Das sind die sechs deut­schen Songs für den Euro­ra­dio Song Contest

Das Befürch­te­te ist ein­ge­tre­ten. Auf einer Pres­se­kon­fe­renz stell­te der ver­ant­wort­li­che NDR heu­te Mit­tag die sechs in meh­re­ren Run­den hand­ver­le­se­nen Bei­trä­ge für den deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid Ger­ma­ny 12 Points am 4. März 2022 vor. Und so viel lässt sich schon mal sagen: zwölf Punk­te gibt es mit kei­nem davon. Erst­ma­lig waren bekannt­lich die neun regio­na­len ARD-Radio­pop­wel­len von Anfang an in die Ent­schei­dungs­fin­dung mit ein­ge­bun­den; sie sol­len auch auf dem Weg bis zur Show eine wich­ti­ge Rol­le spie­len und die nun aus­ge­wähl­ten Songs ab sofort “täg­lich”, so das fes­te Ver­spre­chen, spie­len. Ab dem Mon­tag vor der TV-Sen­dung ist auch die Online-Abstim­mung über die Web­sei­ten der Radio­sen­der mög­lich, deren Ergeb­nis­se zu 50% in die Wer­tung ein­flie­ßen. Die ande­re Hälf­te soll aus dem klas­si­schen Tele­vo­ting stam­men. Das von den ver­sam­mel­ten ARD-Ver­ant­wort­li­chen immer wie­der als “Geschenk” an die sechs Acts bezeich­ne­te Enga­ge­ment des Hör­funks lie­ßen sich die sechs in der Aus­wahl­ju­ry sit­zen­den Wel­len­be­auf­trag­ten teu­er bezah­len: sie such­ten näm­lich sechs Lie­der aus, die alle­samt pro­blem­los im For­ma­t­ra­dio hoch und run­ter lau­fen kön­nen, da kein ein­zi­ges von ihnen in irgend­ei­ner Form aneckt oder Hörer:innen ver­schre­cken könn­te. Geht alles sehr sämig zum einen Ohr rein und zum ande­ren wie­der raus.

Der Typ, der Emi­ly Roberts im Clip groß­zü­gig Bur­ger & Pom­mes spen­diert, ist ziem­lich hot. Der Song eher nicht so.

Das soll sich nicht gegen die sechs betei­lig­ten Acts rich­ten. Die mach­ten in der Vor­stel­lungs­run­de alle­samt einen durch die Bank sym­pa­thi­schen Ein­druck, was auch an der Mode­ra­ti­ons­leis­tung der fabel­haf­ten Ali­na Stiegler lag, von der ein­fach immer so viel Lie­be und Herz­lich­keit aus­geht, dass sie auf die Men­schen in ihrer Umge­bung abstrahlt und von die­sen reflek­tiert wird. So konn­te man die Künstler:innen, die in den vor­ge­stell­ten Songs nach eige­ner Erzäh­lung oft­mals Per­sön­li­ches ver­ar­bei­te­ten, durch­aus ins Herz schlie­ßen. Und natür­lich wün­sche ich ihnen allen größt­mög­li­chen Erfolg. Die Lie­der sind auch qua­li­ta­tiv gut, es befin­det sich kei­nes dar­un­ter, das unmit­tel­bar nervt oder schrot­tig wirkt. Gegen­über dem gene­ri­schen Mager­quark, den der NDR bei­spiels­wei­se im Jah­re 2017 der armen Levina über­stülp­te oder 2019 den eigens dafür gecas­te­ten Sis­ters, fie­len die sechs heu­te prä­sen­tier­ten Titel um zahl­rei­che Qua­li­täts­stu­fen bes­ser aus. Hier mach­te sich bezahlt, dass die Acts mit eige­nen, alle­samt selbst geschrie­be­nen Lie­dern antre­ten durf­ten, die natür­lich deut­lich orga­ni­scher und glaub­wür­di­ger her­über­ka­men als die frü­her übli­chen, zuge­kauf­ten Songs aus den Res­te­schub­la­den inter­na­tio­na­ler Serienkomponist:innen.

War­um haut Eros eigent­lich immer sei­ne wehr­lo­se Gitar­re? Die kann doch auch nichts dafür!

Wer sind also nun die Super Sechs? Da haben wir zum einen die Deutsch­bri­tin Emi­ly Roberts, die vor zwei Jah­ren den Titel­song für das RTL-Dschun­gel­camp bei­steu­er­te und die das Video zu ihrem kan­ten­lo­sen Radio­pop­song ‘Soap’ vor einem Bur­ger­la­den in Los Ange­les dreh­te. Der von sei­nen Eltern nach dem sexy Ita­lie­ner Eros Rama­zot­ti benann­te Eros Ato­mus kam schon viel rum auf der Welt und war schon mal bei The Voice Ger­ma­ny. Sei­ne kan­ten­lo­se Radio­po­phym­ne ‘Ali­ve’ will den Über­le­ben­den der Coro­na-Pan­de­mie ein Gefühl der Hoff­nung zurück­ge­ben. Zu die­sen zählt Feli­cia Lu Kür­biß, die wir noch aus dem oben bereits ange­spro­che­nen deut­schen Vor­ent­scheid von 2017 ken­nen, wo sie zwar vor­ab die bes­te Ver­si­on des spä­te­ren Sie­ger­songs auf­ge­nom­men hat­te, die­se aber in der Sen­dung nicht vor­stel­len durf­te, weil sie in der Erst­run­de mit Cover­ver­sio­nen raus­flog. Die mitt­ler­wei­le in Wien leben­de Deut­sche, die sich von die­ser stief­müt­ter­li­chen Behand­lung nicht abschre­cken ließ (Hut ab!), dreh­te den Clip zu ihrem ein­gän­gig-düs­te­ren Radio­pop­song ‘Anxie­ty’ wäh­rend ihrer Qua­ran­tä­ne not­ge­drun­gen in Eigen­re­gie auf der hei­mi­schen Toi­let­te, was ihn immer­hin schon mal optisch aus dem übri­gen Ange­bot her­aus­hebt. Viel­leicht kann sie das por­zel­la­ne­ne Sitz­mö­bel als Büh­nen­prop zu Ger­ma­ny 12 Points mitnehmen?

Kein Griff ins Klo: Feli­cia Lu lie­fert zumin­dest fet­te Beats und einen Hauch Düsterkeit.

Rund­weg boden­stän­dig wirk­ten die bei­den auch modisch über­zeu­gen­den Koblen­zer Jonas Broch­hau­sen und Maël Brun­ner ali­as Maël & Jonas, eben­falls einst bei The Voice Ger­ma­ny am Start, die ihr net­tes Radio­po­prock­lied­chen ‘I swe­ar to God’ als Ent­schul­di­gung an ihre ehe­ma­li­gen WG-Mitstreiter:innen schrie­ben. Für deut­sche ESC-Ver­hält­nis­se noch am außer­ge­wöhn­lichs­ten klin­gen die bei­den (in alpha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge der Interpret:innen) letz­ten Bei­trä­ge, da sie Sprech­ge­sangs­an­tei­le ent­hal­ten, unter tra­di­tio­na­lis­ti­schen Grand-Prix-Fans und bei inter­na­tio­na­len Jury­mit­glie­dern stets das siche­re Rezept für den Punk­te­tod. Malik Har­ris, der deut­lich hüb­sche­re Sohn des ehe­ma­li­gen Sat.1‑Nachmittagstalkers und Dschun­gel­camp-Insas­sen Ricky Har­ris, ver­pack­te in ‘Rock­stars’ sei­nen eher schlur­fig begin­nen­den, sich dann aber im Ver­lau­fe sei­nes Vor­trags bis hin zu einer gera­de­zu emi­ne­mes­ken Delie­very hoch­schrau­ben­den Rap-Part, mit dem sein von der Sehn­sucht nach der unbe­schwer­ten Zeit der Kind­heit han­deln­der Song als ein­zi­ger tat­säch­lich ein klei­nes biss­chen aus dem dampf­ge­bü­gel­ten Gesamt­an­ge­bot her­vor­sticht, stra­te­gisch geschickt in zwei dicke Außen­schich­ten bal­la­des­ker Zuckerwatte.

Viel­leicht gäbe es für das ë im Namen Maël ja ein paar Sym­pa­thie­punk­te aus Albanien?

Bei ‘Hal­lo Welt’ des Sauer­län­der Rap­pers Nico Sua­ve (Gott, von dem hat man auch schon ewig nichts mehr gehört!) und sei­nes drei­köp­fi­gen Teams Lie­be, han­delt es sich, unge­wöhn­lich genug für den deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid, seit Jah­ren mal wie­der um ein hei­mat­sprach­li­ches Ange­bot. Lei­der, wie man in die­sem Fal­le sagen muss, denn das sehr offen­sicht­lich extra für den Grand Prix geschrie­be­ne Lied ergeht sich in der­ma­ßen viel gut­ge­mein­tem Eia­po­peia-Hei­le-Welt-Gesumms, dass man sich unwill­kür­lich wünscht, die Vier wür­den den letzt­jäh­ri­gen fin­ni­schen Ver­tre­tern Blind Chan­nel mal in einer dunk­len Gas­se über den Weg lau­fen und von ihnen auf die ‘Dark Side’ mit­ge­nom­men. Jeden­falls kön­nen sich Sua­ve und sein Team damit für den Siegel&Meinunger-Gedächtnis-Preis bewer­ben. Und so haben wir genau das bekom­men, was zu befürch­ten stand: sechs weich­ge­spül­te, kan­ten­lo­se Dudel­funk­songs, wel­che die betei­lig­ten Hör­funk­wel­len pro­blem­los in Dau­er­ro­ta­ti­on spie­len kön­nen, ohne befürch­ten zu müs­sen, dass auch nur einem:r einzige:n Hörer:in zu Hau­se vor Schreck das Bügel­eisen aus der Hand fällt. Die aber natür­lich im Fina­le des Euro­vi­si­on Song Con­test gegen 25 Kon­kur­renz­ti­tel sang- und klang­los unter­ge­hen, weil sich an einen net­ten Radio­song am Ende des Abends halt nie­mand mehr erinnert.

Freut sich, weil mitt­ler­wei­le mehr Men­schen von ihm ein Auto­gramm wol­len als von sei­nem Vater: Malik Harris.

Aber das scheint genau so gewollt, schließ­lich ver­sprach der bei der Pres­se­kon­fe­renz anwe­sen­de, neue ARD-Unter­hal­tungs­chef Frank Beck­mann noch ver­gan­ge­nen Herbst im DWDL-Inter­view mit Blick auf den ESC: “Da ich weiß, wie viel Geld ein Sieg kos­tet, sage ich mit Blick aufs kom­men­de Jahr: Haupt­sa­che nicht Ers­ter.” Die Sor­ge muss er sich ange­sichts die­ser Aus­wahl nicht machen, auch wenn der NDR-Hör­funk­mann Tors­ten Engel die Fokus­sie­rung auf die Radio­taug­lich­keit noch mit der Bemer­kung zu ver­tei­di­gen such­te, dass alle in den letz­ten Jah­ren beim Song Con­test erfolg­rei­chen deut­schen Bei­trä­ge “auch Radio­hits” gewe­sen sei­en. Und so scheint man in Ham­burg tat­säch­lich über­zeugt, die für eine gute inter­na­tio­na­le Plat­zie­rung aus­ge­spro­chen hilf­rei­che men­ta­le Unter­stüt­zung des eige­nen Wett­be­werbs­ti­tels dadurch erzeu­gen zu kön­nen, dass man die poten­ti­el­len Songs den Deut­schen via Pop­wel­len nur oft genug aufs Ohr drückt. Ob das bei­spiels­wei­se beim San-Remo-Fes­ti­val durch ein fünf­tä­gi­ges TV-Spek­ta­kel unter­stütz­te Schön­hö­ren auf die­sem Wege wirk­lich funk­tio­niert, gilt es nun abzu­war­ten. Ich blei­be da skep­tisch, zumal die ARD-Ver­ant­wort­li­chen bei der Pres­se­kon­fe­renz Fra­gen nach der mög­li­chen Insze­nie­rung der Bei­trä­ge eher aus­wei­chend beantworteten.

Schau dir die klei­nen Din­ge an und mach sie groß”: ja gut, Nico Sua­ve, dann mal auf die Hose!

Sicht­lich unan­ge­nehm berührt reagier­te schließ­lich die deut­sche Dele­ga­ti­ons­lei­te­rin Alex­an­dra Wolfs­last auf die von ESC­k­om­pakt gestell­te Fra­ge nach der Abwe­sen­heit von Eski­mo Call­boy, die sich mit dem bol­lern­den Elek­tro-Metal-Ban­ger ‘Pump it’ sehr offen­siv um eine Teil­nah­me am Vor­ent­scheid bewor­ben hat­ten. Sie sei­en auch “sehr, sehr weit gekom­men” wie sich Wolfs­last etwas gequält abrang, aber nach inten­si­ven Dis­kus­sio­nen über das “Für und Wider” habe es am Ende dann eben “nicht ganz gereicht”. Lasst mich raten: so in etwa sah die Abwä­gung aus, oder?

Das Für und Wider von Eski­mo Callboy

FürWider
Auf­fäl­li­ger, her­aus­ste­chen­der Beitrag“Das spie­len wir auf gar kei­nen Fall im Radio!”
Inter­na­tio­na­le Bekannt­heit der Band“Das spie­len wir auf gar kei­nen Fall im Radio!”
8 Mil­lio­nen Abru­fe auf Youtube“Das spie­len wir auf gar kei­nen Fall im Radio!”
Tanz­bar, per­fekt für Choreografien“Das spie­len wir auf gar kei­nen Fall im Radio!”
Leicht mit­singbar, macht tie­ri­schen Spaß“Das spie­len wir auf gar kei­nen Fall im Radio!”
Bleibt im Gedächt­nis, selbst wenn man’s hasst“Das spie­len wir auf gar kei­nen Fall im Radio!”

Müs­sen es dann wohl in Mol­da­wi­en ver­su­chen, da steht man auf Songs mit einem Puls: Eski­mo Call­boy mit ihrem abge­lehn­ten Beitrag.

Wes­we­gen mir auch der von Frau Wolfs­last, nach eige­ner Aus­sa­ge Fan der Num­mer, bei­na­he fle­hent­lich vor­ge­brach­te Hin­weis, eine erneu­te Bewer­bung der Call­boys in 2023 sei durch­aus erwünscht, wenig über­zeu­gend erscheint. Schließ­lich möch­te man, so jeden­falls das Cre­do, die Zusam­men­ar­beit mit den ARD-Pop­wel­len für die nächs­ten Jah­re fort­set­zen. Und so bleibt es wohl auf abseh­ba­re Zeit bei den berühm­ten Varia­tio­nen von beige. Aber was macht das schon, schließ­lich kön­nen wir uns ja am ESC-Final­abend mit dem Rate­spiel unter­hal­ten, ob dies­mal die Bri­ten oder wir Letz­te werden.

Die Blau­pau­se: im Grun­de sucht der NDR seit jeher nach exakt die­sem Song für den deut­schen Euro­vi­si­ons­vor­ent­scheid. Jedes. Ver­damm­te. Jahr. Aufs. Neue.

Was ist Dein deut­sches Lied für Turin?

  • Kei­ner von denen. Ich bean­tra­ge jetzt die ita­lie­ni­sche Staats­bür­ger­schaft. (58%, 191 Votes)
  • Malik Har­ris – Rock­stars (19%, 61 Votes)
  • Feli­cia Lu Kür­biß – Anxie­ty (15%, 50 Votes)
  • Eros Ato­mus – Ali­ve (2%, 8 Votes)
  • Maël & Jonas – I Swe­ar To God (2%, 8 Votes)
  • Emi­ly Roberts – Soaps (2%, 7 Votes)
  • Nico Sua­ve & Team Lie­be – Hal­lo Welt (1%, 4 Votes)

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24 Comments

  • Malik Har­ris und eros ato­mus haben den bes­ten Ein­druck gemacht, Nico Sua­ve & Team Lie­be sind abso­lut grau­sam und wären wür­di­ge Nach­fol­ger von Jen­drik und den S!sters. Der Rest ist ok. Zwar wür­de außer “Hal­lo Welt” kein Bei­trag Scham her­vor­ru­fen, aber der tota­le Bur­ner ist nicht dabei. Eski­mo Call­boy sind zwar Lor­di 2.0, aber ich weiß nicht ob es so gut war, sie links lie­gen zu lassen.

    Die ita­lie­ni­sche Staats­bür­ger­schaft brau­che ich nicht, aber ich lieb­äug­le schon damit zum Kurz­zeit­SPA­NIER zu wer­den, obwohl mir von den Ibe­rern die Por­tu­gie­sen ungleich mehr am Her­zen lie­gen und ich die spa­ni­schen ESC-Hoo­li­gans nicht aus­ste­hen kann. Aber Cha­nel Ter­re­ro ist ein­fach sexy (sie erin­nert mich ein biss­chen an Anit­ta, bra­si­lia­ni­sche Sän­ge­rin und Gali­ons­fi­gur ihres Lan­des), auch wenn Slo­Mo an sich nix beson­de­res ist und ich fin­de es super, dass man in Spa­ni­en offen­sicht­lich mal dar­über sin­niert hat, war­um Spa­nisch so hip ist, wem man das zu ver­dan­ken hat und ob eine Lati­na nicht doch eine gute Wahl wäre. Lei­der ist Sex­ap­peal in Deutsch­land nicht so angesagt.

  • Also ich weiß gar nicht was alle haben, ich fin­de Hal­lo Welt gut. Und han­deln nicht 90% der ESC-Lie­der von einer hei­len Welt? Das Lied ist modern, die sän­ger haben gute Stim­men und es ist auf Deutsch. War­um die­ser Malik Har­ris als Favo­rit ange­se­hen wird, ver­ste­he ich nicht. Ich habe ja nix gegen Bal­la­den, aber dann müs­sen sie einen berüh­ren. Ent­we­der durch die Stim­me oder die Kom­po­si­ti­on. Nix davon hat Rock­stars. Schon bes­ser fin­de ich die Lie­der Anxie­ty, Swe­ar To God, Ali­ve und Soap. Für mich ist das Ren­nen offen. Und ob Eski­mo Call­boys wirk­lich so gut abge­schnit­ten hät­ten, wis­sen wir nicht. Man hät­te uns doch wie­der vor­ge­wor­fen, das wir Manes­kin kopie­ren. Ich hät­te sie zwar gern gese­hen in der VE, aber ein Welt­un­ter­gang ist es auch nicht, das sie nicht dabei sind.

  • Man soll ja egal in wel­cher Lebens­si­tua­ti­on wert­schät­zend und kon­struk­tiv auf eine Ver­öf­fent­li­chung wie die heu­ti­ge reagie­ren. Des­halb ver­su­che ich, mei­nen Ein­druck über die Aus­wahl des NDR in wohl­über­leg­te und ‑gesetz­te Wor­te zu fas­sen und mei­ne wider­strei­ten­den Emo­tio­nen und Gedan­ken hin­ein­flie­ßen zu las­sen. Letzt­lich habe ich dies hier zu sagen:

    GAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH!!!!!

  • Kein guter Tag, um ein Social Media-Beauf­trag­ter des NDR für den Euro­vi­si­on Song Con­test zu sein. Ich mei­ne, dass das ja aktu­ell Mar­cel Sto­ber macht. Der Arme! 

    Ich habe noch kein Lied von “Ger­ma­ny 12 Points” ganz gehört. Und mir ver­geht auch ein wenig die Lust dar­an, wenn ich so höre, was auf Twit­ter und Face­book gera­de abgeht, wobei ich mich da fra­ge, ob die Ent­täu­schung durch die Lie­der oder durch die Nicht­zu­las­sung von Eski­mo Call­boy zustan­de gekom­men ist. Wahr­schein­lich eine Mischung aus beidem. 

    Ja, toll gemacht, Aus­wahl­ju­ry! So hebt man einen Scher­ben­hau­fen, der schon nach den S!sters und Jen­drik enorm groß war, mal über­haupt nicht auf. Ich bin ja wirk­lich mal gespannt wie ein Flit­ze­bo­gen, ob es vom NDR da noch ein State­ment zu dem Shit­s­torm abgibt ODER es noch viel extre­mer kommt und sie sich das noch­mal mit EC über­le­gen. Ich lege mich jetzt schon fest: die ARD und beson­ders der NDR wer­den sich noch wun­dern, wie schlecht die Ein­schalt­quo­ten die­ses Jahr für den Vor­ent­scheid und das ESC-Fina­le aus­fal­len wer­den. Mei­ner Auf­fas­sung nach über­zeugt man so kein neu­es Publi­kum, sich den ESC anzu­schau­en, im Gegen­teil, man ver­grätzt sogar ein paar alt­ein­ge­ses­se­ne Zuschauer:innen, die an der Plat­zie­rung des deut­schen Bei­trags inter­es­siert sind. 

    Wobei ich mir still und lei­se natür­lich wün­sche, dass das Gan­ze doch noch irgend­wie gut für uns aus­geht. Wun­der gibt es immer wieder.

  • Wer es noch nicht gese­hen hat: Es gibt eine Peti­ti­on dafür, Eski­mo Call­boy zum ESC zu schi­cken. Wer noch nicht unter­zeich­net hat, kann das hier tun:
    https://www.change.org/p/bringt-eskimo-callboy-zum-eurovision-song-contest
    Ich fin­de, man muss nicht der größ­te EC-Fan sein (bin ich auch nicht), um das zu unter­zeich­nen. Den­noch, der NDR hat sich hier eine gewal­ti­ge Chan­ce ent­ge­hen las­sen, des­halb den­ke ich, dass wir als Jahr für Jahr wie die Hun­de lei­den­de ESC-Fans da mal ein biss­chen Gegen­wind lie­fern soll­ten. Des­halb hab ich da auch unterschrieben.

  • -Ich ent­schul­di­ge mich vor­weg für even­tu­el­le Entgleisungen-

    Ich kann gar nicht so viel fres­sen wie ich kot­zen möchte…

    Die Wolfs­last und ihr Geschwur­bel von “schock­ver­liebt” haben mich von Anfang an skep­tisch wer­den las­sen, aber dass SO ein Driss dabei raus­kommt, boah… aber gut, nächs­tes Jahr wird sie erfah­rungs­ge­mäß wohl eh abge­löst – bei die­ser Aus­wahl, die unter ihrer Auf­sicht zusam­men­ge­rotzt wur­de, zurecht!
    Der Titel der VE “Ger­ma­ny 12 Points” ist nichts wei­ter, als purer Zynis­mus – wir wer­den am 14. Mai nicht annä­hernd auf zwölf Punk­te kom­men, außer der NDR ver­ab­schie­det sich aus­nahms­wei­se von sei­nem beque­men Auto­ri­ta­ris­mus und ver­gibt eine Wild­card an Eski­mo Call­boy. Aller­dings haben die zustän­di­gen (zustän­dig? wohl eher stän­dig zu!) alten wei­ßen Her­ren vom Nord­deut­schen Staats­funk schon zuge­ge­ben, dass sie “bloß nicht Ers­ter” wer­den wollen.

    50 shades of beige – die glei­che Pro­ze­dur wie jedes Jahr. Ich weiß nicht mehr ob ich lachen oder wei­nen soll…

  • Die höchst­mög­li­che Stra­fe: “Pump it” wird auf öffent­li­chen Druck nach­no­mi­niert, der Song gewinnt das inter­na­tio­na­le Fina­le und der NDR muss 2023 den ESC aus­rich­ten. Hach, das wäre toll!

  • Das durch­weg ver­hee­ren­de Echo spricht für sich; ich sel­ber hab es auch nicht geschafft nur einen die­ser Songs ganz anzu­hö­ren. Hat­te sogar noch wegen des rela­tiv posi­ti­ven Feed­backs ein zwei­tes Mal ver­sucht, Malik anzu­hö­ren, tau­send­mal gehört. Immer­hin sieht er gut aus, eine Art Asi-Ver­si­on von Luca Hän­ni. Die­se Art Musik ist, war­um ich kein WDR2 höre.

  • Bei der Aus­wahl haben die Ver­ant­wort­li­chen eher nach der bes­ten Eig­nung als Schwie­ger­söh­ne und Töch­ter für Ihren Nach­wuchs ausgesucht.
    In Amer­ka wür­de das meis­te unter dem Label “Chris­ti­an Rock” laufen.
    (auch ande­re Titel als “I swe­ar to god”)
    Ich den­ke nicht das wir die Radio-Jury nächs­tes Jahr noch­mals sehen werden.
    Wenigs­tens bei der Suche nach immer neu­en desas­trö­sen Aus­wahl­ver­fah­ren ist der NDR sehr kreativ

  • Man muss eben fest­stel­len, dass der NDR auch in der Nach-Schrei­ber Ära auf der Suche nach einem neu­en For­mat ist.
    Geht man von dem Ergeb­nis aus, dann sind das fast sechs Titel, die wir uns in den letz­ten Jah­ren sehn­lichst gewünscht hät­ten. Ok, nach mei­nem Geschmack hät­te es durch­aus mehr Spar­te geben dür­fen, aber immer­hin sind es Künst­ler die auch für das Lied ste­hen. So gese­hen darf man das durch­aus als einen erfeu­li­chen Ansatz sehen, dass EC da die­ses Jahr nicht rein­ge­passt hat, ist scha­de aber dann auch nicht der Welt­un­ter­gang. ab wird sehen, wie sich das Radio­kon­zept aus­wirkt und ob nächs­tes Jahr wie­der ein neu­es kommt, in das viel­leicht EC eher passt.

  • Bei ESC Update konn­te man den Frust von Alex Wolfs­last schon hören, da hat sie schon gemerkt wie kon­trabei­gepro­duk­tiv die Zusam­men­ar­beit mit den POP­wel­len war. Sie hat die Ent­schei­dung über die Teil­neh­mer ver­kauft für eine Hea­vy Rota­ti­on ? Tja wenn man es genau ansieht, sie hat­te in der 7 köp­fi­gen Jury gera­de mal 15 % Mit­spra­che, 15 % (und ich hab mich über Ben­i­dorm auf­ge­regt) Der Rest kam von Radio­le­u­ten 85 %, wie dumm ?. Da freut man sich auf eine Vor­ent­schei­dung und dann kommt ein Tors­ten Engel und sagt : “So viel Radio war noch nie beim ESC” Ja klar

  • Ja nun.…
    .…..allein wegen der Stim­me besteht viel­leicht die Mög­lich­keit, dass eros ato­mus bei mir den Andre­as-Küm­mert-Moment aus­lö­sen könn­te: Da fand ich die Radio­ver­si­on sei­ner bei­den Bei­trä­ge kom­plett lang­wei­lig, aber auf der Büh­ne hat er mich ein­fach mitgerissen.
    Viel­leicht, dass Malik Har­ris einen gewis­sen Zau­ber auf der Büh­ne ver­brei­tet, wenn er es schaf­fen könn­te, so rich­tig Gefühl in sei­nen Song zu legen.
    Auch der moderns­te Bei­trag in der Aus­wahl, “Anxie­ty”, könn­te viel­leicht durch eine inter­es­san­te Insze­nie­rung deut­lich zugewinnen.

    Vie­le “Viel­leicht” und “Könn­te”. Aber das ist eben die Hoff­nung für den 4. März, denn so für sich ent­de­cke ich jetzt nichts Her­aus­ra­gen­des, was allein aus sich her­aus wir­ken würde.

  • Könn­te man die VE nicht noch umbe­nen­nen, um die “Qua­li­tät” der Bei­trä­ge zu unter­strei­chen? “Ger­ma­ny 12 Points” fin­de ich ja doch sehr zynisch. Wie wär’s mit fol­gen­den Vorschlägen:
    “Schock­ver­liebt, Erfolg versiebt”
    “Ger­ma­ny – Haupt­sa­che nicht Erster”
    “Ich hab’s im Urin, das wird nix in Turin”
    “Wolf’s last”
    “Der deut­sche Vor­ent­scheid – Wer wird die Pinkelpause?”

    Viel­leicht ist nicht alles son­der­lich sprit­zig, aber pas­sen­der wären sie doch alle­mal, oder?

  • @Wang Boya: Fin­de ich alle sehr, sehr schön und sehr, sehr pas­send, Cha­peau! Am lau­tes­ten habe ich bei Wolf’s last” gelacht.

  • @aufrechtgehn
    Das freut mich sehr, dann hat die­ser Jahr­gang wenigs­tens in die­ser Rich­tung einem Nut­zen gehabt. ?

  • Ein wei­te­res Mal ist für mich “Deutsch­land beim ESC” schlicht­weg nicht vor­han­den (obwohl ich sogar Jen­drik moch­te…). Vie­len Dank, ihr Beton­köp­fe vom NDR ! Ich will gar nicht näher dar­auf ein­ge­hen, denn sonst käme mir das Essen hoch.

    Hat aber auch etwa Gutes, dann kann ich mich bewußt neu­tral ver­hal­ten und die ande­ren Bei­trä­ge bewerten.

    Ich habe übri­gens die Peti­ti­on für EC unter­schrie­ben, viel­leicht bringt es was.

  • Die­ses Geplär­re und Gejam­me­re der EC-Fans geht mir ziem­lich auf den Sack. Es ist total unfair gegen­über den Kan­di­da­ten die sich qua­lif­ziert haben. Die haben die vol­le Auf­merk­sam­keit ver­dient und nicht die­se zweit­klas­si­ge Bal­ler­mann­rock­band. War­um soll­te man die­ser Band jetzt ne Extra­wurst bra­ten. Das ist doch unfair den 936 ande­ren Kan­di­da­ten, die sich bewor­ben haben. Nur weil ein paar Schrei­häl­se im Inter­net dar­über unglück­lich sind, das ihre Lieb­lings­band nicht genom­men wor­den ist? Ich hof­fe der NDR bleibt stand­haft. Denn das wäre unfair gegen­über den Kan­di­da­ten die jetzt im Vor­ent­scheid sind. Das Ein­zi­ge was die Schrei­häl­se und Plär­rer erreicht das sie einen mög­li­chen Erfolg von einer der 6 Kan­di­da­ten schon mal im Vor­feld ordent­lich sabo­tiert haben. Dan­ke daher für nix. Dabei sind die Lie­der die aus­ge­wählt wor­den sind größ­ten­teils gar nicht schlecht. Aber das scheint gar nie­mand mehr zu inter­es­sie­ren. Noch mal dan­ke für nix an die soge­nann­ten ESC-Fans. Ihr seid schuld war­um sich nam­haf­te Künst­ler sich nicht bewer­ben wol­len, bzw. war­um die Top 26 geheim blei­ben müs­sen. Damit sie geschützt von Leu­ten wie euch, die einen dann in den asso­zia­len Medi­en nie­der­ma­chen. Also noch mal dan­ke für nix.

  • @escfan05: Es reicht. Du kapierst es nicht, oder? Es geht hier nicht um Eski­mo Call­boy, son­dern um die feh­len­de Diver­si­tät. Dar­um, dass sich die VE-Bei­trä­ge im Grun­de alle gleich anhö­ren und nichts an sich haben, was im Mai dann mal irgend­wen zum Anru­fen oder zur Punk­te­ver­ga­be bewe­gen könn­te. Dar­um, dass der NDR mal wie­der sechs hoff­nungs­vol­le Talen­te den Löwen zum Fraß vor­wirft und sich einen Dreck dar­um schert, was aus ihnen wird. Die Songs sind alle­samt nicht im gerings­ten ESC-taug­lich! Ich wür­de mich rie­sig freu­en, wenn ich mich da irre, aber in den letz­ten 41 Jah­ren Fan­sein habe ich glau­be ich ein ganz gutes Gespür dafür ent­wi­ckelt, was funk­tio­nie­ren kann und was nicht. Und net­te, auf radio­taug­lich getrimm­te Songs funk­tio­nie­ren nicht! Die gro­ßen Ver­lie­rer sind hier­bei jetzt schon die sechs, die in der Vor­ent­schei­dung auf­tre­ten. Und das nicht wegen EC, son­dern weil ihre Songs nicht brauch­bar sind für den ESC.

    Nicht die ESC-Fans sind schuld, wenn sich nam­haf­te Künst­ler nicht bewer­ben, son­dern der Umgang des NDR mit den­sel­ben. Die Fans, die alle Jah­re wie­der mit Herz­blut und Enga­ge­ment dabei sind und alle Jah­re wie­der lei­den wie die Hun­de, jetzt in die­ser Wei­se anzu­ma­chen, ist lei­der abso­lut unter­ir­disch. Wir lie­ben alle die­se Ver­an­stal­tung und wol­len, dass unser Land wür­dig reprä­sen­tiert wird und viel­leicht auch mal über die Bot­tom 2 rauskommt!

  • @escfan05: Die nam­haf­tes­ten Künst­ler (aus­ge­hend von Klick­zah­len, Album­ver­käu­fe, inter­na­tio­na­ler Reich­wei­te), deren Bewer­bung bekannt ist, sind doch Eski­mo Call­boy. Und für die wird sich doch gera­de von den Fans ein­ge­setzt. Von daher hinkt dei­ne Argumentation.

  • Oh was für eine Ent­täu­schung. Wie gern erin­ne­re ich mich an die Vor­ent­schei­de in den 8oziger Jah­ren, i.d.R. Abend­show im ERS­TEN zur Prime­time – min­des­tens 12 Titel die zur Wahl stan­den und zwar für jedes Gen­re- egal wie alt man war/ist. Geht es nur um den Kom­merz? In die­sem Jahr ist nun gar nichts dabei – kein Song den Deutsch­land nach Turin schi­cken soll­te. Ver­dammt wir haben so vie­le gute Künst­ler in Deutsch­land – bezieht die Basis und ESC Fan Club mehr mit ein- die wis­sen wie es geht. Es darf auch zur deut­schen Spra­che gestan­den wer­den, Aus­wahl genug: Pop, Rock, Schla­ger, Chan­son, Bal­la­de (waren die Bei­trä­ge den so schlecht frü­her? Ich den­ke nein, denn oft stimm­te die Qua­li­tät, z.B. Ebstein /Theater, Texas Lightning/ No No Never, Max Mutz­ke, Cant´t wait until tonight… Die inter­es­sier­ten Zuschau­er wer­den für Dumm ver­kauft. Wie der NDR den Stell­wert des Vor­ent­schei­des ein­stuft sieht man dar­an, das er die­ses “Event” in die drit­ten Pro­gram­me ver­bannt- es soll nur nie­mand mit­be­kom­men wel­cher Song uns in Turin vertritt. 

    Ach ja, Eski­mo Call­boy? Die­sen Bei­trag hat die Jury wohl wis­sent­lich über­hört… eine Schande. 

    Ein Armuts­zeug­nis !! Abso­lut Enttäuschung.

  • Da der NDR end­gül­tig nicht mehr ernst zu neh­men ist:
    Wir brau­chen eine neue Serie, z.B. “Strom­berg im NDR
    Natür­lich geht es inhalt­lich wie beim ech­ten NDR nicht dar­um, für eine Show gute Songs zu finden.
    Und jede Fol­ge endet zwangs­läu­fig mit dem sich jähr­lich wie­der­ho­len­den Desas­ter beim ESC.
    Die Fol­ge für die­ses Jahr wäre schon mal ein Quotenhit

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