Internationale Vorentscheidungen

Sie sind das Salz in der Euro­vi­si­ons­sup­pe, die Spiel­wie­sen des ret­tungs­los schrä­gen Trashs, die Jagd­grün­de für Grand-Prix-Con­nais­seu­re, der hei­li­ge Gral aller Per­len­tau­cher: die natio­na­len Vor­ent­schei­dun­gen, wo aus einem bun­ten Pot­pour­ri vom hoff­nungs­lo­sen Ama­teur bis zum hoch­glanz­po­lier­ten Schwe­den­schla­ger immer nur das Furcht­bars­te für den inter­na­tio­na­len Wett­be­werb her­aus­ge­sucht wird. 

Sel­ecția Națio­nală 2020: Alco­hol is free

Sel­ecția Națio­nală 2020: Alco­hol is free

Die uninteressanteste Vorentscheidung der gesamten Saison 2020 ging am letzten Super-Samstag in Buzău in der Walachei über die Bühne. In das Hunderttausend-Einwohner-Städtchen hatte der unter extremen Geldnöten stehende rumänische Sender TVR die Selecția Națională verlegt, weil der dortige Bürgermeister die Kosten der kompletten Sendung aus der Gemeindekasse übernahm. Aus pekuniären Gründen erfolgte auch die Zusammenarbeit mit dem größten einheimischen Plattenlabel Global Records, das mit der vorab zur Alleininterpretin bestimmten 20jährigen Larisa Roxana Giurgiu alias Roxen immerhin einen der aktuellen Top-Stars des Landes beisteuerte. Für nämliche Roxen galt es nun, unter fünf bereits vor Tagen veröffentlichten Liedern auszuwählen; samt und sonders musikalisch…
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Söng­va­kepp­nin 2020: Who’s my Daddy?

Söng­va­kepp­nin 2020: Who’s my Daddy?

Wie bereits im Vorjahr, als sich beim isländischen Eurovisionsvorentscheid Söngvakeppnin alles um einen einzigen Namen drehte, nämlich um Hatari, stand auch 2020 alles im Schatten der Frage: schafft es Daði Freyr Pétursson diesmal oder muss er sich, wie schon 2017 mit dem großartigen 'Is it Love?', erneut geschlagen geben? Die gute (und bereits seit Samstagnacht bekannte) Nachricht: er schaffte es! Gemeinsam mit seiner fünfköpfigen Begleitband Gagnamagnið (in etwa: Datenvolumen) konnte er die fantastisch coole Retro-Synthie-Nummer 'Think about Things' zum Sieg führen, um die schon vor gut zwei Wochen ein Internet-Hype losbrach, nachdem Daði den dazugehörigen, extrem selbstironischen Videoclip veröffentlichte und…
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Dora 2020: She’s like the Wind to my Tree

Dora 2020: She’s like the Wind to my Tree

Für eine sehr klassische, herzzerreißende Balkan-Schmerzensballade entschieden sich die Kroat:innen am vergangenen Samstagabend im Rahmen des klassischen Eurovisionsvorentscheidungsformats Dora und bestätigten damit einmal mehr ihren Ruf als konservative Grand-Prix-Nation. Denn musikalisch könnte das schmalztriefende, geigengesättigte 'Divlji Vjetre' ('Rauer Wind') mitsamt seiner etwas überraschend an der Stelle, an der man das Lied eigentlich zu Ende wähnt, drangeschraubten Rückung auch im Jahre 1990 angesiedelt sein. Oder 1960. Lyrisch war es vielleicht nicht die geschickteste Wahl für den im Frühlingsmonat Mai in Rotterdam stattfindenden Hauptwettbewerb, denn der in schwarzer Trauerkleidung auftretende Damir Kedžo, einstmals Kirchenchorknabe und später Boyband-Mitglied, greift darin zur Umschreibung seines Trennungsschmerzes…
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Grie­chen­land 2020: Aga­the Bauer

Grie­chen­land 2020: Aga­the Bauer

Nur echt mit der BanAnanas: wie schon weiland bei der Eurovisionszypresse Eleni Foureira sponsort die in Irland beheimatete Fruchtimportfirma Fyffes in diesem Jahr die bereits vor gut einem Monat intern als Repräsentantin Griechenlands beim Eurovision Song Contest 2020 ausgewählte Sängerin Stefania Liberakakis. Und wie bei jener Eleni macht sich dies bemerkbar an der völlig unpassenden Platzierung eines Tellers mit gelabelten Südfrüchten im heute Nachmittag veröffentlichten Videoclip zu Stefanias Song 'Supergirl'. Der erzählt eine hochgradig unterhaltsame, anrührende Geschichte, bei welcher der ehemaligen niederländischen Junior-Eurovisions-Teilnehmerin ihre Erfahrung als Schauspielerin zugute kommt. Die in Utrecht geborene und aufgewachsene 17jährige spielt im Clip sehr…
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Eesti Laul 2020: Baby don’t hurt me

Eesti Laul 2020: Baby don’t hurt me

Ach, Estland, was ist nur aus dir geworden? Einstmals das Zuhause der coolsten Vorentscheidung der Welt, hat sich die ehedem hochgelobte Eesti Laul - nicht zuletzt aufgrund jahrelanger, fortgesetzter schwerer Fehlentscheidungen der dortigen Jury - zu einer bedeutungslosen Ansammlung glatter, völlig nichtssagender Liedchen entwickelt. Noch nicht einmal mehr in den Semis findet sich irgendetwas Interessantes, wofür sich das Einschalten lohnen würde. Zum europäischen Hauptwettbewerb vermag der baltische Staat so natürlich ebenfalls nichts Wesentliches beizutragen. Stattdessen setzt man auf das Ewiggleiche: als direkten Nachfolger des schleimigen schwedischen Schönlings Victor Crone, aktuell noch beim Melodifestivalen im Rennen, und seines staubgrauen Songs 'Storm'…
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O Melo­di pen­tru Euro­pa 2020: Ins Gefäng­nis mit ihm!

O Melo­di pen­tru Euro­pa 2020: Ins Gefäng­nis mit ihm!

Sie sind die Eiterpickel am Gesäß des Eurovision Song Contests: Grand-Prix-Komponisten, die sich einen Startplatz für ihre Lieder beim Wettbewerb kaufen. Über Ralph Siegel gibt es das (natürlich unbewiesene) Gerücht, dass er immer wieder Valentina Monetta für San Marino ins Rennen schicken durfte, weil er die gesamten Auftritte aus eigener Tasche finanziert haben soll. Und auch seinem russischen Pendant Phillip Kirkorov unterstellt man gelegentlich ein solches Vorgehen. Er bediene sich dabei gerne des bitterarmen Moldawiens, denn nirgends ist das Televoting mit so wenig Aufwand zu manipulieren. Und den dortigen Juror:innen sagen böse Zungen ebenfalls eine gewisse Offenheit für finanzielle Argumente…
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Euro­fest 2020: Oops, he did it again

Euro­fest 2020: Oops, he did it again

Der Eklat ließ sich vorausahnen. Als bei der Vorstellung der internationalen Juror:innen für das gestrige Finale des weißrussischen Vorentscheids Eurofest der quietschige Wiwiblogger William Lee Adams über die Bühne spurtete, wusste man bereits tief drinnen: der Zuschauer:innenfavorit wird bei dieser Natsionalniy Otbor nicht obsiegen. Denn nur, wer als Sender den Durchmarsch eines Publikumslieblings um jeden Preis verhindern möchte, bucht den amerikanischen Strategen. Genau so kam es: am Ende einer ungewohnt hochklassigen, kurzweiligen Show mit 12 Acts, die von der Verlegung des Events in die BelarusFilm-Studios profitierte, wo es wesentlich glamouröser zuging als sonst, stand der erwartbare Clash der Kulturen. Die…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Can you feel the Love tonight

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Can you feel the Love tonight

Bevor am heutigen Abend beim weißrussischen Vorentscheid zwölf leider durch die Bank uninteressante Songs im Kampf um die Fahrkarte nach Rotterdam antreten, gilt es, noch schnell einen nostalgisch getrübten Blick auf die legendären jährlichen öffentlichen Auditions in Minsk zu werfen. Diese fanden heuer vor gut einem Monat statt und versammelten weniger Interessierte als in früheren Jahren. Denn im Versuch, der unter anderem mit den ehemaligen Repräsentant:innen Zena und Navi bestückten Auswahljury das Schlimmste zu ersparen, hatte der Sender BTRC verfügt, dass nur noch weißrussische Staatsangehörige vorsingen dürfen. Nicht alle kapierten das: neben 65 inländischen Acts bewarben sich dennoch 30 ausländische,…
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Groß­bri­tan­ni­en 2020: Try­ing to die

Groß­bri­tan­ni­en 2020: Try­ing to die

Das frisch von der Europäischen Union geschiedene Großbritannien entbietet dem Festland beim Eurovision Song Contest 2020 zum Abschied eine letzte, vergiftete Atemspende. Dem Beispiel der anderen Big-5-Nationen (bis auf Italien) folgend, hatte sich auch das Vereinigte Königreich dieses Jahr zu einer internen Nominierung von Künstler und Song entschieden. Und natürlich lief seither die Gerüchteküche heiß. Der weiße Soulsänger John Newman, der 2013 mit 'Love me again' auch in Deutschland einen Top-Ten-Hit landen konnte, war einer der mehrfach getippten Namen. Nun ist es stattdessen sein Bruder geworden. Der bislang eher als Songschreiber tätige James Newman, der unter anderem für den irischen…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Child­ren of the Revolution

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Child­ren of the Revolution

Bevor es mit dem bereits am Donnerstag startenden, nächsten Vorentscheidungs-Wochenende wieder in die maximale Überforderung geht, gilt es, noch zwei Semis vom vergangenen Samstag nachzureichen. In Portugal bot das traditionsreiche Festival da Canção, wie wir es von dem kleinen Land gewohnt sind, mal wieder eine frappierende Mischung aus völlig aus der Zeit gefallenen Musical-Nummern, lendenlahmen Schnarchballaden, abseitigem Ethnofolk und bizarren Darbietungen. Acht Acts kämpften am späten Abend um vier Finalplätze. Und leider erlaubten sich (genau weiß man es noch nicht, die Split-Voting-Ergebnisse hält der Sender RTP unter Verschluss) entweder das Publikum oder, deutlich wahrscheinlicher, die Jury beim Heraussieben einen massiven…
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Vid­bir 2020: Does your Mother know?

Vid­bir 2020: Does your Mother know?

Um dieses Wochenende wenigstens mit einem erfreulichen Ergebnis zu beschließen, habe ich mir das gestrige Finale der Vidbir bis zum Schluss aufgehoben. Dort siegte - und zwar erstmalig in der ukrainischen Vorentscheidungsgeschichte gleichermaßen bei den Anrufer:innen wie bei der dreiköpfigen Jury - die Band Go_A (für das englische Wort Go und das griechische Zeichen Alpha) mit der von einer besonders schlimmen Form des Resting-Bitchface-Syndroms heimgesuchten Frontfrau Kateryna Pavlenko. Ihre in der Landessprache und im slawischen Stil des monotonen Weißen Gesangs, den wir bereits von den letztjährigen polnischen Vertreterinnen Tulia kennen, vorgetragene Elektro-Folk-Nummer über die Nachtigall ('Solovey') erzählt die hoch romantische…
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Szan­sa na Suk­ces 2020: der Sieg der Lautstärke

Szan­sa na Suk­ces 2020: der Sieg der Lautstärke

Wenn ein noch absurderes Vorentscheidungssystem existiert als das slowenische, dann das polnische. Wiewohl das Format Szansa na Sukces dem Sender TVP gleich zwei Siege in Folge beim Junior-ESC bescherte. Unter grotesk hohem Blutzoll: gleich 21 junge, aktuelle Künstler:innen stellten sich heuer in drei Vorrunden zum nationalen Vorentscheid zur Wahl. Sie durften dort allerdings nicht ihre eigenen Lieder singen, sondern mussten sich an thematisch vorgegebenen, steinalten Oldies versuchen, die natürlich nicht dem musikalischen Stil der Teilnehmer:innen entsprachen und damit über keinerlei Aussagekraft verfügten. Dennoch bildeten sie die Grundlage für die Auslese: nur die drei Anpassungsfähigsten überlebten das völlig unnötige Blutbad. Und…
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Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2020: Teu­fels Werk und Got­tes Beitrag

Evro­vi­zijs­ka Melo­di­ja 2020: Teu­fels Werk und Got­tes Beitrag

Gäbe es einen Wettbewerb um das absurdeste Vorentscheidungsformat zum Eurovision Song Contest, dann spielte die Evrovizijska Melodija (EMA) wohl um den Sieg mit. 12 Acts versammelte das slowenische Fernsehen RTV SLO gestern Abend in Ljubljana, von denen sich zehn die Mühen strenggenommen von vorne herein hätten sparen können. Denn nachdem alle 12 gesungen hatten, tagte eine reizvoll um eine riesige Schüssel Mini-Dickmanns drapierte Jury, bestehend aus drei Generationen slowenischer Eurovisionsdiven, namentlich Darja Švajger, Nuša Derenda und Maja Keuc. Und die schickten zehn von ihnen gleich wieder nach Hause, darunter alles auch nur annähernd Aussichtsreiche sowie die zwei in einem wochenlang…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Vira­le Schlachten

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Vira­le Schlachten

Mit der üblichen Verspätung folgt heute noch der Nachschlag zum vergangenen Supersamstag, an dem neben gleich drei nationalen Finalen weitere vier Vorrunden und Semis über die Bühne gingen. Beginnen wir im hohen Norden beim isländischen Söngvakeppnin, wo sich im zweiten Semi zwei der Favorit:innen auf den Sieg im Finale nächsten Samstag durchsetzten. Der eine von ihnen, der fantastische Daði Freyr, gewinnt gerade international Momentum: sowohl der einflussreiche deutsche Satiriker und Talkshow-Host Jan Böhmermann als auch der neuseeländische Schauspieler Russell Crowe (sowie der deutsche ESC-Verantwortliche Thomas Schreiber) teilten heute auf Twitter den superlustigen, herrlich selbstironischen Videoclip zu 'Think about Thinks'. So…
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Bel­gi­en 2020: Let the Sky fall

Bel­gi­en 2020: Let the Sky fall

Lange mussten wir auf den Song warten: am heutigen Morgen feierte der belgische Beitrag der bereits im Oktober vergangenen Jahres vom flämischen Sender Één intern nominierten Band Hooverphonic in einer Radioshow Premiere. Und seit heute Mittag steht auch ein Youtube-Video bereit. Doch zum Lied: 'Release me' sei diversen Verlautbarungen zufolge dem vor kurzem verstorbenen Vater des Bandleaders Alex Callier gewidmet, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung lyrisch allerdings als klassische Trennungsschmerzballade. Es folgt in dieser verwunderlichen Text-Bedeutungsschere dem letztjährigen Siegersong von Duncan Laurence, der zu 'Arcade', einer Betrachtung über Spielsucht, ja ebenfalls durch den Tod eines nahe stehenden Menschen inspiriert worden…
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Frank­reich 2020: La Vie en jau­ne Bonbon

Frank­reich 2020: La Vie en jau­ne Bonbon

Und dafür schmiss das französische Fernsehen die Destination Eurovision, Europas besten Vorentscheid der letzten zwei Jahre, weg? Ernsthaft? Heute veröffentlichte France 2 das Präsentationsvideo für den Beitrag des im Januar 2020 intern ausgewählten Vertreters Tom Leeb. Der heißt 'The Best in me', fällt, wie bei einem derartigen Songtitel nicht anders zu erwarten, in die Kategorie der bereits eine Million Mal gehörten pompösen Powerballade, verfügt über eine Rückung und besteht aus französischen Strophen und einem englischen Refrain. Wie heutzutage üblich, werkelten ganze sechs (!) Personen daran herum, damit niemand alleine die Verantwortung für die Maladesse übernehmen muss: die in Spurenelementen vom…
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Paban­dom iš nau­jo 2020: The Roop is on Fire

Paban­dom iš nau­jo 2020: The Roop is on Fire

Herrschaften! Auch, wenn zum jetzigen Zeitpunkt erst ein gutes Sechstel der Songs für Rotterdam feststehen, lege ich mich fest: der Siegertitel des Eurovision Song Contest 2020 ist gefunden! Und zwar, wer hätte es für möglich gehalten, im gestrigen Finale des litauischen Vorentscheids, der Nacionalinė Eurovizijos Atranka, welche in diesem Jahr unter dem trotzig-mutmachenden Motto "Pabandom iš naujo!" ("Versuchen wir's nochmal") stand und sich nicht nur durch ein gestrafftes Verfahren auszeichnete, sondern tatsächlich mit einem überraschend hochklassigen musikalischen Angebot auffiel. Und einem hoch erfreulichen Ergebnis: mit einer für den Baltikumsstaat historischen Rekordzahl an Anrufen obsiegte dort gestern das Trio The Roop mit…
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Depi Evra­tes­il 2020: Mama, du sollst doch nicht um dei­ne Per­len weinen

Depi Evra­tes­il 2020: Mama, du sollst doch nicht um dei­ne Per­len weinen

Nach dem Semifinal-Aus für die intern bestimmte Srbuk beim Eurovision Song Contest 2019 kehrte das erfolgsverwöhnte und -hungrige Armenien in diesem Jahr zum Vorentscheidungsformat Depi Evratesil zurück. 12 hoffnungsvolle junge Talente versammelte der Sender ARMTV am gestrigen Samstagabend in Jerewan, die fast ausnahmslos mit selbst geschriebenen Liedern antraten. Tragischerweise allesamt in englisch, auch wenn sich, wie an Songtiteln ('What it is to be in Love'), Silben-zu-Melodie-Ratio und Intonation erkenntlich, die Sprachkenntnisse der meisten Teilnehmer:innen rein auf das Phonetische beschränkten. Die musikalische Qualität des Angebotes glich der einer weißrussischen Vorauswahlrunde, mehrfach ertappte man sich beim Zuschauen, wie man nach wenigen Sekunden…
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Melo­di Grand Prix 2020: der App-Sturz

Melo­di Grand Prix 2020: der App-Sturz

Was für eine Blamage! Groß und glamourös sollte es werden; in einem technischen Fiasko endete es für den norwegischen Sender NRK, der aus Anlass des sechzigjährigen Jubiläums seiner stets unter der selben Marke organisierten Eurovisionsvorentscheidung Melodi Grand Prix (liest du mit, NDR?) tief in die Tasche griff und das Format auf sechs Shows erweiterte. In fünf regionalen Vorrunden (Nord, Süd, Mitte, Ost und West, was merkwürdig wirkt in einem Land, dessen Geografie eher wurmförmig anmutet als quadratisch) siebte man aus 20 Kandidat:innen im Duellverfahren jeweils eine:n Teilnehmer:in für das gestrige Finale heraus, wo sie auf weitere fünf fix gesetzte Konkurrent:innen…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I should be straight

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: I should be straight

Bevor heute in wenigen Minuten der nächste Supersamstag beginnt, gilt es noch etliche Perlen vom letzten Wochenende nachzuliefern, an welchem ich im Zuge des längsten Vorentscheidungstages der bisherigen Eurovisionshistorie aus arbeitskapazitären Gründen leider gezwungen war, etliche Vorrunden und Semis zu vernachlässigen. Den herbsten Verlust gab es dabei in der Ukraine zu beklagen. Dort hatten wir das seltene Vergnügen, einem knapp vierminütigen schamanistischen Ritual beiwohnen zu dürfen, zu dem uns Katya Chilly und ihr Geistheilerzirkel einluden. Der bestand aus einem pittoresk gekleideten Druiden, der völlig in sich versunken heilige Verse murmelte; drei Damen, die den, wenn man so will, entfernt an…
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San-Remo-Fes­ti­val 2020: Hun­de, wollt ihr ewig leben?

San-Remo-Fes­ti­val 2020: Hun­de, wollt ihr ewig leben?

Auch im Jahre 2020 hatten die Italiener mal wieder den Längsten. Eurovisionsvorentscheid aller Nationen nämlich. Geschlagene fünfeinhalb Stunden (!) ließ man sich Zeit im Finale des 70. Festival della Canzone Italiana di Sanremo, bis endlich der 39jährige Singer-Songwriter Antonio Diodato mit der selbst komponierten Sülzballade 'Fai Rumore' ('Lärm machen') als Sieger des ligurischen Liederwettbewerbs und italienischer Vertreter beim Eurovision Song Contest in Rotterdam feststand. Vor der Verkündigung des Endergebnisses des San-Remo-Superfinales gegen 2:30 Uhr (!) in der Nacht trieb es der Sender Rai mit einem mehr als sechzigminütigen (!) Pausenprogramm auf die Spitze, zu dessen absoluten Tiefpunkten der Auftritt eines…
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Super­no­va 2020: Mei­ne Schwes­ter, die Polyester

Super­no­va 2020: Mei­ne Schwes­ter, die Polyester

Zähigkeit zahlt sich aus. Seit 2012 versucht es die lettische Sängerin Samanta Poļakova, besser bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen Samanta Tīna, praktisch durchgängig beim Vorentscheid in ihrer Heimat (und gelegentlich auch im Nachbarland Litauen). Nun hat sie es geschafft: die diesmal alleine abstimmungsberechtigten Zuschauer:innen der Supernova wählten sie gestern Abend zu ihrer Repräsentantin für Rotterdam. Vielleicht nahmen sie den subtilen Hinweis ihres Titels 'Still breathing' zum Anlass, der 30jährigen ihren Herzenswunsch endlich zu erfüllen. An ihrem selbstgeschriebenen und mit einem Text aus der Feder von Aminata Savadogo veredelten Song kann es kaum gelegen haben, denn der erwies sich vor allem als…
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Aus­tra­lia deci­des 2020: Send in the Clowns

Aus­tra­lia deci­des 2020: Send in the Clowns

Wie die uneheliche Tochter von Marge Simpson und einer Kragenechse, so sah die diesjährige Siegerin des Eurovisionsvorentscheids Australia decides, Montaigne, bei ihrem heutigen Auftritt aus. Dabei erwies sich der Titel der aufgrund der Zeitverschiebung in Europa bereits am Samstagmittag über den Äther gegangenen Sendung als glatte Lüge: denn nicht die australischen Zuschauer:innen, die sich mehrheitlich für eine in dieser Form bereits millionenfach dargebotene Baukasten-Powerballade der ehemaligen Siegerin der Aussieversionen der Trash-TV-Formate DSDS (2004) und IBES (2017), Casey Donovan, entschieden, bestimmten am Ende, wer Down Under in Rotterdam vertreten darf, sondern die Juror:innen, welche das Televoting überstimmten und der 24jährigen, in…
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Euro­vi­si­on Song <span class="caps">CZ</span> 2020: Ben Cris­to gibt ’ne Party

Euro­vi­si­on Song CZ 2020: Ben Cris­to gibt ’ne Party

Gechillte Party-Vibes bringt der 32jährige Ben da Silva Cristóvão mit dem sehr geilen Song 'Kemama' zum diesjährigen Eurovision Song Contest. Nein, nicht für Portugal, wie man aufgrund seines Geburtsnamens vermuten könnte, sondern für sein Heimatland Tschechien. Dort ist der Sohn eines Angolaners und einer Tschechin seit seiner Teilnahme am örtlichen Superstar-Format im Jahre 2009 als Benny Cristo ein etablierter Künstler mit bereits mehreren erfolgreichen Alben. Neben seiner Musikkarriere ist er auch als Tänzer, Schauspieler und Sportler aktiv. Und als Mensch mit Haltung: 2016, so verrät es Wikipedia, lehnte er die persönliche Entgegennahme eines Preises für den meistgestreamten Song des Jahres…
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Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Boys do cry

Per­len der Vor­ent­schei­dun­gen: Boys do cry

Spüren Sie ihn auch, liebe Leser:innen, den steigenden Adrenalinspiegel? Kein Wunder: pünktlich zum 1. Februar erhöhte die laufende Vorentscheidungssaison 2020 am gestrigen Supersamstag europaweit die Drehzahl und bombardierte uns mit gleich vier Semifinalen, darunter der ersten Runde des schwedischen Melodifestivalen. Überall, so scheint es, kommt man mittlerweile in die Gänge. Außer in Deutschland. In Hamburg schreckte man gestern nur kurz aus dem eurovisionären Dornröschenschlaf auf und postete folgende Nicht-Info zum heimischen Vorentscheid: https://twitter.com/eurovisionde/status/1223639746259439620?s=20 Und ehrlich gesagt: egaler könnte es mir mittlerweile nicht mehr sein, erwarte ich vom NDR schon längst nichts mehr außer gelegentlichen versehentlichen Zufallstreffern. Daher flugs wieder zurück…
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