlicht "nee". Selbstlos sprang (übrigens nicht zum letzten…
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Melo­di Grand Prix 1960: Nur Sams­tag Nacht

Melo­di Grand Prix 1960: Nur Sams­tag Nacht

Was für ein grandioser Start! Das 1960 erstmalig am Eurovision Song Contest teilnehmende Norwegen, bis heute Rekordhalter im Sammeln von Roten Laternen, bediente sich bereits von Anfang an des über die Jahre immer mal wieder inhaltlich sanft angepassten, aber stets unter dem gleichen Namen laufenden Vorentscheidungsformates Melodi Grand Prix (MGP). Dem ging zur Premiere ein im Radio ausgetragenes Semi voraus, bei dem lediglich zwei Sänger:innen, nämlich der Schnulzier und Kabarettist Jens Book-Jenssen und Inger Jacobsen, sämtliche elf Titel interpretierten. Geplant war, dass fünf Beiträge ins Finale einziehen sollten, aufgrund von Punktegleichheit der drei Viertplatzierten wurden daraus jedoch sechs. Darunter fanden sich…
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