Ein Greis im Laber­flash: die FiK-Semis 2019

Nichts geht doch über das lieb gewon­ne­ne Vor­weih­nachts­ri­tu­al des Fes­ti­va­li i Kën­gës (FiK)! Bereits zum 58. Mal fin­det das tra­di­ti­ons­rei­che, wie der Euro­vi­si­on Song Con­test selbst am Vor­bild des ita­lie­ni­schen San-Remo-Fes­ti­val geschul­te Lie­der­fest heu­er statt und dient erneut als Vor­ent­scheid für Rot­ter­dam. Nach einem eben­so halb­her­zi­gen wie umstrit­te­nen Moder­ni­sie­rungs­ver­such mit­tels einer Halb­play­back­run­de kehr­te der alba­ni­sche Sen­der RTSH dies­mal flugs zur alt­ge­wohn­ten Aus­rich­tungs­form mit klas­si­schem, gro­ßem Rund­funk­or­ches­ter und zwei Qua­li­fi­ka­ti­ons­run­den zu je zehn Kombattant/innen zurück. Eben­so tra­di­tio­nell auch die jeweils (!) fünf­und­vier­zig­mi­nü­ti­ge (!!) Ver­spä­tung, mit der bei­de (!!!) Semis sowohl am Don­ners­tag als auch am Frei­tag star­te­ten und die RTSH mit einer End­los­schlei­fe des ewig­glei­chen Wer­be­blocks über­brück­te, den wir natür­lich wäh­rend der Live-Show eben­falls mehr­fach über uns erge­hen las­sen muss­ten. Ver­lass war eben­so auf die tech­ni­schen Pan­nen: so kämpf­te die char­man­te Gast­ge­be­rin der bei­den Aben­de, die jede Wer­be­pau­se nutz­te, um in ein neu­es, aus jeweils unter­schied­li­chen Grün­den auf­se­hen­er­re­gen­des Kleid zu schlüp­fen, und die sämt­li­che Schnell­sprech­re­kor­de von Die­ter Tho­mas Heck atem­los in den Schat­ten stell­te, mit einem Wackel­kon­takt in ihrem Head­set. Den­noch dau­er­te es eine geschla­ge­ne hal­be Stun­de, bis man ihr ein stö­rungs­frei funk­tio­nie­ren­des Hand­mi­kro­fon anreich­te.

Show­trep­pen, Show­tän­ze, gra­vi­tä­ti­sches Schrei­ten und eine hüb­sche Über­ra­schung am Ende: Elva­na Gja­ta soll­te Kur­se in kor­rek­ter Euro­vi­si­ons-Cho­reo­gra­fie geben. Wehe, das gewinnt nicht!

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[UPD] Ist er’s oder ist er’s nicht? Auf­re­gung um Mah­mood

Wird der 26jährige Ales­san­dro Mahmoud, bes­ser bekannt unter sei­nem Künst­ler­na­men Mah­mood, Ita­li­en beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2019 in Tel Aviv ver­tre­ten? Nach sei­nem Über­ra­schungs­sieg beim San-Remo-Fes­ti­val am ver­gan­ge­nen Sams­tag sag­te er noch in der Nacht zu, und eurovision.tv lis­tet ihn dem­entspre­chend als Reprä­sen­tan­ten der Halb­in­sel in Isra­el. Zwi­schen­zeit­lich ruder­te der Mila­ne­se auf Druck sei­ner Plat­ten­fir­ma jedoch wie­der zurück, die Mah­mood offen­bar auf eine aus­ge­dehn­te Pro­mo­ti­on­tour im Land schi­cken möch­te, was sich mit den zeit­li­chen Ver­pflich­tun­gen der Euro­vi­si­ons­teil­nah­me nicht so gut ver­trägt. Der­zeit wer­de, wie zu hören war, hin­ter ver­schlos­se­nen Türen zwi­schen der Rai und Mah­moods Manage­ment über die Details ver­han­delt. Kommt kein Deal zustan­de, kann der ita­lie­ni­sche Sen­der nach dem bestehen­den Regle­ment frei aus den übri­gen 23 San-Remo-Teil­neh­mer/in­nen wäh­len. Aus dem Ren­nen sein dürf­te dabei der Zweit­plat­zier­te Ulti­mo, der im Super­fi­na­le zwar das Tele­vo­ting gewann, jedoch von der Jury über­stimmt wur­de, wor­auf­hin er in einem Video sei­ner Ent­täu­schung und Ver­är­ge­rung in einem emo­tio­na­len Rant Luft mach­te.

Schlech­ter Ver­lie­rer: Ulti­mo unter­stellt den Juro­ren, dass sie ihn nicht aus­ste­hen konn­ten und des­halb sei­nen Sieg sabo­tier­ten.

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San Remo Fes­ti­val 2019: Go down, Moses

Es kann als eine klei­ne Kul­tur­re­vo­lu­ti­on bezeich­net wer­den: mit Ales­san­dro Mahmoud gewann heu­te Nacht ein Ein­wan­de­rer­kind das tra­di­ti­ons­rei­che ita­lie­ni­sche Lie­der­fes­ti­val. Und dazu noch einer, der die­se Wur­zeln in sei­nem Künst­ler­na­men Mah­mood bewusst unter­streicht und des­sen in der Gesamt­wer­tung sieg­rei­cher, von ihm selbst getex­te­ter und mit­kom­po­nier­ter Song ‘Sol­di’ (‘Geld’) eine bit­te­re per­sön­li­che Abrech­nung mit eben jenem ägyp­ti­schen Vater dar­stellt, der ihn und sei­ne ita­lie­ni­sche Mut­ter sit­zen­ließ, um zurück in die ara­bi­sche Hei­mat zu gehen und der ihn nun, so jeden­falls die Erzäh­lung des 26jährigen, bei einem zur Spu­ren­su­che unter­nom­me­nen Besuch im Land der Pha­rao­nen auch noch dreist um Geld anhaut. Beim Final­auf­tritt am Sams­tag muss­te der cha­ris­ma­ti­sche ehe­ma­li­ge X‑Factor-Teil­neh­mer mit einem kur­zen ‘Ban­di­do’-Moment kämp­fen, als zunächst weder sein Ohr­mo­ni­tor noch das Mikro funk­tio­nier­ten. Den meis­ter­te er jedoch sou­ve­rän. Im Super­fi­na­le der bes­ten Drei erziel­te Ales­san­dro zwar mit 14,5% die gerings­te Zustim­mung im Tele­vo­ting, gewann aber im Gesamt­klas­se­ment der über alle fünf San-Remo-Aben­de lau­fen­den Jury‑, Pres­se- und Zuschau­er­ab­stim­mung. Noch in der Nacht erklär­te er, das ange­bo­te­ne Ticket für Tel Aviv anneh­men und Ita­li­en beim Euro­vi­si­on Song Con­test ver­tre­ten zu wol­len.

Der Sie­ger­song, hier als offi­zi­el­ler Video­clip. Den San­re­mo-Auf­tritt hat die kom­plett ver­blö­de­te Rai aus uner­find­li­chen Grün­den sper­ren las­sen. Sterbt! 

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