Waterloo

song.null.vier 2004: Mer­ci, dass es dich gibt

song.null.vier 2004: Mer­ci, dass es dich gibt

Als eine Parade der gut gemeinten, aber schlecht exekutierten Konzepte sollte der österreichische Eurovisionsvorentscheid im Jahre Eins n.P. (nach Poier) in die Grand-Prix-Geschichte eingehen. Der Sieg des ebenso umstrittenen wie genialen Dada-Künstlers im Vorjahr befreite den Wettbewerb vorübergehend vom Ruch der hoffnungslos verstaubten Schlagerseligkeit, was sich in der musikalischen wie kulturellen Vielfältigkeit der zehn von den heimischen Plattenfirmen eingereichten song.null.vier-Beiträge manifestierte. So stellte gleich zum Auftakt Daniel Djuric mit dem Bukowina-Beat-Stampfer 'Millionaire' unter Beweis, warum Wien zu Recht das Label der westlichsten Stadt des Balkans trägt. Und obschon er seine Sache ganz gut machte, fehlte ihm zu einer besseren als…
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Ein Lied für Zagreb 1990: Da legst di nieder

Ein Lied für Zagreb 1990: Da legst di nieder

Es ist aber auch wie verhext: da entschloss sich das österreichische Fernsehen ORF ausgerechnet im Jahre 1990, wo im deutschen Sprachraum nun wirklich niemand mehr auch nur einen Pfifferling auf den Eurovision Song Contest gab, nach einer halben Dekade ausschließlich interner Auswahlen wieder zu einem öffentlichen Vorentscheid zurückzukehren, lustigerweise unter dem selben Namen wie die Veranstaltung im nördlichen Nachbarland, nämlich Ein Lied für Zagreb. Durch mehrere hundert Songvorschläge musste sich eine bedauernswerte Jury durchquälen, um die zehn am wenigsten furchtbaren Titel herauszusieben. Für den Kreis der Interpret:innen sichtet man das Archiv der hauseigenen Talentshow Die große Chance und rekrutierte alles,…
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Aus Zwölf wird eins 1983: die Müh­le der stür­mi­schen Gefühle

Aus Zwölf wird eins 1983: die Müh­le der stür­mi­schen Gefühle

"Pssscht! Ein bisschen leiser!": mit diesem gleich zweimal im Tonfall zwischen Verärgerung und Verzweiflung vorgetragenen Imperativ versuchte (die deutschen TV-Zuschauer:innen aus der langlebigen ZDF-Rateshow Dalli dalli bekannte) Brigitte Xander, die in einem rosafarbenen Fledermausärmel-Ungetüm von Abendkleid durch die Show führte, die entfesselte Rasselbande im nachgerade schäbig improvisiert wirkenden Green Room des österreichischen Vorentscheids 1983 wenigstens temporär zum Schweigen zu bringen. Was zu den wenigen lustigen Momenten dieser insgesamt eher steifen Show gehörte, bei der erneut zwölf größtenteils unterirdische Schlager um die Fahrkarte ins relativ nahe München rangen, wo der Eurovision Song Contest in diesem Jahr gastieren sollte. In der bayerischen…
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