Wien: der geils­te Arsch der Welt (AT 2012)

Letz­tes Jahr ver­lo­ren sie mit dem proll­tas­ti­schen ‘Oida taunz!’ tra­gi­scher­wei­se noch gegen die Sire­nen­quet­sche Nadi­ne Bei­ler. Dies­mal besan­nen sich die Öster­rei­cher eines bes­se­ren: die lus­ti­gen Bau­ern­dis­co­bur­schen Tracks­hit­taz fah­ren mit der Bol­ler­he­ten­strip­schup­pen­num­mer ‘Woki mit Deim Popo’ nach Baku. Da stimmt dann sogar das Mot­to des Vor­ent­scheids: “Öster­reich rockt den Song Con­test”! Zu dem super ein­gän­gi­gen, im Mühl­tal­vier­tel-Dia­lekt gerapp­ten Par­tyt­rack tan­zen – man möch­te sagen: natür­lich – ein paar mit Neo­pren­an­zü­gen beklei­de­te Schick­sen an Stan­gen. Und eben­so natür­lich kom­men die ihnen mit Neon­far­be auf­ge­mal­ten Popos noch zum schwarz­licht­un­ter­stütz­ten Ein­satz. Gran­dio­se Show, wobei mein Höhe­punkt natür­lich am Schluß kommt, wenn Leadrap­per Lukas Plöchl sei­ne beein­dru­cken­de Brust ent­blößt, die mit einem anrufsti­mu­lie­ren­den Wer­be­slo­gan beschrif­tet ist. Lös­te das den – ver­dammt knap­pen – Sieg gegen die fabel­haf­te Con­chi­ta Wurst aus?

httpv://youtu.be/BKQf8Z5uWQ8
Geht schon: die Bau­ern­bu­ben

Denn auch sie hät­te ich furcht­bar ger­ne in Baku gese­hen: die bär­ti­ge Tran­se mit ihrer dis­co­beat­ge­stütz­ten Bekennt­nis­bal­la­de ‘That’s what I am’. Con­chi­ta zog eben­falls völ­lig zu Recht ins Super­fi­na­le der bes­ten Zwei ein. Und ab die­sem Punkt der (laaaaaaaaaa­an­gen) Sen­dung war ich hap­py, denn nun konn­te abso­lut nichts mehr schief gehen. Befürch­te­te ich im Vor­feld noch, die Ösis könn­ten sich mal wie­der für etwas Ödes (sprich: einen der acht ande­ren Bei­trä­ge, mit Aus­nah­me des Sido-Acts 3punkt9, die ihren Auf­tritt aller­dings grau­sam ver­sem­mel­ten) ent­schei­den, mach­ten sie zu mei­ner gro­ßen Erleich­te­rung doch alles rich­tig. Viel­leicht bis auf die letz­te, mit 51 zu 49 Pro­zent denk­bar eng aus­ge­fal­le­ne Ent­schei­dung. Der Plat­ten­fir­ma dürf­te es egal gewe­sen sein: lus­ti­ger­wei­se sind näm­lich bei­de Super­fi­na­lis­ten beim sel­ben Label, Sony Music, unter Ver­trag.

httpv://youtu.be/RDuHTfFVCig
Gro­ße Kunst: die anbe­tungs­wür­di­ge Con­chi­ta

Ande­rer­seits freue ich mich jetzt schon auf den Ärger, den die Tracks­hit­taz in Baku aus­lö­sen könn­ten. Denn wie im ESC Nati­on Forum mit­zu­ver­fol­gen war, ver­stan­den die bri­ti­schen Zuschau­er statt der eigent­li­chen Hook­li­ne näm­lich immer nur ‘Fuck him in the poo poo’. Und wie­sen sogleich dar­auf hin, dass die BBC ähn­lich ver­klemm­te “You can’t say that on Tele­vi­si­on”-Rege­lun­gen hat wie die hier­für schon berüch­tig­ten Ame­ri­ka­ner. So besteht wohl die strik­te Anwei­sung, dass böse Wör­ter wie “Shit” (wie es im Namen der Trak­tor­rap­per vor­kommt) oder eben “Fuck” vor 22 Uhr unter kei­nen Umstän­den über den Sen­der gehen dür­fen. Da Öster­reich in der ers­ten Hälf­te des ers­ten Semis antritt, wel­ches zeit­zo­nen­be­dingt im Ver­ei­nig­ten König­reich bereits ab 20 Uhr zur Aus­strah­lung gelangt, könn­te das noch zum Pro­blem wer­den. Und allei­ne für die in die­sem Fal­le dann anste­hen­de Zen­sur­dis­kus­si­on hat sich der Sieg der Tracks­hit­taz schon gelohnt!

httpv://youtu.be/LmJeco1ewAg
Und hier, weil’s so schön war, noch mal der Track vom Vor­jahr

Die Wurst oder die Tra­ckies? Was wäre Dei­ne Wahl gewe­sen?

  • Con­chi­ta Wurst natür­lich! Buh, Öster­reich! (40%, 45 Votes)
  • Die Tracks­hit­taz! Super, Buam! (31%, 35 Votes)
  • Bei­de waren fabel­haft, gut gemacht, Ösis! (17%, 19 Votes)
  • Bei­de waren Mist. Tschau im Semi. (12%, 14 Votes)

Total Voters: 113

Loading ... Loa­ding …

13 Gedanken zu “Wien: der geils­te Arsch der Welt (AT 2012)

  1. Ja, ein wenig benei­de ich die Öster­rei­cher schon um ihren Vor­ent­scheid – zwar sehr lang (jau), aber doch Aus­wahl und etwas mit hohem Unter­hal­tungs­fak­tor dabei. La Con­chi­ta hät­te mög­li­cher­wei­se den höhe­ren ESC-Fak­tor gehabt – tol­le Num­mer für jung­ge­blie­be­ne Alt-ESCler. Vor allem weil soeben die Jed­dies in Irland durch­ge­kom­men sind, wird es für die Tracks­hit­taz als Allein­stel­lungs­merk­mal (merk­wür­di­ges Wort?) schwie­ri­ger.
    Con­chi­ta Wurst hät­te (zumin­dest bis­lang) einen hohen Wie­der­erken­nungs­wert, inter­es­san­te Bot­schaft UND (auch bis­lang) die ein­zi­ge Dis­co-Beat-Num­mer im Baku-Ange­bot. Aber die Show der Popo-Wack­ler war schon ein­drucks­voll. Jawoll. Öster­reich hat sich 2 gute Fina­lis­ten aus­ge­wählt.

    Hehe, als der Dr.Ranzenberger sein Gerichts­voll­zie­her-Gesicht ver­zog und sich erklär­te, dass sein per­sön­li­cher Favo­rit gewon­nen hät­te, mein­te ich, die Gesich­ter der bei­den Popo-Bur­schen kurz ent­glei­ten zu sehen und auch ich bin von That’s what I am als Sie­ger aus­ge­gan­gen. 

  2. Gleich vor­weg, als Öster­rei­cher hat­te ich eigent­lich das schlimms­te befürch­tet. Aber Con­chi­tas Song war dann doch bes­ser als erwar­tet und die Tracks­hit­taz haben ein­fach eine super Show abge­lie­fert. Mir wären bei­de als Sie­ger recht gewe­sen, und bin jetzt wirk­lich gespannt wie das in Baku abschnei­den wird. Ich bin aber echt erstaunt dass die Bri­ten “fuck” anstatt “woki” ver­ste­hen, fin­de nicht dass sich das ähn­lich anhört. Das “shit” im Namen hat­te ich auch nicht bedacht, viel­leicht noch eine Umbe­nen­nung für den ESC?

    Stellt sich mir aller­dings noch die Fra­ge ob schlech­te Regie die Show der Tracks­hit­taz zer­stö­ren kann, wäre ja nicht das ers­te Mal der Fall dass eine gute Show nicht als sol­che rüber­kommt.

    PS: So gut Lukas auch aus­sieht, der Bas­sist von Del­adap hat mir mal kurz den Atem geraubt als man ihn im Inter­view end­lich mal in Gross­auf­nah­me gezeigt hat.

  3. Fand “Oida Taunz” 2011  etwas bes­ser  und chan­cen­rei­cher , dies­mal könn­te allein der Tit­lel für Null­punk­te sor­gen.  Trotz­dem eine gute Wahl.

  4. Ich war zuerst auch erstaunt über den freud­schen Fehl­hö­rer der Bri­ten, aber das kam wirk­lich mehr­fach. Ver­mut­lich wur­de beim Hören aus “Wok” halt “Fuck”, aus dem “i” ein “him”, und der Rest ergibt sich dann von selbst. Vor allem, wenn man eine dre­cki­ge Phan­ta­sie hat, wie es ja gera­de für Kon­ser­va­ti­ve beson­ders kenn­zeich­nend ist. Und natür­lich gilt auch hier, wie immer: der Hörer ist das Schwein. 😉

    Die Dis­kus­si­on um die Track“shit“taz gab es letz­tes Jahr von die­ser Sei­te auch schon. Da wird der BBC-Kom­men­ta­tor halt ein­fach drum­rum­mo­de­rie­ren müs­sen, oder man ver­legt Öster­reich halt auf einen der spä­ten Start­plät­ze.

  5. Von wegen “von die­sem Punkt an konn­te nichts mehr schief­ge­hen”! Konn­te es natür­lich doch. Nach­dem sie es letz­tes Jahr zu mei­ner gro­ßen Freu­de rich­tig gemacht haben, haben die Ösis es heu­er auf der Ziel­ge­ra­de ver­bockt. Ich bin zwar vom Opti­schen her nicht gera­de ein Fan von Con­chi­ta Wurst, aber gesang­lich war das mit Abstand der bes­te Bei­trag die­ses Jahr, wäh­rend die Tracks­hit­taz auf mei­ner Rangska­la exakt das ande­re Ende beset­zen (wenn man mal von den unter­ir­di­schen 3Punkt5 absieht). Wäh­rend der letzt­jäh­ri­ge Bei­trag noch einen gewis­sen Pfiff hat­te, war das dies­mal – trotz bom­bas­ti­scher Show – ein­fach nur Müll.

  6. Was für ein Schrott – Die Atzen aus dem Ö, schlimm! Nix Fina­le! Mit Frau Wurst hät­te es was wer­den kön­nen! Sehr sehr SCHA­DE!

  7. YEAH!!! Tracks­hit­taz!!!

    Aus­tria: an oarsch voi points! (Sel­ten pass­te die­se Redens­art so gut.)

  8. Es war ein Vor­ent­scheid nach mei­nem Geschmack: Nicht nur Anfän­ger als Inter­pre­ten und ver­schie­de­ne Musik­rich­tun­gen.  Die Bau­ern­bur­schen sol­len ins Fina­le!

  9.  Neee, also mir wäre Frau Wurst lie­ber in Baku gewe­sen.

    Wobei man natür­lich dazu sagen muss, dass eine bär­ti­ge Tran­se auch für eini­ge Null-Punk­te aus man­chen teil­neh­men­den Län­dern geführt hät­te- egal ob das Lied gut ist oder schlecht.

  10. Äh … nein. Das Teil ist ja noch nicht mal rich­tig tanz­bar, und bedenkt man, was für einer Musik­rich­tung es ange­hört, fällt das schon unter Epic Fail. Von musi­ka­li­scher Qua­li­tät gar nicht anzu­fan­gen.

    Sor­ry, aber ich sehe kei­ne Final­chan­cen für das Teil. Vor allem nicht, da es zwei Plät­ze nach den sehr viel sym­pa­thi­sche­ren und tanz­ba­re­ren Rus­sin­nen ins Ren­nen geht. Gut, dass wir ver­gli­chen haben.

Oder was denkst Du?