Séverine

Ein Lied für Har­ro­ga­te 1982: Ich bin nur ein Mädchen

Ein Lied für Har­ro­ga­te 1982: Ich bin nur ein Mädchen

Bereits ins vierte Jahr ging nun die Regentschaft des Bayerischen Rundfunks beim deutschen Grand-Prix-Vorentscheid, und so langsam machte sich eine immergleiche, fade Routine breit. Ob es den Auswahl- und Abstimmungsmodus betraf, die Anzahl der Teilnehmer:innen, das Bühnenbild: alles exakt wie schon in den Jahren zuvor. Erneut führte die damenhafte Carolin Reiber mit aufgesetztem Pathos durch den Abend, und auch wenn sie mit stolzgeschwellter Brust verkündete, dass die Auswahljury diesmal über 800 Titel zu sichten hatte, befand sich das vom BR letztlich präsentierte Musikprogramm doch fest im Würgegriff weniger altgedienter Schlagerschaffender. Denn die an einer Hand abzählbaren Neue-Deutsche-Welle-Songs flogen allerspätestens in…
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Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Ein Lied für Stock­holm 1975: Jeder Ton ist wie ein Stein

Nach dem Katastrophenergebnis der hausinternen deutschen Grand-Prix-Vorauswahl im Abbajahr 1974 (ein geteilter letzter Platz für den deutschen Beitrag von Cindy & Bert) besann sich sich der seinerzeit verantwortliche Hessische Rundfunk darauf, dass er bereits 1970 und (in Zusammenarbeit mit dem Sender Freies Berlin) 1972 sehr glamouröse öffentliche Vorentscheidungen auf die Beine gestellt und mit den dort ausgewählten Künstlerinnen jeweils einen gloriosen Medaillenplatz beim europäischen Wettsingen erzielt hatte. Mit diesem Wissen im Rücken und dem daraus resultierenden Glauben an die eigenen Fähigkeiten zimmerte man in Frankfurt am Main diesmal eine der bestbestückten Veranstaltungen in der deutschen Grand-Prix-Geschichte zusammen. Dabei half, dass der Sender…
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ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

ESC-Fina­le 1971: Ein Staub­korn nur in der Unendlichkeit

Heftige Auseinandersetzungen tobten Anfang der Siebzigerjahre hinter den Kulissen des Song Contests, unter anderem um das schon mehrfach geänderte Wertungssystem und über die Besetzung der Jurys. Noch immer gärte der Eklat des Vierfachsieges von 1969 nach, der im Vorjahr für einen Teilboykott durch fünf Länder gesorgt hatte. Selbst Deutschland, seit jeher die unerschütterlichste Eurovisionsnation, drohte mit dem Ausstieg aus der Gemeinschaftsveranstaltung, sollte sie sich nicht endlich dem Zeitgeist annähern. Doch der Grand Prix ist bekanntlich unkaputtbar, und so einigte man sich, ganz europäisch, auf einen Kompromiss. Dessen augenfälligstes Ergebnis war, dass die Jurys jetzt vor der Kamera und damit für…
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