Unser Song 2017: Hel­lo last Place, my old Friend

Zehn Kom­bi­na­tio­nen von Künstler/in und Lied wären beim deut­schen Vor­ent­scheid Unser Song 2017 rech­ne­risch mög­lich gewe­sen, zu dem der NDR gera­de mal zwei (in Zah­len: 2!) Bei­trä­ge aus der Res­te­schub­la­de inter­na­tio­na­ler Seriensongschreiber/innen kom­mis­sio­nier­te sowie fünf hof­fungs­vol­le Nach­wuchs­ta­len­te. Und mit zwei­en davon hät­ten wir unter Umstän­den in Kiew ein klei­nes biss­chen mehr als die zu befürch­ten­den null Punk­te holen kön­nen: näm­lich zum einen mit ‘Wild­fire’ in der fröh­li­chen Uptem­po­ver­si­on von Feli­cia Lu Kür­biß, die sie aber in der Sen­dung erst gar nicht vor­stel­len durf­te, weil sie in der ein­lei­ten­den Vor­stel­lungs­run­de, in der alle Fünf einen Cover­song inter­pre­tie­ren muss­ten, aufs fal­sche Pferd setz­te und damit bereits im ers­ten Durch­gang vor dem eigent­li­chen Wett­sin­gen aus­schied. Und zum zwei­ten mit ‘Per­fect Life’ in der Fas­sung von Axel Fei­ge. Bei­de blie­ben auf­grund des abso­lut alber­nen Aus­wahl­ver­fah­rens jedoch unter­wegs auf der Stre­cke. Statt­des­sen bestritt die in Bonn gebo­re­ne Musik­stu­den­tin Levina Lueen ganz allei­ne mit bei­den Titeln das völ­lig anti­kli­ma­ti­sche Super­fi­na­le und sieg­te gewis­ser­ma­ßen gegen sich selbst. Dass es am Ende mit 69% der abge­ge­be­nen Zuschauer:innenstimmen ‘Per­fect Life’ wur­de, spiel­te da schon kei­ne Rol­le mehr.

Per­fek­tes Hin­ter­grund­ge­du­del fürs Ein­kaufs­ra­dio, aber kein ESC-Sie­ger: der deut­sche Bei­trag 2017.

Denn bei aller berech­tig­ten Wert­schät­zung der her­vor­ra­gen­den stimm­li­chen Leis­tung der blon­den 25jährigen, die natür­lich auch des­we­gen so glänz­te, weil die drei ande­ren Küken, die wie aus der Mini Play­back Show ent­lie­hen wirk­ten, ihr nicht das Was­ser rei­chen konn­ten: musi­ka­lisch ebne­te sie bei­de Songs, sowohl den ursprüng­lich flot­ten Pop­ti­tel ‘Wild­fire’ als auch das als Bond-Bal­la­de gedach­te ‘Per­fect Life’, zu sehr ein­heit­li­chem, töd­lich lang­wei­li­gen Mid­tem­po­seich ein, der mich per­sön­lich null erreich­te. Den ers­ten inter­na­tio­na­len Fan-Reak­tio­nen in den ein­schlä­gi­gen Foren zufol­ge übri­gens auch die Men­schen außer­halb Deutsch­lands nicht. Wir kön­nen uns also schon mal auf ein neu­er­li­ches Ren­dez­vous mit unse­rem alt­be­kann­ten Freund, dem letz­ten Platz im Euro­vi­si­ons­fi­na­le, ein­stel­len. Immer­hin: im Gegen­satz zu den vor­an­ge­gan­ge­nen Pres­se­kon­fe­ren­zen und Speed-Dating-Run­den des NDR, wo die augen­schein­lich nach einem Eigen­mar­ken-Dusch­gel benann­te Sän­ge­rin einen eher ange­strengt-ver­knif­fe­nen Ein­druck hin­ter­ließ, wirk­te sie in der drei­stün­di­gen Live-Sen­dung zuneh­mend char­mant und gelöst. Und schaff­te es so schließ­lich, den Fun­ken ins Publi­kum über­sprin­gen zu lassen.

Hier die künst­le­ri­sche Vor­la­ge des deut­schen Bei­trags, die mir übri­gens deut­lich bes­ser gefällt

Was natür­lich nicht wei­ter ver­wun­der­te, bedenkt man die per­ma­nen­ten ste­hen­den Ova­tio­nen aus dem Saal und die nicht enden wol­len­den, völ­lig über­trie­be­nen Lob­ge­sän­ge der drei­köp­fi­gen Jury, die vom ers­ten Auf­tritt Levinas an kei­nen Hehl dar­aus mach­te, wer die Prin­zes­sin des Abends sei. Der dank kan­ti­ger Schä­del­form etwas höh­len­mensch­mä­ßig wir­ken­de Stra­ßen­mu­si­kant Axel hin­ge­gen, der erkenn­bar mit den Anfor­de­run­gen des Medi­ums kämpf­te und einen eher intro­ver­tier­ten Ein­druck mach­te, muss­te sich nach der ers­ten Son­grun­de mit dem hei­ser into­nier­ten ‘Wild­fire’ aus der Ecke des Song-Weich­spü­lers Tim Bendzko, der am heu­ti­gen Abend in bis­lang nicht für mög­lich gehal­te­ne Tie­fen mei­ner per­sön­li­chen Ach­tung sank, unqua­li­fi­zier­te Kom­men­ta­re über die Art sei­nes Auf­tritts und uner­be­te­ne Rat­schlä­ge über den Ein­satz des Büh­nen­re­qui­sits Hocker anhö­ren. Kein Wun­der, dass Axel inner­lich auf­gab und damit natür­lich (und, so hat­te man den Ein­druck, auch zu sei­ner eige­nen Erleich­te­rung) im Lau­fe des Abends aus­schied. Für einen Moment hat­te es in der Abstim­mung sogar so aus­ge­se­hen, als kön­ne er noch nicht mal mehr den zwei­ten, ihm per­sön­lich deut­lich bes­ser lie­gen­den Song ‘Per­fect Life’ vorstellen.

Sto­isch an allen Kame­ras vor­bei: Fei­ge frem­del­te etwas mit dem Fernsehen.

Was dann doch noch klapp­te, aber nichts mehr nütz­te, weil das auf­ge­peitsch­te Publi­kum, wie sei­ner­zeit schon bei Elai­za, mal wie­der ein Euro­vi­si­ons­mär­chen sehen woll­te und sei­ne Köni­gin der Nacht inner­lich bereits gekürt hat­te. Die knud­de­lig-kind­li­che Hele­ne Nis­sen, die nur auf­grund ihrer herz­er­wär­men­den Nied­lich­keit die Vor­stel­lungs­run­de über­leb­te und mit einem spon­ta­nen Freu­den­trä­nen­aus­bruch für einen Moment die Show stahl, sowie die Ersatz- und Zähl­kan­di­da­tin Yose­fin Buoh­ler flo­gen eben­falls zügig her­aus und durf­ten ihre Ver­sio­nen der bei­den zur Aus­wahl ste­hen­den Songs erst gar nicht mehr anstim­men. Die so gewon­ne­ne Zeit ver­geu­de­te der NDR statt­des­sen für das unnö­ti­ge Vier­fach­vo­ting, das noch unnö­ti­ge­re Jury­ges­ab­bel und unge­zähl­te Schnell­durch­läu­fe, was neben der Wahl aus­ge­rech­net der TV-Total-Kapel­le Hea­vy­to­nes als live beglei­ten­des Orches­ter (war­um?) eine ermü­den­de Zähig­keit in die viiiiiieeeel zu lan­ge Show brach­te. Ein weh­mü­ti­ger Gruß geht an die­ser Stel­le ins Ruhr­ge­biet zu dem ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen Kan­di­da­ten Sadi Rich­ter, den uns die dia­bo­li­sche Bild im Vor­feld abge­schos­sen hat­te – wel­che Wun­der hät­te er wohl mit den Lie­dern anstel­len können?

Same same: die am Ende zur Wahl ste­hen­de Alter­na­ti­ve ent­pupp­te sich als Coke light vs. Coke zero.

Im posi­ti­ven Sin­ne erstaun­lich hin­ge­gen, dass sich die Televoter:innen durch einen vor der letz­ten Abstim­mungs­run­de gezeig­ten Zusam­men­schnitt der zu die­sem Zeit­punkt in den kon­kur­rie­ren­den Natio­nen bereits aus­ge­wähl­ten Depres­si­ons­bal­la­den­flut beein­flus­sen lie­ßen und den von Frau Schö­ne­ber­ger, dem von ihr befrag­ten Stu­dio­pu­bli­kum und der Jury schon längst zum Sie­ger aus­er­ko­re­nen Titel ‘Wild­fire’ abwähl­ten, weil das von Frau Lueen not­dürf­tig zur Mid­tem­po­num­mer hoch­ge­pimp­te ‘Per­fect Life’ wenigs­tens nicht ganz so extrem ins sel­be betrüb­li­che Sche­ma fällt. Schwar­min­tel­li­genz, kann ich da nur sagen! Außer­dem schön: Con­chi­ta Wursts im Rah­men­pro­gramm dar­ge­bo­te­ne Ren­di­ti­on von Lena Mey­er-Land­rut‘Satel­li­te’, eine Aug’ in Aug’ mit der Ori­gi­nal­in­ter­pre­tin dar­ge­brach­te, sehr fabel­haf­te Hom­mage. Wel­che zusätz­li­chen Glanz dadurch erhielt, dass sich Tho­mas Neu­wirth, wie unlängst in der NDR-Talk­show ange­kün­digt, schritt­wei­se aus sei­ner selbst erschaf­fe­nen Kunst­fi­gur zurück­zie­hen möch­te und Con­chi­ta bei jedem Auf­tritt einen klei­nen Tick mehr Mas­ku­lini­tät durch­schei­nen lässt, was abso­lut span­nend mit­zu­ver­fol­gen ist.

Ent­con­chi­tat immer mehr: die fan­tas­ti­sche Con­chi­ta mit einer fan­tas­ti­schen Lena-Hommage.

Nicht zu ver­ges­sen natür­lich auch das in mei­nem inne­ren Kopf­ki­no nun unaus­lösch­li­che Bild von Axel Fei­ges her­aus­hän­gen­dem “Pfer­de­schwanz”, das uns die wie immer bes­tens auf­ge­leg­te Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger in einem hüb­schen freud­schen Ver­spre­cher schenk­te. Dan­ke dafür!

Unser Song 2017

Don­ners­tag, 9. Febru­ar 2017, aus dem Raab TV Stu­dio in Köln. Fünf Teilnehmer/innen, Mode­ra­ti­on: Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger. Televoting.
Interpret/in1. Run­de (Cover­song)Tele­vo­teErgeb­nis
Yose­fin BuohlerLove on Top12.748x
Axel Fei­geYou know my Name39.242Q
Feli­cia Lu KürbißDan­cing on my own13.139x
Levina LueenWhen we were young89.156Q
Hele­ne NissenFol­som Pri­son Blues49.964Q
Interpret/in2. Run­de (Wild­fire)Tele­vo­teErgeb­nis
Axel Fei­geWild­fire47.639Q
Levina LueenWild­fire79.811Q
Hele­ne NissenWild­fire41.459x
Interpret/in3. Run­de (Per­fect Life)Tele­vo­teErgeb­nis
Axel Fei­gePer­fect Life57.631x
Levina LueenPer­fect Life60.474Q
Axel Fei­geWild­fire36.266x
Levina LueenWild­fire124.326Q
Interpret/in4. Run­de (Super­fi­na­le)Tele­vo­teCharts
Levina LueenWild­fire45.285
Levina LueenPer­fect Life100.40728

Zuletzt aktua­li­siert: 01.02.2022

< Unser Lied für Stock­holm 2016

Unser Lied für Lis­sa­bon 2018 >

Und nun Dei­ne Ein­schät­zung: wie ste­hen unse­re Chan­ce in Kiew?

  • Letz­ter Platz, wie immer. Der NDR lernt’s nicht mehr. (53%, 120 Votes)
  • Mid­tem­po, Mit­tel­maß, Mit­tel­feld­platz. (36%, 82 Votes)
  • Ein gut abge­han­ge­ner Guetta-Hit, das soll­te doch für die vor­de­re Tabel­len­hälf­te rei­chen. (7%, 17 Votes)
  • Super Song, fan­tas­ti­sche Stim­me, tol­le Aus­strah­lung: wir gewin­nen die­ses Jahr! (4%, 8 Votes)

Total Voters: 227

Loading ... Loading …

14 Comments

  • porsteinn -

    So sehr mir Axels Ver­si­on von Per­fect Life gefal­len hat, aber da war kame­ra­tech­nisch so gut wie nichts. Es reicht nicht aus, ein guter Sän­ger mit annehm­ba­rem Mate­ri­al zu sein. Er hat lei­der ein­fach nicht “con­nec­ted”. Hele­ne fand ich sehr süß, das hät­te noch was eige­nes gehabt irgend­wie. Levina tech­nisch ver­siert, Stim­me mit Wie­der­erken­nungs­wert, aber ansons­ten doch schon ein wenig glatt und brav. Da hält die Optik qua­si nicht, was die Stim­me ver­spricht. Immer­hin hat sie mit dem rich­ti­gen Song gewon­nen. Auf die deut­sche “Schwar­min­tel­li­genz” kann man doch vertrauen.

  • Tim war der Ein­zi­ge, der den Vor­tra­gen­den nicht mit Lobes­hym­nen in den Aller­wer­tes­ten gekro­chen ist und Kri­tik ange­bracht hat, wo es ange­mes­sen war. Er hat genau das gesagt, was mein Mann und ich auch gedacht haben.
    Mit Levina fährt jetzt eine Ram­pen­sau nach Kiew, und das ist doch schon mal die hal­be Mie­te. Die Schlaf­ta­blet­te mit dem Pfer­de­schwanz wäre ein Desas­ter gewor­den. Wo Levina lan­den wird – abwar­ten, man weiß es eh nie im Voraus.

  • Bleibt noch zu erwäh­nen, dass die Ton-Regie eine ein­zi­ge Katas­ro­phe war. Auf dem Niveau eines Entwicklungslands!
    Die unver­meid­li­chen Hea­vy­to­nes:- auf­ge­motzt mit Streich- und Blas­ensem­ble – spiel­ten nicht bes­ser als eine Inter­nats- oder Schulband.
    Der Aus­wahl­mo­dus des NDR ist sen­sa­to­nell bescheu­ert, als TV-For­mat gän­zich unge­eig­net, da nervt nach zwei Stun­den auch Bar­ab­a­ra Schö­ne­ber­ger nur noch.
    Peter Urban: Jetzt ist bit­te Zeit für’s Alten­teil, ja!

  • Gene­rell könn­te ich noch immer heu­len, weil der ein­zi­ge wirk­lich ernst­zu­neh­men­de Kan­di­dat (sor­ry Axel) von der BLÖD raus­ge­mobbt wur­de. Sadi hat so eine unglaub­li­che Stim­me – und dazu noch eine Zucker-Aus­strah­lung. Ich wer­de die­ses “Was wäre gewe­sen wenn” wohl in die­ser Sai­son nie­mals aus mei­nem Kopf bekom­men – und hät­te eini­ges drauf gewet­tet, das Sadi nicht nur haus­hoch die VE gewon­nen son­dern auch Euro­pa ver­zau­bert hät­te. Ganz abge­se­hen davon, das ich soooo ger­ne mal sei­ne Ver­sio­nen der bei­den Songs gehört hätte.

    Grund­sätz­lich hät­te ich ger­ne mal wie­der einen männ­li­chen Inter­pre­ten für Deutsch­land gese­hen – aber so sehr ich Per­fect Life von Axel moch­te, muss ich doch dem hier bereits geschrie­be­nen zustim­men. Die Büh­ne, die Kame­ras, der Hype – das schien alles mal so gar­nichts zu sein, für das Alex sich zu erwär­men schien. Mir kam es so vor, als füh­le er sich – beson­ders nach sei­nen Auf­trit­ten – extrem unwohl in die­ser Umge­bung. Und lei­der wirkt dann eben auch das, wenn auch sicher stimm­lich Her­vor­ra­gen­de und Beson­de­re, nicht­mehr wirk­lich. Sehr sehr schade. 

    Levina ist wohl in der Tat eine Ram­pen­sau (bin ich eigent­lich die ein­zi­ge, die eine gewis­se Ähn­lich­keit zu Dschun­gel­queen Mela­nie Mül­ler fest­ge­stellt hat) und hat sicher­lich eine gute Büh­nen­prä­senz. Wild­fire woll­te ich, obwohl viel­leicht um ein Mü der bes­se­re Song für Levina, auf­grund der bis­he­ri­gen Bal­la­den­dich­te nicht als deut­schen Bei­trag haben. Aber das bei DEM Intro im null­kom­ma­nix das Pla­gi­ats­ba­shing los­ge­hen wür­de, war ja auch so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Und das es sicher­lich ein Stück weit ver­schenkt war, zwar 10 Songs vor­zu­be­rei­ten und dann dem geneig­ten Publi­kum die Chan­ce vor­zu­ent­hal­ten, die­ses Ange­bot voll­um­fäng­lich anzu­hö­ren und zu sehen und aus allen Mög­lich­kei­ten die bes­te Vari­an­te zu wäh­len, hal­te ich eben­falls für extrem unglücklich. 

    Gerockt hat die Show in der Tat mal wie­der la Bar­ba­ra – was das Kon­zept angeht, so ist es wie jedes Jahr: der NDR muss wie­der nach­sit­zen. Ob man noch Hoff­nung haben darf, das da irgend­wann mal was Geschei­tes bei rauskommt?

  • Schwupps… und noch ver­ges­sen: Das Med­ley der ESC-Legen­den! Bei Rus­la­na rol­len sich einem ja echt die Fuß­nä­gel hoch und Nico­le mit Mer­ci che­rie war irgend­wie total drü­ber und bäh! Von daher ein hoch auf Con­chi­ta, die Satel­li­te so wun­der­voll inter­pre­tier­te und den Act kom­plett im Allein­gang geret­tet hat!

  • Schöns­ter Moment des Abends: Lena herzt Nico­le. Dass ich das noch erle­ben darf! Ansons­ten lässt mich das gan­ze etwas rat­los zurück. Ich fühl­te mich etwas an den letzt­jäh­ri­gen Bei­trag von Lidia Isac aus Mol­da­wi­en erin­nert: Schö­ne Frau, die echt toll sin­gen kann und der man zwin­gend einen ande­ren Song wünscht. Ich weiß nicht, ob wir damit Letz­ter wer­den, aber die lin­ke Tabel­len­hälf­te ist so weit weg wie der Mond, fürch­te ich…

  • Nun ja” (um mei­nen klei­nen Sohn an die­ser Stel­le mal pas­send zu zitie­ren), ich habe mir das dann doch ange­schaut. Und es ist eine Per­so­na­li­ty-Show für Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger gewor­den, die Schö­ne­ber­ger, die mit dem Hin­weis, dass man jetzt auch noch “Per­fect fire” und “Wild live” hören kön­ne, für mich mei­ne Ein­drü­cke per­fekt zusam­men­ge­fasst hat. Ich weiß jetzt tat­säch­lich gar nicht mehr wel­ches “unser Song” gewe­sen ist, da klang nach unend­lich vie­len Mal alles irgend­wie gleich für mich. Das Kon­zept habe ich eh nicht ver­stan­den, wenn ein Song gesucht wird, war­um wer­den dann zu Beginn müh­se­lig zusam­men gesuch­te Inter­pre­ten aus­sor­tiert, ohne DEN Song dann zu sin­gen? Schön, dass es wie­der ESC-Bezug gab: “nun ja”, aber wenn der Schnell­durch­lauf der bis­he­ri­gen ESC-Bei­trä­ge dann so lieb­los prä­sen­tiert wird und vom Kom­men­ta­tor zuge­quatscht wird (hat der Herr Urban wirk­lich die fin­ni­sche Sän­ge­rin mit Ade­le ver­gli­chen?) und dann die­se unsin­ni­gen Ein­blen­dun­gen: “Was denkt Euro­pa / Ost­eu­ro­pa”? Und erst recht die 3 Juro­ren, die sich an Neben­säch­lich­kei­ten abar­bei­te­ten (ich fand Herrn Bendzko übri­gens auch sehr merk­wür­dig). Gäbe es Frau Schö­ne­ber­ger nicht: “nun ja”. Und natür­lich die fabel­haf­te Con­chi­ta und den Moment mit Lena und Nico­le fand ich fein-fein. Ansons­ten bleibt mir von dem Abend wohl nur in Erin­ne­rung: Ver­flixt, mir ist eine mei­ner Zahn­kro­nen um cir­ca 22:15 Uhr abge­bro­chen! – Viel Spaß für Levina (ist das jetzt der offi­zi­el­le Name?) in Kiew. Ein Erfolg wird es wohl eher nicht. Und ja, auch ich hät­te mir Sadi Rich­ter gewünscht.

  • CarinaWinter -

    Vie­len Dank, Auf­recht­gehn – die­ser Bericht spricht mich bezüg­lich mei­nes per­sönl. Geschmacks am meis­ten an. Ich hät­te Axel mit ‘Per­fect live’ nach Kiev geschickt.
    Die Sie­ge­rin singt bestimmt sehr gut, erreicht mich aber emo­tio­nal so gut wie gar nicht.
    Abso­lu­tes High­light des Abends: die phan­tas­ti­sche Con­chi­ta & der nicht min­der groß­ar­ti­ge TomNeuwirth

  • Con­chi­tas “Satel­li­te” war übri­gens die Ver­si­on von der dama­li­gen Zweit­plat­zier­ten Jen­ni­fer Braun, also die Ver­si­on, in der das Lied von den Urhe­bern eigent­lich geschrie­ben war (mit dem Wech­sel in die par­al­le­le Moll­ton­art zum Refrain, was bei Lenas Ver­si­on unter­blieb). Da hat­ten die Hea­vy­to­nes wahr­schein­lich noch die Noten von vor 7 Jah­ren auf dem Pult liegen.

  • Die Sai­son geht ja schon “gut” weiter.Mit dei­ner Ein­schät­zung hier (die Vor­ab Kri­tik lies ja gar nichts ande­res mehr zu) ist mei­ne Lust am Event nun am Boden. Der/mein Fun­ke Hoff­nung liegt nun auch in dem “Jodeldiplom“aus Rumänien.
    Aber nun kurz zu ges­tern. Sor­ry, das Coun­try Bam­bi ging ja gar nicht . Viel­leicht bin ich zu viel “Jäger ” um im Musik­strei­chel­zoo das Nied­li­che zu füt­tern . Trotz­dem ging mir stän­dig durch den Kopf ‚wer alles aus­sor­tiert wurde,also noch “schlech­ter ” war als das Kind .
    Kopf­ki­no aus!
    Und dann Axel. Die Hoff­nung starb im 2 Akt . Lang­wei­lig ‚lang­wei­lig ‚lang­wei­lig.
    Ein Song mit dem Man(n) bei­de Sei­ten des Saa­les ken­nen­ler­nen könnte,das Publi­kum mit“laufen” lässt
    und zeigt wer hier der Herr im Haus ist! Aber nein ‚Axel sitzt auf dem Hocker und hat kei­ne Lust. War­um tue ich mir solch ein Ver­an­stal­tung an,wenn ich sie nicht nut­zen möchte?
    Er schenk­te ihr ja förm­lich den Sieg.
    Die Levina brauch­te nicht viel um zu zei­gen , das sie die Dame des Hau­ses ist.
    Um es kurz zu fas­sen, ich kann mit ihr leben.
    Ihre Aus­strah­lung war toll man (ich) spür­te ihre Lust und es war auch eine beru­hi­gen­de Rou­ti­ne in ihrem Auf­tre­ten . Für das Lied kann sie nix! – nur mal so neben­bei erwähnt …
    Sie kann aber das bes­te noch dar­aus machen.
    Und ja , natür­lich klingt das Intro eins zu eins wie das oben ein­ge­füg­te Video von David (zieht sol­che Ver­glei­che nicht immer die BLÖD wenn sie jeman­den im ESC Zir­kus nicht mag) ABER Levina sieht bes­ser aus als David . Bei Die­ter Boh­len hat sich doch auch nie jemand beschwert das er 1 Lied 27 mal geteilt oder nur den Text aus­ge­tauscht hat. Oder?
    Lena war trotz net­tem Kleid nur peinlich,Tim zu brav und Flo­ri­an hat­te ab und an ‑zu mei­ner all­ge­mei­nen Ver­wun­de­rung – die pas­sen­de Einschätzung/Kritik. Man lernt nicht aus…
    Die 3 ESC Grazien/Größen fand ich depri­mie­rend. Hat­te ich etwas falsch ver­stan­den oder san­gen dort die­se 3 Gewin­ner nicht ihren Lieb­lings ESC Song ? Rus­la­na ‚oh gott – kann man machen , muss man aber nicht. Nico­le hat­te ich lan­ge nicht gese­hen und war erschro­cken- ich weiß lei­der bis jetzt nicht war­um (die Bluse,der Kra­gen ????) ja und Con­chi­ta darf anschei­nend machen was sie will bzw. hat sie wohl Nar­ren­frei­heit im Tun (auch lei­der hier) Alles ist immer toll und supi. Die Gute.
    Ihre Ver­si­on von “Sat­eli­te” war wie­der Ihre Art stän­dig Songs in tra­gi­sche Bal­la­de zu ver­wan­deln. Macht Alles irgend­wie klas­si­scher und ele­gan­ter – wie sie sich ger­ne dar­stellt. Aber mit die­ser Ver­si­on haben (und hät­ten) wir damals nicht gewon­nen und ich hät­te ger­ne Lenas Lied von ihr im Orgi­nal gehört. Das war aber nicht mehr ihr Lenas Lied .Sor­ry Oli­ver ‚das dein “nega­ti­ven Strah­len ” jetzt auch bei mir im Text abfär­ben aber irgend jemand Ande­res hat­te zuuuu viell­ll Positivität!
    Ich geh jetzt wohl lie­ber jodeln üben !
    PS. Nasen­rin­ge sehen immer noch däm­lich aus egal ob Mann oder Frau oder Mann­frau sie trägt.
    Bin schon weg .….

  • deutscheland -

    Ist Deutsch­land irgend­wie von Däne­mark annek­tiert wor­den oder so? Levinas Ver­si­on von “Wild­fire” konn­te ich noch was abge­win­nen, aber “Per­fect Life” ist irgend­wie nicht so “per­fect”. Kann man für einen Wer­be­spot einer Lebens­ver­si­che­rung ver­wen­den, aber nicht für den ESC – jeden­falls nicht in die­ser Form. Das ist in L.A. ent­stan­den? Kom­po­niert von den bes­ten Super-Duper-Song­wri­tern der Welt? Also ent­we­der wur­de Schrei­ber von den Schrei­bern über den Tisch gezo­gen oder man hat das Lied bis zur Unkennt­lich­keit ver­wäs­sert. “Per­fect life” war als Bond­bal­la­de gedacht ???
    Ich glau­be, schon Platz 20 wäre Grund genug dafür, den Cham­pa­gner in Strö­men flie­ßen zu las­sen. Hier gehts echt ab wie beim HSV. Gedank­lich in den Top-Rän­gen, aber in der Rea­li­tät ganz unten. Ich ver­su­che, die Dau­men zu drü­cken, aber mein Ver­trau­en in das ESC-Talent des NDR bleibt im Pro­mil­le­be­reich. Dass der Groß­teil das Lied nur ein­mal hören wird, anstatt sechs­mal, und dass es seit fast 20 Jah­ren kei­ne Live­mu­sik mehr beim ESC gibt, scheint da wohl nicht ange­kom­men zu sein. Mir wird Angst und Bange!

  • Gut, bei Axels Ver­si­on hat­te ich schon das Gefühl bei man­cher des weib­li­chen Teils des Publi­kums könn­te wäh­rend des Auf­tritts die Milch ein­schie­ßen, denn der Gesang führ­te sicher zur einer oder ande­ren Schein­schwan­ger­schaft, so mas­ku­lin wie das klang. Aber er schien mir nicht mal auf einen Qui­ckie aus, so abwei­send wie er wirk­te. Was ich jam­mer­scha­de fin­de, denn ein gestan­de­ner, reif klin­gen­der Kerl wäre mal wie­der dran gewe­sen als deut­scher Vertreter.
    Bei Levinas “Per­fect Life” möch­te ich erst mal die Ori­gi­nal­ver­si­on hören, um mir ein wirk­li­ches Urteil zu bil­den. Selbst das, was offen­sicht­lich vie­le (ich nicht) bei Spo­ti­fy gehört haben, muss noch nicht die Fas­sung sein, die wir letzt­end­lich beim ESC hören werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.